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Mahnbescheid mit 9€ HF erhalten - Gebühren über 200€ - rechtlich in der Höhe erlaubt?

29. Juni 2022 Thema abonnieren
 Von 
CS8290
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Mahnbescheid mit 9€ HF erhalten - Gebühren über 200€ - rechtlich in der Höhe erlaubt?

Hallo erstmal,

habe am 23.06.22 einen Mahnbescheid erhalten. Nachdem ich den geöffnet hab und die Gebührenaufstellung gesehen hab,bin ich fast aus allen Wolken gefallen.

Mahnbescheid:
https://bilderupload.org/bild/14da10443-20220629-152902

Sind so hohe Gebühren rechtlich erlaubt?
Würde gerne falls möglich einen Widerspruch einlegen.

Würde auch gerne direkt diese Woche die offene Forderung begleichen aber wieviel genau müsste ich jetzt überweisen und an wen? :/

Über hilfreiche Informationen wäre ich euch sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
cs8290

-- Editiert von CS8290 am 29.06.2022 15:48

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13862 Beiträge, 8501x hilfreich)

Die Inkassokosten unter II. sind unzulässige Kostendoppelung. Wenn Rechtsanwaltskosten geltend gemacht werden, können nicht zusätzlich Inkassokosten verlangt werden.
Die Mahnkosten unter II. müssten nachgewiesen werden. bei 7,50€ müsste es mehrere Briefe per klassischer Briefpost gegeben haben.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1856 Beiträge, 589x hilfreich)

Ich würde auch Teilwiderspruch gegen die Inkassokosten einlegen. Rest ist m.E. ok.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
CS8290
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Die Inkassokosten unter II. sind unzulässige Kostendoppelung. Wenn Rechtsanwaltskosten geltend gemacht werden, können nicht zusätzlich Inkassokosten verlangt werden.
Die Mahnkosten unter II. müssten nachgewiesen werden. bei 7,50€ müsste es mehrere Briefe per klassischer Briefpost gegeben haben.

Danke für die Antwort erstmal. Somit sind unter Punkt 2 aufgeführt Verfahrenskosten so ok von der Höhe?
Dann lege ich einen Teilwiderspruch gegen Punkt3 Nebenkosten.

Überweise ich den Betrag dann an den Prozessbevollmächtigten? Da nur von dene IBAN auf dem MB hinterlegt ist.

LG

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Ich würde auch Teilwiderspruch gegen die Inkassokosten einlegen. Rest ist m.E. ok.

Danke auch Ihnen für die Antwort.

LG

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
charlyt4
Status:
Bachelor
(3874 Beiträge, 857x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Ich würde auch Teilwiderspruch gegen die Inkassokosten einlegen. Rest ist m.E. ok.


Zitat (von CS8290):
Dann lege ich einen Teilwiderspruch gegen Punkt3 Nebenkosten.


Wenn du den Rest bezahlen kannst, würde ich dem Mahnbescheid komplett widersprechen.


Zitat (von drkabo):
Die Inkassokosten unter II. sind unzulässige Kostendoppelung. Wenn Rechtsanwaltskosten geltend gemacht werden, können nicht zusätzlich Inkassokosten verlangt werden.


Wo siehst du eine Kostendoppelung?

Signatur:

Gruß Charly

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(615 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):
Wo siehst du eine Kostendoppelung?


Unter Punkt III sind 90,96 Euro Inkassokosten aufgeführt. Die dürfen nicht zusätzlich zu den in II.2 genannten Kosten abgerechnet werden.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
charlyt4
Status:
Bachelor
(3874 Beiträge, 857x hilfreich)


Der RA hat aber doch nur den Mahnbescheid beantragt!?

Wird da nicht normalerweise auf die vorgerichtlichen Kosten angerechnet?


PS: Die Forderung ist am 10.09.2021 an die FKH OHG verkauft/abgetreten worden.

Welches Inkasso war hier tätig?

Signatur:

Gruß Charly

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(615 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):
Der RA hat aber doch nur den Mahnbescheid beantragt!?


§ 13f S. 1, 2 RDG:
Beauftragt der Gläubiger einer Forderung mit deren Einziehung sowohl einen Inkassodienstleister als auch einen Rechtsanwalt, so kann er die ihm dadurch entstehenden Kosten nur bis zu der Höhe als Schaden ersetzt verlangen, wie sie entstanden wären, wenn er nur einen Rechtsanwalt beauftragt hätte.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(614 Beiträge, 130x hilfreich)

Es ist schwierig nachzuvollziehen, wer genau der Gläubiger war, da man mit "PHG" nicht viel anfangen kann.
Dann ist die Frage, wurde die Forderung verkauft, abgetreten oder im Auftrag an die FKH übergeben. Je nach Art fallen dann keine Inkassogebühren an, besonders wenn die Forderung verkauft wurde.

Punkt II
-> Ziffer 2 ist unzulässig.
Die Gründe dazu wurden genannt. Entweder Inkasso ODER direkt RA. Beides geht nicht.

Punkt III
-> Ziffer 1 nur dann zulässig, wenn mind. es 4 Briefe gegeben hat, sofern man sich auf 3,00 € maximal beruft.

-> Ziffer 2 ist unzulässig. Hier wären maximal 15,00 € Inkassogebühr + 3,00 € Auslagen zu begleichen, gemäß BGH-Urteil 03/19, da die Forderung vor 10/21 erstellt wurde bzw. das Inkasso wohl auch schon vor dem Datum aktiv war.

Punkt IV
-> Ist in Ordnung, ebenso Punkt I -> Ziffer 1.

-- Editiert von DStein am 30.06.2022 12:32

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#9
 Von 
CS8290
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):
Wenn du den Rest bezahlen kannst, würde ich dem Mahnbescheid komplett widersprechen.

Danke für die Antwort. Der Rest wäre in dem Fall dann die Hauptforderung + Zinsen + Gerichtskosten?

Zitat (von DStein):
Es ist schwierig nachzuvollziehen, wer genau der Gläubiger war, da man mit "PHG" nicht viel anfangen kann.
Dann ist die Frage, wurde die Forderung verkauft, abgetreten oder im Auftrag an die FKH übergeben. Je nach Art fallen dann keine Inkassogebühren an, besonders wenn die Forderung verkauft wurde.

Früherer Gläubiger war laut MB : Schutzbrief24 Gmbh(siehe Hinweis zur Forderung auf MB)

Zitat (von DStein):
Punkt II
-> Ziffer 2 ist unzulässig.
Die Gründe dazu wurden genannt. Entweder Inkasso ODER direkt RA. Beides geht nicht.

Also muss ich entweder die RA oder die Inkasso Gebühren bezahlen? Oder hab ich das falsch verstanden?
Zitat (von DStein):
-> Ziffer 2 ist unzulässig. Hier wären maximal 15,00 € Inkassogebühr + 3,00 € Auslagen zu begleichen, gemäß BGH-Urteil 03/19, da die Forderung vor 10/21 erstellt wurde bzw. das Inkasso wohl auch schon vor dem Datum aktiv war.

Danke für den Hinweis mit BGH Urteil


Zitat (von DStein):
Punkt IV
-> Ist in Ordnung, ebenso Punkt I -> Ziffer 1.

Also zusammengefasst muss ich folgendes bezahlen wenn ich es nicht falsch verstanden habe:

- Punkt I
Hauptforderung: 9,08€

- Punkt II
Ziffer 1 Gerichtskosten 36,00€
Ziffer 2 RA Kosten Gesamt 70,07€

- Punkt III
Teilwiderspruch

Punkt IV
Zinsen : 1,38€


Gesamt : 116,43€ ?


Mir sind grad noch 2 Sachen aufgefallen

1. Ist es normal dass Antragssteller und Prozessbevollmächtiger die gleiche Anschrift haben?

2. Wenn man es ganz genau nimmt verjährt die Forderung nicht nach 3 Jahren zum 31.12 wenn vorher kein Titel besteht?

LG

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(614 Beiträge, 130x hilfreich)

Zitat (von CS8290):
Also muss ich entweder die RA oder die Inkasso Gebühren bezahlen? Oder hab ich das falsch verstanden?
Du müsstest nur die Inkassogebühren bezahlen, in der tatsächlichen Höhe.
Das wären insgesamt 18,00 €. Begründung nannte ich bereits.

Zitat (von CS8290):
Danke für den Hinweis mit BGH Urteil
Das wäre ua. dieses hier: https://www.infodienst-schuldnerberatung.de/bundesgerichtshof-fuer-masseninkasso-koennen-nur-kosten-in-hoehe-einer-03-fachen-rechtsanwaltsgebuehr-verlangt-werden/

Zitat (von CS8290):
Also zusammengefasst muss ich folgendes bezahlen wenn ich es nicht falsch verstanden habe:

- Punkt I
Hauptforderung: 9,08€

- Punkt II
Ziffer 1 Gerichtskosten 36,00€
Ziffer 2 RA Kosten Gesamt 70,07€ - streichen

- Punkt III
Teilwiderspruch (Mahngebühren müssen nachgewiesen werden)
Inkassogebühren maximal 15,00 + 3,00 Auslagen

Zinsen
Der Rest passt.

-- Editiert von DStein am 30.06.2022 15:02

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(972 Beiträge, 292x hilfreich)

Dein Wissensstand ist veraltet. Seit der Reform des RVG für Inkassos sind wohl alle gesetzlichen Kosten durchsetzungsfähig.
Rechtsanwaltskosten kann man nicht streichen, die sind immer durchsetzungsfähig…höchst gefährlicher Laien-Rat…würde stattdessen die Inkassokosten im MB streichen. Doppelbelastung ist nicht zulässig.

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#12
 Von 
go605634-3
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Laut Mahnbescheid datiert die Forderung aus 2018. Ich würde zur Verjährungseinrede und Komplettwiderspruch tendieren.

-- Editiert von go605634-3 am 01.07.2022 02:42

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Jonathon
Status:
Praktikant
(846 Beiträge, 285x hilfreich)

Das wollte ich auch gerade schreiben.
Denn die Forderung ist verjährt.

Ich würde dem Mahnbescheid komplett widersprechen.
Da es sich um die FKH "Gestalten" handelt, könnte man noch ganz andere Sachen vorbringen, aber die Verjährung ist das einfachste.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt: Keine Rechtsberatung. Es gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1302 Beiträge, 204x hilfreich)

Falls die Forderung verkauft wurde (und nicht nur ein Inkassounternehmen mit der Eintreibung bevollmächtigt wurde...das geht aus dem Mahnbescheid nicht eindeutig hervor), sind meiner Meinung auch die Rechtsanwaltskosten zu streichen. (Hintergrund: Ein Unternehmen, welches Forderungen von Fremden im Rahmen einer Rechtsberatung eintreibt und dies auch darf, kann sich zum Eintreiben einer eigenen Forderung selbst beraten)

-- Editiert von Kalanndok am 04.07.2022 11:47

-- Editiert von Kalanndok am 04.07.2022 11:48

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