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Erledigungsschreiben Inkasso mit Titelkopie

8. Februar 2022 Thema abonnieren
 Von 
Crystal23
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Erledigungsschreiben Inkasso mit Titelkopie

Hallo Zusammen,

ich habe eine ältere Forderung von 2016, welche auch tituliert war und nun via Einmalzahlung von mir komplett bezahlt wurde. War schön teuer, aber ich habe eine neue Anstellung in Aussicht und will in Zukunft keinen unangenehmen Briefverkehr - daher waren mir diese Mehrkosten erstmal egal und auch ob man hätte preiswerter vergleichen können etc,.. Wichtig war mir nur eines: Eine saubere Abwicklung.

Ich habe bei der Inkassofirma also angerufen, hab gesagt denen erläutert, Sie sollen ein Schreiben fertig machen mit Zahltermin, allen Kosten und das bei Begleichung halt ein Erledigungsschreiben mit entwerteten Titel herausgeht.

Gefordertes Schreiben habe ich erhalten und fristgerecht bezahlt. Erledigungsschreiben kam heute.

Als Sammler von Mahnbescheiden und entwerteten Titeln, kommt mir dieser Vollstreckungsbescheid aber eher wie eine Fotokopie vor. Es hat keine Farbe und auch nicht die gewohnte Papierqualität. Zwar konnte ich einen Stempel eines mir bekannten Gerichtsvollziehers erkennen. Desweiteren hat es auch Stempel vom Inkasso und wurde mit roten Edding entwertet.
Dennoch hege ich Zweifel ob dieser Vollstreckungsbescheid das Original ist, oder halt eine Fotokopie des Originals.

Sicherlich werden nun einige auf mich einpreschen und sagen: Kollege was möchtest du denn, du hast doch auch das Erledigungsschreiben jenes Inkassounternehmens.

Ja das habe ich, aber das ist genau sowenig wert, wie eine Kopie des Titels, weil selbst die Unterschrift im Anschreiben ist gedruckt.

Wie eingangs erwähnt: Ich habe gerne mehr bezahlt, aber wollte eine saubere Abwicklung. Nicht dass ich später von der Titel-Mafia erneut angeschrieben werde und ich Unterlagen raussuchen muss, wo ich keine Lust drauf habe.

Der Sachverhalt ist zwar etwas sarkastisch ausgedrückt, aber ich denke es kam rüber was ich gerne wissen möchte. Werden Titel mittlerweile auf A3 in schwarz/weiss ausgedruckt (Stempel des Gerichts sieht auch gedruckt aus) oder sollte ich um Herausgabe des Originals vorgehen, damit ich mit diesem Thema abschließen kann.

Insider werden das Inkassobüro kennen, da unterschreibt nämlich jemand namentlich, wessen Rechtsanwälte im Titel selbigen Nachnamen haben.

Liebe Grüße und vielen Dank für eure Einschätzungen im Vorfeld.

-- Editiert von Crystal23 am 08.02.2022 17:22

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Despi
Status:
Lehrling
(1102 Beiträge, 302x hilfreich)

Zitat (von Crystal23):
Ich habe gerne mehr bezahlt

Zitat (von Crystal23):
Als Sammler von Mahnbescheiden


Ich sehe da einen unmittelbaren Zusammenhang...
Oder ist "Sammler" wörtlich gemeint?

Zitat (von Crystal23):
Werden Titel mittlerweile auf A3 in schwarz/weiss ausgedruckt (Stempel des Gerichts sieht auch gedruckt aus) oder sollte ich um Herausgabe des Originals vorgehen, damit ich mit diesem Thema abschließen kann.


Das Inkassounternehmen kommt seiner Verpflichtung zur Herausgabe des Titels nach, indem er ihn bei sich bereit hält. Ggf. müssen Sie das Original dort abholen.

Ich würde das Inkassounternehmen ggf. um Zusendung des Originals bitten - und falls das abgelehnt wird, das Ding abholen. WIe weit sitzen die denn von Ihnen entfernt?





Signatur:

Meine Meinung kannst du oben lesen, doch ist‘s keine richt‘ge Rechtsberatung gewesen.

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#2
 Von 
Crystal23
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Despi):
Ich sehe da einen unmittelbaren Zusammenhang...
Oder ist "Sammler" wörtlich gemeint?


Selbstredend bin ich kein Sammler von Mahnbescheiden, vielmehr wollte ich zum Ausdruck bringen, dass ich schön desöfteren mal einen entwerteten Titel in der Hand gehalten habe.

Sicherlich kann man mal einen kleinen Tagesausflug veranstalten, ob nah oder fern würde nun auch keine Rolle spielen - es geht mir aber hauptsächlich darum, dass ich eine saubere Abwicklung mir wünschte.
Wie oben erwähnt, habe ich schon den einen oder anderen entwerteten Titel in den Händen gehalten, da war es mir auch wurscht ob die Unterschrift im Erledigungsschreiben original unterschrieben oder nur eingesetzt wurde.

Hier habe ich nun aber teuer Geld bezahlt und habe irgendein schwarz/weiß Vollstreckungsbescheid in A3 vor mir liegen und ein Erledigungsschreiben was genau so wenig wert hat. Witzigerweise haben es andere Gläubiger geschafft, dieser Pflicht nachzukommen.

Um es ohne Hohn und Spott zu verkünden, ich möchte halt dass dieser Titel in Originalform entwertet bei mir liegt, damit der nicht in 10-15 Jahren verkauft wird und ein dritter auf die Idee kommt, jemanden zu belästigen, der keine Lust hat sämtlichen Papierkram für die nächsten 30 Jahre auf Anhieb abrufbar zu haben.

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#3
 Von 
Despi
Status:
Lehrling
(1102 Beiträge, 302x hilfreich)

Zitat (von Crystal23):
ich möchte halt dass dieser Titel in Originalform entwertet bei mir liegt


Das ist völlig nachvollziehbar.

Meines Wissens nach haben Sie jedoch eine Holschuld.
Das bedeutet zunächst einmal, dass Sie die Herausgabe des Titels einfordern müssen - das haben Sie offenbar getan, jedoch (dem Anschein nach) nur eine Kopie erhalten.
Nächster Schritt wäre für mich wie gesagt, das Unternehmen zu bitten, das Original zu übermitteln. Dem können die zustimmen, müssen aber nicht, wenn die nicht wollen (Haftungsfrage - was passiert, wenn der Titel unterwegs verloren geht?)..

Falls das Unternehmen nicht zuschicken will, bleibt nur abholen.

Signatur:

Meine Meinung kannst du oben lesen, doch ist‘s keine richt‘ge Rechtsberatung gewesen.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104128 Beiträge, 37604x hilfreich)

Zitat (von Crystal23):
es geht mir aber hauptsächlich darum, dass ich eine saubere Abwicklung mir wünschte.

Wünsche werden von Inkassos noch weniger beachtet als vom Weihnachtsmann und Osterhase.
Von daher hätte man sich das "mehr bezahlen" auch sparen können.



Zitat (von Crystal23):
das bei Begleichung halt ein Erledigungsschreiben mit entwerteten Titel herausgeht.

Das hat man wohl beides erhalten.
Man hätte die Herausgabe des entwerteten Original Titel fordern müssen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Crystal23
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das hat man wohl beides erhalten.
Man hätte die Herausgabe des entwerteten Original Titel fordern müssen.


Das sehe ich als Rechtslaie aber nun komplett anders: Ein Erledigungsschreiben stellt rechtlich eine Quittung dar, da kann man nun nicht einfach eine Unterschrift via Scan reinknallen.

Wegen des Titels, bevor ich nun alle Mühlen in Gang setze, werde ich aber erstmal Rücksprache mit dem GV meines Vertrauens halten. Dieser hat ja auf diesen ominösen Titel im Jahr 2016 seinen Stempel draufgesetzt. Vielleicht kann er mich ja aufklären, wie das aktuell gehandhabt wird mit diesen komischen A3 schwarz/weiß Vollstreckungsbescheiden auf Standardpapier. Vielleicht verrenne ich mich da ja auch gerade in etwas...

Dennoch halte ich fest, wenn ich vielleicht mit dem Titel falsch liege, aber ich habe dennoch Anspruch auf ein vernünftiges Erledigungsschreiben, welches nach § 368 BGB die Anforderungen der Schriftform einhält.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104128 Beiträge, 37604x hilfreich)

Zitat (von Crystal23):
Ich habe bei der Inkassofirma also angerufen

Im Inkassos *nie* telefonieren.

Ansonsten: Falschen antelefoniert. Inkasso ist nicht Schuldner von Entwertung. Das ist der Gläubiger.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Crystal23
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Augenscheinlich ist mir etwas peinliches passiert,

Bei Durchsicht meiner Titel-Sammlung habe ich festgestellt, dass die anderen "entwerteten Titel" genauso ausschauen. Ich hatte dies mit der Widerspruchmöglichkeit (diese farblich anders ausschaut) verwechselt.
Somit bin ich nun tatsächlich im Besitz des original entwerten Titels, da braucht man natürlich nun auch nicht mehr auf das Erledigungsschreiben drauf rumreiten.

Leider ist mir in meiner Titel-Sammlung noch ein Fehler aufgefallen: Von einem ultranervigen Inkasso aus dem Jahre 2018 hatte ich nur ein Erledigungsschreiben erhalten, aber mich nie um die Entwertung des Titels gekümmert. Ihr seht schon, die nächste Baustelle beginnt ....

Sorry für den Wirbel, um die Titelkopie - ich hatte die echt so in Erinnerung wie nen Fahrzeugschein :-)

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104128 Beiträge, 37604x hilfreich)

Zitat (von Crystal23):
Ihr seht schon, die nächste Baustelle beginnt ....

Wenn man Gerichtsfeste Zahlungsnachweise hat, würde ich den Gläubiger auffordern mir den entwerteten Original Titel herauszugeben. Das dann natürlich auch gerichtsfest.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Crystal23
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Wenn man Gerichtsfeste Zahlungsnachweise hat, würde ich den Gläubiger auffordern mir den entwerteten Original Titel herauszugeben. Das dann natürlich auch gerichtsfest.


Zahlung wurde damals durch Vergleich durch eine Schuldnerberatung durchgeführt, weil sich 2 Gläubiger querstellten ist dann die Zusammenarbeit eingestellt worden.

Im Eingangsschreiben hieß es: "Sofern ein Titel vorhanden und auffindbar ist, würde der entwertet zugesandt."

Nach Zahlung kam wohl nur ein 1-seitiger Brief, das keine offene Forderung mehr vorhanden wäre und man dieses Schreiben auch dem Schuldenverzeichnis zukommen lassen könne... ...halt Baustein-Geflecht.

Muss ich wohl wirklich nochmal hinterher. Ich habe gerade ungelogen knapp 800 Blatt-Papier von dem Unternehmen weggeworfen, also die Kohle aus dem Vergleich haben Sie sich redlich verdient :-)
Alles wichtige 5-10 Din-A4 Seiten natürlich noch vorhanden.

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