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Mahnbescheid trotz Einhaltung der Ratenzahlung

 Von 
ModdeyDhoo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Mahnbescheid trotz Einhaltung der Ratenzahlung

Schönen guten Morgen

leider kam es bei mir vor einiger Zeit dazu, dass ich eine unerwartet hohe Reparatur meines Autos nicht mit einen Schlag begleichen konnte. Da wir uns bezüglich einer Ratenzahlung nicht einig werden konnten, landete die Forderung schliesslich bei einem Inkassounternehmen.
Ich habe mich sofort mit den Herrschaften in Verbindung gesetzt und angeboten, ich könnte von den gut 2000€ die zu Zahlen sind, erstmal nur 500€ überweisen und den Rest müsse ich in Raten zahlen.
Das ganze wurde aktzeptiert und schriftlich festgehalten.

Da mir leider in den Monaten danach gekündigt wurde und ich fortan auf ALG1+2 angewiesen bin, nahm ich erneut Kontakt mit dem Inkassounternehmen auf (Email) und erklärte denen meine Situation und ob eine vorrübergehende Reduzierung der Raten, bis zur Veränderung meiner finanziellen Lage möglich wäre. Dies war möglich und ich zahlte weiterhin brav meine Raten. Hierfür gibt es jedoch keine neue schriftliche Vereinbarung.

Nach einigen Monaten, erhielt ich ein Schreiben, in dem darum gebeten wird, ich solle nur mal kurz mitteilen, ob sich schon etwas geändert hat.
Ich antwortete zügig, das ich noch Arbeitslosengeld beziehe und mich sofort melden werde, wenn ich die Raten wieder erhöhen kann.

Also zahlte ich weiter die niedrigere Rate, was auch wieder für einige Monate ohne weiteres von statten ging.
Bisher habe ich alle Zahlungstermine eingehalten und mich stets zügig gemeldet.

Am Donnerstag hatte ich ein Brief des Inkassounternehmens im Briefkasten

"In vorbezeichneter Angelegenheit sind wir aufgrund der geringen Ratenhöhe beauftragt das gerichtliche Mahnverfahren zur Sicherung der Forderung einzuleiten"

und schwups, steckte Dienstag auch schon der gelbe Brief im Briefkasten....Mahnbescheid

Können die sowas trotz lückenlos nachweisbarer Zahlung einfach so in die Wege leiten?
Und macht es irgendwie Sinn Widerspruch einzulegen?
Die Hauptforderung ist natürlich unstrittig, die soll ja auch bezahlt werden.
Ich finde es nur merkwürdig, dass die jetzt so plötzlich ohne weiteres damit an kommen.

Für den Fall, dass ich keinen Widerspruch einlege, ensteht ein vollstreckbarer Titel. Bedeutet das, dass das Inkassounternehmen bei vorhandnem Titel "einfach drauf los Vollstrecken" kann, auch wenn ich weiter die Raten zahle (seien es jetzt die normalen oder niedrigen Raten) und können mir daraus noch weitere Nachteile entstehen (Mehrkosten etc)? (Schufa ist klar)

und in die andere Richtung:

Macht es denn Sinn Widerspruch einzulegen, "nur" weil man damit nicht einverstanden ist, das trotz lückenloser Zahlung ein Titel erwirkt werden soll?
Das wäre ja dann ein Widerspruch im Ganzen.

Sollte ein insgesamter Widerspruch keinen Sinn machen oder sogar nachteilig für mich sein, werde ich natürlich davon absehen.

Allerdings sind auf dem Mahnbescheid neben :

I. Hauptforderung (1250€ )
II. Verfahrenskosten (35,50+25€ )

unter
III. Nebenkosten
-Mahnkosten 15€ (ich habe vom Inkassounternehmen nie eine Mahnung erhalten)
-Inkassokosten 5€

aufgeführt.
Dürfen diese Nebenkosten denn aufgeführt werden und kann ich deswegen einen teilweisen Widerspruch einlegen?

Liebe Grüße und vielen Dank


Dürfen die das einfach so machen, trotz lückenlos belegbarer Zahlungen?

-- Editiert von ModdeyDhoo am 07.04.2020 05:56

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Zahlung Schufa Titel Inkassounternehmen


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23923 Beiträge, 15568x hilfreich)

Zitat:
Können die sowas trotz lückenlos nachweisbarer Zahlung einfach so in die Wege leiten?

Eigentlich nicht. Rein rechtlich gesehen gab es eine Vereinbarung, an die du dich gehalten hast. Sie könnten argumentieren, dass das ja nur übergangsweise geduldet wurde und so wie du schilderst, war es auch so. Alles eine Grauzone, weil beiderseitig wohl nicht so viel beweisbar ist.

Ich würde das erst nochmal anders angehen. Wie viel hast du denn bisher in Summe bezahlt? Wurden irgendwelche Gebühren gefordert? Wenn ja: Welche genau? Bei der von dir unterschriebenen Ratenvereinbarung, steht da was von Gebühren dabei?

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
ModdeyDhoo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke schon einmal für die Antwort.

Also der erste Brief vom Inkassounternehmen beinhaltet folgendes:

- Hauptforderung+Zinsen 1863,04€ (übereinstimmend mit der 3. und letzten Mahnung der Werkstatt)
- Mahnkosten des Gläubigers 15,00€ (ist auch auf der letzten Mahnung der Werkstatt aufgeführt)
- Geschäftsgebühr entspr. Nr. 195,00€
2300 VV RVG gem. §§280,
286 BGB
- Auskunftskosten gem. §§ 280, 10,00€
286 BGB
- Pauschale Post-/ 20,00€
Telekommunikationsdienstl.
nach Nr. 7002VV gem.
§§ 280, 286 BGB

Macht unterm Strich eine Forderung vom Inkassounternehmen von 2.103,04€

Darauf hin, wie gesagt die Kontaktaufnahme und Zahlung von 500€ und Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung.

In selbiger steht nichts von zusätzlichen Gebühren o.ä.
Im Ratenzahlungsplan sist als Gesamtsumme 1604,65€ angegeben, was nach Abzug der geleisteten Zahlung (plus 1,61€ Zinsen) ja passt.

Ebenfalls steht auf der Vereinbarung:
"Bei einer Änderung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse werden sich beide Partein über eine angemessene Anpassung der Ratenhöhe verständigen"
Meinen Pflichten bin ich also gewissenhaft nach gekommen.

Gezahlt habe ich bisher einschl. der letzten Zahlung am 20. März 720€
Die erst Zahlung habe ich im Januar 19 und die erste Rate im Februar 19 gezahlt.

Ich vermute mal, es kann nur hilfreich sein, wenn ich den Mahnbescheid und die urtümliche Forderung des Inkassounternehmens mal hier hoch lade. Bei der nächsten Gelegenheit hole ich das noch nach.

LG



-- Editiert von ModdeyDhoo am 07.04.2020 10:45

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#3
 Von 
ModdeyDhoo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
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#4
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8832 Beiträge, 2836x hilfreich)

Zitat (von ModdeyDhoo):
Dürfen die das einfach so machen, trotz lückenlos belegbarer Zahlungen?

Ja, und zwar zur Sicherung der Forderung vor Verjährung.
Entspricht auch der Begründung.

Aber, Du brauchst keine zusätzlichen Kosten zahlen denn du bist derzeit nicht in Verzug. Die Ratenzahlungsvereinbarung setzt den Verzug solange aus, wie sie eingehalten wird.

Soweit wäre alles gut, wenn du die Raten in nachweisbar vereinbarter Höhe zahlen würdest.
Du hast dich auf niedrigere Raten geeinigt ohne das Du diese neuerliche Vereinbarung nachweisen kannst.
Ganz spitzfindig könnte man hier also wieder von Verzug sprechen um so auch die MAB-Kosten zu deinen Lasten zu rechtfertigen.

Ich würde, wenn die Hauptforderung korrekt berechnet ist den MAB anerkennen und nur Protest gegen die zusetzlichen Kosten anmelden. Dies mit der eingehaltenen Ratenzahlung und damit ausgesetztem Verzug begründen.

Berry

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23923 Beiträge, 15568x hilfreich)

Zitat:
Ja, und zwar zur Sicherung der Forderung vor Verjährung.

Es gibt keine Verjährungsgefahr bei ständig bezahlten Raten.

Zitat:
Ganz spitzfindig könnte man hier also wieder von Verzug sprechen um so auch die MAB-Kosten zu deinen Lasten zu rechtfertigen.

Und wie ich schrieb könnte man auch andersherum genauso spitzfindig mit einer Duldung argumentieren.

Apropos.
Die Formulierung "Zur Entlastung seiner Buchhaltung" sagt eindeutig, dass es sich hier nicht um eine Rechtsdienstleistung handelt, sondern um kaufmännisches Outsourcing bzw. echtes/unechtes Factoring. Dazu passt ja, dass du schon vor Inkasso erfolglos auf eine Ratenzahlung verhandelt hattest mit dem Gläubiger. Die 195€ Inkassogebühr und 20€ Auslagen gehören da aus meiner Sicht ins Reich der Fabeln und Märchen.

Die 15€ Mahnkosten sind auch wohl völlig überzogen. Und die 10€ Auskunftskosten sind auch eher frei erfunden bzw. Privatvergnügen des Gläubigers, wenn du nicht beispielsweise umgezogen bist.

Die dreiste Kostentreiberei wird sogar noch auf die Spitze getrieben, wenn das Inkasso schreibt "Nach Zustimmung unseres Auftraggebers". Wieso stimmt er plötzlich zu, hat sich davor aber verweigert? Das ergibt keinen Sinn.

Das Wichtigste ist aber denke ich der Passus mit der "Anpassung der wirtschaftlichen Verhältnisse". Denn das geht ja in beide Richtungen. Also auch bei Einkommensverlust bzw. ALG 1+2. Da spanne ich mal argumentativ den Bogen dahin, dass die die neue Ratenhöhe sehr wohl geduldet haben. Das ergibt einfach Sinn.

Zitat:
Ich würde, wenn die Hauptforderung korrekt berechnet ist

Genau an dem Punkt dürfte es aber nicht korrekt berechnet sein. Denn alleine schon die extra 5€ Inkassokosten machen wenig Sinn.

Hier dürfte es sich lohnen, noch einmal genauer hinzuschauen. Auf wie viel Konfrontation geht, musst du nochmal für dich prüfen und in dich gehen.

Was ich meine: Es gab also mit Inkassokosten rund 2000€ Forderung. Du hast 500€ sofort bezahlt und einige Raten. Wie viele davon? Wieso da immer noch im Mahnbescheid so viel auftaucht, ist für mich derzeit nicht erklärbar.
Noch ein Nachtrag: Ist da nicht sogar eine Zinsdopplung drin? Wieso rechnen die einmal "rückständige Zinsen" aus als Teil der Hauptforderung und dann nochmal 165€ weitere Zinsen? Wo kommen die plötzlich her? Das wären ja noch offene 1370€ insgesamt....

Also irgendwo ist da entweder gerade ein Denkfehler bei mir (ist ja schon spät) oder die haben da einiges zusammengetrickst. Hütchenspielertricks…

-- Editiert von mepeisen am 07.04.2020 23:14

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23923 Beiträge, 15568x hilfreich)

Es lohnt sich doch, ab und zu drüber zu schlafen. Also. Die Ursprungsforderung mit Inkassogebühren war ja 2100€. Da sind auch schon 150€ Zinsen mit veranschlagt. Kommt rechnerisch also hin. Sprich: Die ausgerechneten Zinsen sollten die sein bis Anfang 2019 (ging ja ggf. da nochmal ein paar Tage). Die Zinsen oben als Teil der Hauptforderung sind dann die von 2019 bis zum Antrag des Mahnbescheides.

Auch haben sie wohl zuerst auf Inkassokosten verrechnet (warum auch immer da 5€ übrig blieben) und dann auf Hauptforderung.

Es konzentriert sich also auf zwei Knackpunkte:

A) Beharrst du auf der Rateneinigung und widersprichst damit komplett, bezahlst stur weiter deine Raten und schaust, ob sie das zähneknirschend akzeptieren? Dass das für dich, aber auch fürs Inkasso sehr unsicher ist, das haben wir dir hier geschrieben.

B) Siehst du die Rateneinigung von denen als gebrochen an, widersprichst damit den Inkassokosten bzw. insbesondere einer Einigungsgebühr und machst damit einen Teilwiderspruch und schaust, ob du das beim Gerichtsvollzieher dann irgendwie abbezahlt bekommst oder wenn du wieder einen Job hast.

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#7
 Von 
ModdeyDhoo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten.

Da ich irgendwie so garkeine Lust habe mich noch weiter in diese schöne Spirale zu begeben, werde ich mir das Geld einfach Leihen und mich quasi frei kaufen.

Welche Summe müsste ich dann überweisen? Den "Streitwert" von 1254,89€?
Und wie verfahre ich dann mit dem Mahnbescheid? Einfach kompletten Widerspruch einlegen und das war es dann? Wenn ja, muss ich dem MB dann irgendwelche Begründungen beilegen?
Sollte ich und wenn ja in welcher Form, dem Inkassounternehmen davon mitteilen?

Danke

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23923 Beiträge, 15568x hilfreich)

Wenn du endgültig Ruhe haben willst, dann die 1500€ aus dem Mahnbescheid. Ansonsten siehe meinen vorherigen Beitrag.

Sobald überwiesen dem MB sicherheitshalber vollständig widersprechen. Damit das Verfahren gestoppt ist. Eine Begründung braucht man nicht und muss muss auch dem Inkasso nichts erklären.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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