85€ kosten wegen automatischer Rückbuchung zehn Tage später... Netto

30. Oktober 2015 Thema abonnieren
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
85€ kosten wegen automatischer Rückbuchung zehn Tage später... Netto

Hi! :)

Ich habe auch gerade eine Forderung eines Inkasso Büros bekommen. Ich weiß nicht ob ich das alles jetzt bezahlen muss.

Ich habe im September bei Netto mit meiner EC-Karte eingekauft. Wann genau weiß ich nicht mehr. (Das Mahnschreiben sagt der Kaufvertrag kam am 25.09 zustande.)
Das Geld dieses Einkaufs wurde am 28.09 von meinem zu dem Zeitpunkt gedeckten Konto abgebucht.
Am 08.10 hat meine Bank (Sparkasse) diesen Betrag rückgebucht weil mein Konto zu diesem Zeitpunkt über die Dispokreditgrenze hinaus überzogen wurde.
Am 22.10 habe ich dies bemerkt und sofort die 40,94€ korrekt auf Nettos Konto gebucht.
An diesem Tag wurde laut Briefumschlag der erste Brief (Datum im Brief: 21.10) von dem Anwaltsbüro (Wagner, Pauls und Kalb) der Sirius Inkasso GmbH losgeschickt.
In diesem Brief stand "die vorgelegte Lastschrift wurde nicht eingelost" und der von der Bank mitgeteilte Grund sei "wegen Widerspruchs". Außerdem sollte ich doch bitte insgesamt 126,61€ auf das Konto der Rechtsanwaltskanzlei zu überweisen. (Zinsen: 0,12€ Nebenforderungen: 15,35€ Geschäftsgebühr 1,3: 58,50€ Post- und Telekommunikationspauschale: 11,70€ und natürlich die 40,94€ Gegenstandswert)
Am 23.10, laut Brief, wurde ein weiterer Brief geschickt mit der aktualisierten Forderung von nun 85,68€, weil ich schon 40,94€ überwiesen hatte.

Nachdem schon etwas zu dem Thema gelesen hatte weiß ich nun, dass ich durch diese Rückbuchung bereits in Verzug gekommen bin und deshalb keine Mahnung von Netto notwendig wäre.
Nachdem ich diese Briefe bekommen habe, habe ich in der Rechtsanwaltskanzlei angerufen und gefragt ob man diese Forderung nicht fallen lassen könnte, da ich das Geld ja bereits überwiesen hatte. Natürlich: "Kann man nicht machen."

Mir scheint es die Forderungen sind völlig überzogen. Vor allem diese Telekommunikationspauschale die im Prinzip nur zwei Briefe bezahlt. Außerdem habe ich gelesen das die Nebenforderungen bereits von der Geschäftsgebühr abgedeckt sein sollten. (Die Nebenforderungen beinhalten Mahnkosten, Auskunftskosten und Bankrücklastschriftkosten.)


Soll ich jetzt bezahlen oder wie andere auch einfach einen Widerruf schicken und alles weitere ignorieren?
Wenn letzteres, sollte ich die Nebenforderungen trotzdem an Netto überweisen? Was soll dann im Verwendungszweck stehen?

Vielen Dank!
MfG

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Zitat:
Am 08.10 hat meine Bank (Sparkasse) diesen Betrag rückgebucht weil mein Konto zu diesem Zeitpunkt über die Dispokreditgrenze hinaus überzogen wurde.

Auf deine Anweisung hin oder wieso vergreift sich die Sparkasse an deinem Konto?
Wenn zum 28.9. hin noch nicht entsprechend überzogen war, dann darf die Sparkasse eine einmal ausgeführte Lastschrift nicht einfach so eigenmächtig zurückbuchen.

Ganz grundsätzlich musst du gegenüber Netto den direkt angerichteten Schaden (Zinsen, Rücklastschrift von max. 5€, Adressermittlung max. 10€) ebenfalls bezahlen. Also in etwa die Nebenforderungen aus der Auflistung. Und auch so im Verwendungszweck angeben.

Die Anwaltskosten würde ich verweigern mit dem Argument, dass so ein großer Konzern grundsätzlich keine Hilfe beim Schreiben von Mahnbriefen benötigt.

Meiner Meinung nach müsste aber die Sparkasse, wenn sie eigenmächtig gehandelt hat, dir diese Nebenforderung erstatten.

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#2
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi.

Die Bank macht das weil ich einen Dispokredit habe. Wenn der durch Lastschriften überzogen wird, buchen die irgendeine Zahlung zurück.
Eine EC-Kartenzahlung kann den Dispokredit nicht überziehen. Das können nur Leute die eine Einzugsermächtigung haben.

Ich ruf mal da an warum die gerade diese Zahlung zurückbuchen mussten...

Könnte die Dame mir nicht sagen. sie fand das merkwürdig. Meine Kundenbetreuerin ist erst Montag wieder da also erfahre ich auch erst dann was genaues. :(

-- Editiert von Distelzombie am 30.10.2015 16:04

-- Editiert von Distelzombie am 30.10.2015 16:05

-- Editiert von Distelzombie am 30.10.2015 16:13

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Nochmal: Du schreibst, dass das Geld zunächst erfolgreich abgebucht wurde und Tage später von der Sparkasse diese Lastschrift widerrufen wurde. Oder habe ich etwas falsch verstanden?

Hake da bei der Bank nochmal nach. Wenn dein Konto überzogen ist und kein Spielraum mehr ist, gibt es Rücklastschriften, soweit OK. Aber doch nicht Tage später. Oder gab es aus Sicht deiner Bankberaterin etwas Wichtigeres (Miete usw.), so dass sie sich dazu entschlossen hatte? Das wäre zwar auch nicht OK und streng genommen verboten (Handeln ohne Auftrag), aber dann würde ich gegenüber der Bank kein Fass aufmachen. Wichtig sind tatsächlich zuerst Miete, Strom und Lebensmittel, danach der Rest.
P.S.: Sieh mal zu, vom Dispo runter zu kommen.

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#4
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, das ist korrekt.

Nein, das hätte nichts mit Miete oder so zu tun.

Ich muss das Geld spätestens Montag überweisen. Bis dahin muss ich wissen ob ich das tun sollte oder nicht. :)

Danke euch!

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Siehe Antwort #1 Absatz 2.

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#6
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Naja ich wollte eine Versicherung das das wirklich die richtige Vorgehensweise ist.

Muss ich dem Inkassopack eine Nachricht schreiben?

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#7
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Update:
Ich habe jetzt 17€ an netto überwiesen mit der Rechnungsnummer und der Anmerkung das es sich um Mahnkosten, Auskunftskosten, Bankrücklastschriftkosten und Zinsen handelt im Verwendungszweck.

Mepeisen, wie viel Erfahrung hast du mit diesem Vorgehen? Ich hab Angst nachher noch mehr zahlen zu müssen.

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Ich persönlich habe es nicht so oft, dass mir Inkassos kommen. Zumindest nicht in der näheren Vergangenheit, aber vor zwei bis 3 Jahren hatte ich tatsächlich einmal eine Rücklastschrift mit Inkasso. Zugrunde lag eine dubiose Abbuchung eines Drittanbieters über meinen Telefonanbieter. Problem war, dass der Telefonanbieter das separat abgerechnet hatte und ohne Rechnung und die Hotline mir sogar sagte "Dieses Konto kennen wir nicht, das ist keine Abbuchung von uns."

Ein Riesen-Missverständnis, jedenfalls hat das Inkasso daraufhin von mir nie einen Cent gesehen, nur die Hauptforderung und ein paar Euro extra. Nach 2-3 Bettelbriefen kam dann nie wieder was. Ich bin immer noch bei diesem Telefonanbieter :-)

-- Editiert von mepeisen am 02.11.2015 07:17

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#9
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Na du hast das doch schon öfter den Leuten empfohlen schätze ich. Ich meinte was die so für Rückmeldungen gegeben haben.

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#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Ich kenne keinen Fall, bei dem Inkassogebühren (soweit sie übrig geblieben sind) erfolgreich eingeklagt wurden. Ich kenne auch sogar nur extrem wenige Fälle, wo das jemals probiert wurde, dann war es aber erfolglos.
In Foren wird selten berichtet, dass das alles erfolgreich eingeklagt wurde. Fragt man nach einem Aktenzeichen, damit man das überprüfen kann, kommt nie eine Antwort. Ich persönlich denke auch angesichts der Fälle, wo dann nach 2 bis 3 weiteren Briefen aufgegeben wird, dass man sehr sicher sein kann mit dieser Vorgehensweise.

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#11
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke dir.

Mittlerweile ist ein Brief angekommen der bestätigt das ich 17 Euro an Netto überwiesen habe und die Forderung nach ~68 Euro enthält. Also nichts wichtiges erstmal.

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#12
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

neuer Brief ist angekommen.

"Bla Bla Netto... In Bezug auf bisher geführte Korrespondenz... Bla... Bis zum 7.12.15, Bla...
Wenn kein Zahlungseingang dann "werden wir dem Verfahren seinen Fortgang geben!"
Bla... "

Der Satz ist so lustig. Er klingt richtig bedrohlich und sagt überhaupt nichts aus. Er ist ein äquivalent für "Buh!". Ich musste erstmal lachen als ich den gelesen habe. :D

MfG

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#13
 Von 
Distelzombie
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

jetzt habe ich doch noch eine Frage die aufgekommenen ist.
Ich habe wiedereinmal einen Brief bekommen. Diesmal steht etwas anderes drin und evtl ist das nur wieder ein verzweifelter Versuch Geld heranzuschaffen, aber es macht mich stutzig:
"Durch die Überreichung der Lastschriftermächtigung haben sie die alsbaldige Zahlung angekündigt. Diese Ankündigung ist als Selbstmahnung zu qualifizieren (Palandt - Grüneberg, BGB, 71. A. &286, Rn. 25). Nachdem die Kaufpreisforderung nicht im Wege der Lastschrift eingezogen werden konnte, sind sie durch die Selbstmahnung in Verzug geraten. Eine Mahnung war nach &286 Abs. 2 Nr. 4 BGB entbehrlich.
Bla bla bla letztmalig Weihnachten bla bla weitere Schritte etc. Bla weitere kosten haben sie sich selbst zuzuschreiben."

Ich habe dieser Anwaltskanzlei niemals eine Lastschriftermächtigung erteilt. Ich vermute die meinen damit die Kartenzahlung an der Kasse von Netto.
Der Verzug in den ich mich dadurch befinde ist verständlich. Alle Kosten die Netto enstanden sind und entstehen könnten wurden bezahlt.

Ist doch auch nur wieder zu ignorieren, oder?

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Zitat:
Ist doch auch nur wieder zu ignorieren, oder?

Aus meiner Sicht ja.

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