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Mahnung Audible, jetzt Infoscore - aber falscher Name - was tun?

7.9.2019 Thema abonnieren
 Von 
Ancient
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Mahnung Audible, jetzt Infoscore - aber falscher Name - was tun?

Hallo,

ich bräuchte mal kurze Hilfe wie ich richtig reagiere. Schreibe gerade den Wideruf an Infoscore, aber wegen dem falschen Namen tu ich mich schwer, eigentlich bin ich ja gar nicht gemeint.

- Vorab: Ich selbst habe und hatte KEIN Konto bei Audible und nichtmal eines bei Amazon (ja, das gibt es)
- Vor 2 Wochen flatterte eine Mahnung von Audible GmbH über 9,95 ins Haus.

ABER: mit falschen Namen. Ich heisse (zB) Thorsten Marten, die Anschrift lief auf Martin Thomas. Also Vorname und Nachname sind vertauscht und der Nachname auch noch falsch geschrieben. Adresse stimmt und die post war so nett und hat es zugestellt und ich aus Versehen geöffnet. UNter dem falschen Nachnamen stehe ich aber auch aus Versehen im Telefonbuch, die Telekom schafft es nicht das zu korrigieren.

- Habe diese dann einfach mal weggelegt, dachte das wäre ein Fake.
- Jetzt kam die Mahnung von Infoscore an die gleiche falsche Person (haben die wohl von Audible so bekommen) über knapp 40 EUR.

- Was passiert ist, ist klar: Da hat also irgendeine Frikadelle den Namen aus dem Telefonbuch genommen und auch noch Vorname und Nachname vertauscht und wohl mit einer Fake-Kontoverbindung Audible genossen. Audible hat wohl keine funktionierenden KYC Prozesse am Start und ich jetzt den MIst an der der Backe.

- Habt ihr einen Textvorschlag für mich? Ich will mal besser der Forderung widersprechen, aber eigentlich bin ich ja noch nichtmal angesprochen. Soll ich widersprechen und auf den falschen Namen hinweisen? Oder kann ich gar nicht widersprechen, da ich gar nicht gemeint bin.

Wie schon gesagt, ich habe damit komplett nullkommagarnix zu tun.

Lieben Dank auch!

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71536 Beiträge, 32440x hilfreich)

Zitat (von Ancient):
Schreibe gerade den Wideruf an Infoscore,

Wideruf von was, wenn man doch angeblich keinen Vertrag abgeschlossen hat?



Zitat (von Ancient):
Jetzt kam die Mahnung von Infoscore an die gleiche falsche Person

Warum öffnet man dauernd Post die nicht für eine bestimmt ist? Schon wieder versehentlich geöffnet? Der § 202 StGB ist bekannt?

Ich würde da erstmal nichts an niemanden schreiben...



Zitat (von Ancient):
Audible hat wohl keine funktionierenden KYC Prozesse

Tja, und Du keinen funktionierenden KYY Prozess.

Die Lösung: strategische Neuausrichtung Deines KYY Prozesses.

Also etwas mehr Sorgfalt bevor man die Briefe öffnet. Bei Briefen die nicht an einen gerichtet sind, streicht man die Anschrift durch und schreibt daneben "ZURÜCK an Absender - Adressat unbekannt" und wirft diese in den Briefkasten. Oder man fängt den Zusteller ab und gibt dem die Briefe mit entsprechenden Kommentar mit, der macht dann einen "amtlichen Vermerk" drauf. Ganz konsequent, Inkassos brauchen so 3-8 Briefe bis die das kapieren.

Ausnahmen gibt es wenn man Briefe mit Zustellnachweis erhält. Da muss man dann schauen, was für ein Zustellnachweis das ist und wie man da vorgeht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Ancient
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, leider geöffnet. Ist bisher aber auch noch nicht vorgekommen. Andererseits steht der Name leider auch falsch im Telefonbuch (aber wenigstens Name und Vorname richtig rum - nur die Telekom kriegt ihn auch nicht geändert), daher hätte es schon sein können, dass das für mich war. Wenn das irgendetwas völlig abstruses gewesen wäre, dann stimme ich dir ja zu, dann hätte ich die Anschrift auch vermutlich bemerkt und den Kram zurückgehen lassen.

Hilft mir jetzt erstmal nicht so weiter. Warum soll ich hier der blöde sein? ETwas aggressiver Tonfall von Dir, dennoch danke für deine Meinung.

Wäre es dann nicht besser den bzw. beide Brief wieder einzupacken und mit "Empfänger unbekannt" zurückzuschicken?

-- Editiert von Ancient am 08.09.2019 00:27

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#3
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(601 Beiträge, 186x hilfreich)

KYC ist auch total überflüssig bei einem Unternehmen, was Hörbucher anbietet und keine Zahlungsdienstleistungen.

Zitat:

Wäre es dann nicht besser den bzw. beide Brief wieder einzupacken und mit "Empfänger unbekannt" zurückzuschicken?

Genauso würde ich das machen.

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#4
 Von 
Ancient
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Hmm, das war mein erster Gedanke. Dann habe ich gezögert, weil die Anschrift ja korrekt war (da wohnt auch sonst niemand an der Adresse) und der Name "nur" falsch aus den Telefonbuch (und halt verdreht).
Ich will nur nicht, das es noch weiter eskaliert.
Dann dachte ich Wideruf (oder Widerspruch) wäre doch besser, aber wie was Widersprechen was noch nicht mal an mich gerichtet ist. Vielleicht gibt es irgendwo wirklich eine Person mit diesem Namen und die haben nur die Adresse aus dem Telefonbuch falsch rausgesucht?!

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71536 Beiträge, 32440x hilfreich)

Zitat (von Ancient):
aber wie was Widersprechen was noch nicht mal an mich gerichtet ist.

Eben das ist das Problem.

Widerruft man, gibt man damit zu, dass man einen Vertrag geschlossen hat. denn zum Widerruf muss erst mal ein Vertrag vorliegen.
Widerspricht man, gibt man damit zu, dass man einen Vertrag geschlossen hat. denn zum widersprechen muss erst mal ein Vertrag vorliegen.
Widerspricht man, weil man keinen Vertrag geschlossen hat und nicht der Adressat ist, gibt man zu, dass man eine strafrechtlich relevante Handlung begangen hat.

Also egal ob man jetzt mit Widerruf antwortet oder oder widerspricht oder widerspricht und die geöffneten Briefe mitsendet, man steht dann eventuell vor größeren Problemen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
Ancient
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, juristisch ist die Bezeichnung Widerspruch/Widerruf dann sicherlich nicht passend, genau das kam mir auch beim tippen in den Sinn.
Die Alternative wäre halt noch irgendetwas anderes per Brief zu antworten. Wie gesagt, eine vollkommen unbeteiligte Person kann hier ja nicht das "Opfer" sein. Ist schon seltsam alles.

@The Mentalist

Zitat:
KYC ist auch total überflüssig bei einem Unternehmen, was Hörbucher anbietet und keine Zahlungsdienstleistungen.

Wer was auch immer etwas verkauft (ob Ware oder Digital), ist in der Pflicht zu prüfen ob die Person oder deren Angaben (zum Konto z.B.) auch existieren. Sonst dürfen sie halt nicht in Vorleistung gehen. Hier wird das Abo wohl jedem angeboten und "man" zahlt dann hinterher. Das ist hier das Versagen der Prozesse von Audible oder deren akzeptiertes Risiko. Ist ja noch in Ordnung, können sie machen. Aber wenn sie diese Forderungen gegen niemanden dann an ein Inkasseo weitergeben - statt sie abzuschreiben - und damit dann Unbeteiligte in diesen Sumpf reingeraten, da ist es schluss mit lustig für mich.

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71536 Beiträge, 32440x hilfreich)

Zitat (von Ancient):
Die Alternative wäre halt noch irgendetwas anderes per Brief zu antworten.

Aus das wäre dann ein Widerspruch ...



Zitat (von Ancient):
Wer was auch immer etwas verkauft (ob Ware oder Digital), ist in der Pflicht zu prüfen ob die Person oder deren Angaben (zum Konto z.B.) auch existieren. Sonst dürfen sie halt nicht in Vorleistung gehen.

Für so eine Pflicht gibt es nur keinerlei Rechtsgrundlage.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
Ancient
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Schon klar, dann tragen sie aber auch bitte das komplette Ausfallrisiko ohne irgendwelche unbeteiligten mit Mahnungen und Inkasso zu belästigen. Das ist schon ziemlich lächerlich.

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#9
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(601 Beiträge, 186x hilfreich)

Da spielen ja mehr Faktoren rein, z.B. dass die selbst die Adresse eben von einer auskunftei bekommen haben, die z.B. wegen des falschen Telefonbucheintrages die hat etc.
Bei vielen Millionen Kunden und automatisierten Problemen ist das nicht "lächerlich", da kann sich (erstmal) nicht immer ein Mensch hinsetzen und alles von Hand prüfen.

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#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22865 Beiträge, 15053x hilfreich)

Ein automatisierter Prozess wird aber nicht einfach so bei Namensähnlichkeiten eine andere Adresse herausrücken... ;-)

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#11
 Von 
radfahrer999
Status:
Schlichter
(7560 Beiträge, 4483x hilfreich)

Zitat (von Ancient):
ohne irgendwelche unbeteiligten mit Mahnungen und Inkasso zu belästigen.
der Witz ist beim ersten mal schwer zu verstehen, aber gem. deren System bist du nicht unbeteiligt. Unter dieser Annahme ist in deren kleinen Welt deren Forderung berechtigt und die versuchen die einzutreiben. Das ist keine "Belästigung".

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#12
 Von 
Anami
Status:
Richter
(8141 Beiträge, 1418x hilfreich)

Zitat (von Ancient):
Vor 2 Wochen flatterte eine Mahnung von Audible GmbH über 9,95 ins Haus.
Und vorher eine Rechnung?

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#13
 Von 
Ancient
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat:
Und vorher eine Rechnung?

Nein, begann mit der Mahnung von Audible. Meine Vermutung ist, dass halt der Lastschrifteinzug auf die Nase gefallen ist und Audible darauf mahnt. Genau 1x, dann Infoscore.

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#14
 Von 
Ancient
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von radfahrer999):
der Witz ist beim ersten mal schwer zu verstehen, aber gem. deren System bist du nicht unbeteiligt. Unter dieser Annahme ist in deren kleinen Welt deren Forderung berechtigt

Es geht eh nicht um mich, da wäre es vielleicht noch schwieriger, ich habe sowohl Audible als auch Amazon. Die Person hat/hatte weder das eine noch das andere.

Ich finde es halt schon seltsam, dass man hier quasi mit "Mickey Mouse" und irgendeiner Bankverbindung Dienste anbietet. Kann man ja machen, aber wenn es nicht hinhaut haben sie auch die Konsequenzen zu tragen. Jetzt schreiben sie an "Mickey Mouse" eine Mahnung, leider unter einer real existierenden Adresse. Kann man auch noch machen, dann aber Inkasso...ist wohl der Standardprozess, aber da hört es bei mir dann auf. Ich überlege mir gerade mein Audible Abo zu kündigen, als von Regulatorien geplagter Bank-Mitarbeiter kann ich so einen Stuss nicht nachvollziehen. Na ja, vielleicht machen wir anderen Stuss.

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