Mahnbescheid trotz vorheriger Zahlung

8. Januar 2022 Thema abonnieren
 Von 
regang
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)
Mahnbescheid trotz vorheriger Zahlung

Hallo!
Meine Tochter hat im Juni letzten Jahres einen Betrag in Höhe von 10 Euro mit ihrer Karte an der Tankstelle bezahlt. Leider war ihr Konto nicht gedeckt und sie bekam Erinnerungen der Bank mit gleichzeitiger Erhöhung um die Mahnspesen, obwohl im Text nicht explizit das Wort "Mahnung" verwendet wurde, sondern "Erinnerung". Im September, als sich der Betrag bereits vervierfacht hat, hat sie endlich reagiert und überwiesen.
Drei Tage später trudelte eine Mahnung des Inkassounternehmens ein, die knapp das Doppelte des bereits überwiesenen Betrags verlangte. Sie hat sie höflich darauf hingewiesen, dass sie bereits gezahlt hat und das die Mahnung ja wohl hinfällig wäre.
Das Inkassounternehmen hat trotzdem weiterhin Mahnungen geschickt, auf die sie immer wieder reagiert hat und ihnen auch eine Kopie des Kontoauszuges geschickt hat. Sie bestanden weiterhin auf die Differenz.
Heute kam nun ein Mahnbescheid. Sie soll nun 128 Euro zahlen.
Macht ein Widerspruch überhaupt Sinn? Letztendlich hat sie doch gezahlt und die 1. Mahnung hat sich nur damit überschnitten.
Vorab vielen Dank!
Andrea

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119767 Beiträge, 39780x hilfreich)

Zitat (von regang):
Im September, als sich der Betrag bereits vervierfacht hat, hat sie endlich reagiert und überwiesen.

Welche Posten konkret wurden an wen genau überwiesen?



Zitat (von regang):
Sie bestanden weiterhin auf die Differenz.

Die aus welchen Posten konkret besteht?

Wer ist der Zahlungsabwicklungsdienstleister und wer ist das Inkasso?



Zitat (von regang):
Heute kam nun ein Mahnbescheid. Sie soll nun 128 Euro zahlen.

Der aus welchen Posten konkret besteht?




Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
regang
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von regang):
Im September, als sich der Betrag bereits vervierfacht hat, hat sie endlich reagiert und überwiesen.

Welche Posten konkret wurden an wen genau überwiesen?


Auf den ursprünglichen Betrag von 10 Euro kamen noch 7,60 Euro Bank (mehr stand dort nicht), 2,47 Euro Mahnkosten, 24,50 ohne Angabe und 4,90 Inkasso. Also sogar knapp verfünffacht. Das ging an die Payone, einen Zahlungsdienstleister, an den die Tankstelle das wohl abgetreten hat. Das ganze allerdings ohne Fristnennung.

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von regang):
Sie bestanden weiterhin auf die Differenz.

Die aus welchen Posten konkret besteht?

Wer ist der Zahlungsabwicklungsdienstleister und wer ist das Inkasso?


CCS Inkasso, deren Schreiben sich mit der Zahlung überschnitten haben muss, hat dann ganz andere Beträge aufgelistet:
10,00 Euro Hauptforderung
11,40 Euro Bankrücklastschriftkosten
2,47 Euro Mahnspesen
10,00 Euro Adressermittlungskosten
36,75 Euro Geschäftsgebühr
7,35 Euro Post- und Telekommunikationspauschale

Bei den nachfolgenden Mahnungen wurde dann allerdings der bereits überwiesene Betrag an Payone in Höhe von 49,47 Euro herausgerechnet. Somit belief sich die Forderung, der wir nicht nachkommen wollten, auf 28,52 Euro.

Zitat (von regang):
Heute kam nun ein Mahnbescheid. Sie soll nun 128 Euro zahlen.

Der aus welchen Posten konkret besteht?

Im Mahnbescheid wurden dann folgende Posten aufgelistet:
10,- Euro Warenlieferung
8,50 Euro Schadenersatz aus Warenlieferung-Vertrag gem. Rechnung vom 01.09.21 (es gibt keine solche Rechnung!)
10,00 Euro Schadenersatz aus Warenlieferung-Vertrag gem. Rechnung vom 03.09.21 (gibt es auch nicht, nur die Mahnung)
36,00 Euro Gerichtskosten Gebühr
49,00 Euro Rechtsanwaltskosten
9,80 Euro Auslagen
4,50 Euro Auskünfte
und noch ein paar Cent Zinsen.

Und noch ein Hinweis zu Hauptforderung, den ich nicht verstehe:
"Der Antragsteller (Payone) hat erklärt, dass der Anspruch von einer Gegenleistung abhänge, diese aber erbracht sei."

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119767 Beiträge, 39780x hilfreich)

PayOne wurde von Ingenico aufgekauft, beides sind Zahlungsdienstabwickler für Kartenzahlungen, CCS ist das Konzerneigene Inkasso das im selben Gebäude sitzt.

Konzerneigene Inkassos dürften eigentlich gar keine Inkassokosten berechnen ...



Zitat (von regang):
"Der Antragsteller (Payone) hat erklärt, dass der Anspruch von einer Gegenleistung abhänge, diese aber erbracht sei."

Das ist Formalismus, muss man sich nicht drum kümmern.



Zitat (von regang):
Auf den ursprünglichen Betrag von 10 Euro kamen noch 7,60 Euro Bank (mehr stand dort nicht), 2,47 Euro Mahnkosten, 24,50 ohne Angabe und 4,90 Inkasso.

Berichtigt wären hier
- Hauptforderung 10 EUR
- Rücklastschriftkosten (ca. 4 EUR > darüber nur per personenbezogenen Nachweis)
- Etwaige Mahngebühren vom Gläubiger (max. 1,50 EUR pro schriftlicher Mahnung, bei E-Mails 0 EUR)
- Adressermittlungskosten (ca. 10 EUR )

Da wären wir bei 25,50 EUR, mit 49,47 EUR ist Payone mehr als gut bedient



Da würde ich dem Mahnbescheid erst mal vollständig widersprechen, darauf achten, das er dem Gericht auch zugeht.


Dann abwarten was das Inkasso macht, vermutlich kommt ein Bettelbrief man möge doch den Widerspruch zurücknehmen. Dann wieder hier melden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
regang
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)

Klasse!
Vielen lieben Dank.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
regang
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Dann abwarten was das Inkasso macht, vermutlich kommt ein Bettelbrief man möge doch den Widerspruch zurücknehmen. Dann wieder hier melden.


Hallo Harry van Sell,
der Bettelbrief ist jetzt eingetroffen.
"Ihren Widerspruch ohne Begründung haben wir zur Kenntnis genommen. Da Sie offensichtlich keine Einwände gegen die Forderung selbst vorzubringen haben, bitte wir in Ihrem eigenen Interesse, den Widerspruch zu überdenken und ggf. zurückzunehmen. (...) Anderenfalls werden Sie innerhalb der nächsten Tage die uns in Auftrag gegebene Klage vom Gericht zugestellt bekommen."
Hab nochmal nachgesehen, auf dem Widerspruchsformular gibt es gar keine Möglichkeit, eine Begründung einzutragen.
Soll meine Tochter nochmal darauf reagieren?

Schon mal vielen Dank!
Andrea

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#6
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2418 Beiträge, 717x hilfreich)

Zitat (von regang):
Soll meine Tochter nochmal darauf reagieren?

Würde ich nicht machen.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(119767 Beiträge, 39780x hilfreich)

Zitat (von regang):
Anderenfalls werden Sie innerhalb der nächsten Tage die uns in Auftrag gegebene Klage vom Gericht zugestellt bekommen.

Ich würde dann so antworten:
Ich bitte um unverzüglich Übersendung der Klageschrift.
Da diese ein gerichtsfesten Nachweis das von Ihnen versuchten Betruges darstellt, ich deshalb Strafanzeige gegen alle Beteiligten erstatten werde sowie Beschwerde beim Aufsichtsgericht einreichen werde, kommt mir dieser Beweis gerade recht.

Insofern sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse die weitere Handlungsweise überdenken.


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Meine persönliche Meinung/Interpretation!
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