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Werkvertrag für Photovoltaikanlage - Streitigkeiten bei Zahlung; Fälligkeit eingetreten?

 Von 
itchy2
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Werkvertrag für Photovoltaikanlage - Streitigkeiten bei Zahlung; Fälligkeit eingetreten?

Hallo Zusammen,

ich bin bei Google auf dieses Forum gestoßen, als ich Antworten zu meinem Rechtsproblem gesucht habe.

Hier die Fakten:
- Ich habe im August 2017 eine Firma mit der Installation einer Photovoltaikanlage beauftragt
- die eigentliche Anlage wurde im September / Oktober installiert
- ein Aufbautermin wurde nicht wahrgenommen und auch nicht abgesagt --> hier sind mir Kosten entstanden (Anfahrt, weil jemand vor Ort sein musste)
- bei dem Aufbau der Anlage ist ein Schaden am Parkett entstanden (Handwerker haben einen schweren Karton über den Fußboden geschoben; Firma hat den Schaden anerkannt).
- die vollständige Installation konnte die Firma nicht abschließen. Sie haben es nicht geschafft, das Kommunikationsmodul in Betrieb zu nehmen. Zugesagte Rückmeldungen kam verspätet und deuteten auf die vollkommen falsche Richtung bei der Fehlerbehebung hin. Das Personal wirkte nicht ausreichend geschult. Ich habe das Problem dann selber behoben (Zeiteinsatz 20h).
- 90% der Anlage sind bezahlt.

Streitpunkt:
- es sind noch ein paar Punkte aus dem Vertrag offen (Dokumentation unvollständig/widersprüchlich - jetzt haben Sie die zweite Seite mit den Widersprüchlichen Angaben weggelassen, ein Zugang zu einem Onlineüberwachungsportal steht noch nicht bereit)
- Der Stromverbrauch ist seit der Photovoltaik-Anlage etwas angestiegen
- der Schaden am Parkett ist noch nicht bezahlt (ca. 1000 € netto). Kostenvoranschlag liegt seit 10.11.2017 vor.
- ich bin eigentlich wenig motiviert den vollen Betrag zu zahlen, weil ich die letzte Komponente betriebsfähig machen musste. Hier erwarte ich eigentlich ein entgegenkommen.

Aufgrund der Streitpunkte halte ich 10% des Rechnungsbetrags (ca. 2450 € brutto) + 208,25€ Mehraufwand zurück.

Der letzte Zahlungsmeilenstein mit 10% heißt: Abnahme der Anlage

Ich habe der Firma schon mehrfach friedliche Lösungen angeboten. Alle meine Angebote werden ignoriert. Sie "pochen" auf die Bezahlung, weil die Photovoltaikanlage ja funktionieren würde. Aus meiner Sicht ist aber der Vertrag zu erfüllen (für mich besteht die Photovoltaikanlage aus allen Positionen des Vertrags). Sie "gestatten" mir, dass ich 300€ für die offenen Punkte aus dem Vertrag einhalte. Die Versicherung würde schon bezahlen.

Heute kam die "Drohung" mit einem Mahnverfahren.

Jetzt meine Frage: Sehe ich das Thema zu naiv? Muss ich die Firma, trotz unvollständiger Vertragserfüllung und Beschädigung meines Eigentums auszahlen? Kann ich meinen Arbeitseinsatz geltend machen (die Firma musste ja weniger arbeiten)?

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung/Empfehlung freuen.

VG
Itchy2

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Schaden Vertrag Firma


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9114 Beiträge, 2868x hilfreich)

Zitat (von itchy2):
Kann ich meinen Arbeitseinsatz geltend machen (die Firma musste ja weniger arbeiten)?


Ja, aber Du schreibst doch selbst dass die Firma Deine Gegenforderung nicht in der Höhe anerkennt.

Du schreibst auch nirgendwo, dass Du die Firma wirksam in Verzug gesetzt hast, was nach Fristablauf die Selbstvornahme u.U. gerechtfertigt hätte.

Die Firma hat eine vertraglich fundierte Forderung gegen Dich. Mir ist aus Deiner Beschreibung nicht klar, wir rechtlich fundiert Deine Gegenforderung ist, sodass Du zu Recht aufrechnen kannst. Wirf mal einen Blick in die §§ 387 bis 390 BGB .

Ich hab auch den Eindruck, dass Du Deine eigene Arbeit zu hoch bewertest. Die angebotenen 300 € bedeuten, dass man Dir bei 20 Arbeitsstunden je Stunde einen Betrag von 15 € netto zugesteht.

15 € entspricht dem Wert, den auch Versicherungen bei Eigenreparatur durch Laien pro Stunde anerkennen und den auch Gerichte in Streitfällen schon zuerkannt haben.

Der Schaden am Laminat wird ja zusätzlich von der Versicherung ersetzt.

Zitat (von itchy2):
Der letzte Zahlungsmeilenstein mit 10% heißt: Abnahme der Anlage

Du schreibst nicht, ob dieser Punkt bereits erfüllt ist.
Falls noch nicht, ist die Restzahlung noch nicht fällig.
Zur Abnahme der Anlage gehört natürlich auch vollständige Vertragserfüllung hinsichtlich der vereinbarten Dokumentation.
Mir ist nicht wirklich klar was dazu fehlt.

Aber das wirst du besser beurteilen können.

Alles in allem reichen mir die Infos nicht aus, um das schlussendlich abschließend einschätzen zu können. Denk daran, klagt die Firma tatsächlich, wirst Du all das, was Du oben geschrieben hast, nachweisen müssen.

Hinsichtlich des Schadens am Laminat wäre ggf. auch noch ein Neu für Alt Abzug in die Überlegungen einzubeziehen - nur als Denkhinweis.

Berry

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