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Rate bezahlt, leider vor Abschluss der Vergleichsvereinbarung, wird aber nicht anerkannt ?

12.6.2019 Thema abonnieren
 Von 
schoko1306
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)
Rate bezahlt, leider vor Abschluss der Vergleichsvereinbarung, wird aber nicht anerkannt ?

Hallo an alle,
eventuell kann mir der eine oder andere hier einen Tip geben. Ich werde meinen Fall chronologisch darlegen, um es etwas verständlicher zu machen. Meine Antwort ist immer fett.


- Es besteht eine Forderung aus dem Jahr 1999, über 1400,00 €

-16.01.2019 Habe eine Mahnung erhalten (Neumeyer RA) über die volle Summe.


[b]-21.01.2019 Ihre Forderung vom 16.01.2019 habe ich heute erhalten. Ein sofortiger Ausgleich zum 26.01.2019 ist mir leider nicht möglich.
Um aber meine Zahlungswilligkeit unter Beweis zu stellen, werde ich umgehend eine Rate von 200,00 € auf Ihr Geschäftskonto überweisen.


Ich werde mich innerhalb der nächsten Tage auf dem Postweg mit Ihnen in Verbindung setzen.


-28.01.2019 200,00 € überwiesen und um Vergleich gebeten

-31.01.2019. Vergleichssumme von 900,00 € vereinbart

-15.02.2019 233,33 € überwiesen
-15.03.2019 233,33 € überwiesen
-15,04.2019. 233,33 € überwiesen

-Ich habe also die Summe von 900,00 € Überwiesen

-27.05.2019. Mahnung, Mandantin sagt sie hätte Vergleichsrate nicht erhalten.

-04.06.2019 Zu Ihrem Schreiben vom 27.05.2019 möchte ich mich wie folgt äussern:

in Ihrem Schreiben informieren Sie mich darüber, daß Ihre Mandantin die fällige Vergleichsrate ( 900,00 €, vereinbart im Schreiben vom 31.01.2019) bisher nicht erhalten hat.
Da ich mich aber an unsere Vereinbarung gehalten habe, und ich die fälligen Raten per Dauerauftrag habe abbuchen lassen, kann ich diese Behauptung seitens Ihrer Mandantin nicht so ganz nachvollziehen.

-05.06.2019 Wir nehmen Bezug auf Ihr Schreiben vom 04.06.2019 und teilen hierzu mit, daß die Vergleichsvereinbarung vom 31.01.2019 bislang nicht erfüllt wurde.
Ihre Zahlung vom 28.01.2019 wurde vor Abschluss der Vergleichsvereinbarung geleistet und kann somit nicht berücksichtigt werden.
Es fehlt somit noch ein Betrag von 200,01 € zur Erfüllung der Vereinbarung.
Wir bitten um Überweisung bis zum 25.06.2019.....

MEINE FRAGE: ist das die übliche Praxis ?
Wird man wirklich dafür bestraft, daß man versucht seine Schulden zu begleichen, nur weil man zwei Tage vor dem Abschluss der Vereinbarung überwiesen hat ?

Danke schon mal vorab, sollten Fragen sein, einfach schreiben.
Gruß, Martin

-- Editiert von schoko1306 am 12.06.2019 19:48


-- Editiert von schoko1306 am 12.06.2019 21:00

-- Editiert von schoko1306 am 12.06.2019 21:02

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22324 Beiträge, 14799x hilfreich)

Du kannst da wirklich leider nicht so viel machen. Wenn nicht klar ist, dass die erste Rate da schon inklusive war, dann war sie es nicht.

Aber mal aus anderem Blickwinkel: Hast du eine Aufstellung über die 1400€? Weißt du, wie die sich zusammensetzen?
Denn wenn da jahrelang nichts passiert ist seit 1999, sind dann nicht größtenteils verjährte Zinsen mit dabei?

Sprich: kriegt man die nicht auf anderem Wege dazu gezwungen, Ruhe zu geben? Wenn man beispielsweise schreibt: "OK, liebe Anwälte. Da sie mich hier offenbar verarschen stelle ich in Aussicht, meine Willenserklärung zu widerrufen. Sie möchten bitte beachten, dass die Forderung insbesondere hinsichtlich Zinsen größtenteils verjährt ist. Ich erwarte die Rückzahlung der zu viel gezahlten X Euro."
Müsste man halt dann mal ausrechnen.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
schoko1306
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke für deine Antwort.

Die Forderung stammt aus einem Titel der Quelle GmbH, und diese sind 30 Jahre gültig, so weit mir das bekannt ist.
Ich war der Meinung, der Vergleich bezieht sich auf die Gesamtforderung ?
Forderung: 1400,00 €
Vergleich. 900,00 €
Bezahlt. 900,00 €
Fall erledigt.......

Scheinbar leider nicht. Aber mich würde mal interessieren, nach welchem Paragraphen das gehandhabt wird ?
Letztendlich bin ich meiner Verpflichtung aus der Vereinbarung nachgekommen und habe die geforderte Vergleichssumme bezahlt.

Wozu sind denn diese Vergleiche da, wenn sich die Kanzlei das auslegen kann wie sie will ?

Ich habe übrigens mit der Kanzlei Neumeyer telefoniert, sinnlos, sie bestehen auf der Zahlung.
Auf welcher Basis ? Wurde mir nicht gesagt.


-- Editiert von schoko1306 am 13.06.2019 06:35

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22324 Beiträge, 14799x hilfreich)

Zitat:
und diese sind 30 Jahre gültig, so weit mir das bekannt ist.

Für den Titel selbst bzw. die Hauptforderung ist das korrekt. Die Zinsen verjähren trotzdem.

Nochmals: Wie setzen sich diese 1400€ im Detail zusammen?

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#4
 Von 
Jonathon
Status:
Praktikant
(595 Beiträge, 221x hilfreich)

Ich fürchte, ich muss ausnahmsweise mepeisen widersprechen.
Deinem Sachvortrag nach ist die Sache für mich wasserdicht.

Du hast am 28.01. eine Teilzahlung von 200,-€ geleistet um Deine Zahlungsbereitschaft zu signalisieren und um einen Vergleich gebeten.
Dieser wurde am 31.01. bewilligt über 900,-€
Auch lese ich aus Deinen Threads heraus, dass Du eine Teilzahlungsvereinbarung für den Vergleich getroffen hast. Wie ich Neumeyer kenne hat Du denen etwas schriftliches zukommen lassen, also Vertrag mit Unterschrift.
Dies unterstellt, hast Du am 31.01. zugestimmt, dass gegen eine Zahlung von 900,-€ die Restforderung erlassen wird.
Also als dieser Vergleich geschlossen wurde hatte man allerdings die 200,- bereits angerechnet, diese kannst Du leider nicht auf die Vereinbarung anrechnen, in sofern dies nicht ausdrücklich vereinbart war.
Da man mit Sicherheit auch die betreffende Summe in dem Vergleich anerkannt hat, sehe ich auch keine Chance hier mit der Einrede der Verjährung in Bezug auf die Zinsen noch etwas erreeichen zu können, da man mit Sicherheit die 200,-€ vom 28.01. bereits auf diese verrechnet hat.

Klar könnte man mit einer Klage versuchen da noch etwas zu erreichen, nur liegt das Prozessrisiko hier dann auf Deiner Seite und man wird hier schon einen Anwalt benötigen um etwas zu erreichen.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt: Keine Rechtsberatung. Es gilt §675(2) BGB.
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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22324 Beiträge, 14799x hilfreich)

Zitat:
Ich fürchte, ich muss ausnahmsweise mepeisen widersprechen.

Tust du ja nicht. An und für sich ist es so, wie du schreibst, ja.
Zitat:
Also als dieser Vergleich geschlossen wurde hatte man allerdings die 200,- bereits angerechnet, diese kannst Du leider nicht auf die Vereinbarung anrechnen, in sofern dies nicht ausdrücklich vereinbart war.

Genau da wäre ja der strittige Punkt, wo es stark auf die Formulierung im Vergleich selbst ankommt. Mein Ansinnen war, überhaupt mal zu prüfen, wie dicht diese 900€ bzw. 1100€ an dem liegen, was nach Verjährung der Zinsen überhaupt zu zahlen gewesen wären.

Wenn das nicht eindeutig formuliertist zur Anrechnung der 200€ hat Neumeyer ja dasselbe Problem. Dass sie sich nicht sicher sein können, wie das vor Gericht dann ausgehen würde.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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