Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
13.493 Ratgeber, 2.347.261 Forenbeiträge, 254.709 Rechtsberatungen
622.073
Registrierte
Nutzer

Amazon Paigo-Inkasso OHNE Mahnung

28. April 2021 Thema abonnieren
 Von 
BiHi303
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Amazon Paigo-Inkasso OHNE Mahnung

Vorweg, ich habe Mist gebaut. Wir hatten bei Amazon gestreamt und der Betrag von 3,99€ konnte nicht abgebucht werden. Nicht, dass wir kein Geld gehabt hätten, es war nur auf dem falschen Konto. Nichtsdestotrotz war es unser Fehler. Leider ist er uns wegen der niedrigen Summe nicht aufgefallen.

Jetzt, 3 Monate später, am 16.04. plötzlich Post von paigo inkasso mit über 40€ Inkassogebühren. Da ich mir keiner Schuld bewusst war und auch keine Bestellnummer oder ähnliches fand, mit der ich die Rechtmäßigkeit hätte überprüfen können, habe ich mich bei Amazon gemeldet und gefragt, ob die Forderung echt sei, die haben nachgesehen, nichts gefunden und mir gesagt, ich solle den Brief wegschmeißen, der sei nicht echt, wir hätten keine offenen Rechnungen bei Amazon.

Heute wieder Post von Paigo, diesmal mit Forderungs-Tabelle mit der Bestellnummer. Diesmal hab ich es selber überprüft. Bestellung auch tatsächlich gefunden, aber nicht als offen markiert. Also das Bestelldatum mit dem Kontoauszügen abgeglichen. Richtig, war ein Rückläufer.

Also Rufe ich noch mal bei Amazon an, warum das denn gleich zum Inkasso gegangen ist, und warum der Kollege am 16.04. behauptet hat, wir hätten keine offenen Rechnungen bei Amazon. Da behaupten die, wir hätten über 4x per E-Mail und 4x per Post Nachricht bekommen. z.B. am 26.03.
Im E-Mail-Ordner ist aber nix, am 25.03. Werbung von Amazon, am 28.03. ne Bestellbestätigung vom nächsten Streaming-Film. Aber keine Mahnung vom 26.03. auch die anderen Mahnungen sind nicht zu finden. Und Post haben wir schon mal gar nicht bekommen.

Ich weiß, dass viele Zahlungsunwillige gerne mal behaupten, sie hätten keine Post bekommen, aber hier handelt es sich um einen Mini-Betrag. Bei Post hätte ich nen roten Kopf bekommen vor Peinlichkeit und die 3,99+3,00€ sofort überweisen.

Und dann sollen gleich 4 Mahn-Briefe weggekommen sein, und 4 Mahn-E-Mails. Werbung geht komplett durch, Bestellbestätigungen gehen alle komplett durch nur die Mahnungen werden von meiner e-mail-App alle verschluckt? Zufällig genau die Mahnungen? Das war jedenfalls die Argumentation des Amazon-Mitarbeiters. Ich hätte wohl lange nicht mehr den Cache geleert, da könne sowas mal vorkommen, wäre jedenfalls mein Fehler.

Mir kommt es jedenfalls so vor, als wenn die nie abgemahnt hätten und direkt Inkasso eingeschaltet haben. Mich würde interessieren, ob sowas überhaupt rechtens wäre und ob man gegen die Inkassogebühren vorgehen könnte? Wie weißt man nach, dass man etwas nicht bekommen hat?
Mein Mann möchte am liebsten zur Polizei. Aber ich fürchte, dass bei der nicht möglichen Beweisführung das böse nach hinten los gehen könnte.

Post vom Inkassobüro?

Post vom Inkassobüro?

Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105927 Beiträge, 37839x hilfreich)

Zitat (von BiHi303):
Amazon Paigo-Inkasso OHNE Mahnung

Doch die Mahnung gab es. Das man die Unterlagen nicht sorgfältig genug liest, ist nicht das Problem des Gläubigers.



Zitat (von BiHi303):
Ich hätte wohl lange nicht mehr den Cache geleert, da könne sowas mal vorkommen,

Das ist schlicht Unfug.
Kann aber sein das es im Spam-Ordner gelandet ist, übersehen wurde und inzwischen gelöscht ist.



Zitat (von BiHi303):
Mein Mann möchte am liebsten zur Polizei. Aber ich fürchte, dass bei der nicht möglichen Beweisführung das böse nach hinten los gehen könnte.

Nicht nur deswegen, sondern weil einfach keine Straftat vorliegt. Ok, wenn man ganz streng ist, müsste die Polizei ein Verfahren gegen euch einleiten, aber das werden die zu 99% nicht machen.



Zitat (von BiHi303):
Mir kommt es jedenfalls so vor, als wenn die nie abgemahnt hätten und direkt Inkasso eingeschaltet haben. Mich würde interessieren, ob sowas überhaupt rechtens wäre

In diesen Falle ja.



Zitat (von BiHi303):
ob man gegen die Inkassogebühren vorgehen könnte?

Durchaus, ja.
Was genau wird denn gefordert?



Zitat (von BiHi303):
Wie weißt man nach, dass man etwas nicht bekommen hat?

Sofern man nicht die Zeitmaschine von H. G. Wells hat, dürfte das nicht wirklich gelingen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
BiHi303
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Doch die Mahnung gab es. Das man die Unterlagen nicht sorgfältig genug liest, ist nicht das Problem des Gläubigers.


ich mache die Post immer schon am Briefkasten auf und mein Mann auch. Wir haben keine Briefe bekommen. Dass ich vielleicht eine Mahnung übersehen hab, mag ich ja glauben, aber 4? Extrem unwahrscheinlich.

Zitat (von Harry van Sell):
Das ist schlicht Unfug.
Kann aber sein das es im Spam-Ordner gelandet ist, übersehen wurde und inzwischen gelöscht ist.


Ich habe sowohl den Eingangsordner als auch den Spam-Ordner geprüft. Die e-mails vom 25.03 sind noch da, andere e-mails vom 26.03. und auch die Tage davor und danach sind da. Nur die angeblichen Mahnungen nicht.

Zitat (von Harry van Sell):
Nicht nur deswegen, sondern weil einfach keine Straftat vorliegt. Ok, wenn man ganz streng ist, müsste die Polizei ein Verfahren gegen euch einleiten, aber das werden die zu 99% nicht machen.


äähm...welche Straftat haben wir den begangen? Die Rechnung habe ich zähneknirschend bezahlt. Ich möchte nur wissen, ob wir denn eine Chance gehabt hätten, wenn es uns das wert gewesen wäre und ob es noch andere Kunden mit ähnlichen Erfahrungen gibt.

Ach ja, Hauptforderung 3,99€
Mahngebühr 3,00€ (für die Mahnungen, die nie angekommen sind)
Verzugszinsen 0,06€
Inkassogebühren 32,34€

-- Editiert von BiHi303 am 28.04.2021 20:18

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Hier einfach wieder das einfache Argument rausholen: Paigo erbringt keinerlei Rechtsdienstleistung, sondern erbringt stattdessen Factoring. Das muss ein Schuldner aber nicht bezahlen. Wenn Paigo anderer Meinung ist, sollen sie bitte die vollständigen mit Amazon abgeschlossenen Verträge vorlegen, damit man die Sachlage prüfen kann.

Das werden sie nicht tun, womit man ein Patt erzeugt. Paigo kann/will nicht beweisen, dass sie jemals eine Rechtsdienstleistung erbringen (tun sie nämlich nicht) und der Schuldner kann behaupten, dass sie das nicht tun.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105927 Beiträge, 37839x hilfreich)

Zitat (von BiHi303):
äähm...welche Straftat haben wir den begangen?

Der Schilderung nach wohl gar keine, allerdings hilft das am Anfang ja nichts, denn da liegt ja ein Anfangsverdacht vor und was ist, das muss die Polizei ja erst mal ermitteln.



Zitat (von BiHi303):
Ach ja, Hauptforderung 3,99€
Mahngebühr 3,00€ (für die Mahnungen, die nie angekommen sind)
Verzugszinsen 0,06€
Inkassogebühren 32,34€

Hauptforderung ist ok, die Mahngebühr ist wohl eher für die Kosten der Rücklastschrift?
Wenn das Mahnkosten sein sollen, dann würde man die (4 / 8) angeblich versendeten Mahnungen beweisen müssen. Wobei E-Mail Mahnungen mit 0 EUR anzusetzen wären.


Die Inkassokosten würde ich komplett streichen - das wird denen zwar nicht gefallen und die werden da richtig tierisch nerven.
Möglicherwiese kann a. auch kündigen - gibt ja keinen Zwang mit einem Verbraucher da einen Vertrag haben zu müssen.



Zitat (von BiHi303):
Dass ich vielleicht eine Mahnung übersehen hab, mag ich ja glauben,

Ja, man schrieb es ja selber:
Zitat (von BiHi303):
Leider ist er uns wegen der niedrigen Summe nicht aufgefallen.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14098 Beiträge, 8561x hilfreich)

Zitat:
Mir kommt es jedenfalls so vor, als wenn die nie abgemahnt hätten und direkt Inkasso eingeschaltet haben.

Bei einer fehlgeschlagenen Lastschrift ist eine Mahnung auch nicht unbedingt notwendig.
Teil des Lastschriftverfahrens ist, dass Sie zusichern, berechtigte Lastschriften auch einzulösen. Wenn Sie etwas auf Lastschrift kaufen, dann die Lastschrift aber nicht einlösen (z.B. weil Konto nicht gedeckt ist), geraten Sie automatisch in Verzug, ohne dass eine Mahnung erforderlich ist.

Die fehlende Mahnung ist also kein Grund, die Inkassogebühren anzuzweifeln.

Wenn man Gründe gegen die Inkassokosten sucht, dann eher folgende:
- Das Inkassobüro hat gar keine (Rechts)Dienstleistung erbracht, die 32,41€ wert ist.
- Amazon hätte eigentlich die Rechnung selbst eintreiben können. Ein Großkonzern braucht dafür kein Inkassobüro beauftragen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
vundaal76
Status:
Master
(4882 Beiträge, 1907x hilfreich)

Zitat:
habe ich mich bei Amazon gemeldet und gefragt, ob die Forderung echt sei, die haben nachgesehen, nichts gefunden und mir gesagt, ich solle den Brief wegschmeißen, der sei nicht echt, wir hätten keine offenen Rechnungen bei Amazon.


Mit der E-Mail von Amazon bist Du erst einmal aus dem Schneider.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
frannzwick
Status:
Beginner
(148 Beiträge, 29x hilfreich)

Die TE hat wohl diesbezüglich keine Mail von Amazon bekommen sondern wohl mit Amazon telefoniert.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 238.124 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
97.666 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen