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Rohrreinigungsfirma verursacht Rohrbruch

20. September 2022 Thema abonnieren
 Von 
Curbstone89
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Rohrreinigungsfirma verursacht Rohrbruch

Hallo zusammen,

ich hoffe mir kann man zu diesem Fall eine Einschätzung geben.
Wir haben eine verstopftes Abflussrohr. Die üblichen Versuche die Verstopfung zu lösen schlugen fehl.
Da die Verstopfung wohl weit tiefer ist und wir es nicht geschafft haben das Problem zu lösen, haben wir eine Fachfirma angerufen um diese Verstopfung zu lösen.

Die Firma kam, ich hab denen erzählt was ich bisher unternommen habe und dass die Versuche erfolglos waren.
Die 2 Arbeiter demontierten das Urinal und begannen in ein 50er Abflussrohr mit einer mechanischen Rohrreinigung. Einer motorbetriebenen Spirale bzw. Fräse. Unter anderem kam ein Kreuzblattbohrer zum Einsatz.

Nach einiger Zeit und einigen Spülversuchen trat Wasser aus der Wand bzw. Boden. Sie trafen auf einen 90° Winkel und haben mit der Fräse geradeaus gebohrt.

Eine Kamera kam erst später zum Einsatz. Hier hat auch der Mitarbeiter die Situation völlig falsch eingeschätzt und interpretierte das Mauerwerk als einen Stein im Rohr und ist weiter mit der Fräse rein.

Nun will die Firma sich mit der Aussage: "Rohre nicht fachgerecht verlegt und 90° Winkel verbaut" aus der Verantwortung ziehen. Das heißt sie wollen für den Schaden nicht aufkommen.

Der Schaden ist immens hoch. Hier müssten zumindest 2 geflieste Wände, teilweise der Boden, eine Dusche und weitere Armaturen neu gemacht werden.

Jetzt wäre die Frage: Kann die Firma sich tatsächlich mit der o.g. Aussage aus der Verantwortung ziehen?

mfg
Patrick


-- Editiert von User am 20. September 2022 20:33

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Master
(4617 Beiträge, 1130x hilfreich)

Zitat (von Curbstone89):
Nun will die Firma sich mit der Aussage: "Rohre nicht fachgerecht verlegt und 90° Winkel verbaut" aus der Verantwortung ziehen. Das heißt sie wollen für den Schaden nicht aufkommen.


Die Firma sollte für solche Fälle ihre Haftpflichtversicherung kontaktieren. Ich denke, mit der Begründung kommt die Firma nicht durch

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#2
 Von 
cirius32832
Status:
Master
(4617 Beiträge, 1130x hilfreich)

Zitat (von Curbstone89):
Nun will die Firma sich mit der Aussage: "Rohre nicht fachgerecht verlegt und 90° Winkel verbaut" aus der Verantwortung ziehen. Das heißt sie wollen für den Schaden nicht aufkommen.


Die Firma sollte für solche Fälle ihre Haftpflichtversicherung kontaktieren. Ich denke, mit der Begründung kommt die Firma nicht durch

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103912 Beiträge, 37577x hilfreich)

Zitat (von Curbstone89):
Kann die Firma sich tatsächlich mit der o.g. Aussage aus der Verantwortung ziehen?

Klar, wenn man sie lässt, das ganze Verfahren ungeschickt angeht oder es sogar verschuldet hat ("Nö, hier ist nichts im 90° Winkel verbaut ... ")



Zitat (von Curbstone89):
Rohrreinigungsfirma verursacht Rohrbruch

Da man davon in dem Sachverhalt nichts lesen konnte, was ist denn da passiert?



Zitat (von Curbstone89):
"Rohre nicht fachgerecht verlegt und 90° Winkel verbaut"

Wenn man mal davon absieht, dass das durchaus als "fachgerecht verlegt" gelten kann.
Hat eigentlich jede Firma bei der nicht nur Einzeller arbeiten mit genau so was zu rechnen, wenn der Verantwortliche nichts gegenteilige besagt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(14509 Beiträge, 5503x hilfreich)

Zitat (von Curbstone89):
Kann die Firma sich tatsächlich mit der o.g. Aussage aus der Verantwortung ziehen?
Wenn der Kunde dies akzeptiert, dann ja. Rechtlich aber wohl kaum haltbar.

Signatur:

Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Curbstone89
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo, vielen Dank für die bisherigen Antworten.

eine Verschuldung meinerseits sehe ich nicht. Ich hab eher noch erwähnt, dass ich mit einer 5 Meter-Spirale versucht habe die Verstopfung zu lösen, allerdings bekam ich bei ca. 2,5m-3m und habe dann vorsichtig die Spirale mit Drehbewegungen vor und zurückbewegt. Auf einmal kam ich mit der Spirale (so eine aus dem Baumarkt die man per Hand dreht) die kompletten 5 Meter rein.
Da hätte bei einem Fachmann egtl schon alle Alarmglocken leuten müssen.
Eine Beschädigung durch die Spirale ist defintiv auszuschließen, da das Wasser danach immernoch in der Dusche stehengeblieben ist und ums verrecken nicht ablief. Haben dann das Wasser mit einem Nassauger abgesaugt.

Zitat:
Da man davon in dem Sachverhalt nichts lesen konnte, was ist denn da passiert?


Was genau meinst Du? Welcher Part fehlt?

Techniker ging ohne mit der Kamera zu schauen mit einer motorbetrieben Fräse (Lehmann rak-System) in das 50er Rohr rein und hat dann am 90° Winkel geradeaus gebohrt und dadurch das Rohr beschädigt.
Da hier jedoch nur Abwasser von der Dusche und vom selten verwendeten Urinal durchfließt und wir sowieso das Wasser abgesaugt haben, wäre hier eine Sichtung mit der Kamera durchaus möglich gewesen.
Die Rohre verlaufen bei dem System relativ waagrecht, was aber auch sonst nicht anders möglich gewesen wäre, da es sich um einen ausgebauten Waschkeller mit Dusche und Urinal handelt.

Zu allem Überfluss hat er dann, weil er zu blöd war mit der Kamera zu erkennen dass er ein Rohrbruch verursacht hat, noch versucht die Verstopfung mit Hochdruck zu lösen und hat damit noch mehr Wasser ins Mauerwerk gejagt.

Wenn ich nur etwas in der Hand halten würde, dass mir bestätigt dass er trotz der Umstände (90° Winkel) für den Schaden aufkommen MUSS!
Mir wurde mal ein Begriff genannt: Verursacherprinzip -> Wer den Schaden verursacht, muss dafür haften. Aber wie es bei allem ist gibt es bestimmt auch hier Ausnahmen.

Die ganze Angelegenheit bereitet mir unruhige Nächte -.-

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103912 Beiträge, 37577x hilfreich)

Zitat (von Curbstone89):
Wenn ich nur etwas in der Hand halten würde, dass mir bestätigt dass er trotz der Umstände (90° Winkel) für den Schaden aufkommen MUSS!

Das nennt sich Urteil, das bekommt man von einem Gericht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1148 Beiträge, 223x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Ich denke, mit der Begründung kommt die Firma nicht durch

Vielleicht nicht zu 100 %. Es ist aber eine sehr gute Begründung.
Zitat:

DIN 1986-100
6.1.6 Ausführung von Richtungsänderungen

Richtungsänderungen von Grund- und Sammelleitungen dürfen nur mit Bögen <= 45° eingebaut werden. ...

In der Praxis sind selbst die 45°-Bögen störanfällig.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1283 Beiträge, 201x hilfreich)

Zitat (von de Bakel):
Vielleicht nicht zu 100 %. Es ist aber eine sehr gute Begründung.


Dazu müsste der Rohrreiniger erstmal einen Anspruch darauf haben, dass die Rohre zu deren Reinigung er beauftragt wurde überhaupt fachgerecht verlegt sind.

Bisher ist die Argumentationskette des Rohrreinigers eher sowas wie "Ich bin ohne es zu überprüfen und ohne sonstigen Anhaltspunkt davon ausgegangen an einer fachgerechten Installation zu arbeiten und deswegen trage ich an dem Schaden keine Schuld".

Ist halt die spannende Frage, ob jemand, der zur Rohrreinigung in einem ihm unbekannten Objekt beauftragt wird ohne es zu prüfen davon ausgehen darf, dass die zu reinigenden Rohre nach einer aktuellen(!) und zum Zeitpunkt der Errichtung möglicherweise noch gar nicht gültigen Norm verlegt sind. Ganz zu schweigen, dass er erstmal überhaupt einen Anspruch darauf begründen müsste eine fachgerechte Installation vorzufinden.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1148 Beiträge, 223x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Ist halt die spannende Frage, ob jemand, der zur Rohrreinigung in einem ihm unbekannten Objekt beauftragt wird ohne es zu prüfen davon ausgehen darf, dass die zu reinigenden Rohre nach einer aktuellen(!) und zum Zeitpunkt der Errichtung möglicherweise noch gar nicht gültigen Norm verlegt sind.

Selbst wenn die Installation schon "alt" ist, auch vor 100 Jahren wurden von Fachkräften keine 90°-Bögen in Abwasserleitungen eingebaut.

Die Reinigungsfirma ist nach der Sachverhaltsschilderung weder unschuldig noch allein schuldig.
Es wird am Ende auf eine Kostenteilung hinauslaufen.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
bostonxl
Status:
Student
(2628 Beiträge, 385x hilfreich)

Zitat (von de Bakel):
DIN 1986-100
Fraglich, ob die Norm hier zum tragen kommt. Aus der Schilderung des TE kann ich nicht erkennen, dass es sich um den Anschluss an eine Sammelleitung handelt.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12364 Beiträge, 4114x hilfreich)

Hallo,

wie sieht es denn überhaupt mit der Verstopfung aus? Ist die wieder frei? Sie ist/war ja offensichtlich hinter dem 90°-Bogen (wie weit dahinter?).

Manchmal ist es bei Verstöpfungen nämlich so, dass dadurch auch das Rohr beschädigt wird, und damit sowieso erneuert werden müsste. In dem Fall wäre praktisch kein höherer Schaden entstanden.
Daher sollte bei der Reparatur genau dokumentiert werden wie der Zustand war. Am besten hebt man den Teil in dem die Verstopfung war und auch den durchgebohrten Bogen auf.

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

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