Inkasso-Forderung aus 2009

12. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
2015recht123456
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)
Inkasso-Forderung aus 2009

Hey, ich wurde von ein paar Wochen von einem Inkasso kontaktiert, das eine alte Forderung gegen mich aus 2009 eintreiben will.

Sie wurde damals tituliert und ich habe die Hauptforderung auch bezahlt. Allerdings könnte es sein, dass ich die Gesamtforderung aus dem Vollstreckungsbescheid nicht ganz beglichen habe.

Das Inkasso hat jetzt zwar zugesagt, mir eine Kopie des Vollstreckungsbescheids zu schicken, tat es aber nicht. Mir liegt lediglich der Forderungsverlauf vor.

Zusätzlich wurde von diesem Inkasso eine Summe bei der Schufa als eine Titulierte Forderung gegen mich gemeldet, die allerdings nicht richtig sein kann, da sie auch die nach dem Vollstreckungsbescheid entstandenen Zusatzkosten enthält.

Wegen dieser Situation ergeben sich für mich Fragen zu 2 Aspekten.

VERJÄHRUNG

Angenommen, ich finde heraus, wie hoch die Restforderung aus dem Vollstreckungsbescheid ist und bezahle sie jetzt, könnte ich doch sagen, dass die später entstandenen Forderungen gegen mich schon verjährt sind, sofern sie über dem entsprechenden Zeitraum hinaus liegen. Oder?

Aktuell gibt es aber neue Zusatzforderungen. Diese sind doch wahrscheinlich durchsetzbar, sofern sie nicht Zeitlich über die Verjährungsfrist hinaus liegen und die titulierte Forderung noch weiterhin besteht?

Diese Zusatzforderungen müssten vor ihrer Eintreibung aber auch von neuem tituliert werden, um rechtskräftig zu sein? Oder nicht?

Oder dürfen Inkasso-Dienste zusätzliche Kosten auf Vollstreckungsbescheide überhaupt draufschlagen?

Und sollte ich die ev. Restforderung aus dem Titel jetzt noch bezahlen, würde es so ausgelegt werden können, als dass ich der Gesamtforderung zugestimmt habe, d.h. auch den nachträglich berechneten Forderungen und diese damit legitimieren?

Das Inkasso bietet mir auch eine 6-monatige Stundung gegen eine symbolische 10€ Überweisung an. Das kommt mir sehr seltsam vor!

VERWIRKUNG

Faktisch habe ich von dem Büro seit über 9 Jahren nichts mehr gehört. Ich bin im Laufe der Zeit allerdings auch mehrere Male umgezogen. Und laut der aktuellen Forderungsaufstellung, hat es in den Jahren 2019 und 2021 Adressermittlungsversuche zu meiner Person gegeben ("Ermittlungskosten Multi").

Zwischen 2010 und 2019 wurde aber laut Forderungsaufstellung nichts weiter unternommen. Lediglich 2013 gibt es einen Eintrag "NF Vollstreckungsgebühr", was für die Verwirkung wahrscheinlich unbedeutend ist, da es nichts dazu beigetragen hat, die Kosten einzutreiben.

Und angenommen, ich will mich auf die Einrede der Verwirkung berufen. Wahrscheinlich muss ich dann eine Klage einreichen, um es durchzusetzen?

Ich danke allen im Voraus für das Teilen ihrer Meinung mit mir! Falls ich im Verlauf meiner Schilderung zu falschen Annahmen gekommen sein soll oder die Terminologie nicht richtig anwende, bitte ich es mir damit zu entschuldigen, dass ich kein Jurist bin.
Grüße

-- Editiert von User am 12. Januar 2024 18:59

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2424 Beiträge, 719x hilfreich)

Zitat (von 2015recht123456):
da sie auch die nach dem Vollstreckungsbescheid entstandenen Zusatzkosten enthält.

Welche genau sind das?

Zitat (von 2015recht123456):
Oder dürfen Inkasso-Dienste zusätzliche Kosten auf Vollstreckungsbescheide überhaupt draufschlagen?

Selbstverständlich

Zitat (von 2015recht123456):
Und angenommen, ich will mich auf die Einrede der Verwirkung berufen. Wahrscheinlich muss ich dann eine Klage einreichen, um es durchzusetzen?

Ggf ja oder auch nein. Für das Argument der Verwirkung sollte man halt mehr vorbringen wie nur die Zeit von 9 oder 10 Jahren.

Vielleicht stellst du dir FA mal anonymisiert ein, dann können wir mehr sagen.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119970 Beiträge, 39810x hilfreich)

Zitat (von 2015recht123456):
Mir liegt lediglich der Forderungsverlauf vor.

Wenn man Gericht und Aktenzeichen kennt, muss man das selber machen.



Zitat (von 2015recht123456):
Angenommen, ich finde heraus, wie hoch die Restforderung aus dem Vollstreckungsbescheid ist und bezahle sie jetzt, könnte ich doch sagen, dass die später entstandenen Forderungen gegen mich schon verjährt sind, sofern sie über dem entsprechenden Zeitraum hinaus liegen. Oder?

Sagen kann man vieles.
Wenn es nicht zutrifft, hat man Pech gehabt.



Zitat (von 2015recht123456):
Diese Zusatzforderungen müssten vor ihrer Eintreibung aber auch von neuem tituliert werden, um rechtskräftig zu sein? Oder nicht?

Richtig.



Zitat (von 2015recht123456):
Oder dürfen Inkasso-Dienste zusätzliche Kosten auf Vollstreckungsbescheide überhaupt draufschlagen?

Selbstverständlich - wer snst außer den Schuldner sollte denn die notwendigen Kosten des Verfahrens tragen?



Zitat (von 2015recht123456):
VERWIRKUNG

Hatte man seit 2009 denn in irgendeiner Form nochmals Kontakt mit dem Gläubiger?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
2015recht123456
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Vielleicht stellst du dir FA mal anonymisiert ein, dann können wir mehr sagen.


Je, gern. Ich sehe gerade, dass der Schufa ein höherer Betrag (322) gemeldet worden ist, als in der aktuellen Forderung vom 10.01.24 (239,19).

https://ibb.co/9ZLJ8F3
https://ibb.co/PgmkxMP
https://ibb.co/zXHhYjT

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#4
 Von 
2015recht123456
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Hatte man seit 2009 denn in irgendeiner Form nochmals Kontakt mit dem Gläubiger?


https://ibb.co/9ZLJ8F3
https://ibb.co/PgmkxMP

Das letzte Mal 2010 und dann 2023 wieder.

-- Editiert von User am 13. Januar 2024 03:10

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119970 Beiträge, 39810x hilfreich)

Zitat (von 2015recht123456):
Das letzte Mal 2010 und dann 2023 wieder.

Dann dürfte es mit der Verwirkung nichts werden ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2424 Beiträge, 719x hilfreich)

Zitat (von 2015recht123456):
Ich sehe gerade, dass der Schufa ein höherer Betrag (322) gemeldet worden ist, als in der aktuellen Forderung vom 10.01.24 (239,19).

Das ist wurscht.

Du kannst bzgl der Zinsen Einrede der Verjährung erheben. Bzgl der Regis Gebühren ggf auch.

Zitat (von 2015recht123456):
Das letzte Mal 2010 und dann 2023 wieder.

Dann gibts auch keine Verwirkung. Oder wie willst du argumentieren, dass du annehmen musstest der Gläubiger würde auf seine Forderung verzichten.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
2015recht123456
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Du kannst bzgl der Zinsen Einrede der Verjährung erheben. Bzgl der Regis Gebühren ggf auch.


Danke.

Ich dachte so, plus den Rest vom Titel.

https://ibb.co/2WzwThf
https://postimg.cc/rRR934xQ

-- Editiert von User am 13. Januar 2024 19:19

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
2015recht123456
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

PS Ich sehe gerde, dass die Vollstreckungsauftragskosten auch erst nach 30 Jahren verjähren.

Aber was bedeutet "NF Vollstreckungsgebühr" und wann verjährt sie?

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2424 Beiträge, 719x hilfreich)

Zitat (von 2015recht123456):
Aber was bedeutet "NF Vollstreckungsgebühr" und wann verjährt sie?

Lass dir von den Vollstreckungskosten die Rechnungen bzw auch Aufträge zukommen. Verjährung von Vollstreckungskosten ist 30 Jahre.
Was NF sein soll weiß ich nicht.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119970 Beiträge, 39810x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Was NF sein soll weiß ich nicht.

Eventuell NF = Nebenforderung?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16964 Beiträge, 5888x hilfreich)

Zitat (von 2015recht123456):
Diese Zusatzforderungen müssten vor ihrer Eintreibung aber auch von neuem tituliert werden, um rechtskräftig zu sein? Oder nicht?
Günstiger wäre es gerechtfertigte Forderungen einfach zu bezahlen, dann würde man weitere Zusatzkosten vermeiden.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
2015recht123456
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Du kannst bzgl der Zinsen Einrede der Verjährung erheben. Bzgl der Regis Gebühren ggf auch.


Die wurden wohl im Titel festgesetzt, wie ich sehe.

https://ibb.co/BwHTWF4

Was ich nicht verstehe ist, warum sie zweimal jährlich berechnet wurden.

-- Editiert von User am 25. Januar 2024 09:36

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