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Fehlerhafte Forderung

 Von 
neptun230
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Fehlerhafte Forderung

Sehr geerhte Damen und Herren,

folgendes hat sich zugetragen.

Am 20. November 2018 habe ich einen Handyvertrag mit Sparhandy abgeschlossen, welcher neben einem monatlichen Tarif auch ein IPhone beinhaltet hat. Diesen Vertrag habe ich am 04.12.2018 fristgerecht widerrufen, was mir auch per Email bestätigt wurde. Der Vertrag belief sich über einen Zeitraum von 2 Jahren und beinhaltete eine monatliche Zahlung und eine einmalige Zuzahlung. Da ich unglücklicherweise das Handy verloren hatte, stand nach dem Widerruf natürlich eine Forderung seitens Sparhandy an mich an, da ich in diesem Fall den Gegenwert des Handys begleichen muss.

Da ich nun schon 2014 einmal ein vertragliches Verhältnis mit Sparhandy hatte, haben Sie eine alte Adresse von mir im System gespeichert, obwohl ich den neuen Vertrag selbstverständlich mit Personalausweiskopie und aktueller Adresse abgeschlossen habe.

Sparhandy schickte mir nun am 30.11.2018 eine Rechnung für die einmalige Zuzahlung an meine alte Adresse, welche sich auf den Vertrag selbst bezog, also nicht auf den Gegenwert des Handys, sondern so, als hätte ich nie widerrufen (habe ich zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht). Diese Rechnung kam natürlich nicht an, da ich unter dieser Adresse weder gemeldet war, noch einen Postkasten dort hatte.

Irgendwann im Januar bekam ich einen Anruf von den KSP Rechtsanwälten, wieso ich die Forderung nicht ausgleichen würde. Zu diesem Zeitpunkt ging ich davon aus, dass sich die Forderung auf den Gegenwert des Handys bezieht. Dies war jedoch nicht der Fall. Die KSP forderte die einmalige Zuzahlung und zwsichenzeitlich entstandene Mahnkosten, obwohl Sie mich bis dato nicht schriftlich erreicht hatten. Ich handelte mit Ihnen eine monatliche Ratenzahlung von 100€ aus.

Am 03.04.2019 nun endlich bestätigte mir Sparhandy per Email, dass Ihnen ein Fehler unterlaufen war. Sie hätten zwar den Widerruf an den Mobilfunkanbieter weitergeleitet, von dort aber keine Bestätigung erhalten. Des Weiteren würden mir sämtliche Rechnungsbeträge bis dato erstattet werden. Bis Anfang April hatte ich nun 200€ an die KSP überwiesen, welche sich am 16.04.2019 bei mir meldete und bestätigte, das die geltend gemachte Forderung hier ihre Erledigung gefunden hat. Sie überwiesen mir ebenfalls ca. 68€ zurück auf mein Konto.

Nun da der Missstand geklärt war, habe ich an meine richtige Adresse eine Rechnung von Sparhandy bekommen und einigte mich mit Ihnen auf eine Ratenzahlung. Nun ist aber in dieser neuen Rechnung, für das nicht zurück geschickte IPhone, nicht berücksichtigt, dass ich bereits 200€ - 68€ = 132€ an die KSP für die falsche Forderung bezahlt habe.

Meine Frage nun, kann ich diesen Betrag von 132€ von der nun gerechtfertigten Forderung abziehen, da es nicht mein verschulden war, oder muss ich den Verlust hinnehmen, weil ich auf die unberechtigte Forderung der KSP eingegangen bin. Meine Befürdchtung ist, dass ich es hinnehmen muss, da ich die Forderung der KSP hätte widerrufen können, jedenfalls ab dem Zeitpunkt, an dem Sie mich tatsächlich schriftlich erreichten (Januar 2019). Ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass die Forderung sich auf die einmalige Zuzahlung bezieht, sondern ging fest davon aus, dass sie sich auf den Gegenwert des Handys bezieht. In der Forderung der KSP steht aber, dass es um die Rechnung vom 20.11.2018 handelt. Ich habe zu diesem Zeitpunkt leider nicht geschaltet und bin habe wie erwähnt, eine Ratenzahlung mit der KSP vereinbart. Ich ahbe Sparhandy darauf aufmerksam gemacht und sie antworteten, dass ich mich bzgl. der 132€ direkt an die KSP wenden soll, da diese die 200€ von Sparhandy abgezogen hätte. Die KSP reagiert natürlich nicht auf meine Rückforderung.

Wie würdet Ihr in dieser Situation vorgehen?

Vielen Dank im Vorraus für die von euch genommene Zeit für meine Problemstellung und eure Antworten und Anregungen.

Mit freundlichen Grüßen

D.A.

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Forderung ksp Frage Betrag


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Jonathon
Status:
Praktikant
(643 Beiträge, 231x hilfreich)

Ich würde den Geiern von ksp ein kurzes Schreiben schicken:

Werte Rechtsverdreher,
ich komme zurück auf das Aktenzeichen xxx.xxxx vom xxx.xxx
in dem hierzu von Ihnen versendetem Schreiben teilten Sie mir mit, dass die Forderung bei Ihnen Erledigt ist.
Trotzdem haben Sie mir von meinen Überwesiungsbeträgen nur 68,-€ zurücküberwiesen.
Ich darf Ihnen hier dringend empfehlen, Rücksprache mit Ihren Auftraggebern in der Sache zu halten.
Die Forderung ist nicht nur erledigt, sondern viel wichtiger ist, diese hat nach Bestätigung von Sparhandy so nie bestanden, folglich gabe es auch nie einen Verzug, der Ihre Beauftragung gerechtfertigt hätte.

Ich fordere Sie hiermit auf, mir den noch offenen Restbetrag von 132,-€ bis zum (14 Tage nach Briefdatum) auf mein Ihnen bekanntes Konto zu erstatten.

Bitte haben Sie Verständis dafür, dass ich bei fruchtlosem Ablauf der Frist Zahlungsklage gegen Sie einleiten werden.

MFG

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt: Keine Rechtsberatung. Es gilt §675(2) BGB.
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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22630 Beiträge, 14909x hilfreich)

Zitat:
Meine Frage nun, kann ich diesen Betrag von 132€ von der nun gerechtfertigten Forderung abziehen

Kurz und Knapp: Ja. Es gab ja nicht mal Verzug. Die haben gleich mehrere Fehler gemacht. Einmal mit der falschen Adresse und einmal mit der falschen Rechnung.

Zitat:
Ich ahbe Sparhandy darauf aufmerksam gemacht und sie antworteten, dass ich mich bzgl. der 132€ direkt an die KSP wenden soll, da diese die 200€ von Sparhandy abgezogen hätte.

Genau das würde ich gerade nicht machen. Das ist die von denen beauftragte Kanzlei. Die haben das mit denen zu klären. Du ziehst einfach von dem jetzt geforderten die 132€ ab und weigerst dich, mehr zu bezahlen.

Wenn du jetzt zur KSP gehst, dann schicken die dich wieder im Kreis herum.

Stur das bezahlen, was Sparhandy zusteht (also ohne die 132€ ;) . Mehr nicht. Wenn dann der Rest vermutlich wieder über KSP eingefordert wird, dann würde ich reagieren und denen in überdeutlichen Worten klar machen, dass für den Unfug verantwortlich sind und wenn die diese 132€ haben verschwinden lassen statt an Sparhandy weiterzureichen, würde man das gerne mal der Polizei schildern. Denn das wäre dann wohl Unterschlagung und Betrug.
Auf dem Ohr sollten sie dann nicht taub sein.

Bei Jonathans Vorschlag sehe ich folgendes kommen: KSP ignoriert dich weiterhin und am Ende musst du Geld einklagen und gegen deren Inkassogebühren ankommen. Denn im Zweifel haben die dein Geld einfach damit verrechnet. Damit bist du in einer doofen Situation.
Umgekehrt, also wenn du einfach der Sparhandy diese 132€ verweigerst, muss sich Sparhandy dann vor Gericht trauen und den ganzen Unsinn erst mal begründen. Dann sind die in der blöden Situation.

-- Editiert von mepeisen am 31.07.2019 17:47

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#3
 Von 
neptun230
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Leute,

vielen Dank für eure Antworten. Also ihr seid der Meinung, obwohl ich die Chance hatte, das Mahnschreiben der KSP zu widersprechen, weil dort von der Rechnung vom 20.11.2019 und der einmaligen Zuzahlung die Rede war, ich trotzdem im Recht bin, weil der Fehler von Ihnen ausging. Im Prinzip dachte ich auch, ich kann es so machen wie mepeisen es vorschlägt, ich habe nur Angst, dass ich nicht im Recht bin, weil ich auf die Forderung eingegangen bin. Ich bin ja nur Laie aber ich meine mich zu erinnern, dass schon das Zustimmen auf so eine Forderung diese Forderung sozusagen absegnet. Andererseits hätte mir die KSP ja in dem Fall garnichts mehr zurück erstatten müssen.

Danke für eure Anregungen.

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22630 Beiträge, 14909x hilfreich)

Du bist einem Irrtum unterlegen. Das ist der Punkt. Und der Irrtum wurde von denen provoziert. So ist meine relativ einfache Meinung.

Es ist zwar immer blöd, quasi durch Zahlungen eine Art Einverständnis zu zeigen, aber solange du nicht per Gerichtsverfahren oder Notar wirklich die Schulde eingestanden hast, ist das nichts, was man nicht wieder reparieren kann durch eine klare Haltung.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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