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Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Handwerker aus unterschiedlichen Gründen nicht bezahlt.

24.4.2020 Thema abonnieren
 Von 
Xane
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 2x hilfreich)
Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Handwerker aus unterschiedlichen Gründen nicht bezahlt.

Aus meinem ersten Bauprojekt heraus habe ich zwei Altlasten die wohl in zwei Verfahren münden werden.
Ich möchte mit euch gern Ansatzpunkte und Hebel in einem etwaigen Verfahren erörtern. Die nun in einer Klageerhebung gemündet haben.

1. schriftlich Verfahren Streitwert ca. 500 €
- mündl. Auftragsabstimmung über Festpreis - 1x Wand mit Trockenbau ziehen 2x Tür einbauen
- miserable Ausführung, da Tür ausgebaut und durch das einsetzen der Wand nicht wieder eingesetzt werden kann, 1 Tür schief eingebaut, 1 Tür nicht gefunden ...
- Mängel in einem Telefonat aufgezeigt
- Mahnverfahren durchgeführt und allem widersprochen
- Zusätzlich war der Handwerker einmal bei mir und hat mich anschließend, nachdem ich nciht aufmachen wollte bedroht
- Klageerhebung offensichtlich ohne Anwalt und nur mit der Rechnung, bei der er weder den Eingang noch den Zustand beweisen kann...

!Zeugin für alle Vorgänge vorhanden.

Wie sollte man hier vorgehen? Ist es normal, dass man zur Klageerhebung nur die Rechnung einreicht und schaut, wie der andere reagiert?

2. normales Verfahren mit Vorverhandlung - Streitwert 2.000 € und etwas komplizierter.
!Zeugin für alle Vorgänge vorhanden.
- "Fliesenleger" macht eine vor Ort Begehung und sagt gibt mir eine Einschätzung von 3-4 Tagen für das Fliesen eines Badezimmers - Gleichzeitig machen wir mündl. einen Stundenlohn aus. Ich sage im Gespräch, dass so mit ca. 900 € zu rechnen sind und ernte auf dieser Basis Zustimmung. Die Auftragsbestätigung über 3-4 Tage und Stundenlohn von 33 € erfolgt schriftl.
- AlternativAngebote in Höhe von 1000 € + Materialkosten also 1.500 € liegt vor und wurde auf Basis der Einschätzung des "alten Hasen (Fliesenleger)" verworfen.
- Nun erkennt der gute Herr, dass er wohl länger braucht auch weil noch Wände ausgeglichen werden müssen und richtet diese Erkenntnis jedoch nicht an mich. Auch auf Nachfrage folgt die lapidare Antwort: Gutes braucht eben Zeit. ! Ich gehe davon aus, davon aus dass wenn man ein Angebot über 3-4 Tage abgibt, man keine 8-9 Tage für dieses kleinen und mehr als überschaubaren Auftrag benötigt.
- Tatsächlich wurden mir zwischendurch Stundenzettel (ohne Durchschlag) nur mit Arbeitsbeginn und Arbeitsende vorgelegt, die ich auch unterschrieben habe. Und jetzt der Hammer: Der Kerl fügt doch tatsächlich im Nachhinein also nach meiner Unterschrift Berechnungen und Beschreibungen der Arbeiten ein...
Zusätzlich lässt sich aus einem Whatsapp Chat entnehmen, dass er an einem Tag eigentlich weniger gearbeitet hat.
- Nun gut: Offizielle Bauabnahme fand natürich auch nicht statt - eine schriftl. Mängelanzeige hingegen schon. Daraufhin schiebt er die Mängel darauf, dass ich ihm gesagt hätte zu pfuschen. Was natürlich absoluter Quatsch ist und auch so nicht beweisbar. Leider fehlten auch die Silikonfugen, sodass eine Bauabnahme gar nicht möglich war.
- Nun schickt der Handwerker 1x Rechnung + 1x Mahnung ohne Einschreiben + Anwaltsschreiben auch ohne Einschreiben (keine Bestätigung von mir)
- Diese Dokumente finden sich auch in der Klageerhebung + und jetzt kommt der Hammer - die fingierten und nachweislich falschen Stundenzettel.
- In der Klageerhebung sich unterschiedlichste Fehler: Falsche Ortsangeabe, Angebot soll nur mündl. vereinbart sein, ...

Was hätte ich in diesem Falle für Hebel aus eurer Sicht, um eine Klageabweisung zu erreichen?

Ich danke euch ganz herzlich im Voraus!

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12330.04.2020 12:15:00
Status:
Student
(2419 Beiträge, 513x hilfreich)

Zitat (von Xane):
1. schriftlich Verfahren Streitwert ca. 500 €
- Mängel in einem Telefonat aufgezeigt
- Mahnverfahren durchgeführt und allem widersprochen
- Klageerhebung offensichtlich ohne Anwalt und nur mit der Rechnung, bei der er weder den Eingang noch den Zustand beweisen kann...

Der Handwerker wurde also nicht schriftlich zur Beseitigung der Mängel innerhalb einer ordentlichen Frist aufgefordert? Schlecht! Klage ohne Anwalt? Warum nicht. Mahnverfahren einleiten, im Mahnantrag ankreuzen: "bei Widerspruch Abgabe ans zuständige Mahngericht".

Zitat (von Xane):
2. normales Verfahren mit Vorverhandlung - Streitwert 2.000 € und etwas komplizierter.
!Zeugin für alle Vorgänge vorhanden.
- "Fliesenleger" macht eine vor Ort Begehung und sagt gibt mir eine Einschätzung von 3-4 Tagen für das Fliesen eines Badezimmers - Gleichzeitig machen wir mündl. einen Stundenlohn aus. Ich sage im Gespräch, dass so mit ca. 900 € zu rechnen sind und ernte auf dieser Basis Zustimmung. Die Auftragsbestätigung über 3-4 Tage und Stundenlohn von 33 € erfolgt schriftl.
- Nun erkennt der gute Herr, dass er wohl länger braucht auch weil noch Wände ausgeglichen werden müssen und richtet diese Erkenntnis jedoch nicht an mich. Auch auf Nachfrage folgt die lapidare Antwort: Gutes braucht eben Zeit. !
- Tatsächlich wurden mir zwischendurch Stundenzettel (ohne Durchschlag) nur mit Arbeitsbeginn und Arbeitsende vorgelegt, die ich auch unterschrieben habe. Und jetzt der Hammer: Der Kerl fügt doch tatsächlich im Nachhinein also nach meiner Unterschrift Berechnungen und Beschreibungen der Arbeiten ein...
Auftragsbestätigung war ja wohl kein Festpreisangebot. "Gutes braucht eben Zeit" ... Sie haben an dieser Stelle nicht widersprochen? Von Ihnen unterschriebene Stundenzettel? Vollkommen egal, ob da nachher noch irgendwelche Tätigkeitsbeschreibungen eingefügt wurden, nur die Arbeitszeit ist interessant und die haben Sie abgezeichnet.

Ich würde raten: nehmen Sie sich einen Anwalt.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83517 Beiträge, 34356x hilfreich)

Zitat (von Xane):
die fingierten und nachweislich falschen Stundenzettel.

Welches Beweisangebot hat man denn für die falschen Stundenzettel.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Xane
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 2x hilfreich)

Ich habe eine Zeugenaussage und eine entgegenstehende Aussage über WhatsApp.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83517 Beiträge, 34356x hilfreich)

Zitat (von Xane):
Ich habe eine Zeugenaussage

Und die sagt was genau aus?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4644 Beiträge, 2245x hilfreich)

Zitat (von Xane):
- Zusätzlich war der Handwerker einmal bei mir und hat mich anschließend, nachdem ich nciht aufmachen wollte bedroht

Tja, Mangelbeseitigung selbst verhindert, auch nicht gerade die cleverste Vorgehensweise.

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#6
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(876 Beiträge, 247x hilfreich)

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass der TE gezielt nach Mängeln sucht um seine Rechnungen nicht zahlen zu müssen ;)

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#7
 Von 
Xane
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo, bei beiden Handwerkern ist der Erfüllungsort ungleich mein Wohnort. Daher konnte ich aufgrund von Arbeitstätigkeit nicht 100 % vor Ort kontrollieren.

Arbeitszeittechnisch weichen die Aussagen im WhatsApp Chat von den Stundenzetteln ab.

Nein, ich suche nicht gezielt nach Mängeln. Aber ich weiß was schlechte Arbeit ist. Und habe ein Problem für diese schlechte Arbeit noch das Doppelte der Schätzung zu bezahlen. Dafür muss ich gar nicht gezielt nach Mängeln suchen. Diese wurden sogar selbst eingeräumte...

Ich meine das ist der Auftrag zum Fliesen eines wirklich kleinen Bades. Nichts Komplexes. Und schon gar kein Grund sich alter Hase um 100 % zu verschätzen. Wenn er bei der Angebots Annahme sagt: 3 bis maximal 4 Tage dann gehe ich davon aus, dass er für diesen kleinen Auftrag auch diese Zeit benötigt. Bei 8 Tagen sehe ich keinen Grund ihm den ganzen Spaß zu bezahlen. Insbesondere weil er ganz klar sagt, dass seine große Baustelle auf sich warten lässt. Ich für meinen Teil zahle gutes Geld für gute Arbeit.

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#8
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8287 Beiträge, 3643x hilfreich)

Ich sehe 2 Probleme und zwar auf Deiner Seite.

1. Erster Fall: Nie schriftlich unter Fristsetzung zur Mängelbeseitigung aufgefordert
2. Zweiter Fall: Nie auch nur Ansatzweise den Stunden widersprochen oder mal nachgefragt

Zitat (von Xane):
Bei 8 Tagen sehe ich keinen Grund ihm den ganzen Spaß zu bezahlen.

3. Problem für (beide) Fälle?
Offensichtlich 0% bezahlt. Also nicht mal unstrittige Dinge beglichen.

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(83517 Beiträge, 34356x hilfreich)

Neben den von spatenklopper benannten Probleme sehe ich noch 2 weitere:
- Nachbesserungsversuch bei Handwerker wurde verweigert
- bei Handwerker 2 gibt es vom Bauherren unterzeichnete Dokumente, das könnte den Beweiswert der WA-Nachrichten auf 0,0 senken.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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