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Mahnbescheid von RA Dr. Hagen Schäfer / advaro nach Zahlung

22. März 2021 Thema abonnieren
 Von 
Riverside C
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Mahnbescheid von RA Dr. Hagen Schäfer / advaro nach Zahlung

Guten Tag,

Bei mir das folgende. Im November erhielt ich einen Brief von RA Dr. Hagen Schäfer aus München, der mir mitteilte, dass ich eine offene Forderung habe und dass dies die letzte Möglichkeit ist, zu zahlen, bevor die offene Forderung beim Amtsgericht gegen mich tituliert wird.

Ich hatte vorher keine Briefe von dieser Anwaltskanzlei erhalten, aber ich habe die Online-Geldbörse überprüft, die sie erwähnen, und diese hatte tatsächlich einen negativen Saldo, aus dem Jahr 2019, von ungefähr 200 euro. Der Betrag, der von der Kanzlei verlangt wurde, lag jedoch bei mehr als 400 Euro.

Ok, also ich habe also meine Unterlagen geprüft und dann ein Schreiben der advaro Services GmbH aus dem Jahr 2019 gefunden, in dem es tatsächlich um diese Forderung geht. In diesem Schreiben steht die folgende Kostenrechnung (Betrage ungefähr, ich mochte das nicht alles genau hier schreiben):

Gegenstandwert Stand 15.05.2019: 200 €
Gebühren:
Vertraglicher Schadenersatz (Nr. 2300 VV RVG): 60 €
Post- u. Telekomm.-Entgelte (Nr. 7002 VV RVG): 13 €

Summe Verzugskosten: 73 €
4,12% Verzugszins
unverzinsliche Kosten: 10 €

In diesem neuen Schreiben von RA Schafer befindet sich eine Vergütungsrechnung im exakt gleichen Stil wie bei advaro, allerdings ist die Hauptforderung nun mehr oder weniger die gleiche wie der advaro-Gesamtbetrag inklusive aller Zusatzkosten! Und dann kommen die gleichen Gebühren nochmals drüber.

Also schickte ich eine E-Mail an die Kanzlei, in der ich mitteilte, dass ich bereit wäre, die Schulden in Höhe von 200 Euro zu begleichen, dass ich aber gerne wissen würde, woher genau der Rest des Betrages stammt.

Nach einer Woche habe ich nichts mehr von ihnen gehört, also habe ich die ursprüngliche Schuld proaktiv überwiesen und ihnen eine E-Mail geschickt, dass ich dies getan habe:

"In Erwartung Ihrer Antwort habe ich bereits den Betrag in Höhe meines negativen Saldos überwiesen [...] Damit ist mein negativer Saldo ausgeglichen. Kann ich also davon ausgehen, dass die Angelegenheit erledigt ist? In Erwartung einer Antwort verbleibe ich..."

Daraufhin erhielt ich innerhalb von zwei Tagen eine Antwort per E-Mail:

wir haben festgestellt, dass Sie auf unser Schreiben hin nunmehr eine Teilzahlung geleistet haben. Allerdings ist von Ihrer offenen Gesamtschuld noch ein Restbetrag zu zahlen, zu dessen Ausgleich wir Sie hiermit aufzufordern haben.

Da Sie sich im Zahlungsverzug befanden, waren die in unserem Schreiben aufgeführten Rechtsverfolgungskosten bereits entstanden. Trotz der mittlerweile erfolgten Teil-Zahlung bleiben Sie zu deren Begleichung verpflichtet.


Nach dieser E-Mail von ihnen antwortete ich, bezog mich auf meine früheren E-Mails und bat sie nochmals um eine detaillierte Forderungsaufstellung, damit ich verstehe, wie sich der Restbetrag zusammensetzt... da es ja fast der doppelte Betrag der ursprünglichen Schuld ist. Das war vor 3 Monaten, und ich habe dann nichts von ihnen gehört.

Und jetzt ist der Mahnbescheid da... mit dieser Hauptforderung:

1. Hauptforderung:
1. gem. vertraglicher Schadenersatz vom xx.xx.19 73 € (dies ist die Summe Verzugskosten aus dem advaro Brief!)

2. gem Negativsaldo konto xxxxxxx 100 € (Keine Ahnung, wo dieser Betrag herkommt, da ich ja schon beglichen habe...)

Der Streitwert ist jetzt also 100 + 73 = 173 € geworden, und dann kommen natürlich noch Verfahrenskosten dazu:

1. Gerichtskosten:
-- Gebühr (§§ 3, 34, Nr. 1100 KV GKG) 36 €

2. Rechtsanwalts- /Rechtsbeistandkosten:
-- Gebühr (Nr. 3305 VV RVG) 15 €
Die nach Nr. 2300 ff VV RVG vorgerichtlich entstandende Geschäftsgebühr wurde in Höhe von 29 EUR antragsgemäß angerechnet, § 15a RVG.

-- Auslagen (Nr. 7001/7002 VV RVG) 9 EUR


Ok, ich glaube, das sind alle Infos. Was ist hier los? Könnt ihr etwas daraus machen? Was soll ich machen? Ich fühle mich ungerecht behandelt, da sie sich nie bei mir zurückgemeldet haben, und dann so einen Mahnbescheid schicken...

Vielen Dank!








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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Zitat:
In diesem neuen Schreiben von RA Schafer befindet sich eine Vergütungsrechnung im exakt gleichen Stil wie bei advaro, allerdings ist die Hauptforderung nun mehr oder weniger die gleiche wie der advaro-Gesamtbetrag inklusive aller Zusatzkosten! Und dann kommen die gleichen Gebühren nochmals drüber.

Ich würde hier an diesem Punkt zur Polizei gehen. Strafanzeige gegen die Mitarbeiter des Inkassos und der Kanzlei wegen Verdacht des gewerblichen Betruges. Begründung: Hier wird vollständig getäuscht. Die bereits abgerechneten Inkassokosten sind keine Hauptforderung. Durch diese vorsätzliche Täuschung versucht man die verbotene Kostendopplung zu verschleiern. Denn wenn ein eigener Anwalt von dir so eine Kostenaufstellung sieht, wird er dir erst mal sagen, dass das eventuell durchsetzbar wäre.

Die weitere Geschichte, dass du zur Erläuterung des Rests aufforderst und dir dann noch vorgelogen wird, du hättest auch den Rest zu bezahlen, ist eine weitere Täuschung.

Und schließlich der Mahnbescheid, in dem sie ihre Täuschung fortsetzen.

Ich würde dem Mahnbescheid vollumfänglich widersprechen. Das Formular dann per Einschreiben zurück zum Gericht. Die bekommen ja mit, dass du sie angezeigt hast bei der Polizei. Ich halte die Chance, dass sie jemals eine Klage verfassen für nahezu 0. Die wissen, dass sie sich mit diesem Unfug eher lächerlich machen vor Gericht.

Normalerweise melden die sich dann und wollen wissen, wieso du dem Mahnbescheid widersprochen hast. Ich würde dann nur antworten: "Werte Anwälte. Die Begründung entnehmen sie bitte der gegen sie gerichteten Strafanzeige wegen gewerblichen Betruges".

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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#2
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 603x hilfreich)

Ich sehe hier den Sinn eines kompletten WI nicht. Der TE hat den einfachen Verzugsschaden nicht beglichen. Der Schufaeintrag sagt doch nichts über die Höhe der Forderung.
Über den Sinn einer Strafanzeige kann man streiten.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Riverside C
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten! Also das mit der Strafanzeige muss ich mir mal gut überlegen, aber das Mahnbescheid widersprechen wollte ich ja schon machen... aber kann das auch negative Folgen für mich haben? Was werden die machen?

@Ex Inkassomitarbeiter ich verstehe deinen Beitrag nicht ganz, was meinst du mit dem Schufaeintrag?

Das frustrierende ist ja... ich möchte gerne zahlen, und dass alles hinter mir lassen! Aber ich will auch keine Fantasiebeträge zahlen, und sie reagieren nicht auf die Emails...

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 603x hilfreich)

Upps negativer Saldo .... Eingetragen ... Ich war von der Schufa ausgegangen. Sorry mein Fehler.

Wie hoch war die HF? Was hast du bisher gezahlt?

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Riverside C
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Ach so, nein, es handelt sich um einen Online-Bezahldienst (so wie PayPal), der einen negativen Saldo hatte von ungefähr 200 Euro. Diesen Negativsaldo habe ich vollständig beglichen, bsw ich habe den Betrag überwiesen an RA Schäfer.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Zitat:
Ich sehe hier den Sinn eines kompletten WI nicht.

Der Mahnbescheid ist in der Sache total falsch und daneben. Es werden keinerlei Verzugsschäden eingefordert, sondern eine Hauptforderung. Die Inkassokosten wurden zur Hauptforderung gemacht und dann auch noch falsch mit den zusätzlichen Anwaltskosten verrechnet. Das ist einfach nur falsch.

Dass noch 173€ Hauptforderung offen wäre, ergibt auch sonst keinen Sinn. Die haben ja sogar eine Gebühr gefordert, die über einer 1,3 Gebühr liegt.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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#7
 Von 
Sophie.K
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Mein Freund hat gerade fast den selben Fall nur stellt Herr Schäfer eine Forderung von der wir nicht wüssten dass wir irgendwas gekauft hätten.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105899 Beiträge, 37837x hilfreich)

Zitat (von Riverside C):
Diesen Negativsaldo habe ich vollständig beglichen, bsw ich habe den Betrag überwiesen an RA Schäfer.

Und auch im Verwendungszweck deutlich gemacht, das es nur die Hauptforderung ist?`Ansosnten werden die das nämlich mit den Gebühren verrechnet haben ...



Zitat (von mepeisen):
Das ist einfach nur falsch.

Das ist sogar betrügerisch...



Zitat (von Sophie.K):
Mein Freund hat gerade fast den selben Fall

Ja und?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Riverside C
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Gutem Tag, hier ein Update!

Ich habe das Mahnbescheid widersprochen, und seit dem nichts mehr gehört. Ist jetzt auch länger als 6 Monate her... also heißt das jetzt, das die Forderung sowieso verjährt ist, und sie damit nichts mehr anfangen werden/ können?

Vielen Dank!

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 603x hilfreich)

Zitat (von Riverside C):
Ist jetzt auch länger als 6 Monate her... also heißt das jetzt, das die Forderung sowieso verjährt ist, und sie damit nichts mehr anfangen werden/ können?

Wie kommst du auf eine Verjährung? Verstehe ich nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105899 Beiträge, 37837x hilfreich)

Zitat (von Riverside C):
Ist jetzt auch länger als 6 Monate her... also heißt das jetzt, das die Forderung sowieso verjährt ist, und sie damit nichts mehr anfangen werden/ können?

Nö, aber je länger die nichts machen, desto besser ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Riverside C
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Wie kommst du auf eine Verjährung? Verstehe ich nicht.


Zitat (von Harry van Sell):
Nö, aber je länger die nichts machen, desto besser ...


Also ich dachte zu verstehen, dass wenn 6 Monate nach einem Widerspruch eines Mahnbescheids nichts passiert, die Förderung verjährt und dass man die nicht mehr geltend machen kann. Ist das falsch?

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 603x hilfreich)

Zitat (von Riverside C):
Also ich dachte zu verstehen, dass wenn 6 Monate nach einem Widerspruch eines Mahnbescheids nichts passiert, die Förderung verjährt und dass man die nicht mehr geltend machen kann. Ist das falsch?


Jepp ist komplett falsch. Der MB ist nur 6 Monate gültig, also man kann nur deshalb 6 Monate einen VB beantragen.

Forderungen verjähren idR nach 3 Jahren (es gibt aber Ausnahmen). Aber hierfür bedarf es der Einrede der Verjährung durch den Schuldner.

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