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Stundenlohnaufwendungen von nicht beauftragtem Zimmerer

11.1.2018 Thema abonnieren
 Von 
AV1893
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Stundenlohnaufwendungen von nicht beauftragtem Zimmerer

Liebes Forum,

nach dem Kauf eines Altbaus stand bei uns die Renovierung des Daches inkl. der Erstellung einer Dachgaube an. Hierzu haben wir mehrere Angebote eingeholt.
Bei einem Zimmerer haben wir nun folgendes Problem: Nach telefonischer Anfrage kam er zu einem ersten kurzen Besichtigungstermin auf die Baustelle, woraufhin er uns einen ersten Kostenvoranschlag erstellte. Da dieser inhaltlich nur schwer zu verstehen war, hat er uns einen Gesprächstermin angeboten, um das Ganze näher zu erläutern und auch die verschiedenen möglichen Materialien bei ihm vor Ort in der Werkstatt/Halle anzuschauen. Bei diesem Gespräch kam die Frage auf, welche Größe die Gaube haben könnte und was es hierbei zu beachten gibt. Bei einem dann folgenden zweiten Termin vor Ort prüfte er die Gegebenheiten hinsichtlich der Gaube und erklärte uns, dass vor Erstellung des finalen Angebotes zunächst beim Bauamt ein Bauantrag für die Gaube gestellt werden muss und er hierzu entsprechender Pläne bedarf. Diese könne ein befreundeter Architekt von ihm erstellen. Dies wurde dann auch vereinbart, die Pläne gezeichnet und hierfür entsprechend der Architekt bezahlt. Gemeinsam mit dem Bauantrag für die Dachgaube hat der Zimmermann bei der Stadt die Bauleitererklärung abgegeben, da (so wie wir das verstanden haben) ohne diese keine Baufreigabe erteilt werden kann.
Nach einigen Wochen kam dann der Bescheid, dass wir keine Freigabe für die Gaube erhalten, da diese in den eingereichten Plänen zu groß ist. Deshalb mussten die Pläne vom Architekten geändert werden, was für uns mit zusätzlichen Kosten verbunden war.
Während der ganzen Zeit haben wir natürlich noch Angebote weiterer Zimmerer eingeholt, da es sich hierbei um das größte Teilprojekt unseres Umbaus handelt.
Nachdem der zweite Bauantrag genehmigt wurde und wir uns mit den beiden favorisierten Zimmerern nochmals zu einem abschließenden Beratungstermin getroffen hatten, mussten wir uns entscheiden.
Die Entscheidung fiel hierbei nicht auf den Zimmerer, von dem hier die Rede ist, weshalb dieser die Bauleitererklärung wiederrufen musste.

Nun hat dieser uns eine ordentliche Rechnung für Stundenlohnarbeiten erstellt, welche die Positionen Beratungstermin Material/Planung/Ausführung, Baustellentermin inkl. Beratung, Plan/ Vorentwurfsverfassung, Planänderung, Rücksprache Bauamt, Ausstellung der Bauanträge/Bauleitererklärung sowie den Wiederruf der Bauleitererklärung beinhaltet.

Es stellt sich für uns die Frage, ob er berechtigt ist, dies in dieser Form abzurechnen, da wir zu keinem Zeitpunkt einen Auftrag an ihn vergeben haben. Besonders die Beratungs- und Baustellentermine kann er meiner Meinung nach nicht abrechnen, da man ja Vergleichsangebote einholen muss, um sich einigermaßen ein Bild von dem Ganzen machen zu können.

Hatte schon jemand einen vergleichbaren Fall und kann und helfen, wie wir hier rechtlich korrekt vorgehen (können)?

Vielen lieben Dank!


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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62887 Beiträge, 30733x hilfreich)

Zitat (von AV1893):
Es stellt sich für uns die Frage, ob er berechtigt ist, dies in dieser Form abzurechnen, da wir zu keinem Zeitpunkt einen Auftrag an ihn vergeben haben.

Echt? Liest sich aber ganz anders



Zitat (von AV1893):
Da dieser inhaltlich nur schwer zu verstehen war, hat er uns einen Gesprächstermin angeboten,

Zitat (von AV1893):
Bei einem dann folgenden zweiten Termin vor Ort

Den Terminen hat man doch zugestimmt?



Zitat (von AV1893):
Besonders die Beratungs- und Baustellentermine kann er meiner Meinung nach nicht abrechnen, da man ja Vergleichsangebote einholen muss

Was hat "Nachhilfe für den Bauherren" mit einem Angebot zu tun?
Das Angebot hatte man ja schon und es wurde wohl auch nicht berechnet.
Dann hat man weitere Leistungen beauftragt und erhalten. Das hat mit "Vergleichsangebote einholen" nichts mehr zu tun.


Das einzige was hier noch zu prüfen wäre, ist die Bauleitererklärung. Ob die zwingend notwendig war, müsste man halt mal beim Amt klären.
Falls ja, wäre auch diese zu bezahlen, falls nein müsste er diesen Posten streichen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
hausfrau66
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 586x hilfreich)

Ein wenig habe ich die Vermutung, dass Dinge doppelt abgerechnet werden.
Planung, Planänderung, Ausstellung der Bauanträge/Bauleitererklärung sind Aufgaben, welche der Architekt als Entwurfsverfasser erledigt. Den Architekt habt ihr dafür bereits bezahlt.

Die Bauleitererklärung ist Bestandteil des Bauantrages. Das ist ein einseitiges Formular, welches auszufüllen ist. Der Widerruf erfolgt formlos als Brief oder Fax.

Um wie viele Stunden handelt es sich insgesamt ? Am Ende kann man über die aufgelaufenen Stunden auch verhandeln.
Wenn er euch mit übernommenen Aufgaben entlastet hat, dann sind diese Aufgaben auch zu honorieren.

-- Editiert von hausfrau66 am 12.01.2018 12:33

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#3
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4971 Beiträge, 2150x hilfreich)

Zitat (von hausfrau66):
Die Bauleitererklärung ist Bestandteil des Bauantrages

Vielleicht gibt es auch beim der Behörde des Fachbauleiters, dies kann nicht der Architekt sein, es sei denn er hat auch noch eine Zimmererausbildung. Ob dies hier gefordert war kann man nicht erkennen, im Gewerk Elektro wird das schon vor Genehmigung verlangt, in der Regel jedoch erst mit der Ausführung.
Zitat (von AV1893):
Es stellt sich für uns die Frage, ob er berechtigt ist, dies in dieser Form abzurechnen, da wir zu keinem Zeitpunkt einen Auftrag an ihn vergeben haben. Besonders die Beratungs- und Baustellentermine kann er meiner Meinung nach nicht abrechnen,

Warum?
Das man erst nach der Beratung Vergleichsangebote eingeholt hatte, ist ersichtlich.

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