KSP sagt Verjährung gilt nicht und ich wohne im Ausland ( nicht EU )

17. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Koalaman123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
KSP sagt Verjährung gilt nicht und ich wohne im Ausland ( nicht EU )

Hi,

Ich hab eine Forderung von 2013 oder so ähnlich, ich kann mich nicht dran erinnern genau und habe mich auf die Verjährung berufen.

Mit diesem Text:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 05.10.2023, in dem Sie eine Forderung gegen mich geltend machen, weise ich diese vollumfänglich zurück. Weiterhin bestreite ich die Forderung in vollem Umfang und erhebe hilfsweise die Einrede der Verjährung.

Da diese Forderung bereits verjährt ist, mache ich hiermit gemäß § 214 Abs. 1 BGB von der Einrede der Verjährung Gebrauch. Sollten Sie nicht von einer Verjährung ausgehen, bitte ich um den entsprechenden Nachweis.

Der Speicherung und Weitergabe meiner personenbezogenen Daten widerspreche ich gemäß BDSG.


Mit freundlichen Grüßen,
xxx

——

Als want Wort habe ich erhalten:

" Forderungsangelegenheit: Hanse CORE Factoring GmbH aus abgetretener Forderung
der Barclaycard Barclays Bank PLC
Kundennummer: xxxxxx


Sehr geehrter Herr xxxxx,
in der vorbezeichneten Angelegenheit nehmen wir Bezug auf Ihre E-Mail vom 10.10.2023 und möchten im Hinblick auf die Einrede der Verjährung auf folgendes hinweisen:

Der von Ihnen erhobenen Verjährungseinrede wird entgegengetreten.

Nach der Rechtsprechung kommt bei gekündigten Verbraucherdarlehen die zehnjährige Verjährungshemmung nach § 497 Abs. 3 S. 3 BGB zur Anwendung (vgl. BGH, Urteil vom 14.07.2020, Az. XI ZR 553/19; BGH, Beschluss vom 22.10.2019, Az. XI ZA 9/19; BGH,
Beschluss vom 26.05.2009, Az. XI ZR 118/09; BGH, Urteil vom 13.07.2010, Az. XI ZR 27/10;
OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 09.05.2019, Az. 6 U 170/18; OLG Hamm, Beschluss vom
29.12.2015, Az. 31 W 82/15).

Somit besteht die hier geltend gemachte Forderung nach wie
vor in voller Höhe zu Recht.


Die aktuelle Gesamtforderung können Sie der beigefügten Forderungsaufstellung
entnehmen.


Unsere Mandantin hält weiterhin an Ihr Vergleichsangebot vom 01.10.2023 fest.

Für den vollständigen Ausgleich bzw. des Vergleichsbetrages in Höhe von EUR 959,00 auf unser unten genanntes Konto haben wir uns eine Frist von
14 Tagen ab Datum dieses Schreibens

Xxx


notiert.

Maßgeblich für die Fristeinhaltung ist der Zahlungseingang auf unserem Konto.

Sofern Sie die Summe binnen der genannten Frist nicht ausgleichen können, bitten wir um
kurze Mitteilung.

Mit freundlichen Grüßen
KSP Rechtsanwälte
Dieses Schreiben wurde elektronisch versandt und trägt daher keine eigenhändige Unterschrift."

FORDERUNGSAUFSTELLUNG
Hauptsache:
838,75 EUR zzgl. 5,00 %-Pkt. über Basiszins ab 19.10.2013
unverz. verzinsl. Zinsen Haupt-
Kosten Kosten sache
Hauptsache 838,75
Kaufmännische Mahnkosten 20,00
Mahnschreiben vom 22.11.2013 127,56
Mahnschreiben vom 22.11.2013 20,00
Umsatzsteuersenkung 01.07.2020 -3,72
Zinsen auf Hauptsache 366,42
Saldo vom 17.10.2023 163,84 0,00 366,42 838,75
Summe EUR 1.369,01
Hinzu kommen laufende Zinsen ab dem 18.10.2023.
In der Rechtsanwaltsvergütung ist die gesetzliche Umsatzsteuer enthalten, da unsere
Mandantschaft insoweit nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

——-
Gibt es irgendwas was ich tun kann?

Ich wohne im nicht EU Ausland seit mehr als 10 Jahren und hab wirklich nicht die Mittel zu zahlen.

Für eine Beratung wäre ich wirklich dankbar!

Vielen Dank!

Post vom Inkassobüro?

Post vom Inkassobüro?

Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2376 Beiträge, 710x hilfreich)

Zitat (von Koalaman123):
Für eine Beratung wäre ich wirklich dankbar!

Das hier ist ein Meinungsforum. Da gibts keine Beratung.

Zitat (von Koalaman123):
hab wirklich nicht die Mittel zu zahlen.

Und was soll ein Forum dann tun? Hast du dir denn schon mal Gedanken gemacht wie du deine Schulden zahlen willst?

Zitat (von Koalaman123):
Ich wohne im nicht EU Ausland seit mehr als 10 Jahren

Je nach Lust, Geld-Einsatz, ... des Gläubigers oder dessen Vertreter kann eine Forderung auch in einem Nicht EU Land beigetrieben werden, notfalls mit dortiger Hilfe. Wird halt teuer, erst für den Gläubiger, aber schlussendlich für dich als Schuldner. Zeit bis zur Verjährung hat man ja noch. Da ich davon ausgehe, dass du deine Adresse nicht freiwillig mitgeteilt hast, wurde ja bereits Geld investiert um dich zu finden. Ob man sich im Endeffekt mit deiner Aussage zufrieden gibt, dass du nicht zahlen willst (oder kannst) bleibt abzuwarten.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16324 Beiträge, 9241x hilfreich)

Zitat (von Koalaman123):
Für eine Beratung wäre ich wirklich dankbar!

Naja - Verjährung ist nicht eingetreten, wenn es sich um Schulden aus einer gekündigten Kreditkarte handelt.

Von der Forderungsaufstellung sind ein Teil der Punkte unzulässig.
Allerdings bleiben immer noch mehr als 959€ übrig, so dass die Annahme des Vergleichsangebots attraktiv ist.

Verjährung würde wahrscheinlich am 1.1.2027 eintreten - die Frage, ob KSP bis dahin einen Vollstreckungsversuch im Ausland unternimmt, lässt sich ohne Glaskugel nicht beantworten.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16324 Beiträge, 9241x hilfreich)

Nachtrag:

Zitat:
Ich hab eine Forderung von 2013 oder so ähnlich

Sie sollten sich schon etwas Mühe geben, herauszufinden, von wann die Forderung genau ist. Denn davon hängt ja ab, wann Verjährung eintritt.
Das Schreiben von KSP liest sich jedenfalls so, als ob die Forderung von 2013 wäre.

In Ihrem älteren Thread (https://www.123recht.de/forum/inkasso/KSP-Inkassoschreiben-nach-fast-20-Jahren-und-im-Ausland-lebend-__f614922.html) schreiben Sie von einer 20 Jahre alten Forderung aus 2003. Dann wäre jetzt schon Verjährung eingetreten - weshalb man Ihnen auch geraten hat, sich auf Verjährung zu berufen. Hätten Sie von 2013 geschrieben, hätte man Ihnen gleich gesagt, dass ein Berufen auf Verjährung nicht aussichtsreich ist.

Bei Kreditkartenschulden hat man effektiv eine 13-Jährige Frist (10 Jahre Hemmung plus 3 Jahre Regelverjährung).
Die Frist beginnt nicht mit der Benutzung der Kreditkarte, sondern mit der Kündigung der Kreditkartenkontos durch die Bank.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Koalaman123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Bei Kreditkartenschulden hat man effektiv eine 13-Jährige Frist (10 Jahre Hemmung plus 3 Jahre Regelverjährung).
Die Frist beginnt nicht mit der Benutzung der Kreditkarte, sondern mit der Kündigung der Kreditkartenkontos durch die Bank.


Ich habe in meinem anderen Beitrag 20 Jahre geschrieben.

"Ich habe mit 18 (2003 glaube ich) oder so eine Kreditkarte benutzt über den Betrag und jung und dumm nie zurückbezahlt und total vergessen weil ich seit 11 Jahren auch wieder im Ausland lebe (nicht EU) und bin seit Jahren aus DE abgemeldet.
"

KSP bezieht sich auf Ihr Schreiben von 2013. Die Forderung ist von Jahren vorher. Ich wohne seit 2012 im Ausland. Die Kreditkarte wurde eröffnet Jahre zuvor.

Entschuldige bitte, falls das alles jetzt nicht so klar rüber kommt, aber Deutsch ist nicht meine erste Sprache.

Ich bin bereit, irgendwie zu zahlen oder etwas zu zahlen, es ist halt nur ein Schlag ins Gesicht. Bin nach über zehn Jahren auf einmal aus dem nicht wieder sowas im E-Mail-Fach landet.

Vor allem, wenn ich ernsthaft nicht die Mittel habe, zu zahlen und weiß jetzt nicht wirklich, was ich machen soll.



0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von Koalaman123):
KSP sagt Verjährung gilt nicht

Wenn ich für jede Unwahrheit der KSP 5 EUR bekäme, hätte ich mir schon eine schöne Insel in der Südsee kaufen können.



Zitat (von Koalaman123):
KSP bezieht sich auf Ihr Schreiben von 2013

Vermutlich zu unrecht ...



Weshalb das hier
Zitat (von drkabo):
Sie sollten sich schon etwas Mühe geben, herauszufinden, von wann die Forderung genau ist. Denn davon hängt ja ab, wann Verjährung eintritt.

auch sehr wichtig ist.



Zitat (von Koalaman123):
Vor allem, wenn ich ernsthaft nicht die Mittel habe, zu zahlen

Wenn nichts pfändbar ist, dann würde ich weitere Schreiben ignorieren.




Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Koalaman123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Wenn nichts pfändbar ist, dann würde ich weitere Schreiben ignorieren.


Danke für die ausführliche Antwort. Sie können sich nicht vorstellen, wie viel mir diese Unterstützung bedeutet.

Um beim Thema zu bleiben: Ich habe KSP geschrieben und mitgeteilt, dass ich zu einer Einigung bereit wäre, sofern mir erklärt wird, wie und woher all diese Forderungen genau stammen, seit wann die erste Forderung besteht, usw. Ich lebe wirklich seit über 10 Jahren im Ausland und habe einfach nicht die Mittel. Dennoch wäre ich bereit, eine monatliche Zahlung zu leisten, sofern mir genau erklärt wird, was und wofür ich zahle.

Mal schauen was kommt.

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von drkabo):
Sie sollten sich schon etwas Mühe geben, herauszufinden, von wann die Forderung genau ist. Denn davon hängt ja ab, wann Verjährung eintritt.


Darum kümmere ich mich jetzt.

Vielen Dank erstmal!

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10573 Beiträge, 4182x hilfreich)

Zitat (von Koalaman123):
Darum kümmere ich mich jetzt.


Vor weiterer Kommunikation mit KSP dies bitte auch tun und das klären, denn sowas hier ->
Zitat (von Koalaman123):
Ich habe KSP geschrieben und mitgeteilt, dass ich zu einer Einigung bereit wäre,...... wäre ich bereit, eine monatliche Zahlung zu leisten, sofern mir genau erklärt wird, was und wofür ich zahle.

kann wenn es dumm läuft, als Verhandlung gewertet werden, womit die Verjährung nicht nur unterbrochen wird, sondern von neuem beginnt.

Also tue Dir selbst einen großen Gefallen und rede/schreibe nicht mehr mit KSP, bis Du genau weißt von wann die Forderung ist.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.972 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.224 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen