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Forderung EOS DID (Otto) - Verjährung

12. Juli 2022 Thema abonnieren
 Von 
DDG
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Forderung EOS DID (Otto) - Verjährung

Hallo liebes Forum,

meine Frage bezieht sich auf folgenden Hergang:
Im April 2016 habe ich bei Otto eine Gefrierkombi über Ratenzahlung (9 Monate also bis ins Jahr 2017) gekauft.
Im Juni 2017 erhielt ich ein Zahlungsaufforderung des EOS DID in Höhe von 114,39€ mit Hauptforderung 20,20€ (dass die Inkassogebühren nicht erhoben werden dürfen ist mir in diesem Fall bewusst, weil Konzern intern). Bis Mitte des Jahres 2018 erhielt ich in etwa monatlich erneute Zahlungsaufforderungen, welche schließlich auch androhten ein gerichtliches Verfahren einzuleiten, wenn ich nicht innerhalb einer bestimmten Frist zahlte. Nach Ablaufen dieser Fristen wurden jedoch nie gerichtliche Schritte eingeleitet, stattdessen gab man sich verständnisvoll und wollte mir noch einmal entgegenkommen. Im Jahr 2018 erhielt ich schließlich einige wenige Schreiben eines anderen, ebenfalls zu Otto gehörigen, Inkassounternehmens, welches nun die Zahlung einforderte, bis irgendwann (ab Mitte 2018) gar keine Schreiben mehr kamen. Das Vorgehen deckte sich auch hier mit dem der EOS, gerichtliche Verfahren wurden ebenfalls nicht eingeleitet.
Auf die Inkasso Schreiben hatte ich nicht schriftlich reagiert. Ich hatte lediglich nach dem ersten Schreiben telefonisch von der Forderung Abstand genommen. Rückblickend, denke ich, war dieses Vorgehen wahrscheinlich nicht ideal.

Gestern erhielt ich plötzlich eine Email der EOS DID mit einer Zahlungsaufforderung und folgendem Anschreiben: "Guten Tag X, in dieser Sache haben wir Sie längere Zeit nicht angeschrieben. Haben sich Ihre finanziellen Verhältnisse in der Zwischenzeit erholt, dass Sie jetzt in der Lage sind, diese Forderung zu bezahlen?" und folgender Kostenaufstellung:
"SCHULDANERKENNTNIS
Die fällige Schuld gegenüber EOS Investment GmbH vorm. Forderung der Firma Otto
Hauptforderung EUR 20,20
Verzugsschaden der Auftraggeberin EUR 40,00
Inkassovergütung (Verzugsschaden gem. §§ 280, 286 BGB) EUR 54,51
Zinsen gem. § 288 I BGB p. a. bis 11.07.2022
bereits entstanden EUR 4,39
abzgl. Zahlungen EUR 0,00
Gesamtbetrag EUR 119,10
zzgl. weiterer 4,120 % Zinsen p. a. auf die jeweils restliche Hauptforderung erkenne/n ich/wir - als Gesamtschuldner - an.
Das Anerkenntnis umfasst die o.g. Positionen. Es kann nach dem Anerkenntnis in der Regel nicht mehr geltend gemacht werden, dass die anerkannte Forderung nicht bestehe, diese Forderung bereits erfüllt oder verjährt sei."


Ich habe nicht vor ein Schuldeingeständnis zu unterzeichnen oder die, meines Erachtens unberechtigte, Forderung zu erfüllen. Ungeachtet dessen gehe ich gehe ich davon aus, dass eine Forderung in diesem Fall ohnehin seit 31.12.20 verjährt sein müsste. Liege ich in dieser Annahme richtig oder kann sich die dreijährige Verjährungsfrist durch das Z3ahlungsaufforderungen eines Inkassounternehmens, wider meines Wissens verlängern/verschieben?

Ich bedanken mich im Voraus für die Hilfe in meiner Angelegenheit.

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(614 Beiträge, 130x hilfreich)

Zitat (von DDG):
Im Jahr 2018 erhielt ich schließlich einige wenige Schreiben eines anderen, ebenfalls zu Otto gehörigen, Inkassounternehmens,
DID ? (Deutscher Inkassodienst?)

Zitat (von DDG):
Die fällige Schuld gegenüber EOS Investment GmbH vorm.
Dann solltest du dich der Sammelklage vll. mal anschließen: https://www.musterfeststellungsklagen.de/eos

Zitat (von DDG):
Ungeachtet dessen gehe ich gehe ich davon aus, dass eine Forderung in diesem Fall ohnehin seit 31.12.20 verjährt sein müsste.
Genau genommen wäre es der 01.01.2022 gewesen, wenn nicht durch Fristverlängernde Maßnahmen (Mahn- / Vollstreckungsbescheid) die Frist verlängert wurde.

Wenn 2018 die letzte Forderung kam, +3 Jahre und am dem 1. Tag des 4. Jahres ist eine Forderung dann verjährt. Genau genommen um 0:00:01 des neuen Tages.

Zitat (von DDG):
Gestern erhielt ich plötzlich eine Email der EOS DID
Hier müsste EOS nachweisen dass dich die E-Mail erreicht hat, aber ändert nichts an der Verjährung.
Persönlich würde ich einmalig per FAX mit Sendungsnachweis oder Einschreiben mit Rückschein der Forderung widersprechen und die Einrede der Verjährung geltend machen. Danach nur noch reagieren bis ein Mahnbescheid kommt.

Zitat (von DDG):
Ich hatte lediglich nach dem ersten Schreiben telefonisch von der Forderung Abstand genommen. Rückblickend, denke ich, war dieses Vorgehen wahrscheinlich nicht ideal.
Es war nicht nur nicht Ideal, sondern viel mehr hat dieses Telefonat nie stattgefunden und daher auch irrelevant.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
DDG
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DStein):
Genau genommen wäre es der 01.01.2022 gewesen, wenn nicht durch Fristverlängernde Maßnahmen (Mahn- / Vollstreckungsbescheid) die Frist verlängert wurde.

Wenn 2018 die letzte Forderung kam, +3 Jahre und am dem 1. Tag des 4. Jahres ist eine Forderung dann verjährt. Genau genommen um 0:00:01 des neuen Tages.


Vielen Dank für die Antwort!

Das würde bedeuten, dass die Verjährung an die Zahlungsaufforderungen eines Inkassounternehmens geknüpft wäre statt an das Rechnungsdatum des Ratenkaufs? Ich bin bisher davon ausgegangen, dass lediglich durch eine gerichtliches Mahnverfahren, nicht aber durch Zahlungsaufforderungen eines Inkassobüros die Verjährungsfrist aufgeschoben werden kann.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(614 Beiträge, 130x hilfreich)

Du musst es aus dieser Sicht betrachten: Wie willst du nachweisen, dass dich ein Brief oder eine E-Mail erreicht hat, geschweige eine SMS. Bei einem normalen 80 Cent Brief, gibt es keinen Nachweis. Somit wäre das unzulässig sagen zu können "Aber wir haben am X geschickt, die Frist hat sich verlängert".

Wenn der Schuldner aber nie Kenntnis darüber erlangt haben kann (fehlender Nachweis), kann dieser auch nicht theoretisch reagieren. Es muss nachgewiesen werden dass dich das Schreiben zu 100% erreicht hat. Bei einem Gerichtlichen Brief erfolgt hier die förmliche Zustellung (Nachweis). Ob du die Post dann auch liest, das ist eine andere Sache.

Bei SMS und E-Mail ist das ganze nochmal schwieriger. Bei einer SMS kann das nur ein Netzbetreiber bestätigen (m.W.), bei einer E-Mail ist es ähnlich oder gar Identisch. Daher heben einfache Schreiben eine Verjährung nicht auf.

Zitat (von DDG):
Ich bin bisher davon ausgegangen, dass lediglich durch eine gerichtliches Mahnverfahren, nicht aber durch Zahlungsaufforderungen eines Inkassobüros die Verjährungsfrist aufgeschoben werden kann.
Das ist in soweit auch korrekt.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12313.07.2022 06:52:04
Status:
Beginner
(106 Beiträge, 15x hilfreich)

Zitat (von DDG):
Im Juni 2017 erhielt ich ein Zahlungsaufforderung

Zitat (von DStein):
Genau genommen wäre es der 01.01.2022 gewesen, wenn nicht durch Fristverlängernde Maßnahmen (Mahn- / Vollstreckungsbescheid) die Frist verlängert wurde.

Wenn 2018 die letzte Forderung kam, +3 Jahre und am dem 1. Tag des 4. Jahres ist eine Forderung dann verjährt. Genau genommen um 0:00:01 des neuen Tages.


Was hat denn die letzte Forderung aus 2018 damit zu tun? Alles aus 2017 ist am 01.01.2021 verjährt, wenn nicht irgendwelche Gründe dagegen sprechen. Wiederkehrende Schreiben eines Inkassobüros hemmen keine Verjährung.

2x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104401 Beiträge, 37636x hilfreich)

Zitat (von DDG):
Ungeachtet dessen gehe ich gehe ich davon aus, dass eine Forderung in diesem Fall ohnehin seit 31.12.20 verjährt sein müsste.

In der Realität ist es das aber nicht, da Verjährung nur nach Fristablauf und Erhebung der Einrede der Verjährung erfolgt.



Zitat (von gyod1985):
Alles aus 2017 ist am 01.01.2021 verjährt,

Das sieht der Gesetzgeber aber nun mal komplett anders.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12313.07.2022 06:52:04
Status:
Beginner
(106 Beiträge, 15x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das sieht der Gesetzgeber aber nun mal komplett anders.

Vielleicht solltest du dann auch mal den Rest meines Satzes berücksichtigen und nicht nur die Hälfte.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
bertram-der-bärtige
Status:
Lehrling
(1146 Beiträge, 94x hilfreich)

Zitat (von gyod1985):
Vielleicht solltest du dann auch mal den Rest meines Satzes berücksichtigen und nicht nur die Hälfte.

Warum?
Wenn erst Hälfte falsch ist.
Rettet die zwite Hälfte nix mehr.

Signatur:

Ich weiß, dass ich nicht alles weiß. Manchmal ist es schön, nicht alles zu wissen.

0x Hilfreiche Antwort

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