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Inkasso nach über 15 Jahren

2.12.2019 Thema abonnieren
 Von 
Ninafuchs
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Inkasso nach über 15 Jahren

Hallo zusammen,

habe von MB Inkasso eine Zahlungsaufforderung für von 265€ erhalten. Angeblich soll ich eine Rechnung einer Sanitärfirma aus 2004 nicht gezahlt haben.
Es steht was von Vollstreckungsbescheid und 1.Mahnung tituliert aus 2018. Ich habe nie einen Bescheid oder eine Mahnung erhalten.
Es ist eine forderungsaufstellung beigefügt aus der ich natürlich nicht schlau werde 10%zins und ikkt, Auslagen ik, keine Ahnung was das bedeutet.
Ist das denn nicht schon verjährt nach so vielen Jahren?
Danke für die Hilfe lg

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20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23554 Beiträge, 15418x hilfreich)

Als erstes solltest du prüfen, ob es diesen Titel gibt und ob er erfolgreich zugestellt wurde. Also: Das Inkasso auffordern, dir eine Titelkopie vorzulegen bzw. sofern du das Aktenzeichen und Gericht kennst, dort um eine Kopie bitten. Sobald du den VB das erste mal siehst, direkt am ersten Tag die Adresse prüfen. Hast du damals nicht dort gewohnt, dann das Gericht anschreiben und Einspruch einlegen, sowie Antrag auf "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand". begründet mit einer fehlerhaften Zustellung. Du musst dann einen Beweise dazu vorbringen, üblicherweise eine Meldeauskunft, die bewiest, wo du damals gewohnt hattest.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
Ninafuchs
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo mepeisen,

Danke für die schnelle Antwort und sorry für meine späte Antwort, habe hier deinen Rat befolgt und eine titelkopie angefordert. Adresse stimmt, kann mich aber trotzdem nicht an eine Rechnung oder VB erinnern. Es ging wohl um eine Rechnung von 20,30€ die aktuelle Forderung ist nun 265,45€. Muss ich die denn zahlen? Sieht wohl so aus, oder? Danke dir!

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#3
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(790 Beiträge, 223x hilfreich)

Mindestens das, was im VB ist. Ansonsten kannst du hier mal eine Forderungsaufstellung verlinken.

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#4
 Von 
Kernell
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 105x hilfreich)

Moment... kann ein Titel für eine offene Forderung überhaupt 14 Jahre nach Fälligkeit erteilt werden? Die Forderung ist zu dem Zeitpunkt doch schon längst verjährt gewesen.

Oder gilt der Titel trotzdem weil dem damaligen Mahnbescheid aus 2018 nicht widersprochen wurde?

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar, ich bin nur Laie in diesen Dingen.
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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(77593 Beiträge, 33387x hilfreich)

Zitat (von Kernell):
Moment... kann ein Titel für eine offene Forderung überhaupt 14 Jahre nach Fälligkeit erteilt werden?

Klar.
Sogar für eine 100 Jahre alte Forderung ginge das.



Zitat (von Kernell):
Die Forderung ist zu dem Zeitpunkt doch schon längst verjährt gewesen.

Dazu hätte erst mal die Einrede der Verjährung erhoben werden müssen.



Zitat (von Kernell):
Oder gilt der Titel trotzdem weil dem damaligen Mahnbescheid aus 2018 nicht widersprochen wurde?

Korrekt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23554 Beiträge, 15418x hilfreich)

Auch eine verjährte Forderung kann tituliert werden und wenn man sich dann nicht wehrt, ist die Forderung in Stein gemeißelt.

Wenn du damals unter der Adresse gewohnt hattest, wo der Titel zugestellt war, dann kann es maximal nur noch um Schadensbegrenzung gehen.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#7
 Von 
Ninafuchs
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Also es gab wohl keine Mahnung 2018! IKKT: Buchung durch: 1. Mahnung 2018 tituliert, so steht es in der Forderungsaufstellung, ist deren internes System und damit ist das aktuelle schrieben gemeint. So hat mir das der nette Inkasso Mensch erklärt. 2018 habe ich auch schon lange nicht mehr dort gewohnt. Das letzte Schreiben war also der VB vom Juli 2004.

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#8
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(790 Beiträge, 223x hilfreich)

Ja, wie gesagt, man kann jetzt nur noch Schadensbegrenzung betreiben.

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#9
 Von 
Ninafuchs
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Was heißt das genau? Was muss ich machen? ;)

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#10
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(790 Beiträge, 223x hilfreich)

Forderungsaufstellung kontrollieren oder hier einstellen und dann eben zahlen

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#11
 Von 
Kernell
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 105x hilfreich)

Zitat (von Ninafuchs):
Also es gab wohl keine Mahnung 2018! IKKT: Buchung durch: 1. Mahnung 2018 tituliert, so steht es in der Forderungsaufstellung, ist deren internes System und damit ist das aktuelle schrieben gemeint. So hat mir das der nette Inkasso Mensch erklärt. 2018 habe ich auch schon lange nicht mehr dort gewohnt. Das letzte Schreiben war also der VB vom Juli 2004.

Gibt es jetzt einen Titel gegen Dich oder nur eine ominöse Mahnung? Und wenn ja, wo genau soll wann der Titel zugestellt worden sein? Bitte unterscheide hier zwischen Titel und Mahnung, bzw. Mahnbescheid.

Eine Mahnung von einem Inkassounternehmen ist kein Mahnbescheid und führt nicht zu Titel. Nur ein amtlicher Mahnbescheid kann zum Titel führen.

Wo ist dieser amtliche Mahnbescheid 2018 zugestellt worden? An Deiner aktuellen Adresse? Oder an Deiner Adresse, unter der Du schon lange nicht mehr wohnst?

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar, ich bin nur Laie in diesen Dingen.
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#12
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12207 Beiträge, 5047x hilfreich)

Zitat (von Ninafuchs):
Also es gab wohl keine Mahnung 2018! IKKT: Buchung durch: 1. Mahnung 2018 tituliert, so steht es in der Forderungsaufstellung,
Wenn es einen Titel gibt, dann wurde mehr als nur ein einziges mal versucht dich zu kontaktieren.
Gegen den Titel selbst hast du keine Chance mehr, der ist fest wenn du dort gewohnt hast und immer an der richtigen Adresse zugestellt wurde. Zu den 20,30€ kommen dann natürlich noch ein paar Kosten und Zinsen hinzu. Ob alle Posten in der Forderung berechtigt sind, das kann man nicht wissen, ohne die genaue Forderung, also deren Zusammensetzung, zu kennen.

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#13
 Von 
Kernell
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 105x hilfreich)

So fest ist der Titel gar nicht.

Angenommen er ist an einer Adresse zugestellt worden, an der Du nachweislich nicht gewohnt hast, dann kannst Du "Einsetzung in den vorherigen Stand" beantragen.

Angenommen der Titel ist älter als von 2009, dann ist er verwirkt und aus ihm kann dann auch nicht mehr vollstreckt werden. Damit ein Titel nicht verwirkt, muss regelmäßig zumindest versucht werden, aus ihm zu vollstrecken.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar, ich bin nur Laie in diesen Dingen.
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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(77593 Beiträge, 33387x hilfreich)

Zitat (von Kernell):
Angenommen der Titel ist älter als von 2009, dann ist er verwirkt und aus ihm kann dann auch nicht mehr vollstreckt werden.

Eine kühne These, die der Realität nicht standhält.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#15
 Von 
Ninafuchs
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie kann ich denn hier teas hochladen? Dann würde ich den Titel und das Schreiben mal reinstellen. Sorry kenne mich leider nicht aus
Danke euch

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#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(77593 Beiträge, 33387x hilfreich)

Zitat (von Ninafuchs):
Wie kann ich denn hier teas hochladen?

Was für Dinger?




Personenbezogene Daten, Firmennamen Aktenzeichen etc. bitte unkenntlich machen.

Mit einem der Bilderdienste wie z.B. https://imgbb.com/ oder https://imgur.com/upload das Foto ins Internet stellen.

Den Link dann einfach hier posten oder aus der Symbolleiste das Dritte Symbol von rechts auswählen und den Link dort eintragen.

Bitte darauf achten, das man nicht den Thumbnail- / Vorschau-Link postet.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#17
 Von 
Kernell
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 105x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Kernell):
Angenommen der Titel ist älter als von 2009, dann ist er verwirkt und aus ihm kann dann auch nicht mehr vollstreckt werden.

Eine kühne These, die der Realität nicht standhält.

Leider schon:
LG Trier, Urteil vom 29.05.1992, AZ 2 O 174/91 und AG Worms, Urteil vom 30.5.2000, Az. 3 C 9/00.
Oder auch:
OLG München, Urteil vom 19.10.2006, AZ 19 U 3364/06

Wenn 8 oder 9 Jahre lang nicht mehr aus einem Titel versucht wurde zu vollstrecken, ist er verwirkt weil sich der Schuldner dann darauf verlassen können muss, dass auch weiterhin keine Vollstreckungsversuche mehr unternommen werden.

Dies könnte in diesem Fall durchaus gegeben sein. Kommt halt drauf an aus welchem Jahr genau der Titel ist und wie viele Jahre lang es keinen Versuch der Vollstreckung gab.

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#18
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23554 Beiträge, 15418x hilfreich)

Beim LG Trier kam ein Umstandsmoment hinzu. Also nicht einfach nur der pure Zeitablauf.
Irgendwas war da mit dem Gerichtsvollzieher und dass die dann aufgehört hatten.

Wenn ich AG Worms richtig verstanden habe, gab es zum einen Eheleute und mehrere Forderungen. Auch hier gab es weitere Umstände neben dem Zeitmoment.

Auf beim OLG München gab es einen zusätzlichen Umstand. Nach erfolgreichen Vollstreckungen in Grundstück usw. durfte man davon ausgehen, dass alles getilgt war. Es gab keinerlei Abrechnung oder ähnliches. Zudem hat das OLG gewertet, dass insbesondere Banken oft genug tatsächlich nach fast vollständiger Befriedigung nach Zwangsvollstreckungen den Rest nicht mehr verfolgen und erlassen.

Bei allen drei trifft die Aussage "XX Jahre kein Vollstreckungsversuch = Verwirkung" so alleine nicht zu.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#19
 Von 
Ninafuchs
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

So ich habe jetzt mal alles hochgeladen, hoffe das hilft

https://imgur.com/zcGEobL

Danke!

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#20
 Von 
hausfrau66
Status:
Lehrling
(1054 Beiträge, 746x hilfreich)

Hallo,

rufe doch bitte mal beim AG Hünefeld an und frage nach, ob es unter dem Aktenzeichen / Belegnummer einen Vollstreckungsbescheid gegen Dich gibt. Falls ja, dann lasse Dir eine Kopie der Akte per Post zusenden.

Die fiktiven Buchungen von 2019 sind zu hinterfragen bzw. zu streichen. 10% Zinsen - da musst Du schauen, ob dies so im VB steht.

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