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Paypal KSP Inkasso-Forderung

29. April 2022 Thema abonnieren
 Von 
Doms_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Paypal KSP Inkasso-Forderung

Guten Abend,

Ich habe Anfangs diese Woche eine E-Mail von diesen KSP Rechtsanwälte erhalten, wie sie wahrscheinlich schon viele gesehen haben.
Was ich mich frage ist, bei welchem Gericht würde der Rechtsstreit ausgetragen werden? Ich bin in der Schweiz wohnhaft. Ist es nun nach Schweizer Recht, bzw. müssten die eine Vertretung in der Schweiz beauftragen um die Forderung durchsetzen zu versuchen?


Danke für eure Hilfe
MfG

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103981 Beiträge, 37582x hilfreich)

Geht es um einen Verbraucher oder Unternehmer?
Um was konkret geht es bei der Forderung?
Wo wurden die Leistungen erbracht?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Doms_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antwort!
Also ich bin kein Unternehmen, im Grundprinzip habe ich einfach was verkauft (digitale Währung) auf einer eher grauzonlichen Handelsplattform und wurde dafür auf Paypal bezahlt. Dann wurde leider eine Kreditkartenrückbuchung eingeleitet , weshalb dann mein Konto im Minus gelandet ist. Ich habe das Geld nämlich bereits wegtransferiert gehabt bevor die Kreditkartenrückbuchung geschehen ist. Verkäuferschutz greift bei digitalen Items auch nicht, weshalb jetzt ich auf dem Schaden sitzen geblieben bin.
Ich werde denke ich der Forderung nicht widersprechen, jedoch hatte ich vor nur die Hauptforderung plus Verzugszins zu bergleichen, weil gemäss schweizer Recht dürfen Kosten, die durch das Beauftragen eines Inkassobüros entstehen, nicht dem Schuldner belastet werden. Deshalb die Frage ob hier gemäss schweizer Recht vorgegangen wird, weil ich in der Schweiz wohnhaft bin oder ob die da eine Klausel haben, dass das ganze gemäss deutscher Rechtslage ausgetragen wird.

MfG
Doms

-- Editiert von Doms_ am 30.04.2022 09:23

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103981 Beiträge, 37582x hilfreich)

Zitat (von Doms_):
Was ich mich frage ist, bei welchem Gericht würde der Rechtsstreit ausgetragen werden?

Unter Berücksichtigung der Faktoren
Zitat (von Doms_):
KSP Rechtsanwälte

Zitat (von Doms_):
Paypal

Zitat (von Doms_):
bin in der Schweiz wohnhaft

höchstvermutlich bei gar keinem Gericht.


Ich würde KSP entsprechend antworten, worauf man sich aber einstellen muss sind wohl Bettelbriefe mit apokalyptischen Androhungen.
Und das das Paypalkonto gesperrt wird bzw. dort eintreffendes Guthaben einfach mit den "Schulden" verrechnet wird. Also dieses Paypalkonto nicht mehr nutzen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
vundaal76
Status:
Master
(4807 Beiträge, 1887x hilfreich)

Zitat:
Dann wurde leider eine Kreditkartenrückbuchung eingeleitet , weshalb dann mein Konto im Minus gelandet ist.


Das ist aber nicht Dein Problem.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Doms_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ich würde KSP entsprechend antworten, worauf man sich aber einstellen muss sind wohl Bettelbriefe mit apokalyptischen Androhungen


Was sollte man denen am Besten antworten, dass sie sich nicht provoziert fühlen noch mehr Bettelbriefe zu verfassen?


Zitat (von vundaal76):
Das ist aber nicht Dein Problem.

Hatte ich jetzt auch das Gefühlt, sieht Paypal wohl anders.
Deren Prinzip scheint zu sein, was auch immer passiert wir schieben es auf den Verkäufer, soll der haften.


Bin jetzt doch am überlegen, der Forderung zu widersprechen, falls es soweit kommt dass die mit Mahnbescheid kommen. Da müssten Sie ja glaub zuerst ein Amtshilfegesuch an die Schweiz stellen.


0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103981 Beiträge, 37582x hilfreich)

Zitat (von Doms_):
Was sollte man denen am Besten antworten, dass sie sich nicht provoziert fühlen noch mehr Bettelbriefe zu verfassen?

"Hier ist das Geld das ihr wollt"



Zitat (von Doms_):
Deren Prinzip scheint zu sein, was auch immer passiert wir schieben es auf den Verkäufer, soll der haften.

Richtig.
Die prüfen nicht, das "Geld zurück" geht da praktisch auf Zuruf. Das System strotzt in dem Bereich vor Willkür, Intransparenz und Rechtswidrigkeit.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Doms_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
"Hier ist das Geld das ihr wollt"


Ich wollte ursprünglich mal die Forderung direkt bei Paypal begleichen. Aber die stellen Sturr und sagen
man könne mir nicht weiterhelfen, ist jetzt bei KSP. Hat mich schon verwundert, man würde meinen es wäre doch in Paypals Interesse dass die Forderung beglichen wird.

Grundsätzlich bleiben ja dann 3 Möglichkeiten. Welche wäre zu empfehlen?

1. Diesem KSP E-mails direkt antworten, im Stille von "Werte KSP, ich weisse ihre Forderung zurück. Diese ist durch fragwürdige Kreditkartenrückbuchungen des Käufers entstanden, welche ihr Mandat Paypal nun versucht auf mich abzuwälzen. Ihre Argumentation mit Verweis auf ihre AGB führt ins Leere, da dies nicht mit dem Recht vereinbar ist (wäre noch interessant herauszufinden ob es jetzt schweizer oder deutsches Recht ist).

2. Das selbe, einfach per Postweg wenn der erste Drohbrief reinflattert

3. Alles ignorieren, und einfach mit Zurückweisen der Forderung beim Mahnbescheid antworten (wo ich auch gespannt bin ob die das in der Schweiz versuchen werden aufzuziehen)

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103981 Beiträge, 37582x hilfreich)

Zitat (von Doms_):
Hat mich schon verwundert, man würde meinen es wäre doch in Paypals Interesse dass die Forderung beglichen wird.

Aber nicht im Interesse der Anwälte ... die Raten für den Porsche müssen ja irgendwo herkommen ...



Zitat (von Doms_):
Diese ist durch fragwürdige Kreditkartenrückbuchungen des Käufers entstanden

Nicht durch "fragwürdige" sondern durch "unberechtigte" ...

Wobei ich das ganze anders formulieren würde

Ich würde einfach schreiben, das ich deren Forderungen nicht nachvollziehen kann, das man die unsubstantiierte Behauptung meiner Verantwortlichkeit bitte unverzüglich durch geeignete Nachweise beweisen möge und ich bis bis dahin jede Zahlung verweigern werde und man von weiteren, reinen Bettelbriefen absehen möge da diese nicht zur Zahlung führen würden.



Zitat (von Doms_):
2. Das selbe, einfach per Postweg wenn der erste Drohbrief reinflattert

Würde ich dann machen, ja



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Doms_
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nicht durch "fragwürdige" sondern durch "unberechtigte" ...


Könnte man ansonsten nicht auch einfach nur auf § 675 u S. 2 BGB verweisen ?
Dann erübrigt sich auch die Frage nach was für Rückbuchgen das waren.



LG Köln, Urteil vom 17.12.2020 - 22 O 482/19
" b) Der Vertrag zwischen der Beklagten und dem Kläger ist als solcher über die Ausgabe und Nutzung von E-Geld zu qualifizieren. Hierfür sind gem. § 675 c Abs. 2 BGB die Vorschriften der 675 c ff. BGB anzuwenden."

"c) Gemäß § 675 u S. 2 BGB ist ein Zahlungsdienstleister verpflichtet, im Falle eines nicht autorisierten Zahlungsvorgangs dem Zahler den Zahlungsbetrag unverzüglich zu erstatten. (...)"

-- Editiert von Doms_ am 01.05.2022 00:03

-- Editiert von Doms_ am 01.05.2022 00:04

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103981 Beiträge, 37582x hilfreich)

Zitat (von Doms_):
Könnte man ansonsten nicht auch einfach nur auf § 675 u S. 2 BGB verweisen ?

Erfahrungsgemäß werden die eine Menge §§ und Argumente liefern warum alles rechtens sei, das der Verkäufer für Fehlentscheidungen und Willkür des Zahlungsdienstleisters verantwortlich sei.
Nur vor Gericht wollen sie das ganze dann erfahrungsgemäß nicht wirklich vertreten ...



Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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