PVZ Zeitschrift per Telefon

15. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
Anton2207
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
PVZ Zeitschrift per Telefon

Hallo in die Runde,
ich habe viele Threads zum Thema PVZ - Abofalle -Inkasso durch gelesen. Trotzdem war keine wirklich vergleichbare Geschichte dabei.
Mein Partner hat Anfang/Mitte letzten Jahres (2023) wohl telefonisch ein kostenloses Abo für die Kicker Zeitschrift angenommen. Leider kann er sich an den genauen Wortlaut nicht erinnern. Ebenfalls erinnert er sich nicht mehr ob er direkt im Anschluss eine Auftragsbestätigung o.Ä. bekommen hat. Nunja, die die 6 kostenlosen Wochen gingen dann vom 31.07-11.09.2023. Kurz danach kam auch schon die erste Rechnung für den Zeitraum September bis Februar in Höhe von 166,40€. Da mein Partner Panik bekommen hatte und nicht wollte, dass ich Wind davon bekomme, hat er schnell ohne drüber nachzudenken den Betrag überwiesen und anschließend per Mail bei der PVZ gekündigt. Diese Mail wurde natürlich nie bestätigt.

Als am 07.03.2024 die nächste Rechnung ins Haus kam, habe ich leider auch erst davon mitbekommen. Ich habe mich direkt ins Thema reingelesen und schnell festgestellt dass er in eine Abofalle geraten ist und er eigentlich bisher alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann.... Diese Rechnung war für den Zeitraum März bis Juli 2024 und sollte 129€ betragen und es sollte 20 Hefte geben.

Daraufhin haben wir einen Brief aufgesetzt in dem wir einen Vertrag bestritten und den Vertrag widerrufen haben. Wir haben um die Zusendung der Vertragsunterlagen gebeten und eine Frist gesetzt. Dieser Brief ging dann per Einschreiben mit Rückschein an die PVZ.

Als Antwort kam eine Kündigungsbestätigung zum Ende der Vertragslaufzeit (22.07.2024). Und eine Kopie der "Auftragsbestätigung". Mein Partner kann sich leider nicht erinnern ob diese damals wirklich per Post oder Mail zugestellt wurde.... Laut der Auftragsbestätigung handelt es sich um ein Jahresabo was nach 6 Wochen kostenlos in ein kostenpflichtiges Abo übergeht. Widerrufsrechtsbelehrung war auf der Rückseite und wurde mit 42 Tagen deklariert. Pro Jahr soll es 104 Zeitschriften geben und der Wochenpreis beträgt 6€. Rechnet man sich das aus, soll es zwei Zeitschriften pro Woche á 3€ geben.

Rechnet man jetzt die Rechnung vom 07.03.2024 nach, kommen schon Unstimmigkeiten auf. 20 Hefte á 3€ würden 60€ ergeben - und nicht wie gefordert 129€.

Am 29.03.2024 kam eine Zahlungserinnerung in der zusätzlich zu den 129€ noch 2,50€ Mahngebühren dazu kamen.

Am 11.04.2024 kam dann die erste Mahnung mit einem völlig anderem Betrag = 34,75€. Angeblich für den Zeitraum von März bis April 2024.

Die Briefe wurden immer unglaubwürdiger und waren nicht mehr nachzuvollziehen. Da auf unser Schreiben nur die "Auftragsbestätigung" und Beantwortung zum Datenschutz und Datenweitergabe kamen, hatten wir gehofft, dass sie die Forderungen fallen gelassen haben. Am 14.05.2024 kam dann das böse Erwachen und der erste Briefe vom 'Allgemeinen Debitoren- und Inkassodienst GmbH Osnabrück' kam ins Haus. In dem Schreiben wurde eine Summe von 184,74 gefordert. Diese Summe setzt sich wohl aus 52,92€ Inkassogebühren, 34,75€ (das ist die Summe vom 11.04.2024?) und 96,75€ (woher kommen die?) zusammen.

Wie verhalte ich mich jetzt am besten?
Ich weiß es ist total doof das mein Partner schon einmal bezahlt hat und das er es mir vorenthalten hat, aber das beides können wir jetzt nicht mehr ändern.

Anfangs hat mein Partner wohl auch Zeitschriften bekommen, leider weiß er nicht mehr wie viele beziehungsweise bis wann. Wir sind zum 01.11.2023 umgezogen und haben auch eine Nachsendeauftrag gemacht. Seit dem ist definitiv keine Zeitung mehr angekommen.

Ich finde es so erschreckend wie schnell man in sowas mitten drin sitzt. Ich bin zumindest schonmal froh darüber, dass sie die Kündigung in zwei Schreiben bestätigt haben mit einer voraussichtlichen letzten Lieferung am 22.07.2024.

Über hilfreiche Antworten freue ich mich sehr! Danke schonmal :)

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7442 Beiträge, 1551x hilfreich)

https://anwaltauskunft.de/magazin/wirtschaft/dienstleistung/vertragsabschluss-am-telefon-das-sind-ihre-rechte

Zitat:
„Das Widerrufsrecht bei am Telefon abgeschlossenen Verträgen beträgt 14 Tage." Diese Frist gelte ab dem Moment, wo die Belehrung schriftlich beim Verbrauchen eingeht – und sie müsse eingehen, andernfalls ist die mündlich geschlossene Verein­barung nicht gültig. „Der Kunde ist also in einer entspannten Situation: ohne ordnungs­gemäße Belehrung keine Ingang­setzung der Frist", sagt Rechts­anwalt Jürgen Widder.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121365 Beiträge, 40010x hilfreich)

Zitat (von Anton2207):
Diese Mail wurde natürlich nie bestätigt.

Logisch, denn sie ist ja nie angekommen ...



Zitat (von Anton2207):
Daraufhin haben wir einen Brief aufgesetzt in dem wir einen Vertrag bestritten und den Vertrag widerrufen haben.

Um mal zu visualisieren, wie relevant solche Argumente in der Situation sind




Zitat (von Anton2207):
haben auch eine Nachsendeauftrag gemacht.

Etwas wenig bei gut 1200 lizensierten Zustelldienstleistern ...



Zitat (von Anton2207):
Seit dem ist definitiv keine Zeitung mehr angekommen.

Zu bezahlen sind sie dennoch, da man die Änderung der Anschrift nicht dem Vertragspartner mitgeteilt hat.



Einziger Ansatzpunkt sehe ich in der Berechnung dar Ausgaben.
Also wirklich mal detailliert prüfen was vertraglich vereinbart wurde, was berechnet wurde, was schon bezahalt ist und was noch offen ist.
Wenn da mal Fakten hat, kann man über weiteres zielführendes Vorgehen diskutieren.

Mit dem Inkasso würde ich erst mal nicht kommunizieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Anton2207
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Einziger Ansatzpunkt sehe ich in der Berechnung dar Ausgaben.
Also wirklich mal detailliert prüfen was vertraglich vereinbart wurde, was berechnet wurde, was schon bezahalt ist und was noch offen ist.
Wenn da mal Fakten hat, kann man über weiteres zielführendes Vorgehen diskutieren.

Mit dem Inkasso würde ich erst mal nicht kommunizieren.


Vielen Dank!
Ich werde es nochmal detailliert aufschreiben. Sollte ich die Auflistung mit den Widersprüchen etc. dann an die PVZ schicken? Mit welchem Fazit?
Die Endsumme mag am Ende vielleicht sogar passen, aber der Weg und die unterschiedlichen Summen in der Zahlungserinnerung und der Mahnung und dann dem Schreiben des Inkassobüros ergeben halt keinen Sinn für mich.
LG

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#4
 Von 
Anton2207
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
ohne ordnungs­gemäße Belehrung keine Ingang­setzung der Frist


Hallo, da ist ja leider das Problem. Mein Partner war sich sehr sicher dass er damals zum Zeitpunkt des Telefonats bzw. danach weder per Post noch per Mail eine Bestätigung bekommen hat. Die PVZ hat jetzt aber ein solches Schreiben in Kopie mit geschickt. Nur leider ist sich mein Partner nicht zu 100%. So ein Schreiben könnte natürlich auch einfach nur zurück datiert sein - wie soll man das aber beweisen?

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#5
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7442 Beiträge, 1551x hilfreich)

Zitat (von Anton2207):
Ich werde es nochmal detailliert aufschreiben. Sollte ich die Auflistung mit den Widersprüchen etc. dann an die PVZ schicken? Mit welchem Fazit?


Zitat (von Anton2207):
So ein Schreiben könnte natürlich auch einfach nur zurück datiert sein - wie soll man das aber beweisen?


https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/marktbeobachtung/vorsicht-bei-rechnungen-der-pvz-fuer-zeitschriftenabos-84112

Ich würde an Ihrer Stelle erstmal mit der Verbraucherzentrale Kontakt aufnehmen.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16728 Beiträge, 9366x hilfreich)

Zitat (von Anton2207):
Wir sind zum 01.11.2023 umgezogen und haben auch eine Nachsendeauftrag gemacht. Seit dem ist definitiv keine Zeitung mehr angekommen.

Zeitungen und Zeitschriften werden auch bei einem bestehenden Nachsendeauftrag nicht nachgesandt - nur Briefe o.ä.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Anton2207
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Ich würde an Ihrer Stelle erstmal mit der Verbraucherzentrale Kontakt aufnehmen.


Dankeschön! Manchmal ist es das offensichtliche wo man nicht direkt drauf kommt!

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#8
 Von 
kuro200
Status:
Beginner
(60 Beiträge, 28x hilfreich)

Gerichtliche Geltendmachung gibt es bei der PVZ nicht.
Die wissen, das ihr Geschäftsmodell auf tönernen Füßen steht.
Inkasso das war es.

Natürlich sollte man vorher die Forderung bestritten haben.

Signatur:

Der Sachse sinkt....

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#9
 Von 
Anton2207
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von kuro200):
Die wissen, das ihr Geschäftsmodell auf tönernen Füßen steht.


Ich habe mir eben die Tonaufnahme von dem Gespräch angehört. Leider klang das alles sehr glaubwürdig muss ich sagen. Es wurde auf die 6 Wochen kostenlos hingewiesen und dass es dann in einen Jahresvertrag übergeht, außer man kündigt in der und der Zeit etc.
Ich bekomme das Gefühl, dass wir im Endeffekt dann vielleicht doch im Unrecht sind und mein Partner auf gut deutsch gesagt einfach zu dämlich war...
Und trotzdem ist das ganze total komisch. Auch die Beträge ergeben teilweise wenig Sinn.

Ich habe eben bei der Verbraucherzentrale angerufen und die haben mir empfohlen zunächst ein Formular zum Widerruf des Mahnverfahrens auszufüllen und dann einen Termin in einer Beratungsstelle zu vereinbaren.

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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121365 Beiträge, 40010x hilfreich)

Zitat (von Anton2207):
ein Formular zum Widerruf des Mahnverfahrens auszufüllen

Ein Mahnverfahren kann nicht Widerrufen werden.
Und schon gar nicht vom Schuldner.

Somit stellt sich die Frage, ob man bei der echten Verbraucherzentrale gelandet ist oder ob man das mit dem Formular falsch verstanden hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2454 Beiträge, 724x hilfreich)

Zitat (von Anton2207):
Ich habe eben bei der Verbraucherzentrale angerufen und die haben mir empfohlen zunächst ein Formular zum Widerruf des Mahnverfahrens auszufüllen

Bitte was?

Zitat (von Anton2207):
mein Partner auf gut deutsch gesagt einfach zu dämlich war...

Sorry wenn ich mir dein Verhalten und Schreiben anschaue scheint ihr euch nix zu nehmen.

Das IB hat Fristen. Nach der 1. Zahlungsaufforderung wirds teurer. Ob am Ende geklagt wird, kann ich nicht beurteilen, da ich weder die FA noch das IB kenne.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7442 Beiträge, 1551x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
da ich weder die FA noch das IB kenne


Ich kenne die zu gut :-) Die benutzen auch öfters das Kalletaler Dreieck

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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