Inkassoforderung, scheinbar seriös trotzdem komplett falsch

22. Mai 2021 Thema abonnieren
 Von 
Michael0670
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Inkassoforderung, scheinbar seriös trotzdem komplett falsch

Hallo zusammen,
Heute hat mein Bruder sich bei mir gemeldet weil bei ihm Post für mich angekommen ist.
Angeblich von einem Inkassounternehmen namens Real estate aus Hamburg.
Er hat das Schreiben dann auf mein bitten hin geöffnet und mir ein Foto geschickt.

Im Schreiben steht als Betreff / Aktenzeichen wohl eine interne Nummer des obigen Inkassounternehmens.
Danach die folgende Zeile:
Vollstreckungsbescheid des Amtsgerichts Hamburg vom 03.07.2006 - AZ: 06-403..... (gekürzt)

In dem Schreiben geht es um eine Forderung der Telefonica GmbH & Co. OHG.
Ich soll jetzt bis zum 01.06.2021 177,08 Euro bezahlen.

Was mich zum einen schwer verwirrt, ich wohne seit 1991 nicht mehr in dem Haus.
Ich hatte nie einen Vertrag mit Telefonica, und schon gar nicht 2006, da hatte ich schon jahrelang mein Firmenhandy und mein privates abgeschafft.

Wie soll ich da nun vorgehen? Ich habe wenig Lust und noch viel weniger Zeit mich mit diesem Blödsinn zu beschäftigen.

Gruß Michael

-- Editiert von Michael0670 am 22.05.2021 22:18

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118792 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von Michael0670):
Wie soll ich da nun vorgehen? Ich habe wenig Lust und noch viel weniger Zeit mich mit diesem Blödsinn zu beschäftigen.

Dann das
Zitat (von Michael0670):
bis zum 01.06.2021 177,08 Euro bezahlen

machen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Michael0670
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Na ja, wenn die Forderung halbwegs gerechtfertigt wäre könnte ich darüber nachdenken.
Aber so, neverever. Da spende ich das Geld lieber an wikipedia oder an ein Tierheim.
Ich habe auch nie einen Titel oder ein Urteil erhalten, von daher... absolut ungerechtfertigt.
Das kommt mir so vor als hätte jemand der zufällig meinen Namen hat (es gibt mich in der Tat 3 x hier in der Gegend) da ein Problem und diese unfähige Firma hat nun den ersten Treffer aus dem Adressbuch genommen...
Wie gesagt, ich bin da 1991 ausgezogen und hatte nie einen Vertrag mit Telefonica.

Gruß
Michael

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118792 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von Michael0670):
Das kommt mir so vor als hätte jemand der zufällig meinen Namen hat (es gibt mich in der Tat 3 x hier in der Gegend) da ein Problem und diese unfähige Firma hat nun den ersten Treffer aus dem Adressbuch genommen...

Das ist in der Tat das übliche Vorgehen bei vielen Inkassos.


Als erstes würde ich mal Strafanzeige erstatten.
Dann mal bei dem Inkasso und beim zuständigen Gericht eine Titelkopie anfordern. Dem Inkasso im gleichen Schreiben mitteilen das man die Forderung bestreitet und entsprechend dagegen vorgehen wird und schon mal die Bestätigung der Strafanzeige beifügen.
Dann beim Einwohnermeldeamt eine entsprechende Meldebescheinigung besorgen.

Sollte auf dem Titel tatsächlich die Anschrift stehen, dann müsste man die Widereinsetzung in den vorherigen Stand betreiben.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Wichtig ist: Sobald du die Titelkopie das erste Mal siehst, direkt am selben Tag reagieren und den Antrag auf Widereinsetzung zum Gericht senden. Du kannst dich schon einmal mit einer Meldeauskunft "bewaffnen", also einem Nachweis, wann du wo gewohnt hattest.

Die Wiedereinsetzung begründet man damit, dass du dann zur Titulierung (2006 also) gar nicht mehr dort gewohnt hattest und die Zustellung des Mahnbescheides/Vollstreckungsbescheides fehlerhaft war. Beweisen tut man das mit der Meldeauskunft.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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#5
 Von 
Michael0670
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zur Klärung, hoffe ich.
Ich habe mal bei der Inkassofirma angerufen - aber nicht über die Daten die in dem Schreiben waren, das kam mir ja alles so irgendwie Phishingmässig vor - sondern über die Homepage selber.
Ich habe dort mit einer Dame telefoniert und den Sachverhalt geschildert. Da ich dann doch etwas paranoid bin / war habe ich erst einmal nur die notwendigsten Infos raus gerückt bis wir die Details geklärt hatten.
An Hand meines Geburtsjahres sagte die Dame mir dann das ich der falsche Michael sei. Beim Adressenabgleich (nur Strassennamen) haben wir dann fest gestellt das ich keine der Strassen kannte (ehrlich) oder dort mal gewohnt habe (ich weiß noch nicht einmal ob die von ihr genannten Strassen wirklich zu unserer Gegend gehören).
Im Gegenzug hab ich ihr ein paar (3) Strassennamen genannt wo ich mal gewohnt habe bevor wir 2010 in unsere eigene Hütte gezogen sind. Da gab es auch keine Übereinstimmung.
Von daher bin ich, so wie sie das auch sagte, wohl aus der Sache raus.
Aktuell sehe ich dann für mich auch keinen weiteren Handlungsbedarf. Ich bin auch nicht bereit der Firma die oben erwähnte Meldebescheinigung beim Amt zu besorgen. Der "Spaß" kostet hier bei uns 11 Euro.
Ich denke wenn denen da so viel dran liegt können sie die Abfrage auch selber machen und die 11 Euro zahlen - und beim richtigen Michael dann aufschlagen.
Oder wie seht ihr das?

Gruß
Michael

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Man telefoniert nicht mit Inkassos... Das Inkasso verarscht dich meiner Meinung nach gewaltig.

Denn das Problem ist folgendes: Das mit dem falschen Straßennamen ist aus deiner Sicht ein Zustellfehler. Das Problem: Du weißt nun vom Titel und damit beginnen Fristen zu laufen. Kümmerst du dich nicht, heißt es irgendwann plötzlich "Hey, du hattest Chance zu widersprechen, jetzt geht es nicht mehr".

Warum? Der Gesetzgeber will, dass solche Dinge nicht ewig verzögert werden. Deswegen gibt es diese Fristen. Inkassos nutzen das gerne mal schamlos aus.

Du hast drei Chancen: A) Du bekommst vom Inkasso schriftlich, dass es eine Personenverwechslung ist, B) die erhebst Einspruch gegen den Titel (siehe oben), C) du hoffst, dass ein Richter später mal akzeptiert, dass du die falsche Person bist.

Variante C ist wackelig. Nicht vorherzusehen, wie ein Richter sich verhalten würde.

Ich würde die Chance nun nutzen und dem Inkasso folgendes schreiben (Einschreiben):
"Wertes Inkasso. Ich wiederhole hiermit das mit Ihnen am XX.XX. geführte Gespräch und die Bestätigung, wonach es sich hierbei um eine Personenverwechslung handelt. Sie werden mir unverzüglich eine Bestätigung senden, dass sie es unterlassen, diese Schuld weiterhin mir gegenüber zu verfolgen. Sie haben 14 Tage Zeit. Bei Weigerung erzwingen sie zu meinem eigenen Schutz eine negative Feststellungsklage, was teuer für sie wird. Des Weiteren werden sie aufgefordert, unverzüglich eine umfangreiche Datenauskunft zuzusenden gemäß DSGVO. Insbesondere werden sie mir nachweisen, wie sie an meine Adresse gekommen sind und welche Adressauskunft verbotenerweise meine Adresse herausgegeben hat, sowie behauptet hat, ich sei trotz falschem Geburtsdatum und falscher Adresse die gesuchte Person. Bei Weigerung ergeht Beschwerde beim Datenschutz."

Das sind deutliche Wort, um das abzuschließen. Ich würde dann die Datenauskunft nehmen und der Firma die falsche Datenauskunft verbieten. Wo ein Titel ist, sind womöglich mehrere und wenn die Verbindung zu dir einmal in Schufa und Co enthalten ist, ist das sehr blöd.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118792 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von Michael0670):
Im Gegenzug hab ich ihr ein paar (3) Strassennamen genannt wo ich mal gewohnt habe

Ganz schlechte Idee ...



Zitat (von mepeisen):
B) die erhebst Einspruch gegen den Titel (siehe oben),

Das sollte man neben dem Brief ans Inkasso machen.

A ist mit 50% Wahrscheinlichkeit sehr wackelig.
Und C ist mit 20% Wahrscheinlichkeit mehr als unsicher.


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Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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