KSP @ Mobilfunkanbieter

6. November 2015 Thema abonnieren
 Von 
Guybrush Arts
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
KSP @ Mobilfunkanbieter

Hallo Forumsteilnehmer,

ich hatte bei einem Mobilfunkanbieter zu Beginn des relevanten Monats meinen Vertrag gekündigt und den Lastschrifteinzug widerrufen, worauf mir Mitte des darauffolgenden Monats dann noch eine Rechnung ( über eine einstellige Grundgebühr) gestellt wurde, obwohl ich in dem Zeitraum die Dienste des Mobilfunkanbieters logischerweise nicht mehr in Anspruch genommen habe. Den per Lastschrift abgebuchten Betrag hatte ich dann auch zurückbuchen lassen. Trotzdem kamen weitere Mahnungen. Auf die telefonische Nachfrage, weshalb der Mobilfunkanbieter mir nicht genutzte Dienste berechnet, wurde mir mitgeteilt, dass ich die zweiwöchige Kündigungsfrist nicht eingehalten hätte. Nun ist mir eine Email von im Betreff erwähnter Kanzlei zugeschickt worden, wo zu der einstelligen Forderung und den doppelt so hohen Mahngebühren, noch die Anwaltskosten in 15-facher Höhe zu der urspünglichen Forderung hinzukommen und diese innerhalb weniger Tage zu zahlen sind.
Auch wenn ich die Forderung des Mobilfunkanbieters immer noch eine Frechheit finde, würde ich die Sache gerne aus der Welt schaffen. Das schließt die Bereitschaft ein die Forderung und die Mahnkosten zu zahlen. Ich sehe es aber nicht ein, für eine Mail von einer Kanzlei auf einmal insgesamt ein vielfaches der urprünglichen Forderung zu zahlen.
Auf unterschiedlichen Seiten habe ich gelesen, dass man aufgrund formaler Fehler bei der Forderungserhebung, die Forderung von ksp abwenden kann, während man gleichzeitig (ohne rechtliche Anerkennung) die Kosten begleicht, um irgendwann ruhe zu haben. Ist dies eine Strategie die ich fahren kann und welches Risiko bietet sich dabei?

Beste Grüße,

Guybrush Arts

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12 Antworten
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#1
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3448x hilfreich)

Grundgebühren sind vertraglich vereinbart und fallen auch ohne Nutzung an. Daher kann ich Deine Ausführungen nicht nachvollziehen. Wenn KSP als Anwaltsbüro(nicht als Inkasso) tätig ist, hast Du ein Problem.

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#2
 Von 
Guybrush Arts
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich hatte bereits gekündigt und mir wurde für den kommenden Monat trotzdem noch die Grundgebühr erhoben, obwohl ich gekündigt hatte. Der Mobilfunkanbieter hat monatliche Vertragslaufszeiten, deshalb kann man immer zum Ende des Vertragsmonats kündigen, welcher aber nicht deckungsgleich mit dem Kalendermonat ist, aufgrund des Vertragsbeginns.
Mir wurde von KSP bisher lediglich eine Mail geschickt; wo genau ist der Unterschied, ob sie als Anwaltsbüro (KSP ist eine Anwaltskanzlei) oder als Inkasso tätig sind in diesem Fall?

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Die Begründung war also, dass du die Kündigungsfrist von 2 Wochen nicht eingehalten hättest. Du schreibst aber, du hättest am Anfang des relevanten Monats gekündigt. Es zählt nicht das Datum, wo der Provider meint, die Kündigung auf dem Schreibtisch abzuarbeiten, sondern das Datum des Posteingangs...
Das war also sicher rechtzeitig? Dann ist auch egal, ob KSP nun Anwalt oder Inkasso spielt. Nicht durchsetzbar ist nicht durchsetzbar, Punkt.

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#4
 Von 
Guybrush Arts
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Sache ist leider nicht so eindeutig, dass ich es auf einen Prozess ankommen lassen wollen würde.
Gibts denn alternativen zwischen nichtreagieren und alles zahlen?

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#5
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3448x hilfreich)

Für mich liest es sich so, als wenn eine Kündigungsfrist besteht. Wenn der TE diese Frist nicht nachweisbar eingehalten hat, dann wird er zahlen müssen. Fragt sich nur wieviel. Es kommt auf die genaue Formulierung an und die vertraglichen Vereinbarungen. Im besten Fall beruft man sich auf die entzogene Einzugsermächtigung und die fehlende (???) Rechnung und die fehlende in-Verzug-Setzung. Dann zahlt man aber mind. noch eine Monats-GG.

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Vernunft ist wichtiger als Paragraphen

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Was soll an einem einfachen Datum (Poststempel) nicht eindeutig sein?

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#7
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3448x hilfreich)

??? Poststempel sind doch uninteressant. Weiter oben hatte ich auf "nicht nachweisbar" hingewiesen.
Außerdem - wenn der TE nicht die genaue Abfolge dokumentiert und den Anbieter nicht nennt hilft keine Spekulation.


-- Editiert von Mr.Cool am 07.11.2015 10:09

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Vernunft ist wichtiger als Paragraphen

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#8
 Von 
Guybrush Arts
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich hatte zwei Rufnummern bei dem Anbieter, die ich gleichzeitig beantragt habe. Die Rechnungen kamen jedoch zeitversetzt. Nachdem ich in dem relevanten Monat die Rechnung für die eine Nummer bekommen habe, habe ich gekündigt und die Kündigungsbestätigung bekommen. Für die zweite Nummer kam die entsprechende Rechnung zeitversetzt, daraufhin habe ich auch diese Nummer gekündigt, jedoch erst eine Nachricht bekommen, dass meine Email eingetroffen ist, dann eine Entschuldigung erhalten, dass es länger dauert. Daraufhin habe ich einen Monat später die nächste Rechnung über besagten einstelligen Betrag für die Grundgebühr bekommen für den Monat, zu dem ich eigentlich schon gekündigt hatte (für die zweite Nummer). Den später abgebuchten Betrag habe ich zurückgebucht und mich bei dem Mobilfunkanbieter erkundigt, warum weiterhin mir etwas in Rechnung gestellt wird. Die Begründung war, dass ich zu spät gekündigt hätte. Dann folgten Mahnungen und dann die letzte Mahnung vor zwei Monaten, in der sich der Mobilfunkanbieter "gezwungen sah, ein Inkassoverfahren [...] einzuleiten" Die damit verbundene "außerordentliche Vertragskündigung" würde mir zeitgleich zugehen. Verzugszinsen und Schadensersatz hätte ich zu ersetzen. Die Kündigung und die "erheblichen Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens" würde ich mir nur ersparen, wenn ich alle offenen Rechnungsbeiträge überweisen würde. Jetzt kam nun das Anwaltsschreiben per Mail. Das Schreiben an sich ist schon irre, weil ich ja ursprünglich aus dem Vertrag raus wollte, was mir von dem Anbieter ja nicht gewährt wurde. Ich hab nur immer noch keine Kündigungsbestätigung nach der ganzen Zeit... Dass nun ein Anwaltsbüro eingeschaltet wurde und die Kosten erheblich gestiegen sind, macht die Sache nicht besser, aber für eine Email eines Anwaltsbüros mag ich trotzdem nicht ein Vielfaches des Betrages zahlen, zumal noch nicht einmal der schriftliche Nachweis für die Beauftragung des Anwaltsbüros mit Originalunterschrift beigefügt wurde. Ich bin aber so eingeschüchtert, dass ich jetzt einfach die Verzugszinsen und die Forderung überweisen würde, um das ganze aus der Welt zu schaffen. Die Anwaltskosten bin ich aber nicht gewillt zu tragen. Gibt es für mich eine Möglichkeit einen solchen Weg zu fahren, ohne dass es für mich noch zu erheblichen Folgen kommt?

-- Editiert von Guybrush Arts am 07.11.2015 21:05

-- Editiert von Guybrush Arts am 07.11.2015 21:06

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#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Zitat:
Weiter oben hatte ich auf "nicht nachweisbar" hingewiesen

Der Anbieter hat ja auf die Kündigung reagiert, sie also auch bekommen. Wenn der TE das Kündigungsschreiben vorlegen würde bei Gericht, gilt erst mal die Annahme von einem Werktag Postlaufzeit. eMails werden in Sekunden zugestellt. Der Anbieter müsste dann erst mal das Gegenteil beweisen, dass es deutlich später einging. Oder?
Davon abgesehen ist die Eingangsbestätigung der eMail und die Entschuldigung auch ein guter Nachweis, den der Anbieter erst mal entkräften muss.
Zitat:
bin aber so eingeschüchter

Halte ich für absolut verkehrt. Da hat noch nicht mal ansatzweise jemals ein "Anwalt" drüber geschaut. Ich würde hier dem Anwalt schreiben, dass man das ganze ausschließlich vor Gericht klären will und dass man bei weiteren Drohschreiben gerne Strafanzeige gegen die Mitarbeiter des Anbieters und des Anwalts stellt.

Das ist doch Wahnsinn, dass man sich zuerst für die verzögerte Bearbeitung entschuldigt und dann dem Kunden das alles noch in die Schuhe schieben will. Genau das ist doch schlichtweg verboten. Noch einmal: Es gilt der Eingang der Kündigung beim Vertragspartner (soweit zu den üblichen Geschäftszeiten), nicht wann er seinen Hintern hochbekommt um das zu bearbeiten.

-- Editiert von mepeisen am 08.11.2015 17:53

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#10
 Von 
Guybrush Arts
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke Gelehrter für die Rückmeldung, aber die Frage bleibt, inwiefern meine Reaktion der Kündigung nach dem Erhalt der zweiten Rechnung im Rahmen der Frist gewesen ist.

Kann ich dann schreiben, "dass ich bereits am [...] gekündigt und die Einzugsermächtigung mit der Mandatsreferenz-Nummer [...] widerrufen habe, weshalb ich den Anschuldigungen widerspreche?

Denn das war ungefähr der Wortlaut der ersten Kündigungsschrift, die ich rausgeschickt hatte und die Mandatsreferenznummer galt für beide Nummern, weshalb das doch zu meinen Gunsten ausgelegt werden könnte, egal wie die "zweite" Kündigung bzw. Kündigung der zweiten Nummer verlaufen ist.

Macht es Sinn die Schulden zu begleichen mit dem Verweis auf der Überweisung "ohne Anerkennung der Rechtsschuld" und den oben aufgeführten Einzeiler den Anwälten zukommen zu lassen? Wenn ich meine Schulden begleiche, müssten die mich doch in Ruhe lassen, weil es sich für die auch nicht mehr lohnen würde vor Gericht zu gehen.

-- Editiert von Guybrush Arts am 08.11.2015 20:22

-- Editiert von Guybrush Arts am 08.11.2015 20:25

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Guybrush Arts
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich meinte, danke mepeisen, sorry dafür.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Zitat:
ohne Anerkennung der Rechtsschuld

Der Wortlaut ist "ohne Anerkennen einer Rechtspflicht".

Ansonsten: Ich würde wie gesagt nichts überweisen und auf die fristgerechte Zahlung hinweisen. ich würde es so formulieren:
"Werte Kanzlei. Der Vertrag XYZ wurde fristgerecht am ABC gekündigt. Ihre Mandantin sandte mir eine Zugangsbestätigung der Kündigung zu und sogar eine Entschuldigung für die verzögerte Bearbeitung. Als Anwaltskanzlei wissen Sie, dass Verzögerungen bei der Bearbeitung ganz alleine ihrer Mandantin zur Last fallen. Aus diesem Grund weise ich die Forderung vollumfänglich zurück. Weitere Drohbriefe werde ich ggf. mit dem Einschalten eines Anwalts oder der Staatsanwaltschaft beantworten."
XYZ ist die Vertragsnummer, auf die die neuerliche Rechnung kam)
ABC ist das allererste Datum, in dem beide Verträge gekündigt wurden.

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