Ladendiebstahl - Anwaltsbrief

8. Mai 2015 Thema abonnieren
 Von 
Maushaus
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Ladendiebstahl - Anwaltsbrief

Guten Tag,

ich habe eine Frage bezüglich eines Ladendiebstahldeliktes. Um keine Namen nennen zu müssen, nenne ich die Person im Beispiel Person A.
Person A wurde beim Ladendiebstahl mit Sachwert von etwa 10€ in einem Supermarkt erwischt und wurde nach dem Verlassen des Ladens von einem Ladendetektiv aufgegriffen. In einem Hinterzimmer wurde ihr dann gesagt, dass eine Strafe von 100€ veranschlagt würde, die bar bezahlt werden kann. Da Person A aber das Geld nicht dabei hatte tat sie das vorerst nicht. Der Detektiv kündigte an, den Fall an die Kettenleitung weiterzugeben, die über das weitere Vorgehen entscheiden würden.
Eine Woche später erhält Person A einen Brief vom Anwalt in dem es wörtlich heißt:

Zitat:
„Sie sind in der Filiale meiner Auftraggeberin bei einem Ladendiebstahl/Vermögensdelikt gestellt worden.
Ich fordere Sie auf bist spätestens zum

- >Datum, etwa 9 Tage ab Erhalt des Briefes< -
- Bei uns eingehend –


Folgende Beiträge mit dem beigefügten Überweisungsträger auf das obige Konto zu bezahlen:
Feststellungskosten (Hauptsachbetrag) €100
Gebühren gemäß Kostennote € 48
Sollte innerhalb der gesetzten Frist kein Zahlungseingang feststellbar sin, so werde ich ohne weitere Ankündigung Klage beim Amtsgericht erheben."

Darunter noch eine Kostenrechnung:

Zitat:
„1. Geschäftsgebühr (1,0) §§ 13 , 14 RVG Nr. 2300 VV RVG €45
Gegenstandswert: €100
2. Post- und Telekommunikation Nr. 7002 VV RVG €3"

Zu Person A: Sie ist 19 Jahre alt und ist vor gut 2 Jahren schon einmal wegen Ladendiebstahls im Wert von etwa 30€ auffällig geworden. Damals wurde das Verfahren aber eingestellt und es kam nie zu einer Anzeige.

Jetzt zu meiner Frage:
Worauf beziehen sich die 100€ Gegenstandswert und was genau bedeuten die Rechnungspositionen überhaupt?
Sollte Person den Betrag Zahlen und was passiert das im Folgenden, also wie wirkt sich das auf den Verfahrensverlauf aus?
Würde ein Rückschreiben etwas nützen in dem darum gebeten wird die Zahlung nicht leisten zu müssen, weil Person A das Geld aus Student nicht aufbringen kann?


Vielen Dank für eure Hilfe,

Mit freundlichen Grüßen



-- Editier von Maushaus am 08.05.2015 09:52

-- Editiert von Moderator am 08.05.2015 12:02

-- Thema wurde verschoben am 08.05.2015 12:02

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(31259 Beiträge, 16705x hilfreich)

In der Höhe ist die Forderung definitiv unangemessen. Als eigentliche "Fangprämie" gelten nur 50 Euro als angemessen und auch die Anwaltsgebühren dürften nicht gerechtfertigt sein. Was Sie genau tun müssen, können Ihnen vermutlich demnächst die Kollegen sagen, die sich da noch besser auskennen.
Zum strafrechtlichen Teil: Es kam auch beim erstenmal durchaus zu einer Anzeige - sonst hätte es nämlich kein Verfahren gegeben, daß man hätte einstellen können. Diesesmal würde ich nicht mehr mit einer Einstellung rechnen - zumindest nicht ohne Sanktion (Sozialstunden, Geldauflage etc.).

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16088x hilfreich)

Grundsätzlich muss natürlich der Sachwert (soweit der Supermarkt das nicht einbehalten hat) plus die Fangprämie gezahlt werden. So wie muemmel es schreibt, wären es dann also maximal 60€.
Grundsätzlich dazu auch mal hier einlesen: http://www.frag-einen-anwalt.de/Ladendiebstahl-Fangpraemie-zahlen---f108875.html

Ob nun die Anwaltsgebühr gerechtfertigt ist, da gibt es eine einfache Frage zu beantworten: War die Einschaltung eines Rechtsanwalts zweckdienlich oder notwendig. Dazu gibt es einige Urteile, die das durchaus als nicht notwendig ersehen. Es kann insbesondere einer größeren Ladenkette durchaus zugemutet werden, erst einmal selbst die Fangprämie bzw. den Schaden anzumahnen.

In der von mir verlinkten Antwort wird empfohlen, direkt einen Anwalt einzuschalten, um die ungerechtfertigten Kosten abzuwehren. Da die Gegenseite auch bereits (unnötigerweise in meinen Augen) einen Anwalt hinzuzog, dürfte das statthaft sein und man dürfte dann sogar die eigenen Anwaltskosten von der Gegenseite erstattet bekommen. Natürlich läuft das dann darauf hinaus, dass man einfach den eigenen Anwalt bezahlen würde und die Gegenseite auf die Ansprüche verzichten müsste (Aufrechnung). So sehe ich das zumindest.
Ggf. kann man es auch erst mal ohne eigenen Anwalt probieren und das aus der eigenen Sicht durchsetzbare zweckgebunden überweisen und dann den gegnerischen Anwalt schreiben, dass sowohl die 100€ Fangprämie als auch seine Kosten gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen und nicht erstattet werden.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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