H&M - Inkassoverfahren durch infoscore

13. Mai 2020 Thema abonnieren
 Von 
lazoro
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
H&M - Inkassoverfahren durch infoscore

Hallo zusammen,

ich habe mich die letzten Tage viel mit den Forumsbeiträgen von 123recht.de beschäftigt und nach einem ähnlichen Fall gesucht. Ich habe einiges gefunden, würde aber jetzt doch ganz gerne einmal meinen Fall schildern, um vielleicht (hoffentlich) eine individuelle Antwort zu bekommen.

Ich habe im März 2019 zwei Bestellungen bei H&M getätigt.

1) Aufgeteilt auf zwei Pakete:
1a) Paket 1: 7 Artikel im Wert von 150,93€
1b) Paket 2: 1 Artikel im Wert von 14,99€
=> Gesamtwert von Bestellung 1: 165,92€

2) 3 Artikel im Wert vom 49,97€

=> Gesamtwert beider Bestellungen: 215,89€

Zurückgesendet habe ich:
1a) 6 Artikel (behalten: 1 Artikel im Wert von 24,99€ )
1b) komplett
2) 1 Artikel im Wert von 19,99€ (behalten: 2 Artikel im Wert von 29,98€ )

=> Behalten habe ich also 3 Artikel im Wert von 54,97€. Meine Rechnung hätte inkl. der 1€-Gebühr für die Monatsrechnung also 55,97€ umfassen müssen.

In meinem Konto wurde mir folgendes als retourniert angerechnet:
1b) komplett
2) komplett

Und dann ging das Chaos los...
Paket 1a) kam vielleicht im Lager an, vielleicht aber auch nicht.

Auf der ersten Monatsübersicht wurde mir nur Paket 1b anerkannt. Die Summe betrug 201,90€. Wenig später wurde mir auch Paket 2 anerkannt.
Ich habe dann noch etwas gewartet und gehofft, dass die Summe von Paket 1a auch irgendwann abgezogen wird und ich die Summe dementsprechend überweisen kann. Mitte April habe ich dann das erste Mal mit H&M telefoniert, wo mir (leider nur mündlich) gesagt wurde, dass es irgendwelche Probleme in dem Lager in Polen gab und ich noch warten soll bis sich H&M wieder bei mir meldet. Ich habe dann noch einmal schriftlich per Mail bestätigt, welche Jeans für wie viel € ich behalten und was ich alles zurückgeschickt habe. Den Retourbeleg habe ich angehangen.

Komischerweise wurde im Mai dann eine Rücksendung über 24,99€ von Paket 1a in meinem Kundenkonto verbucht (anstatt der eigentlich zurückgesendeten 125,94€ ). Ich schätze inzwischen, dass H&M da einfach was vertauscht hat. Damals war ich dann komplett verwirrt, habe nochmal mit H&M telefoniert und hab wieder die Aussage bekommen, dass ich warten soll.

Im September kam dann die erste Mail von infoscore: ich wäre in Zahlungsverzug, die Firma IFA Finance DAC hat infoscore beauftragt, das Inkassoverfahren einzuleiten (H&M hat also IFA Finance DAC beauftragt, die wiederum infoscore?!) bla bla usw. Forderungssumme war 155,92€, was für mich überhaupt keinen Sinn machte.

Ich habe daraufhin infoscore nochmal den Retourbeleg geschickt, den Mailverkehr mit H&M angehangen und bis März nichts mehr von denen gehört.
Dann sollte ich in einem Formular ausfüllen, dass ich die besagte Bestellung X mit den 6 Artikeln zurückgesendet habe und das unterschrieben an infoscore zurücksenden. Gesagt, getan. Die Summe von 125,94€ wurde mir auch tatsächlich in meinem Kundenkonto gutgeschrieben.

Nachdem das ganze sich ja dann auch schon 12 Monate zog, hab ich echt nicht auf dem Schirm gehabt, dass bei einer Forderungssumme von 155,92€ und einem Erlass von 125,94€ noch knapp 30€ offen sind.
Eine endgültige Rechnung bekam ich aber auch nicht, geschweige denn eine Erinnerung, dass noch Summe x offen ist.

Letzte Woche kam dann die Mail, dass ich bitte die offenen 30€ + Mahngebühren + Zinsen + Inkassokosten (insgesamt knapp 110€ ) bis zum 16.05. bezahlen soll. Ich habe daraufhin unglaublich oft mit H&M und infoscore telefoniert.

H&M sagt, sie können in meine Transaktionen nicht gucken, weil sie alles in infoscore abgetreten haben. Infoscore sagt, sie können quasi nur die relevante Transaktion sehen. Ich habe jetzt per Mail eine Aufstellung von meinen Bestellungen und Transaktionen angefordert, um eine Übersicht zu bekommen. Ist das per Mail überhaupt okay? Oder lieber per Einschreiben? Bringt das überhaupt was?

Die offene Summe von 30€ macht einfach keinen Sinn. Es müssten nämlich eigentlich diese 55,97€ von oben sein. Soll ich mich jetzt freuen, dass H&M nur 30€ möchte und das einfach bezahlen? Irgendwie würde ich schon gerne die richtige Summe bezahlen, aber nicht nochmal ein Jahr mit dem ganzen Schei* verbringen. Die Inkassokosten von 75€ sehe ich auch irgendwie nicht ein.

Habt ihr einen Tipp? Soll ich die Summe einfach bezahlen? Wenn ja, an H&M oder Infoscore?

Ich finde das alles sehr undurchsichtig und bin inzwischen auch echt sauer. Hatte davor nie Probleme mit H&M. Wofür gibt es denn diese Retourbelege, wenn sie dann nicht anerkannt werden...

Sorry für den langen Beitrag! Ich musste da die letzten Tage erstmal selbst durchblicken. H&M und infoscore waren da jetzt nicht so die Hilfe.

Viele Grüße und danke!


-- Editiert von lazoro am 13.05.2020 14:19

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16179x hilfreich)

Besser wäre es gewesen, deine ursprüngliche Gegenrechnung aufzumachen und die ursprünglichen 55€ direkt zu überweisen. Damit geht man dem Ärger immer insoweit aus dem Weg, als man die Diskussion nur auf die nicht anerkannte Retoure verschiebt. Insofern waren wohl auch die Mahnungen berechtigt.

Ich würde das nun nachholen (also den offenen Betrag mit Mahnkosten und Zinsen zweckgebunden überweisen). Ich würde auch wirklich die 55€ als Basis nehmen, denn wenn die am Ende doch vor Gericht ziehen sollten, macht es einen guten Eindruck, wenn man eine sehr einfache und richtige Gegenrechnung vorlegt und die ihre eigene Buchhaltung niemandem erklären können...

Für die Inkassokosten sehe ich keinerlei Grundlage. Es gab einen offenen Disput und die ständigen Rechnungsfehler von denen hätten erst mal gelöst werden müssen, bevor sie ein Inkasso einschalten. Du hast die Aussage, dass es im Lager in Polen (?) Probleme gab, zwar nur mündlich. Aber normalerweise legt es kein Inkasso drauf an, unter so Voraussetzungen zu klagen. Denn letztendlich haben sie ja alles so anerkannt und du hast die Retourenbelege. Verluste auf dem Transportweg sind des Händlers Problem.

Dem Inkasso schreiben, dass man die Inkassokosten zurückweist.

-- Editiert von mepeisen am 14.05.2020 05:39

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(633 Beiträge, 139x hilfreich)

Zitat (von lazoro):
Letzte Woche kam dann die Mail, dass ich bitte die offenen 30€ + Mahngebühren + Zinsen + Inkassokosten (insgesamt knapp 110€ ) bis zum 16.05. bezahlen soll.
Damit kämen die sowieso nicht weit wenn es zu einer Klage kommen würde, weil hier nur eine Gebühr mit 0.3 veranschlagt werden kann. Spricht 18,00 (15,00 Inkassogebühren + 3,00 Auslagen) + Zinsen.

Ansonsten hat mepeisen ja schon alles gesagt.
Würde ich erst mal so machen und schauen was dann passiert.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
lazoro
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke, mepeisen und DStein! Genau von euch hab ich mir eine Antwort erhofft :) .

Ich habe in einer der ersten Mails an H&M letztes Jahr sogar angekündigt, dass ich die 55€ überweisen werde. Hab's dann letztendlich nicht gemacht, weil kurz darauf die Rechnung kam, auf der mir die 25€ gutgeschrieben wurde und ich das nicht zuordnen konnte. Ich hatte irgendwann Schiss, dass mir das Geld letztendlich nicht anerkannt wird. War blöd... :sweat:

Habe soeben das Geld (offene Summe + Mahnung + Monatsrechnung + Zinsen) an H&M überwiesen. Die werden jetzt erstmal überfordert sein, weil das mehr ist als gefordert.

Zitat (von mepeisen):
Du hast die Aussage, dass es im Lager in Polen (?) Probleme gab, zwar nur mündlich


Jap, Polen. Das Lager steht sogar auf dem Retourbeleg drauf.

Ich schreibe Infoscore jetzt, dass ich die Inkassokosten verweigere, weil es einen offenen Disput gab und die geforderte Summe nicht richtig war/ist und es dementsprechend keine Grundlage für deren Forderung gibt. Ist das okay so?

Vielen, vielen Dank!!

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(633 Beiträge, 139x hilfreich)

Es freut mich / uns wenn man helfen kann, dafür sind wir ja da, dafür sind wir eine Community :)

Zitat (von lazoro):
Ist das okay so?
Ja so kann man es schreiben.
Infoscore ist halt nur eigenwillig, das muss man im Hinterkopf behalten.

1x Hilfreiche Antwort

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