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Inkassoforderung - Auftrag zurückgezogen

20. Januar 2010 Thema abonnieren
 Von 
Isy22
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 8x hilfreich)
Inkassoforderung - Auftrag zurückgezogen

Hallo,ich bräuchte mal euren fachmännischen Rat.
Ich hatte bei Strato AG einen Webshop für 19,90€ im Monat.Diesen habe ich fristgerecht gekündigt+die Bankeinzugsermächtigung mit sofortiger Wirkung.Was ich nicht beachtet habe ist,dass noch ein Monat zu zahlen war und Strato konnte ja nicht mehr abbuchen.Weil ich da nicht drandachte war die Forderung eine Woche überfällig.Normalerweise kenn ich das so,daß dann erstmal eine Mahnung kommt.Die kam aber nicht sondern gleich ein Schreiben des Inkassounternehmens Schimmelpfeng mit zusätzlichen Gebühren von 34,54€.
Ich habe die offene Rechnung an Strato überwiesen mit der Bitte den Inkassoauftrag zurückzunehmen.Das haben sie mir auch per Mail bestätigt dass sie das gemacht haben.
Schimmelpfeng will aber immer noch die Gebühren als Verzugsschaden.
Meine Frage ist:
1. Ist es rechtens dass Strato gleich an ein Inkassounternehmen übergibt,ohne vorher anzumahnen(auch wenn der Vertrag gekündigt ist,müßte doch noch eine Mahnung kommen)
2.Muss ich die Gebühren tatsächlich an das Inkassounternehmen bezahlen,trotz dass Strato den Auftrag zurückgezogen hat.

Es geht jetzt zwar um kleine Beträge,aber ich bin in Hartz 4 und da ist das schon viel Geld.

Vielen Dank schon mal für eure Mühe


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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Isy22
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 8x hilfreich)

Weiß keiner Rat?

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0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13873 Beiträge, 6388x hilfreich)

quote:
Das haben sie mir auch per Mail bestätigt dass sie das gemacht haben.

Das hast Du schriftlich ?


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0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Isy22
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 8x hilfreich)

Das haben sie per Mail geschickt.

Sehr geehrte Frau Werner,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen gerne beantworte.

Gerne teile ich Ihnen mit, dass wir Inkasso Firma über Zahlungseingang und Inkassorücknahme informiert haben.


Vielen Dank für Ihr Verständnis und noch einen schönen Tag für Sie.



Ihre Meinung über unseren Kundenservice ist uns sehr wichtig! Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit für unseren Fragebogen - damit wir zukünftig noch besser auf Ihre Wünsche eingehen können. Das Ausfüllen dauert nur ca. 3 Minuten.

Link zum Bewertungssystem: http://quality.strato-mailcenter.com/start.php?k=405477564&i=31190581&u=274&p=info&m=morgana2000@gmx.de&l=de



Mit freundlichen Grüßen



[ Nadia Hamidzadeh

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0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
bummelbiene99
Status:
Praktikant
(593 Beiträge, 188x hilfreich)

Hallo,

könnte es sein, dass sich der Rückruf beim Inkassounternehmen mit deren Schreiben zeitlich überschnitten hat?

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0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13873 Beiträge, 6388x hilfreich)

quote:
Sehr geehrte Frau Werner,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen gerne beantworte.

Gerne teile ich Ihnen mit, dass wir Inkasso Firma über Zahlungseingang und Inkassorücknahme informiert haben.


Vielen Dank für Ihr Verständnis und noch einen schönen Tag für Sie.

Damit bist Du aus dem Schneider
email nicht löschen !!

quote:
Hallo,

könnte es sein, dass sich der Rückruf beim Inkassounternehmen mit deren Schreiben zeitlich überschnitten hat?



Ja


lg

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0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Isy22
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 8x hilfreich)

Hallo,
nein das hat sich nicht überschnitten.
ich habe ein Schreiben von dem Inkassounternehmen erhalten.Darin steht,dass sie wissen dass die Hauptforderung,also die 19,90€ bei Strato zwischenzeitlich eingegangen ist.Da ich aber nicht fristgerecht bezahlt hätte wär Strato quasi gezwungen gewesen sie zu beauftragen,wie gesagt,es ging keine vorherige Mahnung vorraus.Weil meine Zahlung erst nach der Beauftragung bei Strato einging,machen sie trotz dass Strato den Auftrag zurückgezogen hat einen Verzugsschaden geltend nach §286BGB in Höhe von den 34,54€,der zu meinen Lasten geht,innerhalb 10 Tagen zu bezahlen.

Hab ich die Möglichkeit da raus zu kommen ohne das zu bezahlen und wenn ja,wie müsste das Schreiben aussehen?

LG Gaby

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13873 Beiträge, 6388x hilfreich)

In dieser Höhe m.M nicht mal ansatzweise durchsetzungsfähig
Die meisten Gerichte dezimieren Inkassogebühren erheblich oder streichen sogar komplett :


quote:<hr size=1 noshade>AG Osnabrück
Az.: 44 C 307/00
Verkündet am: 11.01.2001
Ein Anspruch auf Ersatz der Inkassokosten besteht nicht. Nach ständiger Rechtsprechung des
Gerichts werden Inkassokosten nicht als Verzugsschaden anerkannt, wenn ein Schuldner auf Mahnungen nicht zahlt.
Die Tätigkeit des Inkassobüros erschöpft sich nur darin, den Schuldner zur Zahlung aufzufordern.
Durch Einschaltung eines Inkassobüros entstehen demnach nur zusätzliche Kosten.
Nach § 254 BGB hat der Gläubiger vielmehr sofort einen Rechtsanwalt einzuschalten
(wie hier OLG Düsseldorf OLGZ 87, 494 ; OLG Karlsruhe Rechtspfleger 87, 422; OLG Dresden NJW-RR 94, 1939).

(AG Berlin Mitte vom 01.09.2009
Geschäftsnr. 8 C 118/09)
“Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat,
kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die
Schadensminderungspflicht gemäß §254 BGB ausgeschlossen….
Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind,
wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten,
die denen des Gläubigers überlegen wären. Mehr als die Forderung anmahnen kann auch das Inkassobüro nicht (LG Cottbus, Beschluss vom 25.01.2004, 10 T 36/04 ).

AG Zossen: Az. 2 C 229/06 vom 13.12.2006
Kosten eines Inkassounternehmens nicht erstattungsfähig
Das Amtsgericht Zossen hat entschieden, dass ein Gläubiger, der zunächst ein Inkassounternehmen mit dem Einzug
seiner Forderung beauftragt, bevor er anschließend den Schuldner auf Zahlung verklagt, nicht den Ersatz der Kosten des Inkassounternehmens verlangen könne.
Das Gericht argumentierte, dass zwar der Schuldner, der sich - etwa in Folge einer Mahnung - in Zahlungsverzug befindet, dem Gläubiger sämtliche Kosten zu erstatten habe,
die diesem durch die erforderliche Rechtsverfolgung entstehen. Zu diesen erforderlichen Rechtsverfolgungskosten zählten jedoch nicht die
Kosten eines Inkassounternehmens. Statt ein Inkassounternehmen zu beauftragen könne der Gläubiger genauso gut sofort ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten,
wodurch die Kosten des Inkassounternehmens eingespart werden.
Das Verfahren wurde an die 6. Zivilkammer Az. 6 S 2/07 (LG Potsdam) abgegeben und endete mit Berufungsrücknahme (Beschluss vom 07.06.2007).

AG Krefeld
6 C 407/06 vom 29.08.2006
Die Klägerin hat gegen den Beklagten einen Anspruch auf Zahlung von 9 € als Verzugsschaden.
Die Klägerin hatte den Beklagten nach Fälligkeit drei Mal gemahnt, je Mahnung hält das Gericht einen Betrag von 3 € angemessen.
Soweit die Klägerin auch Inkassokosten als Verzugsschaden geltend macht, war die Klage abzuweisen.
Denn bezüglich der geltend gemachten Inkassokosten ist die Klage nicht schlüssig.
Gerichtsbekannt wird oftmals auch dann vorgerichtlich ein Rechtsanwalt eingeschaltet, wenn bereits zuvor ein Inkassounternehmen beauftragt
worden war. Dies kann auch durchaus sinnvoll sein, weil der durchschnittliche Bürger gegenüber einem Schreiben von einem Rechtsanwalt anders
reagiert als gegenüber demjenigen eines Inkassounternehmens, denn bekanntermaßen hat der Rechtsanwalt, der ein Organ der Rechtspflege darstellt,
eine umfassendere Prüfung des Anspruchs anzustellen. Die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes kann dementsprechend auch in derartigen Fällen nicht als Verstoß gegen die Pflicht zur Schadensminderung angesehen werden. Vielmehr sind in solchen Fällen – eine Erstattungsfähigkeit beider Positionen nebeneinander kommt ersichtlich nicht in Betracht – die Kosten für die Einschaltung des Inkassounternehmens nicht ersatzfähig.
Nach Ansicht des Gerichts kann jedoch auch dann nichts anderes gelten, wenn es im konkreten Fall nicht zu einer vorgerichtlichen Tätigkeit eines
Anwaltes kommt, denn dies ist vorab nicht absehbar. Wenn daher ein Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragt, um seine Forderungen schnell
durchsetzen zu können, so geschieht dies daher generell auf sein eigenes Kostenrisiko.

AG Bochum Urteil 75 C 187/06 v. 06.10.2006
Ein Unternehmen hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Erstattung von Inkassokosten. Bei Inkassokosten handelt es sich um Eigenaufwand des Unternehmens.
Dieser kann nicht dadurch erstattungsfähig werden, dass das Unternehmen mit der Einziehung von Außenständen einen Dritten beauftragt. (tku)
BGB § 254 , BGB § 280 , BGB § 286 Abs. 1 , BGB § 286 Abs. 3
Das AG Bochum hatte mit Urteil vom 6.10.2006 (75 C 187/06 , JurBüro 2007, 91 ) über geltend gemachte Inkassokosten zu entscheiden.
Dabei kam es zu dem Ergebnis, dass Inkassokosten einen grundsätzlich nicht erstattungsfähigen Aufwand des Kaufmanns darstellten.
Es gehöre zum täglichen Geschäft des Kaufmanns, sich um Außenstände selbst zu kümmern.
Durch eine Verlagerung dieser Tätigkeit auf Dritte könne man die Nichterstattungsfähigkeit nicht umgehen.

AG Jever vom 21.08.97 AZ.: 5 C 368/97
AG Cottbus vom 18.05.99 AZ.: 38 C 455/98
Ein Gläubiger verstößt gegen die Schadensminderungspflicht, wenn er nach
erfolglosen Mahnungen ein Inkassounternehmen mit der Geltendmachung seines
Anspruchs beauftrag und kann deshalb in einem späteren Klageverfahren die
durch das Inkassounternehmen entstandenen Kosten nicht verlangen

AG Wiesbaden 92 C 3458/07 - 22 - vom 15.11.2007 zur Erstattung von Inkassokosten
"Die Klage war hinsichtlich der geltend gemachten Inkassokosten in Höhe von 130,50 € abzuweisen.
Innkassokosten sind dann nicht erstattungsfähig, wenn der Gläubiger geschäftserfahren ist und die Sache aus der Sicht zum
Zeitpunkt der Einschaltung des Dritten zu Inkassozwecken keine besonderen Schwierigkeiten aufwies.
Eine Erstattungspflicht für eigene Aufwendungen des Gläubigers besteht nur insofern, als ein wirtschaftlich denkender Mensch
bei der Betrachtung ex ante (im Zeitpunkt der Einschaltung des Inkassobüros) diese für notwendig halten durfte.
Das Überwachen von Zahlungspflichten und die Übersendung von Mahnungen sind einfachste kaufmännische Tätigkeiten,
die zum eigenen Pflichtenkreis der Klägerin gehören. Ein beachtenswertes Interesse, diese Tätigkeiten auf eine andere Rechtsperson
zu verlagern
<hr size=1 noshade>


´Tenor etwa so :
Zitat:
Ich weise die restforderung vollumfänglich zurück und stelle Ihnen - sollten Sie anderer Meinung sein - den rechtsweg anheim
Mit der Kontaktaufnahme per telefon bin ich nicht einverstanden
Ich untersage Ihnen ebenfalls die Speicherung meiner Daten gem BDSG


2 oder 3 Bausteinbriefe können trotzdem noch kommen bevor ausgebucht wird


-- Editiert am 21.01.2010 22:18

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
actrostom
Status:
Praktikant
(718 Beiträge, 246x hilfreich)

quote:
Ich untersage Ihnen ebenfalls die Speicherung meiner Daten gem BDSG


Hallo Thehellion,

speichern kannst du dem Inkasso nicht mehr verbieten !

Deshalb:
Ich untersage Ihnen ebenfalls die Weitergabe meiner Daten gem BDSG.

Ist eh der wichtigere Passus !

lg actrostom

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"Alle hier geschriebenen Worte sind frei gefunden und zufällig zusammengesetzt."

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13873 Beiträge, 6388x hilfreich)

quote:
ebenfalls die Weitergabe meiner Daten gem BDSG


.ja klar ..die Weitergabe ...wie konnte ich das vergessen

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0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Isy22
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 8x hilfreich)

Hallo @ all,das ist echt klasse was ihr hier alles zusammengetragen habt.Ich werde gleich morgen den Brief aufsetzen und per Einschreiben wegschicken.
Ich danke euch ganz herzlich.

LG Gaby

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