Inkassoforderung für Kredit aus erster Ehe nach über 20 Jahren

13. November 2020 Thema abonnieren
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)
Inkassoforderung für Kredit aus erster Ehe nach über 20 Jahren

Hallo zusammen,

ich schreibe hier für meine Frau, die mit mir in zweiter Ehe verheiratet ist. Leider mussten wir feststellen, dass in ihrer ersten Ehe einige finanzielle Sachen gelaufen sind, die auf ihren Namen gingen, aber von ihrem mittlerweile vertorbenen Mann iniziiert wurden.

In dem Fall, um den es mir hier geht, geht es um einen Kleinkredit vom 18.08.1999 der einen heutigen Gegenstandswert von 1200,- € hätte... Wir haben bereits eine Teilzahlung im Oktober 2020 an eine Gerichtsvollzieherin hier in Essen, in Höhe von 1250,-€, geleistet. Das Inkassonunternehmen intrum wollte sich danach um die Aufklärung und einem Vergleich benühen... Nun sollen wir binnen zwei Wochen 9028,-€ an das Inkassounternehmen intrum überweisen.

Einen ersten Titel, dessen Kopie wir erhalten haben, soll es im Juni 2003 gegeben haben, 2008 wurde die Forderung an Intrum abgetreten. Damit ist eine Verjährung ausgeschlossen.

Der erste Mann meiner Frau hat diesen Kleinkredit für seine Selbstständigkeit benötigt. Meine Frau hat aufgrund der beruflichen Notwendigkeit und zur Sicherstellung der familiären Verhältnisse zugestimmt, den Kredit auf Ihren Namen aufzunehmen. Sie war zu diesem Zeitpunkt schwanger und hatte bereits eine dreijährige Tochter. Daher war die Sicherstellung der Sebstständigkeit des Kindsvaters für die gesamte Familie wichtig. Die Tilgung sollte termingerecht durch ihren Mann erfolgen.

Erst nach dem Tod Ihres ersten Mannes wurde das Ausmaß und auch der Grund, warum er selber nicht mehr kreditwürdig war, erkennbar. Sie hat, wie ihre Kinder auch, das Erbe ausgeschlagen.

Alle Schreiben, die dazu angeblich vom Kreditinstitut (Citibank), zu den Titeln und des Inkassounternehmens verschickt wurden, haben meine Frau nie erreicht. Die Vermutung liegt nahe, dass die zugesicherte Tilgung des Kredits durch ihren Mann, mit dem Verschwinden der Schreiben vertuscht wurde. Auch wenn man über Tote nicht schlecht reden sollte... Das ist die traurige Warheit.

Ihr erster Mann ist nun seit über fünf Jahren tot, meine Frau und ich wohnen jetzt seit drei Jahren zusammen und haben in diesem jahr geheiratet. Seit diesem Zeitpunkt und auch die zwei jahre vorher an der alten Adresse, sind keinerlei Schreiben zu diesem Fall angekommen.

Haben wir überhaupt eine Möglichkeit, dagegen anzugehen um zumindest nicht gleich mit 9000 Euro Schulden in unserer Ehe dazustehen? Was können wir tun, um das Ganze vielleicht abzumildern?

Vielen Dank für die Unterstützung.

Beste Grüße

Ingo

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29 Antworten
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#1
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16804 Beiträge, 5860x hilfreich)

Zitat (von ilindenau):
Haben wir überhaupt eine Möglichkeit, dagegen anzugehen um zumindest nicht gleich mit 9000 Euro Schulden in unserer Ehe dazustehen?
Habe ich das richtig verstanden? Es besteht ein Titel gegen deine Frau? Dann ist eigentlich nichts mehr zu machen.

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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16156x hilfreich)

Allerdings ist bei diesen Summen einiges an Unfug enthalten. Mitunter eigentlich verjährte Zinsen.

Zitat:
Damit ist eine Verjährung ausgeschlossen.

Nein, nicht hinsichtlich der Zinsen, die hier den größten Teil ausmachen dürften.

Zitat:
Der erste Mann meiner Frau hat diesen Kleinkredit für seine Selbstständigkeit benötigt. Meine Frau hat aufgrund der beruflichen Notwendigkeit und zur Sicherstellung der familiären Verhältnisse zugestimmt, den Kredit auf Ihren Namen aufzunehmen.

Damit und mit der Teilzahlung sind sämtliche Wege verbaut, die es ggf. noch gegeben hätte.
Es geht insoweit also nur noch um Schadensbegrenzung.

Ich würde das Inkasso nunmehr auffordern, unverzüglich eine detaillierte Forderungsaufstellung vorzulegen, sowie sämtliche verjährten Forderungsanteile zu streichen. Ich würde schreiben, dass sie bei Weigerung damit rechnen müssen, dass sie zum Anwalt geht und direkt ohne Vorwarnung eine negative Feststellungsklage einreicht.

Das Inkasso sollte dann einlenken, denn eine negative Feststellungsklage, wo mehrere tausend Euro Zinsen als Verjährt festgestellt werden, dürfte extrem teuer werden fürs Inkasso.

Im Titel selbst steht was alles an Kostenpositionen drin?

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#3
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 2996x hilfreich)

Du hast aber schon gelesen das es hier um Zwangsvollstreckung geht?

Berry

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16156x hilfreich)

Die Zwangsvollstreckung ist doch längst erledigt. Es geht um eine weitere Forderung des Inkassos. Oder nicht? Die Zwangsvollstreckung ändert auch am Verjährungstatbestand erst mal nichts.

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16282 Beiträge, 9221x hilfreich)

Sehe ich ähnlich.
Durch den Titel ist die Forderung an sich nicht mehr angreifbar.
Die Summe, die auf dem Tiel draufsteht, wird man zahlen müssen - falls nicht schon durch die Zahlung an den/die Gerichtsvollzieher/in geschehen.
Von dem, was nach(!) der Titulierung angefallen ist, dürfte das meiste verjährt sein.
(Prinzip: Für Beträge vor der Titulierung einschließlich der Titulierung selbst gilt eine 30jährige Verjährungsfrist. Für alles was nach der Titulierung an Kosten anfällt aber nur 3 Jahre. Alle Zinsen und Gebühren zwischen Juni 2003 und 31.12.2016 sind verjährt. Am 01.01.21 werden auch die Zinsen und Gebühren von 01.01.17 bis 31.12.17 verjähren. Das dürfte ein ziemlich großer Teil der geforderten Summe sein.)



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#6
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Vielen Dank schon mal für die wertvollen Infos und Tipps. Ich werde es erstmal versuchen, dass ich die verjährten Zinsen und die erwähnte Schadensbegrenzung hinbekomme. Leider ist es wohl nicht zu vermeiden, ohne weiteren Schaden zu eine Emde der Sache zu kommen.

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#7
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Wir haben heute eine bereinigte Austellung bekommen, bei der ca. 400,-€ Zinsen herausgerechnet wurden. Wir dürfen den restlichen Betrag von über 8700,-€ nun monatlich abbezahlen.

Wir haben ja über den Gerichtsvollzieher bereits eine Teilzahlung erhalten.

Wie verhält sich das nun? Ist die Teilforderung als Titel für die gesamte Summe zu sehen? Oder sind mit dem Jahreswechsel wieder Zinsen verjährt?

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#8
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16282 Beiträge, 9221x hilfreich)

Zitat:
Wir haben heute eine bereinigte Austellung bekommen, bei der ca. 400,-€ Zinsen herausgerechnet wurden.

Nur 400€?
Das erscheint mir auf den ersten Blick zu wenig. Ich fürchte, Sie werden da über den Tisch gezogen.

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#9
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Wir wollen damit nun auch zu Schuldnerberatung, da uns das langsam über den Kopf wächst, was da alles im Argen liegt.

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#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16156x hilfreich)

Dort können sie auch die Aufstellung durchgehen, Ja. Alternativ könntest du die Aufstellung hier mal anonymisiert verlinken. Dann können wir auch schon mal drüber schauen.

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#11
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo zusammen,

sorry, für meine versögerte Antwort. Gerne nehme ich das Angebot wahr, wenn jemand über das aktuelle anonymisierte Schreiben samt Kostenaufstellung schauenb möchte. Habe einw enig gebraucht, bis ich es bereitstellen konnte.

Hier liegt das anonymisierte PDF:

http://www.monsoon.de/monsoon/Dokumente/Kostenaufstellung_Intrum_anonymisiert.pdf

Ich bin wirklich für jede Hilfe und jeden Cente, den wir nicht zahelen müssen extrem dankbar.

Daher noch mal vielen lieben Dank und allen bereits einen guten Rutsch in ein hoffentlich besseres Jahr 2021.

Bleibt gesund.

VG

Ingo

-- Editiert von ilindenau am 29.12.2020 13:25

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#12
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16282 Beiträge, 9221x hilfreich)

Ich sehe grob über den Daumen mindestens 3000€ davon als verjährt an.

Eigentlich wäre schon viel mehr verjährt, aber es sieht so aus, als ob sich das Inkassobüro im Jahr 2010 einen Teil der (vielleicht* schon damals unberechtigten) Zinsen hat titulieren lassen.

* Die Sache ist nicht janz einfach, denn die Ursprungsforderung stammt aus der Zeit vor der Schuldrechtsreform - damals waren die Verjährungsfristen noch anders - und es gab komplizierte Übergangsregelungen.

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#13
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

Alle Posten zwischen Mitte 2010 und Ende 2016 sind verjährt.
Die Posten im jahr 2017 verjähren in 2 Tagen.

Liegt Ihnen der Vollstreckungsbescheid aus dem Jahr 2010 vor?

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#14
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

leider nein, es liegen uns keine Schreiben vor 2020 vor. Die Vermutung ist, dass der verstorbene Mann meiner jetzigen Frau die Schreiben entgegengenommen hat. Meine Frau wurde im Glauben gelassen, er hätte alles bezahlt. Leider ist das nicht mehr belegbar.

VG

Ingo

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#15
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

Wo wurde der Vollstreckungsbescheid in 2010 denn zugestellt? War Ihre Frau zur Zeit der Zustellung an diesem Ort behördlich gemeldet?
Seit wann wissen Sie von dem Vollstreckungsbescheid aus 2010?

Zitat:
leider nein, es liegen uns keine Schreiben vor 2020 vor.


In dem von Ihnen verlinkten Schreiben des Inkasso steht doch, dass dem Schreiben eine Titelkopie beiliegt. Liegt Ihnen eine Titelkopie vor oder nicht?

Die Summe der Hauptforderung beträgt nur EUR 1200?

-- Editiert von vundaal76 am 29.12.2020 16:00

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#16
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Die Hauptforderung beruht auf einem Kredit aus August 1999, meine Frau war mit ihrem damaligen Mann zusammen an der Zustelladresse gemeldet. Die Titelkopien sind am Ende der Aufstellung zu finden. Mehr liegt uns nicht vor. Meine Frau war in dem Glauben, dass der Kredit zurückgezahlt wurde, bis wir im August durch den Gerichtsvollzieher zu einer Teilzahlung aufgefordert wurden.

Ich möchte nur sichergehen, das hier nicht mehr gezahlt wird, als wir wirklich müssen.

Die Situation ist für uns sehr undurchsichtig, da der ehem. Gatte meiner Frau vor fünf Jahren verstorben ist.

-- Editiert von ilindenau am 29.12.2020 16:45

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#17
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

Zitat:
Die Hauptforderung beruht auf einem Kredit aus August 1999, meine Frau war mit ihrem damaligen Mann zusammen an der Zustelladresse gemeldet.


Im Jahr 2010?

Zitat:
Die Titelkopien sind am Ende der Aufstellung zu finden. Mehr liegt uns nicht vor.


Dann würde ich den Gerichtsvollzieher genau nach diesem Titel, der im Jahr 2010 ausgestellt wurde, nachfragen. Bis dahin würde ich nur die EUR 1584,55 (aus dem 1999 Titel) zweckgebunden zahlen. Im Überweisungszweck muss also eindeutig stehen, dass Sie nur die Forderung aus den Titel von 1999 ausgleichen. Weiterhin würde ich verlangen, dass die unverjährten Zinsen (2017 - 2020) neu berechnet werden müssen, denn die Zinsen basieren ja hauptsächlich auf einen unbekannten Titel aus dem Jahr 2010.

-- Editiert von vundaal76 am 29.12.2020 17:20

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#18
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo nochmal,

Sorry, ich meinte ja einen Titel aus 2010. Wir haben erst mit dem Vollstreckungsbescheid aus 2020 von dem Fall und von Intrum erfahren, dass der gesamte Betrag noch offen ist. Meine Fau ist fast 20 Jahre davon ausgegangen, dass der Kredit komplett ausgelöst wurde. Ich habe jetzt die Unterlagen noch mal gewälzt und die Dokumente des Gerichtsvollziehers haben zwei Dokumente enthalten, welche ich hier noch mal verlinkt habe:

http://www.monsoon.de/monsoon/Dokumente/Vollstreckungsbescheid_2020_anonymisiert.pdf

http://www.monsoon.de/monsoon/Dokumente/Mahnbescheid_2010_anonymisiert.pdf

Ich weiß nicht, ob das zweite Dokument ein Titel ist, aber ich denke schon. Habe das Schreiben nicht als solches erkannt.

Vielen Dank nochmal allen, die hier Tipps und Informationen geben, damit wir bestmöglich aus der Sache heraus kommen.

VG

Ingo

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#19
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

ok, letzter Versuch:
Hat Ihre Frau im Jahr 2010 an der Adresse gewohnt, wo der Vollstreckungsbescheid im Jahr 2010!!! (nicht 1999) hingesandt wurde?

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#20
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Ja, sie war dort mit ihrem Mann gemeldet, hatte mich vorhin nur nicht so klar ausgedrückt. Die Sache geht schon an unsere Substanz... sorry dafür

-- Editiert von ilindenau am 29.12.2020 20:13

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#21
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

Ok, dann bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig als zu zahlen.
Aber ich würde zweckgebunden nur die EUR 5035,76 aus dem Vollstreckungsbescheid aus 2010 zahlen. Auf keinen Fall eine Ratenvereinbarung mit Intrum abschließen!!!!
Alle Posten nach 2010 sind nicht tituliert.

Intrum verdient sich eine Goldene Nase an Ihrer Frau.

Was ich komisch finde, dass die Hauptforderung (die wohl 1996 entstanden ist) genau glatt EUR 1200 beträgt. Damals gab es noch keinen Euro.
Aber sei's drum! In meinen Augen wäre die heutige Forderung gerichtlich nicht durchsetzbar gewesen. Aber da der alte Ehemann wohl Briefe vom Gericht an Ihre Ehefrau unterschlagen hat, ist der Drops damit gelutscht.

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#22
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16156x hilfreich)

In der Tat ist das ganze reichlich merkwürdig. Auch die weitere Titulierung in 2010 ist kurios. Denn zum einen steht da in der Tat eine Hauptforderung drin, keine Zinsen. Dass im ersten VB drin steht "TEIL" und im zweiten "REST" macht es sehr dubios.

Der runde betrag kann aber darauf hindeuten, dass es da irgendeine Vereinbarung mit dem Ex-Mann gab. Dass man nur einen Teil titulierte, der Rest gestundet wurde oder irgendwas in der Art. Am Ende ist das aber rein akademisch, denn der Titel ist da und in der Welt.

Zitat:
In meinen Augen wäre die heutige Forderung gerichtlich nicht durchsetzbar gewesen.

Würde ich so nicht sagen. Niemand weiß, was mit dem Ehemann lief. Auf jeden Fall könnte man aber den Kredit selbst angreifen. Denn die eingangs geschilderten Begleitumstände (kein eigenes Einkommen usw.), sind normalerweise so, dass der Kredit sittenwidrig gewesen sein müsste.

Zitat:
Aber da der alte Ehemann wohl Briefe vom Gericht an Ihre Ehefrau unterschlagen hat, ist der Drops damit gelutscht.

Zumindest dann, wenn man das nicht beweisen kann. Leider.

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#23
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

Wir sehen hier ein typisches Beispiel, wie die Gier der Inkassounternehmen ihre Opfer findet.
Genau nach solchen "Opfern" sucht die Inkassobranche: Menschen, die man melken kann wie eine Kuh.
Der Umstand, dass jmd. aus der Familie Gerichtspost unterschlägt, ist für ein Inkassounternehmen so viel Wert wie Gold.

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#24
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16282 Beiträge, 9221x hilfreich)

Sehe ich ähnlich.

Allerdings scheint die gute Frau auch selbst den Überblick verloren zu haben. Denn der Kleinkredit, um den es ursprünglich ging, umfasste ja nicht nur 1200€, sondern 3798,14€ (= ca. 7500 D-Mark). Die wurden halt nur häppchenweise tituliert - womit zur Freude der Inkassofirma auch doppelte Kosten angefallen sind.
Natürlich ist da was nicht sauber gelaufen - aber alle Einspruchsfristen sind vorbei und der einzige Zeuge (der Ex-Ehemann) ist verstorben. Da kann man die Forderung an sich nicht mehr realistisch angreifen. Es bleibt halt nur auf der Streichung der verjährten Kosten und Zinsen zu bestehen.

Meine Rechnung sieht so aus:

Tituliert sind:
1584,55 € (Vollstreckungsbescheid von 2003)
5035,75 € (Vollstreckungsbescheid von 2010)

Unverjährt (Stand 1.1.2021 - also übermorgen) sind Zinsen ab dem 1.1.2018:
511,32 € - wenn ich mich nicht verrechnet habe
Alle Zinsen und Kosten vor dem 1.1.2018 sind ab 1.1.2021 verjährt. Nur die Vollstreckungsbescheide nicht.

Dazu die 41,40€ Kosten für die Zwangsvollstreckung vom August 2020.
Da die Aufstellung vom 10.11.20 ist, muss man noch pro Tag 45 ct Zinsen dazuzählen:
also weitere 23,40 € (Stand 1.1.2021)

Summe: 7196,42 €

Davon gezahlt 1241,40 € -> offener Rest (Stand 1.1.2021) = 5955,02 €


-- Editiert von drkabo am 30.12.2020 08:48

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
ilindenau
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo nochmal,

ich habe die Tipps hier beherzigt und das Inkassounternehmen Intrum aufgefordert, die verjährten Zinsen aus der Forderung herauszunehmen. Auf bisher drei Schreiben hat Intrum nicht reagiert. Habe bewusst gefaxt, damit ich den Sendebericht habe.

Was kann man tun, wenn so ein Unternehmen nicht reagiert? Wir müssen doch irgendwie zu unserem Recht kommen, ohne gleich Anwälte einschalten zu müssen.

Wir sind nun kurz davor, eine Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen, haben aber keine Ahnung davon, vor allem was ggf. wieder an Kosten auf uns zu kommt.

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

Die verjährten Zinsen sind nicht tituliert. Insofern kann es Ihnen doch egal sein, ob Intrum Diese nun noch einfordert oder nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118507 Beiträge, 39580x hilfreich)

Zitat (von ilindenau):
Was kann man tun, wenn so ein Unternehmen nicht reagiert?

Dann würde ich mal was gerichtsfestes versuchen, schriftlich, Fristsetzung nach Datum (14 Tage) und Einschreiben-Einwurf ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16156x hilfreich)

Ein Fax mit Sendebericht ist erst mal eine gute Zustellungsart und ich würde das auch dabei belassen.
Ich würde nun einen Anwalt suchen, der sich mit einer Vollstreckungsabwehrklage (verjährte Zinsen) schnelles Geld verdienen will.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118507 Beiträge, 39580x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Ein Fax mit Sendebericht ist erst mal eine gute Zustellungsart

Vor VOIP ja, jetzt nicht mehr.
Hatte 17 Fäll im letzten Jahr (alleine 9 in einer Kanzelei) wo der Bericht falsches aussagte.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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