Inkassokosten höher als Hauptforderung

17. Mai 2018 Thema abonnieren
 Von 
Tubic
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 9x hilfreich)
Inkassokosten höher als Hauptforderung

Hallo,

Ich habe Post von der EWD Inkasso bekommen, mit kosten die viel zu hoch sind.

Folgender Fall:
Meine Mutter war bei Care Energy Kundin und hat bei ihrer Schlussrechnung vergessen zu zahlen.
Da ihr sowas normalerweise nie passiert, war sie so panisch das sie fast schon die Kosten die das Inkassounternehmen fordert bezahlt hatte., nur war mir klar das dass eigentlich nicht in Ordnung sein kann.

Auf einen offenen Betrag von 42,21€ kommen:
4,24€ Verzugszinsen (die soweit ich verstanden haben 5 punkte über den Basissatz in Ordnung sind)
Inkassokosten mit einer 1,3 Gebühr von 58,50€ und einer Kosten pauschale für Post & Telekommunikation von 9€
Sodass ein Gesamtbetrag von 113,95€ ensteht.
Das schreiben das wir erhalten haben, ist ein einfaches Standart schreiben und nichts gerichtliches.

So wie ich das verstanden habe ist die 1,3 Gebühr ungerechtfertigt, da nur 0,3-0,5 zulässig wären weil es wie gesagt ein standardisiertes schreiben ist?!

Meine Idee war es, dass ich die Hauptforderung von 42,21€ + 4,24€ Zinsen direkt an Care Energy überweise und dem Inkasso irgendeine form von Widerspruch schicke.

Nun meine fragen:

wie formuliere ich so ein Widerspruch ohne in irgendwelche fallen zu tappen und z.B aus Nebenforderungen Hauptforderungen etc. zu machen?

und für mein Verständnis wie berechnet man die 0,3/0,5 , 1,3 Gebühr?


Vorab schon mal ein Dankeschön für jeden der sich die Zeit nimmt.

Grüße
Tubic

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16172x hilfreich)

Zitat:
4,24€ Verzugszinsen (die soweit ich verstanden haben 5 punkte über den Basissatz in Ordnung sind)

Nachrechnen bei https://basiszinssatz.de/zinsrechner/

Zitat:
So wie ich das verstanden habe ist die 1,3 Gebühr ungerechtfertigt, da nur 0,3-0,5 zulässig wären weil es wie gesagt ein standardisiertes schreiben ist?!

So ist die derzeitige Meinung von Verbraucherzentralen, diversen Anwälten und mittlerweile auch immer mehr Gerichten. Ja.

Zitat:
und für mein Verständnis wie berechnet man die 0,3/0,5 , 1,3 Gebühr?

Für diesen Streitwert gibt es die Grundgebühr von 45€. Und die dann mal 0,3 oder mal 0,5 oder mal 1,3.
Das ist also nichts anderes als der Faktor.

Gab es denn eine Mahnung? Steht auf der Rechnung selbst irgendetwas zum Verzug?

-- Editiert von mepeisen am 17.05.2018 13:00

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 3000x hilfreich)

Zitat (von Tubic):
So wie ich das verstanden habe ist die 1,3 Gebühr ungerechtfertigt, da nur 0,3-0,5 zulässig wären weil es wie gesagt ein standardisiertes schreiben ist?!


Es ist nicht unzulässig den Gebührenrahmen auszuschöpfen. Deshalb stellt sich nicht die Frage der Zulässigkeit.
Entscheident ist die Angemessenheit. Die Angemessenheit hängt u.a. auch vom Arbeitsaufwand ab.

Zitat (von Tubic):
wie formuliere ich so ein Widerspruch ohne in irgendwelche fallen zu tappen

schritlich und sorgfältig.
Für Dich hier einen fertigen Text einzustellen halte ich für hier unzulässige Rechtsberatung. Aber es kommt, wenn der Sinn verständlich ist, auch nicht auf das einzelne Wort an.

Zitat (von Tubic):
und für mein Verständnis wie berechnet man die 0,3/0,5 , 1,3 Gebühr?

Indem man die Grundgebühr nimmt und mit dem Faktor multipliziert, oder hier, weil wegen der genannten 1,3fachen Gebühr einfacher, man diese per Dreisatz umrechnet.

Berry

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16172x hilfreich)

Zitat:
Entscheident ist die Angemessenheit

Nicht nur. Die Kriterien der Schadensminderung sind ebenfalls wichtig. Und noch so einiges andere.
Darüber hinaus hat der BGH klargestellt, dass es weder bei echtem noch unechten Factoring jemals Anspruch auf Inkassokosten gibt.

Zitat:
Die Angemessenheit hängt u.a. auch vom Arbeitsaufwand ab.

Und von dem Umfang der tatsächlichen Beauftragung.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Tubic
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 9x hilfreich)

Hallo,

erstmal Dankeschön für die schnellen Antworten.

Meine Frage:
Wie gehe ich am besten vor?
Soll ich die 42+ 4 Euro zinsen einfach auf das Konto von care Energy überweisen und das Inkasso Unternehmen ignorieren?
Oder mit der Überweisung auch ein schreiben aufsetzten an das Inkasso Unternehmen, dass ich deren Inkassokosten und Kosten pauschale für Post und Kommunikation verweigere, weil die kosten bei einem standardisierten Baukasten Schreiben nicht gerechtfertigt sind?!
Und gibt es etwas das ich vielleicht unter keinen Umständen reinschreiben sollte?

Als kleine Info vielleicht noch. Wir haben nie eine Mahnung oder sonst eine Zahlungserinnerung in den letzten 2 Jahren bekommen lediglich jetzt das schreiben des Inkassounternehmen. Aber so wie ich das verstanden habe, müssen wir keine Mahnung bekommen wenn bei der Rechnung ein Zahlungsdatum angegeben wurde,was hier der Fall ist?!

Danke nochmal

Beste Grüße
tubic

9x Hilfreiche Antwort

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