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Inkassobüro fordert Gebühren - Zahlung verweigern?

 Von 
Afg001
Status:
Beginner
(109 Beiträge, 10x hilfreich)
Inkassobüro fordert Gebühren - Zahlung verweigern?

Hallo zusammen!
Ich bräuchte euren Rat bei folgendem Fall:
A kauft online Klamotten bei asos und gibt Klarna als Zahlungsart an. Diese Klamotten sendet A nach 40 Tagen zurück. Gemäß asos AGB erhält A dann Gutscheine. A erhält von Klarna Mahnungen, bei denen die Rechnung aber nicht aktualisiert wurde. A weist Klarna mehrmals darauf hin. Vor Ende der Frist der letzten Mahnung sendet A sogar einen Screenshot an Klarna. Klarna beauftragt aber ein Inkassobüro. Laut asos AGB wird Klarna von asos automatisch informiert, was hier wohl nicht geschehen ist.

Nun hat A dem Inkassobüro widersprochen, diese bestehen jedoch auf Zahlung. A bezahlt daraufhin die Hauptorderung über 227 Euro an Klarna. Klarna bestätigt, dass alle Forderungen beglichen sind und informiert das Inkassobüro. Dieses schreibt heute aber, dass die Gebühren über insgesamt 72 Euro noch zu zahlen sind.

Muss A diese zahlen oder gibt es einen anderen Weg? Was, wenn A widerspricht und nicht zahlt, werden hohe Gerichtsgebühren auf ihn zu kommen? Danke!

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Inkassobüro zahlen Höhe


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
DStein
Status:
Schüler
(443 Beiträge, 84x hilfreich)

Damit ich das richtig verstehe... Es Ware bestellt, innerhalb der Frist zurückgeschickt & man hat den Wert als Gutscheine bekommen UND... zahlt dann noch mal Geld für Ware die man nicht hat? ... warum macht man sowas?

Zitat (von Afg001):
Klarna beauftragt aber ein Inkassobüro.
Klarna ist selten bis nie an eine friedliche Lösung interessiert. Das beauftrage Inkasso gilt zudem als Masseninkasso & von daher wäre die Frage mit den 72 € sowieso mit NEIN zu beantworten. Masseninkasso hätte so oder so nur einen Anspruch auf eine 0.3 RVG-Gebühr was 15,00 € Inkassogebühren + 3 € Auslagenpauschale betreffen würde bis 500 € HF.

In diesem Fall aber klar gesagt: NEIN. Man muss diese 72 € nicht bezahlen weil keine HF bestand bei ASOS laut Schilderung.

Zitat (von Afg001):
Was, wenn A widerspricht und nicht zahlt, werden hohe Gerichtsgebühren auf ihn zu kommen?
Da kommen nur Bettelbriefe vom Inkasso. Der Forderung so oder so Vollständig widersprechen & alles was du zu dem Fall hast gut abspeichern. Es kann sein dass irgendwann in ein paar Wochen oder Monaten ein neues Inkasso kommt oder ein Mahnbescheid. Diesem einfach Vollständig widersprechen innerhalb der Frist. Mahnbescheide werden auf Korrektheit der Forderung bei Gericht nicht geprüft. Inkassobüros klagen zudem ihre Phantasiegebühren auch nicht ein.

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#2
 Von 
Afg001
Status:
Beginner
(109 Beiträge, 10x hilfreich)

Zitat (von DStein):
Damit ich das richtig verstehe... Es Ware bestellt, innerhalb der Frist zurückgeschickt & man hat den Wert als Gutscheine bekommen UND... zahlt dann noch mal Geld für Ware die man nicht hat? ... warum macht man sowas?

Zitat (von Afg001):
Klarna beauftragt aber ein Inkassobüro.
Klarna ist selten bis nie an eine friedliche Lösung interessiert. Das beauftrage Inkasso gilt zudem als Masseninkasso & von daher wäre die Frage mit den 72 € sowieso mit NEIN zu beantworten. Masseninkasso hätte so oder so nur einen Anspruch auf eine 0.3 RVG-Gebühr was 15,00 € Inkassogebühren + 3 € Auslagenpauschale betreffen würde bis 500 € HF.

In diesem Fall aber klar gesagt: NEIN. Man muss diese 72 € nicht bezahlen weil keine HF bestand bei ASOS laut Schilderung.

Zitat (von Afg001):
Was, wenn A widerspricht und nicht zahlt, werden hohe Gerichtsgebühren auf ihn zu kommen?
Da kommen nur Bettelbriefe vom Inkasso. Der Forderung so oder so Vollständig widersprechen & alles was du zu dem Fall hast gut abspeichern. Es kann sein dass irgendwann in ein paar Wochen oder Monaten ein neues Inkasso kommt oder ein Mahnbescheid. Diesem einfach Vollständig widersprechen innerhalb der Frist. Mahnbescheide werden auf Korrektheit der Forderung bei Gericht nicht geprüft. Inkassobüros klagen zudem ihre Phantasiegebühren auch nicht ein.

Ich habe bezahlt da ich ja sozusagen Gutscheine bekommen habe und dachte Klarna hat asos bezahlt.
Klarna is ja jetzt ruhig und asos auch. Unabhängig davon frage ich mich, wie ich coeo ruhig kriege. Was schreibt man denen am Besten? Soll ich auf Gerichtsurteile verweisen?

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#3
 Von 
DStein
Status:
Schüler
(443 Beiträge, 84x hilfreich)

Zitat (von Afg001):
Ich habe bezahlt da ich ja sozusagen Gutscheine bekommen habe und dachte Klarna hat asos bezahlt.

Klarna is ja jetzt ruhig und asos auch.

Klarna fungiert ähnlich wie PayPal, als Vorkassendienstleister je nach Zahlungsart. Was du gemacht hast, ist einfach Geld geschenkt. Du hast ja Geld bezahlt an asos, die Ware zurück geschickt & das Geld als Gutscheine wieder bekommen & nicht als direkte Rückzahlung, so deine Aussage. Wenn du jetzt aber Geld nochmal überwiesen hast, dann quasi freiwillig geschenkt.

Zitat (von Afg001):
Unabhängig davon frage ich mich, wie ich coeo ruhig kriege. Was schreibt man denen am Besten? Soll ich auf Gerichtsurteile verweisen?
Gar nicht. COEO wird dich weiter mit Bettelbriefen & Drohungen voll bombardieren. Da kannst du zb. erstmal so etwas schreiben & dann nicht mehr reagieren bis ein Mahnbescheid in das Haus flattert welchen du vollständig widersprichst:

Zitat:
Sehr geehrtes Inkasso,

ich weiß leider nicht was Sie von mir wollen, da ich keine offenen Rückstände bei [NAME]
aufweise & entsprechend ihrer Forderung vollständig Widerspreche.

Des Weiteren muss ich Sie leider darauf hinweise, dass die von Ihnen veranschlagten Inkassogebühren
weder vor Gericht noch gültigen Urteilen, jüngst vom BGH (Urteil vom 14.03.2019, 4 StR 426/18 ), durchsetzungsfähig sind.
Ihnen würde höchstens eine 0.3 Gebühr gemäß RVG & oben genannten Urteil zustehen.
Das bedeutet 15,00 € Inkassovergütung + 3,00 € Auslagenpauschale bei einer HF bis 500 €.

Ich bitte Sie einmalig von mir Abstand zu nehmen & mich nicht weiter mit Ihren Bettelbriefen zu nöti-gen. Sollten Sie dieser bitte nicht nachkommen, so werde ich ohne weitere Ankündigung Strafanzeige wegen Nötigung gegen Sie erstellen & meinen Rechtsanwalt einschalten.
Die daraus resultierenden Kosten sind selbstverständlich von Ihnen zu tragen.

Ich verbiete Ihnen außerdem Auskunft & Meldung an Auskunfteien zu übermitteln oder einzuholen.

Mit freundlichen Grüßen,

NAME

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#4
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1753 Beiträge, 349x hilfreich)

Zitat (von DStein):
Du hast ja Geld bezahlt an asos, die Ware zurück geschickt & das Geld als Gutscheine wieder bekommen & nicht als direkte Rückzahlung, so deine Aussage.
Wohl nicht. Wenn ich den TE richtig verstehe, hat er nichts an asos gezahlt.

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#5
 Von 
DStein
Status:
Schüler
(443 Beiträge, 84x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Zitat (von DStein):
Du hast ja Geld bezahlt an asos, die Ware zurück geschickt & das Geld als Gutscheine wieder bekommen & nicht als direkte Rückzahlung, so deine Aussage.
Wohl nicht. Wenn ich den TE richtig verstehe, hat er nichts an asos gezahlt.
Dann passt aber die Aussage oben nicht.

A kauft online Klamotten bei asos und gibt Klarna als Zahlungsart an. Diese Klamotten sendet A nach 40 Tagen zurück. Gemäß asos AGB erhält A dann Gutscheine.

und dann später:

Nun hat A dem Inkassobüro widersprochen, diese bestehen jedoch auf Zahlung. A bezahlt daraufhin die Hauptorderung über 227 Euro an Klarna.

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#6
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1753 Beiträge, 349x hilfreich)

Kann schon passen. A kauft bei asos, Zahlungsart: klarna. asos erhält von klarna in Vorkasse den Auftragswert (abzgl. Gebühren). A sendet Ware zurück. asos stellt Gutschein aus, da asos das Geld bereits vereinnahmt hat. Bei klarna ist die Zahlung des Käufers aber weiterhin offen.

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#7
 Von 
DStein
Status:
Schüler
(443 Beiträge, 84x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Bei klarna ist die Zahlung des Käufers aber weiterhin offen.
Je nach Zahlungsart bei Klarna gehst du aber aus Käufer in Direktzahlung, sodass Klarna nicht in Vorkasse geht da zb. mit Giropay oder SOFORT bezahlt hast.

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#8
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(726 Beiträge, 204x hilfreich)

Ich hab den Mustertext korrigiert, sodass der etwas haltbarer erscheint

Zitat:
Sehr geehrtes Inkasso,
ich widerspreche hiermit Ihrer Forderung. Ich habe keine offenen Rechnungen bei [NAME].

Des Weiteren muss ich Sie darauf hinweisen, dass die von Ihnen veranschlagten Inkassogebühren gemäß BGH (Urteil vom 14.03.2019, 4 StR 426/18 ) nicht durchsetzungsfähig sind.
Ihnen würde höchstens eine 0,3 Gebühr gemäß RVG und vorgenannten Urteil zustehen.
Dies wären hier also 15,00 € Inkassovergütung + 3,00 € Auslagenpauschale.

Ich fordere Sie dazu auf, mir keine weiteren Schreiben zukommen zu lassen. Sollten Sie dem nicht nachkommen, so werde ich ohne weitere Ankündigung Strafanzeige wegen Nötigung erstatten sowie negative Feststellungsklage einreichen. Die daraus resultierenden Kosten sind von Ihnen zu tragen.

Ich widerspreche außerdem der Übermittlung meiner Daten an Auskunfteien.

Mit freundlichen Grüßen


-- Editiert von The Mentalist am 05.02.2020 16:25

-- Editiert von The Mentalist am 05.02.2020 16:25

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#9
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1753 Beiträge, 349x hilfreich)

Zitat (von DStein):
Je nach Zahlungsart bei Klarna gehst du aber aus Käufer in Direktzahlung, sodass Klarna nicht in Vorkasse geht da zb. mit Giropay oder SOFORT bezahlt hast.
Falsch. In diesem Fall erfolgt die Zahlung "sofort" an Klarna. Es wird nie eine direkte Überweisung an den eigentlichen Verkäufer getätigt.

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#10
 Von 
arnonym117
Status:
Praktikant
(716 Beiträge, 211x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Kann schon passen. A kauft bei asos, Zahlungsart: klarna. asos erhält von klarna in Vorkasse den Auftragswert (abzgl. Gebühren). A sendet Ware zurück. asos stellt Gutschein aus, da asos das Geld bereits vereinnahmt hat. Bei klarna ist die Zahlung des Käufers aber weiterhin offen.

Genau so habe ich die Schilderung des TE auch verstanden. Die Rechnung bei Klarna wurde bis zur Einschaltung des Inkassos nicht bezahlt.

Zitat (von Afg001):
A kauft online Klamotten bei asos und gibt Klarna als Zahlungsart an. Diese Klamotten sendet A nach 40 Tagen zurück. Gemäß asos AGB erhält A dann Gutscheine. A erhält von Klarna Mahnungen, bei denen die Rechnung aber nicht aktualisiert wurde. A weist Klarna mehrmals darauf hin.

Wieso sollte eigentlich die Rechnung aktualisiert werden? Dafür gab es doch überhaupt keinen Grund. Außer A hätte das mit den Gutscheinen nicht verstanden und eine Aufhebung/Verrechnung erwartet.

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#11
 Von 
Afg001
Status:
Beginner
(109 Beiträge, 10x hilfreich)

Zitat (von Afg001):
A kauft online Klamotten bei asos und gibt Klarna als Zahlungsart an. Diese Klamotten sendet A nach 40 Tagen zurück. Gemäß asos AGB erhält A dann Gutscheine. A erhält von Klarna Mahnungen, bei denen die Rechnung aber nicht aktualisiert wurde. A weist Klarna mehrmals darauf hin.

Wieso sollte eigentlich die Rechnung aktualisiert werden? Dafür gab es doch überhaupt keinen Grund. Außer A hätte das mit den Gutscheinen nicht verstanden und eine Aufhebung/Verrechnung erwartet.

Danke euch allen! Ich werde das so absenden. Und ja, leider wurde ich erst durch das Inkassobüro darauf aufmerksam gemacht. Müsste aber Klarna mir auf meine Schreiben nicht antworten und dies mitteilen? Diese gingen immer innerhalb der Fristen ein.

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#12
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23216 Beiträge, 15238x hilfreich)

Müssen tun die nicht. Aber wenn du bei einer merkwürdigen Situation aktiv um Klärung bemüht bist und das Problem lösen willst, kann man verlangen, dass sie erst mal reagieren bevor sie ein Inkasso einschalten.

Das ist damit auch dein Hauptargument gegen die Inkassogebühren.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#13
 Von 
Afg001
Status:
Beginner
(109 Beiträge, 10x hilfreich)

Danke euch allen! Die Mail hatte ich versendet, ich melde mich, wenn es neues gibt.

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