National Inkasso; Berechtigte Hauptforderung

18. Dezember 2019 Thema abonnieren
 Von 
KarlKugler
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
National Inkasso; Berechtigte Hauptforderung

Hallo und Guten Tag,

vorgestern hat meine Freundin eine Email von der National Inkasso GmbH, Düsseldorf erhalten, allerdings sind die Forderungen meiner Ansicht nach, trotz der berechtigten Hauptforderung, ziemlich überzogen.
Hintergrund ist der Umzug ins Ausland meiner Freundin. Ihr Konto, worüber eine Mitgliedschaft lief, war nicht mehr gedeckt und so wurde die Lastschrift in den letzten drei Monaten nicht mehr eingezogen. Sie hat nach eigener Aussage keine Mahnung per Email bekommen. Der Gläubiger behauptet jedoch das Gegenteil.

Am liebsten möchte ich Einspruch gegen die überhöhten Inkassogebühren einlegen, bin mir aber nicht sicher, mit welchen Argumenten ich das Anliegen am besten anführen kann. Zudem kommen mir die Auslagen und Gebühren des Mandanten überzogen vor. Daher möchte ich um Ihre Hilfe bitten.

Ich liste mal alle Kostenpunkte auf:

Datum Typ Betrag
01.09.2019 Hauptforderung 19,90 €
09.09.2019 Mandanten Auslagen 12,95 €
01.10.2019 Hauptforderung 19,90 €
01.11.2019 Hauptforderung 19,90 €
11.11.2019 Mandanten Mahnkosten 10,00 €
17.12.2019 Auslagen 13,50 €
17.12.2019 Inkassogebühren 67,50 €
17.12.2019 Zinsen_Hauptforderung 0,51 €
Offene Forderung: 164,16 €

Der Betrag soll zum 31.12.19 auf dem Konto von NI eingehen, ansonsten wird mit einem gerichtlichen Mahnverfahren gedroht.
Wenn ich nun Einspruch einlege, dann bin ich nicht mehr an diese Frist bis zum 31.12.19 gebunden?

Für Ihre Hilfe wäre sehr dankbar,

Viele Grüße,
Karl Kugler

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hausfrau66
Status:
Lehrling
(1094 Beiträge, 838x hilfreich)

Hallo,

mein Vorschlag - die Hauptforderungen, die Zinsen und 18 Euro Inkassogebühr überweisen und den Rest per Einwurfeinschreiben zurückweisen.
Im Verwendungszweck genau angeben, mit welchen Posten das Geld zu verrechnen ist.
Mögliche Mahnungen per Email kosten fast nix. Briefe schreiben erzeugt keine Inkassogebühr in dieser Höhe. Alternativ kann das Inkasso gerne nachweisen, was sie für die erhobene Gebühr für eine Rechtsdienstleitung erbracht haben.

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#2
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(633 Beiträge, 139x hilfreich)

Die Forderung wird so keinen richtbaren Bestand haben.
Was Hausfrau meint ist eine Zweckgebundene Überweisung wie folgt:

AKTENZEICHEN // 59,70 HF + 15,00 Inkassogebühr + 3,00 Auslagen

Bei den vermeintlichen Mahnkosten, hätten 6 Briefe deine Freundin erreichen müssen, zu maximal 3,00 Mahngebühren. Davon wären 3 kostenlos da eine 1. Zahlungsaufforderung / Mahnung kostenlos sein muss. Ebenso sind die knapp 13 € so auch nicht näher genannt welche Auslagen der Mandant haben soll.

Ansonsten wie Hausfrau schon schrieb, gegen die restlichen Gebühren die deine Überweisung nicht berücksichtigt, einen Widerspruch einlegen. Wenn die weitere Gebühren haben wollen, müssen sie Klagen. Das wird zu 99% nicht passieren. Einem Mahnbescheid widersprechen wenn einer kommen sollte.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121540 Beiträge, 40034x hilfreich)

Zitat (von KarlKugler):
Am liebsten möchte ich Einspruch gegen die überhöhten Inkassogebühren einlegen, bin mir aber nicht sicher, mit welchen Argumenten ich das Anliegen am besten anführen kann.

Mit gar keinen, da Du dazu gar nicht befugt bist.

Entweder muss Deine Freundin das selber machen oder Du benötigst eine entsprechende Bevollmächtigung.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16172x hilfreich)

Kleine Ergänzung: Als Mahngebühren dürfen nur die direkt entstehenden Sachkosten eingefordert werden (Briefporto, Briefpapier, Toner usw.)
Keine Personalkosten.

eMails verursachen auch Sachkosten, allerdings sind die so gering, dass sie in Euro gar nicht messbar sind. Wenn man es moralisch gut meint, würde man großzügig auf 0,01€ aufrunden.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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#5
 Von 
KarlKugler
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke schonmal an alle Antwortenden!
@DStein und @hausfrau 66 haben jetzt unterschiedliche Summen genannt. Wie habt ihr die gerechtfertigten Gebühren berechnet ? Ich nehme an, dass hängt mit dem angemessenen Kostensatz 0,3 zusammen, das wäre ja bei der Hauptforderung 17,91€. Plus die moralischen Cents für die Email, einfach auf 18€ aufrunden?

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16172x hilfreich)

Die 0,3 Gebühr errechnet sich aus dem Basisbetrag (45€), nicht aus der Hauptforderung. Das RVG funktioniert wie eine Art Tabelle. Alles zwischen 0 und 500€ führt zur Basisgebühr 45€ und dann geht es so weiter.

Also: 45€ mal 0,3 = 15€ plus 20% Auslagen = 18€.

Ob man nun diese 18€ bezahlt oder nichts, ist Geschmackssache bzw. eine Frage der Nerven und der Argumentation. Mit den 18€ nimmst du jedenfalls dem Inkasso komplett den Wind aus den Segeln, denn die müssten erst mal beweisen, dass sie mehr tun als voll automatisiert fertige Briefe rauszujagen.

Du kannst dich an das halten, was DStein da berechnet hat und das wegen Zinsen und so leicht aufrunden.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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