Inkassogebühren wegen fehlgeschlagener Retourenerstattung

24. Juli 2023 Thema abonnieren
 Von 
Fairerhandel
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Inkassogebühren wegen fehlgeschlagener Retourenerstattung

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind Onlinehändler und haben über unseren eigenen Onlineshop einen Auftrag an einen Endkunden erfüllt. Die Ware wurde jedoch retourniert. Wir haben die Retoure in unser System eingetragen, jedoch wurde aufgrund eines technischen Fehlers in der Schnittstelle die Retoure nicht an den Anbieter unseres Webshopsbezahlsystem-Anbieter (PayPal/Ratepay) weitergeleitet. Folglich "wusste" Ratepay nichts von der Retoure und hatte begonnen dem Kunden Zahlungsaufforderungen, Mahnungen und schließlich über ein Inkassounternehmen eine Zahlungsaufforderung mit Inkassogebühren zu senden. Der Kunde hatte sich jedoch nie an uns - den Verkäufer - gewandt sondern versucht Ratepay zu kontaktieren. aber auch Ratepay hatte uns nicht unterrichtet. Jetzt fordert der Kunde, 8 Monate nach der Retoure!!!, von uns die Mahngebühren sowie die Inkassogebühren zurück.

Das sehen wir nicht ein, ist das rechtens?
Vielen herzlichen Dank für Ihre geschätzte Meinung.

Viele Grüße
Händler

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Zitat (von Fairerhandel):
Das sehen wir nicht ein, ist das rechtens?
Euer Fehler - warum soll der Kunde dafür zahlen.

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#2
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2370 Beiträge, 708x hilfreich)

Zitat (von Fairerhandel):
Das sehen wir nicht ein, ist das rechtens?

Ihr seid ja lustig. Ihr lagert das ganze Verfahren an einen Dienstleister aus, ihr macht Fehler und beschwert euch, dass sich der Kunde nicht an euch wendet. Natürlich könnte man einen RA beauftragen, der den Vorgang prüft. Ob das wirtschaftlich und rechtlich Sinn macht sei dahingestellt.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118526 Beiträge, 39584x hilfreich)

Zitat (von Fairerhandel):
Der Kunde hatte sich jedoch nie an uns - den Verkäufer - gewandt sondern versucht Ratepay zu kontaktieren.

Logischerweise wendet man sich immer an den Gläubiger.



Zitat (von Fairerhandel):
aber auch Ratepay hatte uns nicht unterrichtet.

Dann könnte man versuchen Ratepay in Regress zu nehmen ... je nach vertraglicher Vereinbarung mit Ratepay.



Zitat (von Fairerhandel):
Jetzt fordert der Kunde, 8 Monate nach der Retoure!!!, von uns die Mahngebühren sowie die Inkassogebühren zurück.

Zu Recht, innerbetriebliches Organisationsversagen beim Verkäufer ist nicht das Problem des Kunden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2225 Beiträge, 346x hilfreich)

Hmm...ich sehe das ein bisschen anders.

Ratepay hat den Kunden normal "inkassodienstlich" behandelt, da aus deren Sicht eine offene Forderung bestand, die aber eigentlich gar nicht bestanden hat.

Der Kunde hat offenbar warum auch immer diese ungerechtfertigte Forderung samt Inkassogebühren bezahlt.

Und jetzt wendet er sich an den Verkäufer zur Erstattung von Aufwändungen, zu deren Zahlung er mangels offener Forderung gar nicht verpflichtet gewesen wäre?

Das ist aus meiner Sicht recht dünnes Eis. Der Kunde hat durch die unnötige Begleichung der ungerechtfertigten Forderung meiner Meinung nach den vermeintlichen Schaden auf seiner Seite überhaupt erst verursacht. Der korrekte Weg für den Kunden wäre meiner Meinung nach dass er sich an das Inkassounternehmen wendet und die Kosten zurückfordert. Diese werden sich dann an Ratepay schadlos halten und Ratepay wird sich wohl am Verkäufer schadlos halten so dass wir am Ende doch wieder nur Linke-Tasche-Rechte-Tasche spielen.

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#5
 Von 
Fairerhandel
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich danke Ihnen allen.
Ich finde es auch komplizierter als die ersten drei Beitragenden es sehen. Denn wie weit könnte es der Kunden den hinauszögern zu zahlen, bzw die Gebühren werden ja dann immer höher. Ich als Händler müsste dann sogar Gerichtskosten oder extrem hohe
Inkassogebühren übernehmen, nur weil der Kunde es nicht schafft uns zu kontaktieren? Sehr fraglich alles.
Ich habe den vollen Betrag jetzt an das Inkasso-Unternehmen gezahlt da es sich noch in Grenzen hielt. Aber prinzipiell sehe ich die Schuld beim Kunden, denn dieser hatte die Mahnungen ignoriert und sich nicht an uns, den Verkäufer, gewendet.

Viele Grüße

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#6
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Der Kunde hat durch die unnötige Begleichung der ungerechtfertigten Forderung meiner Meinung nach den vermeintlichen Schaden auf seiner Seite überhaupt erst verursacht. Der korrekte Weg für den Kunden wäre meiner Meinung nach dass er sich an das Inkassounternehmen wendet und die Kosten zurückfordert
Der Sachverhalt stellt sich jetzt aber doch so dar, wie ich es verstanden hatte:
Zitat (von Fairerhandel):
Ich habe den vollen Betrag jetzt an das Inkasso-Unternehmen gezahlt da es sich noch in Grenzen hielt.
D.h. der Kunde wollte nicht von Euch die zusätzlichen Kosten erstattet bekommen, sondern hat Euch einfach die Forderungen des Inkassounternehmens weitergegeben. Und das zu recht.

-- Editiert von User am 26. Juli 2023 15:22

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#7
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2225 Beiträge, 346x hilfreich)

Nun...Der Verkäufer hat hier mit Ratepay als Erfüllungsgehilfen einen sprichwörtlichen Hund von der Leine gelassen.
Der Verkäufer hat es jetzt nicht geschafft diesen Hund wieder an die Leine zu legen. Warum er das nicht geschafft hat, ist dem Kunden aus juristischer Sicht einfach nur egal. Das ist ein Problem im Innenverhältnis zwischen dem Verkäufer und seinem Hund, wobei sich der Verkäufer hier aber seinem Hund wohl auch schon klein beigegeben hat.

Warum sollte sich der Käufer eigentlich wieder beim Verkäufer melden? Die Rechnung kam von Ratepay. Dann wendet man sich auch an Ratepay.

Es ist irgendwie aber auch ironisch, dass ein Verkäufer jetzt mal selbst die Methoden und Machenschaften mit ausgelagertem Factoring zu spüren bekommt, die er sonst so seinem Kunden ganz selbstverständlich zumutet.



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