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Mahnbescheid - Rechnung nicht erhalten.

29. April 2019 Thema abonnieren
 Von 
eddi_j
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 8x hilfreich)
Mahnbescheid - Rechnung nicht erhalten.

Hallo zusammen,

ich bitte um eure Hilfe.

Ich habe einen Mahnbescheid von der FKH OHG erhalten. Prozessbevollmächtigt ist eine Anwaltskanzlei mit der selben Adresse wie das Inkassobüro.

Es geht um eine Hauptforderung in Höhe von 132,29€ „Kontokorrentabrechnung gem. Rechnung Nr. .... vom 17.02.2016.

Im Mahnbescheid steht, dass die Hauptforderung von Klarna AB, dem Antragsteller am 17.02. abgetreten wurde. Früherer Gläubiger ist die Klarna AB.

Ich weiß aber, dass die Forderung seinerzeit an Identinkasso abgetreten wurde. Im März 2017 habe ich bei IdentInkasso nach einer Rechnung über die Forderung gebeten. Diese teilten mir anschließend mit, dass die Forderung wiederum an die *** Inkasso abgetreten wurde und diese nun zuständig sei. Ich kann mich noch dran erinnern, dass ich dort angerufen habe und um die Rechnung gebeten habe. Mir wurde zugesagt, dass ich per Post die Unterlagen erhalte.

Als ich nichts mehr von denen gehört habe, bin ich davon ausgegangen, dass es sich hier um Betrug oder ähnliches handelt. Ich habe keine Rechnung erhalten und wurde auch nicht mehr von dem Inkassobüro kontaktiert.

Nun habe ich vor knapp 2 Wochen den Mahnbescheid erhalten - hier ist der Antragsteller die FKH OHG (evtl. Namensänderung oder ähnliches).

Da ich nur die Kontaktdaten von dem Rechtsanwalt auf dem Mahnbescheid habe (Telefonnummer), habe ich dort angerufen und um eine Rechnung zu der Rechnungsnummer gebeten. Die Dame am Telefon teilte mir mit, dass Sie im System sehe, dass ich in 2016 bereits angerufen habe und denen Unterlagen zuschicken wollte (ich weiß nicht, welche ich denen zuschicken wollte, da ich ja die Rechnung haben möchte um zu sehen um was es sich handelt). Sie teilte mir mit, dass ich nun die Unterlagen per Post erhalte. Bis heute habe ich keine Rechnung erhalten und habe nur noch 2 Tage für einen Widerspruch Zeit.

In der Zwischenzeit habe ich mich bei Klarna erkundigt, es gibt eine Forderung zu der Nummer, leider können die mir nur keine Rechnungskopie zusenden, da die Sache an das Inkassobüro gegangen ist.

Ich habe leider keine Rechtsschutzversicherung um die Sache an einen Anwalt zu geben.

Es könnte gut möglich sein, dass die Forderung begründet ist und ich die Begleichung dieser Rechnung einfach vergessen habe. Jedoch habe ich bislang einfach keine Rechnung erhalten und zzgl. Inkassokosten (83,54€), Gerichtskosten (96,26€) und Zinsen in Höhe von 54,97€ bin ich bei einer Gesamtforderung in Höhe von 367,35€.

Kann mir vielleicht jemand sagen, wie es sich mit einem Teilwiderspruch verhält? Kann ich den Gerichts- und Inkassokosten evtl. in meinem Fall widersprechen? Mir wurde zwei mal zugesagt die Rechnung zuzuschicken, zweimal habe ich keine erhalten.

Vielen Dank im Voraus.

Gruß

-- Editiert von Moderator am 29.04.2019 20:29

-- Thema wurde verschoben am 29.04.2019 20:29

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16060x hilfreich)

Du weißt also nach wie vor nicht, worum es geht, korrekt?
Dann kreuze an "Ich widerspreche komplett" und schicke das per Einschreiben ans Gericht (!) zurück.
Parallel würde ich noch einmal ein Einschreiben an den Anwalt senden. "Werter Anwalt. Wie Sie in den Unterlagen sehen, habe ich mehrfach aufgefordert, die Forderung zu begründen und mir beispielsweise eine Rechnung und weitere Vertragsunterlagen zuzusenden. Mir wurde das mehrfach versprochen, ohne dass etwas passiert ist. Da ich keinerlei Ahnung habe, was genau sie hier fordern, habe ich dem Mahnbescheid widersprochen. Es steht Ihnen frei, einen Vertragsnachweis, Rechnungsnachweis u.ä. vorzulegen, damit ich die Sachlage prüfen kann. Im übrigen bestreite ich, bei der Klarna einen Kontokorrent-Vertrag abgeschlossen zu haben. Die Klarna ist meinem Wissen nach auch keine zugelassene Bank."

Dann würde ich abwarten. Sollten sie wirklich klagen, kann man immer noch begründen, dass man mehrfach Unterlagen angefordert hat und diese verweigert wurden. Der Knackpunkt ist nämlich, dass sowohl Inkassos, als auch Anwälte gesetzlich verpflichtet sind, Unterlagen vorzulegen. Frage: Was genau steht zu den Zinsen im Mahnbescheid? Die sind extrem hoch.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9559 Beiträge, 3962x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Dann kreuze an "Ich widerspreche komplett" und schicke das per Einschreiben ans Gericht (!) zurück.


Zitat (von eddi_j):
habe nur noch 2 Tage für einen Widerspruch Zeit


Besser persönlich beim Gericht einwerfen, oder sofort per Fax und Einschreiben hinterher.
Es reicht nämlich nicht innerhalb der Frist zu versenden, sondern der Widerspruch muss beim Gericht eingegangen sein.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
eddi_j
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Du weißt also nach wie vor nicht, worum es geht, korrekt?
.



Also ich habe tatsächlich damals über Klarna Bestellungen durchgeführt. Ich habe bei Klarna nachgefragt - diese Rechnungnummer gibt es auch. Ich gehe einfach mal davon aus, dass es eine Berechtigte Forderung seitens der Klarna ist.

Mir geht es jetzt darum, dass ich aber von der Gegenseite keine Rechnung erhalten um sicher zu gehen, dass es tatsächlich eine berechtigte Forderung ist. Die Rechnungen habe ich leider aber nur telefonisch angefordert.

Zitat (von mepeisen):

Dann würde ich abwarten. Sollten sie wirklich klagen, kann man immer noch begründen, dass man mehrfach Unterlagen angefordert hat und diese verweigert wurden. Der Knackpunkt ist nämlich, dass sowohl Inkassos, als auch Anwälte gesetzlich verpflichtet sind, Unterlagen vorzulegen.


Ich kenne mich mit der Thematik leider überhaupt nicht aus. Wenn ich dem Mahnbescheid Widerspreche und es auf eine Klage durch die Gegenseite hinausläuft, mit welchen Kosten muss ich mit der Einreichung der Klage durch die Gegenseite rechnen?

Zitat (von mepeisen):
Frage: Was genau steht zu den Zinsen im Mahnbescheid? Die sind extrem hoch.


Dort steht vom Antragsteller ausgerechnete Zinsen von 02.16 - 04.19.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16060x hilfreich)

Zitat:
Ich gehe einfach mal davon aus, dass es eine Berechtigte Forderung seitens der Klarna ist.

Du weißt es aber nicht. Es könnte auch eine Personenverwechslung sein.

Zitat:
Wenn ich dem Mahnbescheid Widerspreche und es auf eine Klage durch die Gegenseite hinausläuft, mit welchen Kosten muss ich mit der Einreichung der Klage durch die Gegenseite rechnen?

Vorläufig mit keinen. Die Klage war eigentlich ja unnötig. Denn sie haben dir die Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht verweigert. Lies mal beispielsweise §11a RDG . Für Anwälte gibt es das im selben Wortlaut.

Das ist der kleine "Trick". Du verweigerst dich nicht völlig, sondern kannst es einfach nicht zuordnen, willst daher die Belege haben. Bekommst du die Belege, kannst du es prüfen und zahlst dann auch. Das ist der feine Unterschied. Aus juristischer Sicht: Zurückbehaltung statt Verweigerung.

Zitat:
Die Rechnungen habe ich leider aber nur telefonisch angefordert.

Ja, das ist in der Tat etwas blöd. Aber nicht so schlimm. Deswegen ja der Brief, den du auch direkt losschicken solltest. In dem du nochmal diese (bisher mündliche) Aufforderung wiederholst. Deswegen auch die Formulierung.
Wichtig ist, dass du dem Mahnbescheid unbedingt komplett widersprichst. Sonst wird es tituliert und du weißt immer noch nicht, worum es geht. Dass die dir jemals was zusenden, das würde ich bezweifeln. Dir geht also die Zeit aus.

Zitat:
Dort steht vom Antragsteller ausgerechnete Zinsen von 02.16 - 04.19.

Bei 5% über Basiszins sind das aber nur rund 17,50€ oder so. Dass die mehr als das dreifache wollen, ist wieder mal Schwachsinn. Das sind halt die ****piep**** aus Modenbach. Darf hier nicht so deutlich werden, was ich von denen halte. Das wäre ja eine Beleidigung und dann würden sie wieder beim Betreiber meckern, dass das gelöscht werden soll. Achja: Da ihr Modenbacher ja mitlest: Ihr könnt gerne die Adresse beim Betreiber erfragen und versuchen, mich abzumahnen. Ich warte nur drauf, wie ihr wisst.

Im übrigen sind diese Leute dort sehr oft mit Personenverwechslungen dabei und machen auch sonst vieles, was nicht ohne weiteres legal ist. Hauptsache, sie finden einen Deppen, der das zahlt. Ich würde also durchaus davon ausgehen, nachdem sie dir den Nachweis mit Rechnung usw. verweigern, dass das auch dieses Mal wieder eine Personenverwechslung ist.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
eddi_j
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 8x hilfreich)

Erstmal vielen vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Zitat (von mepeisen):
Du weißt es aber nicht. Es könnte auch eine Personenverwechslung sein.


Es gibt zu dieser Rechnungsnummer eine Rechnung bei der Klarna, die auf meinen Namen lief. Das wurde mir seitens Klarna bestätigt.


Zitat (von mepeisen):
Ja, das ist in der Tat etwas blöd. Aber nicht so schlimm. Deswegen ja der Brief, den du auch direkt losschicken solltest. In dem du nochmal diese (bisher mündliche) Aufforderung wiederholst. Deswegen auch die Formulierung.
Wichtig ist, dass du dem Mahnbescheid unbedingt komplett widersprichst. Sonst wird es tituliert und du weißt immer noch nicht, worum es geht. Dass die dir jemals was zusenden, das würde ich bezweifeln. Dir geht also die Zeit aus.


Ich werde heute per Einwurf/Einschreiben einen Brief an den Prozessbevollmächtigten senden - in diesem werde ich nochmal mitteilen, dass mir weder 2016 noch 2019 eine Kopie der genannten Rechnung, nach vorheriger telefonischer nachfrage, zugesandt wurde.


Zitat (von mepeisen):
Im übrigen sind diese Leute dort sehr oft mit Personenverwechslungen


Ich meine sogar, dass ich damals von dem gleichen IB ein Schreiben erhalten habe, dabei handelte es sich tatsächlich um eine Personenverwechslung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16060x hilfreich)

Zitat:
Es gibt zu dieser Rechnungsnummer eine Rechnung bei der Klarna, die auf meinen Namen lief. Das wurde mir seitens Klarna bestätigt.

Aber womöglich eine andere Adresse. Du kannst es immer noch nicht zweigfelsfrei zuordnen zu einer Rechnung, die du wirklich versehentlich nicht gezahlt hast. Daher gilt immer noch das, was ich schrieb.

Nur auf Verdacht und unter Zwang etwas bezahlen, wo man nicht genau weiß, wofür, das scheidet doch aus.

Zitat:
Ich werde heute per Einwurf/Einschreiben einen Brief an den Prozessbevollmächtigten senden - in diesem werde ich nochmal mitteilen, dass mir weder 2016 noch 2019 eine Kopie der genannten Rechnung, nach vorheriger telefonischer nachfrage, zugesandt wurde.

Und wie gesagt: Widersprich dem Mahnbescheid vollständig und schicke das Widerspruchsformular ans Gericht. Diese FKH Leute sind ganz üble Gesellen. Das zeigt sich auch u.a. an den wucherischen Zinsen.

Gehe nicht davon aus, dass die sich redlich verhalten. Wenn du dich falsch verhältst, dann zocken die dich ab.

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