Forderung durch R.Haas/S-Bahn

19. April 2012 Thema abonnieren
 Von 
phansen
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Forderung durch R.Haas/S-Bahn

Liebe Nutzer, nach durchforschen dieses Forums habe ich schon einige interessante Tipps gelesen, leider trifft alles nicht genau auf meine Frage zu. Zunächst kurz der Ablauf der Ereignisse:

- Anfang 2010 ohne Fahrschein in S-Bahn kontrolliert, Fahrschein innerhalb der Frist nachgezeigt: Festsetzung der Gebühr auf 7 €
- Gegen diese 7 € habe ich schriftlich Einspruch eingelegt (aufgrund der damaligen desaströsen Lage bei der S-Bahn in Berlin), nach diesem Einspruch habe ich nichts mehr gehört(auch keine Mahnung o.ä.), bin also von einer Annahme ausgegangen.
- vor ca. 3 Wochen Forderung von ca. 29 € durch infoscreen erhalten
- mit S-Bahn telefoniert (02.04.12, Name der Mitarbeiterin und Zeit notiert), Auskunft: Wir kümmern uns, für sie ist der Fall erledigt.
- Nun Forderung von ca. 56 € durch Rechtsanwalt R. Haas und Kollegen, bei der S-Bahn will niemand mehr was von der vorherigen Info wisse, R.Haas stellt sich auch stur nach Telefonat.

Meine Frage: Was kann ich tun, welche Gebühren muss ich zahlen? Gerne begleich ich die Hauptforderung o.ä., wie soll ich mich weiter verhalten? Ablauf schriftlich mit Einspruch an R.Haas übermitteln und Vergleich anbieten? Ein Aussitzen der Sache ist mir evtl. zu riskant...?!? Muss ich irgendwann mit einem Schufaeintrag rechnen? Das will ich natürlich unbedingt vermeiden...

Vielen Dank im Vorweg für die Infos.

-- Editiert phansen am 19.04.2012 11:55

Post vom Inkassobüro?

Post vom Inkassobüro?

Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2281 Beiträge, 1339x hilfreich)

Nun, dann warten Sie den Mahnbescheid ab, und legen Sie Widerspruch ein.
Lassen Sie die Dame als Zeugin einladen.
Obwohl- greifen wir zum Telefon und erledigen die Sache.
Da können Sie sich auch auf dem Bahnsteig stellen und
Ihren Widerspruch ausrufen.Sie hätten das Telefongespräch
zumindest schriftlich - per Einschreiben mit Rückschein- bestätigen sollen.Per Telefon läßt sich n i c h t s erledigen.



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
phansen
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, jetzt ist mir auch klar, dass ich der Aussage nicht hätte vertrauen dürfen bzw. mich schriftlich hätte absichern müssen. Aber zu spät. Die Frage ist ja, was meine Möglichkeiten jetzt sind bzw. die Erfolgschancen.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
xpuff666
Status:
Schüler
(291 Beiträge, 192x hilfreich)

Also, ob man um die 7€ rumkommt, kann ich nicht sagen, so ein erhöhtes Beförderungsentgeld bei Zeitkarten (z.B. Monatskarte, Semesterticket), wenn man sie nicht dabei hat und später nachzeigt, ist gängig, aber die Rechtslage dazu kenne ich nicht.

Aber:

- ein Inkasso darf eine bestrittene Forderung eigentlich gar nicht eintreiben und schon gar keine Inkassogebühr verlangen (bzw. sie dürfen sie zwar verlangen, aber man muss sie nicht bezahlen). Wahrscheinlich ist es deshalb auch so schnell an die (Masseninkasso-)Anwaltskanzlei gegangen.

Lässt sich der Widerspruch beweisen? Zeugen o.ä.? Wenn ja, sollte man bzgl. Inkasso auf der sicheren Seite sein, wenn nicht, sieht mir zumindest die schnelle Abgabe an den Anwalt danach aus, dass der Widerspruch vorliegt.

Eine widersprochene Forderung darf nicht bei der Schufa eingetragen werden, solange sie nicht tituliert ist (Vollstreckungsbescheid, Urteil). Pfändungen, Gerichtsvollzieher und ähnliches kommen gar nicht ohne vollstreckbaren Titel. Wobei es einzelne zwielichtige Geldeintreiber aus der Abzockerszene gibt, die illegal sog. Vorpfändungen (z.B. Kontosperren) ohne Vollstreckungstitel veranlassen - das ist aber ein anderes Thema.

Der Gesprächspartner war vermutlich nicht RA Haas, sondern nur irgendein Callcenter-Mitarbeiter, der immer nur auf alles zahlen drängt und überhaupt keine Befugnis hat, Widersprüche anzunehmen oder verringerte Zahlungen auszuhandeln. Oder hat er sich persönlich gemeldet (würde mich wundern...)?

Der Anwalt darf nicht Inkassogebühren zusätzlich zu Anwaltskosten verlangen (womöglich wurde auch nur kurz über Inkasso geleitet, um einen weiteren Gebührenposten zu generieren) - bzw. er kann es verlangen, in der Hoffnung, dass "Dumme" aus Angst zahlen, aber er kann es nicht durchsetzen, wenn man sich richtig wehrt. Einige Masseninkasso-Anwälte haben deswegen auch schon standesrechtliche Scherereien bekommen. Wenn man die Hauptforderung zahlen sollte, weswegen auch immer, dürfte die berechtigte Gebühr nur für den Anwalt in so einem Massenverfahren, wo man eigentlich nur mit einem Computer und Callcenter-Agents kommuniziert, bei maximal Faktor 1,0, eher 0,8 oder weniger, liegen - RVG 1,0-Gebühr: 35,70€ inkl. MWSt und Schreibpauschale bei Forderungen bis 300€.



-- Editiert xpuff666 am 19.04.2012 20:40

-- Editiert xpuff666 am 19.04.2012 20:40

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
phansen
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zunächst danke für die Hinweise. wenn ich um die 7 € nicht herumkomme, ist in Ordnung, ich hätte sie auch damals gezahlt, wenn der Widerspruch abgelehnt worden wäre, jedoch kam ja keine Antwort (2 Jahre lang) und erst jetzt die Inkassogeschichte. Für das Absenden des Widerspruchs habe ich Zeugen. Muss die S-Bahn nicht auf einen solchen Widerspruch reagieren? Ich ging ja damals von einer Annahme aus, da nichts kam.

Ja, habe nur mit Callagents telefoniert. Sehr unfreundlich und darauf aus, einem Angst einzujagen.

Was ist dein Tipp? Eine Darstellung der Geschehnisse mit Feststellung des damaligen Widerspruchs (Brief ist auch noch vorhanden) an die Kanzlei und die gesamte Forderung nicht Anerkennen? Hauptforderung bezahlen (dann muss ich aber auch Anwaltsgebühren bezahlen?), oder was sollte ich zahlen? Gebühren sehen so aus:

1. Hauptforderung: 7 €
2. Verzugszins: 0,76 €
3. Inkassokosten: 5 €
4. Kontoführungskosten: 7 €
5. Ermittlungskosten: 8,70 €
6. Auslagepauschale (laut Anwaltsbrief): 27 € (sind das die Anwaltskosten?)

(Ermittlungskosten, da ich umgezogen bin, hatte aber ein Nachsendeantrag, bis 1 Jahr nach dem Geschehen kann ich Nachweisen, dass ich bei der alten Adresse zu erreichen war (Antrag liegt noch vor), laut R.Haas war erster Kontaktaufnahmeversuch jedoch auch erst Februar 2012).

Ich habe hier ja schon einiges gelesen hier im Forum, ich überlege halt, ob ich das Risiko und die Ungewissheit einen Mahnbescheid zu bekommen eingehe und weiß nicht, ob ich bei eventuellem Verfahren durch den Widerspruch damals und die Auskunft der S-Bahn-Mitarbeiterin nach dem Inkassobrief im Recht wäre?

Vielen Dank für eure Zeit.

-----------------
""

-- Editiert phansen am 20.04.2012 01:27

-- Editiert phansen am 20.04.2012 01:28

-- Editiert phansen am 20.04.2012 01:30

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
TF1970
Status:
Lehrling
(1167 Beiträge, 314x hilfreich)

quote:
- Gegen diese 7 € habe ich schriftlich Einspruch eingelegt (aufgrund der damaligen desaströsen Lage bei der S-Bahn in Berlin), nach diesem Einspruch habe ich nichts mehr gehört(auch keine Mahnung o.ä.), bin also von einer Annahme ausgegangen.


Was haben denn die 7 EUR Nachgebühr mit der desaströsen Lage der SBahn zu tun ??

Zahl RA-Kosten + die 7 EUR und gut ist es.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2910 Beiträge, 1317x hilfreich)

quote:
Was haben denn die 7 EUR Nachgebühr mit der desaströsen Lage der SBahn zu tun ??


Nehmen wir ein Bibelzitat. "Wer frei von Schuld, werfe den ersten Stein"

Will sagen, die SBahn Berlin ist eine gute Zeitlang nicht ihrem Gesetzlichen Auftrag nachgekommen, und zwar, weil sie selber gepennt hat. Fairerweise hätte sie jedem Fahrgast Schadensersatz zahlen müßen. Wäre dies der Fall gewesen, gäbe es nur in Berlin keine SBahn mehr. Also hat man hier milde walten lassen. Was für mich jedoch unverständlich ist, das die PErsonellen Konsequenzen überschaubar waren.

Zurück zum Fall. Und generell alles was mit der Baden Badenere Connection zu tun hat.

Per Fax oder Brief ersteinmal die original Bevollmächtigung fordern.
Die werden einem immer wieder eine Kopie einer Generalvollmacht vorlegen. Sie können jedoch darauf bestehen, das Sie eine Vollmacht für ihren Fall bekommen. Über diese Vollmacht würden Sie nämlich den Prokuristen der Bahn erfahren, der das beauftragt hat, und könnten sich direkt mit dem auseinander setzen. Soweit kommt es in der Regel nicht. Denn spätestens nach der dritten Kopie der generalvollmacht gibt Infoscore und RA Haas auf.

-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
phansen
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:
Will sagen, die SBahn Berlin ist eine gute Zeitlang nicht ihrem Gesetzlichen Auftrag nachgekommen, und zwar, weil sie selber gepennt hat.


Genau daher habe ich Widersprochen.

Wenn ich diese Vollmach fordere, sind damit die laufenden Fristen ersteinmal unterbrochen?

Kannst du mir irgendein Satz bzw. eine Formulierung sagen, die dieses Fax enthalten soll, heißt: Worauf kann ich mich bei der Forderung der Bevollmächtigung rechtlich beziehen?
Soll ich in dem Schreiben auch nochmal Feststellen, dass ich damals widersprochen habe? Evtl. Kopie des Widerspruchs beilegen?

Danke!

-----------------
""

-- Editiert phansen am 20.04.2012 12:24

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2910 Beiträge, 1317x hilfreich)

Also ich schreibe denen immer,

"Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne würde ich mich mit Ihnen über die Sache auseinandersetzen. Hierfür brauche ich jedoch ersteinmal eine original unterschriebene Vollmacht von einem Prokuristen der Deutschen Bahn AG, aus welcher hervorgeht, dass Sie in diesem Fall durch die Deutsche Bahn AG beauftragt worden sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Bla Bla."




-----------------
" "

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.576 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.459 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen