"Letzte Mahnung" persönlich übergeben

11. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
idolf
Status:
Beginner
(137 Beiträge, 74x hilfreich)
"Letzte Mahnung" persönlich übergeben

Hallo, Frage an die Fachleute hier:

Habe in der Kundschaft verschiedene Härtefälle, die auf einen Mahnung (per Einwurfeinschreiben) überhaupt nicht reagieren, jetzt will ich die "letzte Mahnung" mit Androhung des Inkassos persönlich übergeben.
Ein Kunde betreibt ein Restaurant:
Wenn ich dort im Gastraum den Chef verlange, und ihm die Mahnung übergebe, oder, falls dieser nicht zugegen sein sollte, einen Angestellten die Mahnung übergebe,

UND ANDERE GÄSTE SOLLTEN DIESES MITBEKOMMEN,
wäre das ein Problem?

Danke vorab!

Post vom Inkassobüro?

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119923 Beiträge, 39797x hilfreich)

Zitat (von idolf):
wäre das ein Problem?

Kommt ganz darauf an wie gut der Anwalt des Schuldners ist ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Schalkefan
Status:
Lehrling
(1280 Beiträge, 214x hilfreich)

Was ist das denn für ein Geschäftsgebahren? Wenn sich das rumspricht, was meinen sie, wer dann noch mit ihnen Geschäfte machen will?

Gehen sie den rechtlich vorgesehenen Weg über Mahnbescheid und (notfalls) Klage wie jeder vernünftige Unternehmer.

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#3
 Von 
idolf
Status:
Beginner
(137 Beiträge, 74x hilfreich)

Hm, wie darf ich das denn jetzt verstehen?
Und wie soll ich einem Restaurantbesitzer etwas übergeben, wenn ich nicht weiß, wo er wohnt?

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119923 Beiträge, 39797x hilfreich)

Zitat (von idolf):
Hm, wie darf ich das denn jetzt verstehen?

Was konkret?



Zitat (von idolf):
Und wie soll ich einem Restaurantbesitzer etwas übergeben, wenn ich nicht weiß, wo er wohnt?

Gar nicht.

Ich weis auch ehrlich gesagt nicht, was man sich von so einer Übergabe verspricht - juristisch gesehen ist sie völlig nutzlos.

Wie der Vorposter schon schrieb, einfach den vorgesehenen Rechtsweg beschreiten.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6266 Beiträge, 1500x hilfreich)

Zitat (von idolf):
Und wie soll ich einem Restaurantbesitzer etwas übergeben, wenn ich nicht weiß, wo er wohnt?

Schicken Sie es einfach mit der Post. Ggf. Übergabe-Einschreiben, wobei das nicht zwingend nötig ist.

Danach dann das übliche Mahnverfahren. Da kommt der Mahnbescheid dann vom Gericht. Mit der Post als Brief mit Zustellungsurkunde.

Was soll es bringen, persönlich vorbeizuschauen? Wenn man ggf. verhandeln möchte, macht man einen Termin ab.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#6
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2424 Beiträge, 719x hilfreich)

Warum überhaupt eine "letzte Mahnung"?
Was spricht gegen einen Anruf beim Schuldner um ggf die Zahlungsmodalitäten zu klären oder die direkte Beantragung des MB?

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#7
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7194 Beiträge, 1513x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
oder die direkte Beantragung des MB?


Das habe ich mich auch gefragt. Einen MB zu beantragen geht sehr einfach.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#8
 Von 
Marius938549
Status:
Beginner
(79 Beiträge, 8x hilfreich)

Unsere Firma hatte viele Forderungen an ein Inkassounternehmen abgegeben, mit Außendienst.

Leider hat es bei unseren Fällen immer relativ wenig gebracht (Außer irgendwelchen Drohungen wie Anzeigen usw. - natürlich nur heiße Luft, aber allemal lustig).

Wenn man einen „typischen" Zahlungsverweigerer hat, ist es schwierig, den auf normale Art umzustimmen.

Ich denke, wenn man persönlich zu dem Restaurant geht, dass es nur verschwendete Zeit wäre.

Ich würde einfach das gerichtliche Mahnverfahren anstreben.

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#9
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(916 Beiträge, 160x hilfreich)

Inkasso-Büros sind doch auch eher etwas für große Unternehmen, die massenweise Nichtzahler haben. Bei einzelnen offenen Rechnungen ist ein Anwalt doch mit Sicherheit sinnvoller.

Beim Inkasso-Büros erhält man ja auch nur einen gewissen Prozentsatz der Rechnung, der Anwalt wird versuchen, den kompletten Betrag einzutreiben.

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#10
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7194 Beiträge, 1513x hilfreich)

Zitat (von Marius938549):
Ich würde einfach das gerichtliche Mahnverfahren anstreben.


Ich auch. Der Mahnbescheid kann online beantragt werden, die Kosten dafür trägt der säumige Zahler. Und man wirft keinem Inkasso Geld in den Rachen

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#11
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6266 Beiträge, 1500x hilfreich)

Zitat (von Marius938549):
Unsere Firma hatte viele Forderungen an ein Inkassounternehmen abgegeben, mit Außendienst.

Leider hat es bei unseren Fällen immer relativ wenig gebracht (Außer irgendwelchen Drohungen wie Anzeigen usw. - natürlich nur heiße Luft, aber allemal lustig).

Das ist ja auch völlig logisch, weil ein großer Teil der nach der ersten Zahlungserinnerung nicht zahlenden Schuldner deshalb nicht zahlt, weil sie zahlungsunfähig sind...

Und gegen Zahlungsunfähigkeit helfen weder Mahnungen noch Vollstreckungsversuche. "Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren."

Zitat:
Wenn man einen „typischen" Zahlungsverweigerer hat, ist es schwierig, den auf normale Art umzustimmen.

Was soll denn ein "typischer Zahlungsverweigerer" sein?

Zitat:
Ich denke, wenn man persönlich zu dem Restaurant geht, dass es nur verschwendete Zeit wäre.

Ich würde einfach das gerichtliche Mahnverfahren anstreben.

Ich hab die unterschwellige Vermutung (aber das kann auch völlig unzutreffend sein!), daß es um die persönliche Befriedigung geht, den säumigen Schuldner mal vor anderen Leuten ordentlich als säumigen Schuldner zu beschimpfen...
Womit man vorsichtig sein sollte - "Moskau Inkasso" hat so einigen Schuldern mehr Schmerzensgeld eingebracht als die Forderung betrug, die eingetrieben werden sollte... Und einem Hausverbot wäre sofort Folge zu leisten, nicht erst, nachdem man den Beschwerdevortrag zu Ende gebracht hat. Und §32 StGB erlaubt dem Gastwirt obendrein, den Gläubiger augenblicklich am Kragen zu packen und aus dem Lokal zu expedieren.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6266 Beiträge, 1500x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Beim Inkasso-Büros erhält man ja auch nur einen gewissen Prozentsatz der Rechnung, der Anwalt wird versuchen, den kompletten Betrag einzutreiben.

Der Anwalt wird erstmal Vorkasse für sein Honorar und für die Gerichtskosten verlangen... Sonst rührt der in so einem Fall keinen Finger.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#13
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(916 Beiträge, 160x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Der Anwalt wird erstmal Vorkasse für sein Honorar und für die Gerichtskosten verlangen... Sonst rührt der in so einem Fall keinen Finger.


Also das Anwälte generell nur per Vorkasse arbeiten, kann ich - unter anderem auch aus eigener Erfahrung - so nicht bestätigten. Wenn beim Schuldner etwas zu holen ist, wird man das durch ein Gerichtverfahren auch erhalten, falls nicht, dann bleibt man auf den Kosten sitzen. Das muss der Fragesteller natürlich selbst einschätzen.

Bei einem laufenden Geschäftsbetrieb wird aber (im Normalfall) etwas zu holen sein, außer eben der Betrieb befindet sich kurz vor der Insolvenz.

Zitat (von eh1960):
Und §32 StGB erlaubt dem Gastwirt obendrein, den Gläubiger augenblicklich am Kragen zu packen und aus dem Lokal zu expedieren.


Diese Einschätzung halte ich doch für sehr gewagt.

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#14
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1102 Beiträge, 179x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Und §32 StGB erlaubt dem Gastwirt obendrein, den Gläubiger augenblicklich am Kragen zu packen und aus dem Lokal zu expedieren.
Notwehr? Absurde Vorstellung.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Marius938549
Status:
Beginner
(79 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Ich hab die unterschwellige Vermutung (aber das kann auch völlig unzutreffend sein!), daß es um die persönliche Befriedigung geht, den säumigen Schuldner mal vor anderen Leuten ordentlich als säumigen Schuldner zu beschimpfen...


Mir würde jetzt kein (legal agierendes) Inkassobüro einfallen, dass Schuldner (Vor allem von Angesicht zu Angesicht) beschimpft.
Oftmals reicht es bereits, wenn beim Nachbarn geklingelt wird, der Mitarbeiter sich nett vorstellt und fragt, wann Person XY zu erreichen ist.

Ich verstehe nicht, wieso ein Inkasso-Außendienst, immer mit Moskau Inkasso in Verbindung gebracht wird
sehr viele große Inkassobüros haben einen Außendienst.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119923 Beiträge, 39797x hilfreich)

Zitat (von Marius938549):
Ich verstehe nicht, wieso ein Inkasso-Außendienst, immer mit Moskau Inkasso in Verbindung gebracht wird

Weil die meisten Inkasso-Buden abseits der Legalität arbeiten.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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