Allgemeine Fragen (Miete, Inkasso ohne Mahnung)

24. April 2018 Thema abonnieren
 Von 
Heiko2018
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Allgemeine Fragen (Miete, Inkasso ohne Mahnung)

Hallo werte Forengemeinde,

ich versuche mich kurz zu fassen.
Meine Freundin und ich (19 und 23) sind Februrar diesen Jahres in unsere gemeinsame Wohnung gezogen. Durch einige kurz aufeinander folgende Umstände waren wir diesen Monat nicht fähig die Miete zu überwiesen.

Ich habe den Vermieter im Vorfeld via E-Mail darüber in Kenntnis gesetzt. Geplant war das wir die offene Miete dann zum nächsten 01. sprich bei der nächsten Fälligkeit überweisen. Eine Antwort habe ich leider nicht bekommen. Telefonisch war niemand zu erreichen....

Laut Mietvertrag ist das Zahlungsziel spätestens der 03. eines Monats..
am 19.04 diesen Monats haben wir aber schon einen Brief von einem Inkassobüro bekommen wegen der offenen Mietzahlung von DIESEM Monat..
Also sind seit dem vertraglich gesetzten Zahlungsziel bis zum Inkassobrief gerademal 16 Tage vergangen... Ist das rechtlich zulässig?
Muss nicht vorher eine Mahnung einhergehen?
Meine Partnerin hat bis heute eine absolut reine Schufa und gilt als Zahlungsfähig sie macht sich sorgen das sich das nun ändert..

Noch dazu steht in dem Brief unter "Rechtsanwaltgebührenrechnung" als Gesamtbetrag "176,12" der sich zusammensetzt aus:
Geschäftsgebühr §§2 Abs. 2, 13, 14 Nr 2300 VV RVG
- Gebührenerhöhung Nr. 1008 VV RVG um 0,3 wegen 2 Auftraggebern - ????
Des weiteren wird damit gedroht das bei Nichtzahlung bis spätestens zum 30.04. jeden Tag 0,70€ Tageszinsen dazu kommen..

Ist das alles so richtig? Dürfen die das?

ich bedanke mich und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Heiko K.

Post vom Inkassobüro?

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16155x hilfreich)

Zitat:
Also sind seit dem vertraglich gesetzten Zahlungsziel bis zum Inkassobrief gerademal 16 Tage vergangen... Ist das rechtlich zulässig?
Ihr befindet euch auch ohne Mahnung in Verzug. Da im Vertrag selbst (bzw. letztendlich bei Wohnraummiete auch per Gesetz) eine Zahlung nach dem Kalender bestimmt war.
In so einem Fall ist die Mahnung laut BGB überflüssig.

Zitat:
Meine Partnerin hat bis heute eine absolut reine Schufa und gilt als Zahlungsfähig sie macht sich sorgen das sich das nun ändert..

Kann passieren.

Zitat:
- Gebührenerhöhung Nr. 1008 VV RVG um 0,3 wegen 2 Auftraggebern - ????

Das ist vermutlich Unsinn. Es gibt einen Vermieter, oder? Und damit auch nur einen Mandanten für den Anwalt.

Zitat:
Des weiteren wird damit gedroht das bei Nichtzahlung bis spätestens zum 30.04. jeden Tag 0,70€ Tageszinsen dazu kommen..

Von was für einem Betrag reden wir hier? Das wären rechnerisch deutlich über 6000€ Schulden?!?

Ihr habt zwei Probleme: Zum einen ist die Miete eine der wichtigsten Dinge. Passiert so etwas öfter, kann man ganz schnell mal fristlos gekündigt werden und dann auf der Straße sitzen. Zum zweiten wollt ihr bestimmt noch eine Weile dort wohnen bleiben. Es wäre also gut, sich mit dem Vermieter gut zu stellen. Zumindest, wenn es eine Privatperson ist.

Klar, man kann nun anfangen zu diskutieren. Ein Inkasso ist unsinnig, wenn ihr euch vorab aktiv beim Vermieter gemeldet habt und auf die Zahlungsprobleme hingewiesen habt. Nicht selten gehören Inkassobüro und große Wohnungsgesellschaft irgendwie zusammen. Also man findet vielleicht schon Gründe, gegen die Inkassogebühren vorzugehen. Aber dass man sich damit indirekt mit dem Vermieter anlegt und so eventuell keine Ruhe mehr findet (je nachdem, wie nachtragend er ist), das müsst ihr für euch abwägen.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Heiko2018
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Zitat:
Also sind seit dem vertraglich gesetzten Zahlungsziel bis zum Inkassobrief gerademal 16 Tage vergangen... Ist das rechtlich zulässig?
Ihr befindet euch auch ohne Mahnung in Verzug. Da im Vertrag selbst (bzw. letztendlich bei Wohnraummiete auch per Gesetz) eine Zahlung nach dem Kalender bestimmt war.
In so einem Fall ist die Mahnung laut BGB überflüssig.

Zitat:
Meine Partnerin hat bis heute eine absolut reine Schufa und gilt als Zahlungsfähig sie macht sich sorgen das sich das nun ändert..

Kann passieren.

Zitat:
- Gebührenerhöhung Nr. 1008 VV RVG um 0,3 wegen 2 Auftraggebern - ????

Das ist vermutlich Unsinn. Es gibt einen Vermieter, oder? Und damit auch nur einen Mandanten für den Anwalt.

Zitat:
Des weiteren wird damit gedroht das bei Nichtzahlung bis spätestens zum 30.04. jeden Tag 0,70€ Tageszinsen dazu kommen..

Von was für einem Betrag reden wir hier? Das wären rechnerisch deutlich über 6000€ Schulden?!?

Ihr habt zwei Probleme: Zum einen ist die Miete eine der wichtigsten Dinge. Passiert so etwas öfter, kann man ganz schnell mal fristlos gekündigt werden und dann auf der Straße sitzen. Zum zweiten wollt ihr bestimmt noch eine Weile dort wohnen bleiben. Es wäre also gut, sich mit dem Vermieter gut zu stellen. Zumindest, wenn es eine Privatperson ist.

Klar, man kann nun anfangen zu diskutieren. Ein Inkasso ist unsinnig, wenn ihr euch vorab aktiv beim Vermieter gemeldet habt und auf die Zahlungsprobleme hingewiesen habt. Nicht selten gehören Inkassobüro und große Wohnungsgesellschaft irgendwie zusammen. Also man findet vielleicht schon Gründe, gegen die Inkassogebühren vorzugehen. Aber dass man sich damit indirekt mit dem Vermieter anlegt und so eventuell keine Ruhe mehr findet (je nachdem, wie nachtragend er ist), das müsst ihr für euch abwägen.


Hallo,
danke für die schnelle und informative Antwort.
Anbei sehen Sie die genaue Kostenaufstellung:

Hauptforderung - 575,00
Zinsen bis 30.04.2018 - 1,64
_____
Forderungsstand - 576,64
RA-Gebühren - 176,12
_____
Ihr Zahlbetrag per 30.04.2018 - 752,76
___________________________________________________
Und unter dieser Kostenaufstellung steht der Satz das für jeden weitern Verzugstag ab dem 30.04 70cent Zinsen dazu kommen...

Und als "Vermieter" sind im Mietvertrag 2 Personen angegeben. Hierbei handelt es sich um ein Ehepaar..


-- Editiert von Heiko2018 am 24.04.2018 06:55

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16155x hilfreich)

Die Zinsen kannst du dir beispielsweise hier ausrechnen: https://basiszinssatz.de/zinsrechner/
Die 70 Cent pro Tag sind absoluter Unsinn. Der Zinsrechner errechnet hier pro Tag 0,0649€. Also ein Zehntel.

Wie gesagt: Ob ihr euch dagegen wehrt, bleibt euch überlassen. Man muss halt damit rechnen, dass man die Vermieter verärgert, wenn das Privatleute sind.

Bei Privatleuten ist es auch schwer gegen Inkasso zu argumentieren, denn diese brauchen durchaus eine Rechtsberatung (wenn sie nicht gerade 50 Wohnungen auf einmal vermieten und so extrem erfahren sind).

Man könnte anfangen mit dem Inkasso zu diskutieren. Nach dem Motto "Was sie getan haben ist nur ein Schreiben einfacher Art. Die Zinsberechnung ist auch vollkommen falsch. Zudem wussten ihre Mandanten von unseren kurzfristigen Zahlungsproblemen und dass sie eingeschaltet wurden war vollkommen unsinnig."
Wie weit man damit kommt, muss man sehen. Vielleicht wäre es gut, wenigstens schon mal die Miete selbst direkt an die Vermieter zu zahlen und nicht erst am nächsten 1.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118401 Beiträge, 39569x hilfreich)

Zitat (von Heiko2018):
Also sind seit dem vertraglich gesetzten Zahlungsziel bis zum Inkassobrief gerademal 16 Tage vergangen... Ist das rechtlich zulässig?

Man hätte euch auch direkt verklagen können - eine Minute nach Ablauf des vertraglich vereinbarten Zahlungsziel.

Den Rest - siehe die Antworten von mepeisen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2366 Beiträge, 708x hilfreich)

Wie ist man denn drauf dem VM zu schreiben, dass man nicht zahlen kann, dies aber ggf nachholt? Gerade bei Privatpersonen fragt man lieb an.
Ansonsten solltet ihr besser gestern die Gesamtforderung zahlen und dafür sorgen, dass das nie wieder vorkommt.

0x Hilfreiche Antwort

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