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Amazon Infoscore Forderung, muss ich die Inkassokosten zahlen?

22.8.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Inkassokosten Amazon
 Von 
go523443-49
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Amazon Infoscore Forderung, muss ich die Inkassokosten zahlen?

Hallo, ich habe drei Schreiben von Infoscore erhalten.
Zwei dieser Schreiben stammen aus Rücklastschriften, eine aus Rechnungszahlung.
Die schreiben habe ich um den 15.8 rum erhalten (Als Druckdatum ist der 08.08 angegeben) und habe dann am 18.8 alle Hauptforderungen samt der 3€ Gebühr an Amazon überwiesen.
Nun hat mir Infoscore für alle drei Forderungen Briefe zugeschickt wo steht dass ich doch bitte noch die offenen Inkassokosten zahlen würde.
Insgesamt sind es drei Forderungen eine davon ist lediglich bei 6,87€ und sie wollen 27,00€ Inkassokosten haben.
Eine Forderung war leider bei 71,46€ und sie wollen insgesamt 147,18€ dafür haben.

Ich habe die Hauptforderungen, wie oben bereits genannt, alle an Amazon überwiesen.
Für die größte Forderung, welche auch der Rechnungskauf gewesen ist, habe ich von Amazon eine Eingangsbestätigung erhalten:
"Hallo,
wir haben Ihre Zahlung für die Monatsabrechnung Mai erhalten.
Vielen Dank!
Der verbleibende Saldo Ihres Kontos beträgt EUR 0,00 "

Muss ich nun die Inkassokosten in diesem Fall bezahlen oder kann ich denen einfach widersprechen?

Liebe Grüße und vielen Dank!

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Inkassokosten Amazon


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

Ich würde dem Inkasso folgendes schicken:

---
Wertes Inkasso.
Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich bestreite, dass sie jemals eine Rechtsdienstleistung erbringen. Stattdessen handelt es sich bei Ihrer Tätigkeit um echtes/unechtes Factoring im Sinne des BGH, 21.03.2018 - VIII ZR 17/17 .
Es steht Ihnen frei, mir durch Vorlage des vollständigen mit Gläubiger geschlossenen Vertragswerkes, eines ausführlichen Tätigkeitsnachweises und eines Kontoauszuges, dass die Inkassokosten in meinem Fall vom Gläubiger bezahlt wurden, das Gegenteil nachzuweisen.
---

Man provoziert damit eine Art Patt. Denn Infoscore wird meckern, aber den Vertrag mit Amazon werden sie nicht vorlegen. Dann würden sie nämlich bestätigen, dass sie eigentlich kostenlos arbeiten und die Inkassogebühren frei erfunden sind. Sprich: Man verweigert sich nicht, die Inkassokosten zu zahlen. Man sagt nur "Weist doch erst mal alles sauber nach, dann reden wir darüber."

-- Editiert von mepeisen am 23.08.2019 05:35

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
go523443-49
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Ich würde dem Inkasso folgendes schicken:

---
Wertes Inkasso.
Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich bestreite, dass sie jemals eine Rechtsdienstleistung erbringen. Stattdessen handelt es sich bei Ihrer Tätigkeit um echtes/unechtes Factoring im Sinne des BGH, 21.03.2018 - VIII ZR 17/17 .
Es steht Ihnen frei, mir durch Vorlage des vollständigen mit Gläubiger geschlossenen Vertragswerkes, eines ausführlichen Tätigkeitsnachweises und eines Kontoauszuges, dass die Inkassokosten in meinem Fall vom Gläubiger bezahlt wurden, das Gegenteil nachzuweisen.
---

Man provoziert damit eine Art Patt. Denn Infoscore wird meckern, aber den Vertrag mit Amazon werden sie nicht vorlegen. Dann würden sie nämlich bestätigen, dass sie eigentlich kostenlos arbeiten und die Inkassogebühren frei erfunden sind. Sprich: Man verweigert sich nicht, die Inkassokosten zu zahlen. Man sagt nur "Weist doch erst mal alles sauber nach, dann reden wir darüber."

-- Editiert von mepeisen am 23.08.2019 05:35


Vielen Dank!
Sollte ich vielleicht noch eine Löschung meiner Daten fordern?

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#3
 Von 
minnie123mitglied
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 2x hilfreich)

Das von mepeisen zitierte BGH Urteil ist nur anwendbar wenn infoscore die Forderung von Amazon gekauft hat bzw. Amazon die Forderung an infoscore abgetreten hat (Factoring). Es fallen nur dann keine Inkassokosten an, wenn das Inkasso eine Forderung im eigenen Namen eintreibt. Besteht kein solches Factoring sind mMn die Inkassokosten gerechtfertigt nach RVG, allerdings nur eine 0,3 Gebühr.

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#4
 Von 
vundaal76
Status:
Student
(2551 Beiträge, 1441x hilfreich)

Zitat:
Besteht kein solches Factoring sind mMn die Inkassokosten gerechtfertigt nach RVG, allerdings nur eine 0,3 Gebühr.

Aber auch nur dann, wenn das Inkasso nicht kostenfrei arbeitet.

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

Zitat:
Das von mepeisen zitierte BGH Urteil ist nur anwendbar wenn infoscore die Forderung von Amazon gekauft hat bzw. Amazon die Forderung an infoscore abgetreten hat (Factoring).

Das ist so nicht richtig. Der BGH hat sich auch insbesondere des unechten Factorings angenommen in diesem Urteil.
Infoscore hat ansonsten aber dafür auch eine eigene GmbH, die dann wiederum konzernintern das Inkasso beauftragt. Infoscore Financial Services GmbH oder so ähnlich.

Zitat:
Es fallen nur dann keine Inkassokosten an, wenn das Inkasso eine Forderung im eigenen Namen eintreibt.

Rein vertraglich tut sie genau das. Sie lügt halt jeden Schuldner an, dass der Gläubiger immer noch der Ursprungsgläubiger sei.

Genau deswegen auch das Patt. Die können nicht beweisen, dass sie eine Rechtsdienstleistung erbringen, weil sie das schlichtweg gar nicht tun.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#6
 Von 
go523443-49
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo!

Vielen Dank für eure Tipps.
Ich bin dem Tipp von mepeisen gefolgt und habe die Inkassokosten angefochten.
Nun habe ich folgende Nachricht erhalten:

"Sie haben die Berechtigung der geltend gemachten Inkassokosten bestritten.

Diese Kosten werden jedoch zu Recht geltend gemacht.

Aufgrund Ihres Zahlungsverzugs hat unsere Auftraggeberin uns mit dem Einzug der offenen Forderung beauftragt.

Vertraglich vereinbarte Inkassovergütungen, die vom Auftraggeber als Vertragspartner dem Inkassounternehmen geschuldet sind, können vom Schuldner als Verzugsschaden gemäß §§ 280 , 286 BGB gefordert werden."

Und dann werde ich wieder zur Zahlung aufgefordert. Habt ihr noch einen Tipp für mich?

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71365 Beiträge, 32421x hilfreich)

Zitat (von go523443-49):
Vertraglich vereinbarte Inkassovergütungen,

Man möge doch bitte das vollständige Vertragswerk vorlegen, damit eine Prüfung der unsubstantierten Behauptung erfolgen kann.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

Ignorieren oder weiter stur bleiben.
"Wertes Inkasso.
Sie behaupten, dass die Inkassokosten zu Recht geltend gemacht werden würden. Sie werden mir hierzu unverzüglich den zwischen Ihnen und der Gläubigerin geschlossenen vollständigen Vertrag in Kopie vorlegen. Ich verweise erneut auf das BGH-Urteil. Die Beweislast liegt bei Ihnen. In Erwartung der Unterlagen verbleibe ich mit freundlichen Grüßen..."

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#9
 Von 
go523443-49
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von go523443-49):
Vertraglich vereinbarte Inkassovergütungen,

Man möge doch bitte das vollständige Vertragswerk vorlegen, damit eine Prüfung der unsubstantierten Behauptung erfolgen kann.


Ich habe Anfangs diesen Brief auf das Inkassoschreiben geantwortet:
"Ich weise die Forderungen vollumfänglich zurück.
Ich bestreite, dass Sie jemals eine Rechtsdienstleistung erbringen.
Stattdessen handelt es sich bei Ihrer Tätigkeit um echtes/unechtes Factoring im Sinne des BGH, 21.03.2018 - VIII ZR 17/17 .
Es steht Ihnen frei, mir durch Vorlage des vollständigen mit dem Gläubiger geschlossenen Vertragswerkes, eines ausführlichen Tätigkeitsnachweises und eines Kontoauszugs, nachzuweisen dass die Inkassokosten in meinem Fall vom Gläubiger bezahlt worden sind."

Also aufgefordert habe ich sie ja schon oder sollte ich dies nocheinmal tun?

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#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

Musst du nicht. Du musst gar nicht mit denen reden. Das sind keine Behörden. Die können dir nichts. Du kannst auch erst wieder reagieren, wenn ein Mahnbescheid eines Gerichts kommt. Da dann "Ich widerspreche komplett" ankreuzen. Normalerweise kommt dann nichts mehr, außer ein zwei Meckerbriefen. Zu einer Klage kommt es üblicherweise nie.

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#11
 Von 
go523443-49
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Nochmal danke für die ganzen Tipps!

Ich hatte im Brief am Anfang geschrieben:
"Dieser Brief bezieht sich auf folgende Aktenzeichen:
XXX
XYX
YXY"

Bisher habe ich die Mitteilung dass ich dennoch zahlen soll aber nur für das erstgenannte erhalten.
Falls sie den Widerspruch nicht richtig verstanden haben ist das doch auch deren Schuld oder?
Ich habe den Brief via. epost versendet, habe also eine genaue Kopie des Briefes.

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