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FKH OHG Vollstreckungsbescheid

 Von 
Wollhose
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)
FKH OHG Vollstreckungsbescheid

Guten Tag,

ich habe vor einigen Monaten ein Schreiben von der FKH OHG bzw. vom Gerichtsvollzieher bekommen, in dem ich aufgefordert wurde, mein Vermögen offen zu legen. 14 Tage hatte ich dazu Zeit.
Da ich keinerlei offene Forderungen habe, bin ich zum örtlichen Anwalt.
Parallel dazu habe ich den Gerichtsvollzieher angerufen, um zu erfahren, um was es überhaupt geht.

Der Anwalt riet mir zunächst, die geforderten 374 € zu bezahlen. Dann wäre ja alles vom Tisch. Das wollte ich natürlich nicht.
Es hat ein bisschen gedauert, bis der Anwalt bereit war, den Fall zu übernehmen. Vermutlich wegen des geringen Wertes, ich weiß es nicht.

Es ging in jedem Fall so weiter, dass sich herausstellte, dass die FKH eine nicht eintreibbare Forderung aufgekauft hat, sich irgendeine Adresse zum Namen herausgesucht hat und diesem (also mir) das Schreiben inkl. bestehendem Titel verpasst hat.
Der Gerichtvollzieher hat mir gesagt, dass die ersten Mahnungen an eine andere Adresse zugestellt wurden.
Ich habe belegt, dass ich nie dort gewohnt habe.
Trotzdem kam es zu einem Gerichtstermin, der allerdings ein paar Tage vor Termin von der FKH zurückgezogen wurde.

Der Anwalt hat die Kosten zurückgefordert, es sind allerdings ca. 60 € an mir hängen geblieben.

Nun zu meinen Fragen:

- Kann ich irgendwie diese 60€ noch einfordern? Ich sehe es einfach nicht ein, für nichts und wieder nichts etwas zu bezahlen
- Was ist mit dem Titel? Wer hat den? Kann der nicht wieder gegen mich "gezogen" werden irgendwann?
- Lohnt es sich, Anzeige wegen Betrugs der FKH OHG zu erstatten?

Für meinen Anwalt ist das erledigt, auch die Frage nach dem Titel blieb bisher unbeantwortet. Zudem ist die letzte Antwort von meinem Anwalt recht eindeutig, mich nicht mehr zu melden ("wir haben Ihnen doch bereits erklärt..." usw.)
Daher frage ich zunächst hier nach.

Vielen Dank und Grüße

Wollhose

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Anwalt Titel Gerichtsvollzieher einfordern


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23758 Beiträge, 15513x hilfreich)

Dein Anwalt hat nach RVG abgerechnet, nehme ich an? Die übrig gebliebenen 60€ sind was genau gewesen? Also was für ein Kostenschlüssel nach RVG?

Zitat:
Was ist mit dem Titel? Wer hat den?

Das kommt drauf an. Wenn "nur" festgestellt wurde, dass du die falsche Person bist, dann hat FKH den Titel vermutlich behalten. Wenn festgestellt wurde, dass du die richtige Person bist, die Zustellung aber fehlerhaft war, dann müsste der Titel kraft Urteil ja aufgehoben worden sein und müsste vom Gericht eingezogen worden sein (oder man müsste die Herausgabe einklagen können).

Zitat:
Kann der nicht wieder gegen mich "gezogen" werden irgendwann?

Nein, das wäre grober Rechtsmissbrauch. Allerdings solltest du das Urteil, in dem du als falsche Person festgestellt wurdest u.ä. ewiglich aufheben.

Zitat:
Lohnt es sich, Anzeige wegen Betrugs der FKH OHG zu erstatten?

Inwiefern lohnen? Meinst du, dass da etwas rauskommt?
Dazu müsste es vorsätzlich geschehen sein. Dies sind zwar sehr üble Vertreter der Zunft und insofern würde ich auch auf jeden Fall Anzeige erstatten, aber womöglich reden die sich mit "Versehen" heraus.

Davon abgesehen würde ich den Datenschutz informieren. Sie sollen mal detailliert prüfen, woher die deine Adresse haben. Wie sie diese herausgesucht haben und wie sie auf das schmale Brett kamen, dir fremde Schulden anhängen zu wollen. Denn eine direkte Verbindung zu dir als Person konnten sie ja nie finden, wenn du mit der Adresse nie etwas zu tun hattest.
Sie mögen doch dem Inkasso mal klar machen, dass es datenschutzrechtlich verboten ist, einfach wildfremde Daten aus irgendwelchen anderen Quellen heranzuziehen, obwohl du keine Verbindung zum Schuldner hast.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
Wollhose
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo und danke für die Antwort!

Die Kosten lauten gem. Rechnung "die außergerichtlich entstandenen Kosten"
Die gerichtlich entstandenen Kosten hat die OHG übernommen.
Kosten sind 58,50 nach Nr. 2300 + 11,70 nach Nr. 3100 +19,89 nach Nr. 7002 (abgezogen sind noch -29,25 anzurechnende Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 + Steuer nach Nr. 7008 22,68
In Summe 142,02... Zahlung Gegenseite 83,81 = 58,21 Rest für mich


"Kraft Urteil" gibt es nicht, da Verhandlung abgesagt. Daher kein Urteil. Es wurde quasi nichts per Urteil festgehalten. Ich bin also nicht die richtige Person, aber ich vermute, dass auf Titel meine richtige Adresse steht.
Oder da steht weiterhin die Adresse in Paderborn. Ich weiß es nicht genau.
Dann wird es vermutlich so sein, dass der Titel noch besteht und ich ihn doch irgendwann wieder auf Tisch haben könnte, oder?

Meine Adresse wurde beim Einwohnermeldeamt erfragt. Das weiß ich, da eine Freundin da arbeitet.
Und das ist für mich der Punkt. Da ich niemals aus unserem kleinen Städtchen herausgekommen bin, war für mich die Wahl auf mich völlig ohne Bezug und willkürlich. Es hat nur der Name gepasst und dazu wurde eine Adresse gesucht und gefunden.

Außerdem hatte ich Einträge bzw. Nachfragen der FKH in meiner Schufa-Auskunft. Die hatte ich mir mal eingeholt. Die Versuche der Auskünfte standen auch in der Kostenaufstellung der FKH


Im Endeffekt möchte ich meine 58,21 wiederhaben und, wenn möglich, Anzeige erstatten. Weil die Auswahl meiner Adresse völlig willkürlich war

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23758 Beiträge, 15513x hilfreich)

OK, die Kosten sind korrekt nach RVG berechnet für die außergerichtliche Vertretung und meiner Meinung nach muss die Inkasso-Buzze bzw. die OHG dir das erstatten. Deren Problem, wenn sie das erfolglos einem Fremden anhängen wollen. die wussten, dass du nicht die richtige Person bist. Das war also Vorsatz.

Hebe dir ansonsten alles auf.

Zitat:
Dann wird es vermutlich so sein, dass der Titel noch besteht und ich ihn doch irgendwann wieder auf Tisch haben könnte, oder?

In dem Moment wäre ich A) direkt bei der Polizei. Strafanzeige wegen Betrugs und Nötigung. Und B) wäre ich bei einem Anwalt, der direkt mit einer Vollstreckungsabwehrklage inkl. Klage auf Titelherausgabe beauftragt werden würde. Ohne Diskussion.

Anzeige könnte man erstatten. Du müsstest argumentieren, dass das wirklich ein vorsätzlicher Versuch war, dir das anzuhängen. Dass es nirgendwo eine Verbindung geben durfte, die einfach mit Vorsatz jemanden gleichen Namens gesucht haben, Dass auch die Anfrage ans Meldeamt bewusst falsch gestellt wurde. Normalerweise hätten sie mit der falschen Adresse fragen müssen, wohin die entsprechende Person umgezogen ist. So eine Anfrage gab es aber offenkundig nie.
Womöglich versuchen die sich mit Ausreden dann herauszureden. War bestimmt nur ein Versehen ;-)
Aber wie gesagt: Eine Info an den Datenschutz halte ich da für wirksamer.

-- Editiert von mepeisen am 07.03.2019 22:27

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#4
 Von 
Wollhose
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)

Was heißt denn Info an den Datenschutz? Hast Du da eine Adresse?
Meine Anwältin hat sich noch nicht gemeldet....Das wird ihr auch noch Leid tun, in unserem kleinen Dörfchen

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23758 Beiträge, 15513x hilfreich)

Du solltest aufpassen mit dem "Rumerzählen". Aktiv besser nicht. Das könnte ggf. Rufschädigung sein.

Der Datenschutz ist per Bundesland organisiert. Schaue, in welchem Bundesland die sitzen und dann suche per Google danach.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#6
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1709 Beiträge, 676x hilfreich)

Es hätte schon eine gewisse Ironie, wenn man nun ein Inkassobüro gegen ein IB einschalten würde, um die Forderung einzutreiben.
Dann könnten sie selbst erklären warum manche Gebühren nicht zu zahlen wären.

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#7
 Von 
Wollhose
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Du solltest aufpassen mit dem "Rumerzählen". Aktiv besser nicht. Das könnte ggf. Rufschädigung sein.

Naja, ich denke seine Meinung sagen kann man schon. Und dass sie nichts macht, habe ich schwarz auf weiß bzw. auch nicht, da ja seit Wochen keine Antwort mehr kommt.

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#8
 Von 
Wollhose
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Albarion):
Es hätte schon eine gewisse Ironie, wenn man nun ein Inkassobüro gegen ein IB einschalten würde, um die Forderung einzutreiben.
Dann könnten sie selbst erklären warum manche Gebühren nicht zu zahlen wären.

Mir wäre ja schon geholfen, wenn ich wüsste, was mit dem Titel ist.
Das ist doch auch nicht zuviel verlangt, oder?

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#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23758 Beiträge, 15513x hilfreich)

Nochmals: Wenn du die falsche Person ist, geht dich der Titel im Grunde nichts an...

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#10
 Von 
Wollhose
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Nochmals: Wenn du die falsche Person ist, geht dich der Titel im Grunde nichts an...

Ja, verstehe. Ich habe nur nichts in der Hand, dass das belegt. Ich habe nur eine abgesagte Verhandlung.
Meine Befürchtung ist, dass der Titel auf mich zurückkommen kann. Auf gleichem Weg wie zuvor.

Und dann wieder Anwalt, 60€, usw. usw.

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