Inkasso COEO, Drohung gerichtliches Mahnverfahren

19. Februar 2013 Thema abonnieren
 Von 
mkpaka
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Inkasso COEO, Drohung gerichtliches Mahnverfahren

Hallo zusammen,
ich ärgere mich derzeit mit der Inkassofirma COEO herum.

Folgendes ist passiert. Ich habe eine kostenpflichtige App geladen im Wert von 2,39 Euro. Da ich schon lange keine kostenpflichtige App mehr geladen habe dachte ich nicht daran, dass die Abrechnung über Click and Buy noch über mein altes, nicht mehr vorhandenes Bankkonto läuft.
Somit hat sich die Sache ewig hingezogen, bis ich irgendwann den Brief des Inkassounternehmens erhalten habe. Eine Information von der Bank habe ich nie bekommen und die Mahnungen kamen nur per E-Mail und sind wohl im Spam-Ordner gelandet, welcher sich automatisch alle drei Tage leert.
Jedenfalls will die Inkassofirma jetzt 101,17 Euro von mir haben. Das sind 4233% der ursprünglichen Summe. Ein Prozentsatz der rechtlich sicherlich niemals durchsetzbar ist, oder? Sogar 20 Euro möchten die von mir haben, weil ich ja umgezogen sei und sie meine Adresse erst ermitteln mussten (bei Click and Buy war noch meine alte hinterlegt). Ich soll also Geld bezahlen, dafür dass die mich abzocken können?

Nach mehreren Abwehrversuchen, schriftlich und per Einschreiben habe ich einen Vergleich vorgeschlagen und 30 Euro überwiesen. Leider wollen die sich damit nicht zufrieden geben und drohen mir mittlerweile mit einem gerichtlichen Mahnverfahren. Wie ich gelesen habe wird aber damit meistens nur gedroht. Des Weiteren stand, dass man eigentlich kein Geld überweisen sollte, da dies als „Schuldeingeständnis" gesehen wird. Allerdings habe ich natürlich eine gewisse Schuld und möchte und werde diese begleichen. Allerdings nicht in der geforderten Höhe von über 100 Euro, da einfach überzogen. Mit 30 Euro habe ich schon 1255% der ursprünglichen Summe bezahlt und sicherlich damit auch genug.
Bitte trotzdem um Meinungen/Erfahrungen.

Post vom Inkassobüro?

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16159x hilfreich)

Es geht nicht um Prozentsätze. Es geht bestenfalls um Kosten nach RVG. Man kann Google nach "RVG-Tabelle" befragen. Insofern mit beispielsweise einer 0,5 Gebühr ist das 12,50€.
Grundsätzlich bist du zunächst Schuld. Dass du umgezogen bist u.ä., dafür kann weder Click&Buy etwas noch das Inkassobüro. Überzogene Gebühren sind dennoch nicht OK.

Unter Verzugsschaden fallen normalerweise: Zinsen, Mahngebühren (Briefporto usw., da per eMail sind das wohl bestenfalls wenige Cents). Auch die Adressermittlung muss von dir bezahlt werden. Wenn du dich allerdings ordnungsgemäß beim Meldeamt umgemeldet hast, sind das nur die Kosten für eine Meldeanfrage. Je nach Gemeinde im einstelligen Euro-Bereich.

quote:
Des Weiteren stand, dass man eigentlich kein Geld überweisen sollte, da dies als „Schuldeingeständnis" gesehen wird.

Das ist so nicht richtig. Die Hauptforderung muss man immer überweisen. Logisch. Die 2,39€ schuldest du denen auch. Auch die nachvollziehbaren Verzugskosten sollte man sicherheitshalber überweisen. Mit 30€ sind die aber sehr gut bedient. Wichtig ist, dass man in der Überweisung oder mittels Brief klar stellt, wofür das Geld ist. Wenn das Geld nicht zurückkommt, gilt die Verrechnung, wie du sie verlangst, vom Gläubiger als akzeptiert.

Sitzt den Rest aus. Einem Mahnbescheid, sollte er kommen, widersprechen. Wenn das Inkassobüro falsche Phrasen verwendet (Pfändung und dergleichen) überschreiten sie die Schwelle zur Nötigung und dann könntest du auch Strafanzeige erstatten.

Vor Gericht müssten sie ihre Kosten begründen und das geht bei fast allen Gerichten schief. Selbst wenn die 20€ Adressermittlung wirklich richtig waren, bleiben immer noch über 7€ übrig, aus denen Zinsen und dergleichen mehr als bedient sind.

Briefkasten im Augen behalten. Kommt es doch wider Erwarten zur Klage, wäre evtl. ein Anwalt ratsam.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13873 Beiträge, 6410x hilfreich)

Komme aus der Inkassobranche

Das geht nie im Leben vor Gericht

weil :

quote:<hr size=1 noshade>Laut IFF (infobrief 18 und 19/2012).sind Inkassogebühren im Zusammenhang mit Online-Bezahlsystemen wie PayPal, Moneybookers, Giropay, und ClickandBuy zahlreiche weitere Anbieter.........nicht durchsetzungsfähig

Quelle

http://www.iff-hamburg.de

Kritik an ClickandBuy aufgrund unzulässiger Inkassokosten

Kaufen im Internet wird immer einfacher. Damit werben neben den bekannten Online-Bezahlsystemen wie PayPal, Moneybookers, Giropay, und ClickandBuy zahlreiche weitere Anbieter.........

......Auf die Anfrage einer Verbraucherzentrale hin hat das iff die Gebührenregelungen in den AGB von ClickandBuy überprüft (infobrief 18 und 19/2012). Das iff ist zu dem Ergebnis gekommen, dass AGB-Klauseln, wonach ein pauschalisierter Schadensersatzanspruch über 10 € für Rücklastschriften oder eine Mahngebühr über 2,50 € verlangt werden kann, gemäß § 309 Nr. 5 BGB und § 307 BGB unwirksam sind. Inkassokosten können überhaupt nicht verlangt werden. Die Bemühungen bei der Forderungseinziehung gehören zum eigenen Pflichtenkreis des Gläubigers. Insbesondere dann, wenn der Anbieter eines Bezahlsystems eingeschaltet wird, der bereits das Inkasso für den Händler übernimmt, wird diese Tätigkeit bereits durch das vom Händler hierfür zu zahlende Entgelt abgegolten. Dieser grundsätzlich nicht ersatzfähige Eigenaufwand für die Einziehung der Rechnung kann zwar ausgelagert werden, der Anbieter des Bezahlsystems verstößt aber gegen seine Schadensminderungspflicht, wenn er die Kosten hierfür vom Verbraucher ersetzt verlangt. Schließlich kann das Inkassobüro auch nicht mehr tun, als der Anbieter des Bezahlsystems selbst. Ist der Verbraucher zahlungsunwillig, wäre seine Einschaltung sogar sinnlos und damit nicht erforderlich......... <hr size=1 noshade>


Mit 30 € (!!) ist der GL sowie das Inkassobüro BESTENS bedient - mehr ist nicht durchsetzungsfähig
ICH hätte die Hauptforderung plus pauschal 10 € (Gebühren für den Lastschriftstorno) an den Gläubiger - also click and buy - überwiesen und gut wäre gewesen

Abgesehen davon hat COEO den Forderungseinzug des 2012 pleite gegangenen Inkassobüros ACOREUS übernommen und benötigt dringend Umsatz ;-))

Die rechtsprechung ist nicht unbedingt inkassofreundlich

http://sudabeh.blog.de/tags/rechtsprechung-inkassogebühren/



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"Empörung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen "

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