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Ratenzahlung mit Vorbehalt

 Von 
robby61
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 1x hilfreich)
Ratenzahlung mit Vorbehalt

Hallo zusammen,

hab hier bisschen verzwickte Situation.

Das ganze nun in dritter Person:
Herr X hatte einige Gläubiger. Da Herr X seine Forderungen regeln wollte, hatte er einen Anwalt mit Schuldenbereinigung beauftragt. Dieser stellte einen Plan mit Ratenzahlungen auf, hatte den Gläubigern das angeboten.
Es hatten alle angenommen. Bis auf einen. Der meldetete sich nicht, dann beschloss der Anwalt diesen aus der Liste zu nehmen, um später zu verhandeln.
Es vergingen 1,5 jahre. Dann bekam Herr X einen Mahnbescheid von einen Inkasso Anwalt. Da Herr X mehrmal Kontakt gesucht hatte um die Zahlung zu erledigen und keinen bekommen, hatte er dem Mahnbescheid widersprochen . Der Inkasso Anwalt stellte eine Klage an das Gericht , in der er Aufzählte welche Forderungen usw.
Herr X musste eine Stellungnahme an das Gericht abgeben . Dort stellte er fest, das er den Betrag anerkenne, aber das es unklare Forderungen und unklare Gläubiger in der Sache gab, möchte er eine Klärung an wen er nun zu zahlen hätte und wie viel. Und warum es keine Reaktion auf die Schreiben des Schuldenberaters gab.
Das Gericht nahm die Erwiderung an und ordnete einen Termin zur Güteverhandlung an.
Herr X wollte das ganze nochmals aussgerichtlich klären, Telefonierte mit dem Inkasso.
Frage : Warum wurde bei Bereinigung abgelehnt?
Antwort : 36 Monate Laufzeit waren zu hoch.
Warum wurde auf Schreiben der Schuldenberatung nicht mehr reagiert.
Antwort blieb aus
Frage :
Kann ich nun eine Ratenzahlung mit 100 € ,so das der Betrag in 7 Monaten getilgt ist bekommen?

Antwort : wenn Sie dem Gericht mitteilen, das sie den Mahnbescheid anerkennen, dann KANN man über eine Ratenzahlung sprechen. Aber erst nach der Mitteilung des Gerichts.

Frage nun: Ist das nun Rechtmässig ? eine Ratenzahlung erst in Aussicht zu stellen , wenn Widerpruch zurückgezogen ist und Mahnbescheid rechtsgültig?
Dazu ist die Ratenzahlung nicht genehmigt, nur in Aussicht gestellt .
Wie bemerkt, dem Gericht wurde von X bereit mitgeilt das der Betrag anerkannt wird.
Danke schon mal

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mahnbescheid Anwalt Ratenzahlung Frage


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
carosschatz
Status:
Beginner
(102 Beiträge, 11x hilfreich)

Der gläubiger ist nicht verpflichtet, eine Ratenzahlung anzunehmen. Es ist dann reine Kulanz von ihm.

Ich würde es auf eine Güteverhandlung ankommen lassen, da ich die Hoffnung hätte mit Nachdruck des Gerichts meinen Willen zu bekommen. Ein Titel könnte der gläubiger als Druckmittel gegen dich in der Hand haben, deswegen pocht er darauf. Das ganze klingt sehr nach Eos oder Tesch Inkasso. Von dort kenne ich ähnliche Aussagen.

Obwohl ein Anwalt sich der Sache annahm und auch wirklich nur der Vollständigkeit halber da noch kein Titel existiert: wurde überprüft ob die Forderung nicht vielleicht schon verjährt ist? Eos wollte von mir auch ihren wisch unterschrieben zurück, aber nur weil es ein Schuldanerkenntnis ist, die Forderung verjährt war und sie keinen Titel hatten.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81440 Beiträge, 33997x hilfreich)

Zitat (von robby61):
Dort stellte er fest, das er den Betrag anerkenne,

Damit ist der Drops gelutscht. Warum macht man denn so was?



Zitat (von robby61):
aber das es unklare Forderungen und unklare Gläubiger in der Sache gab

Eigentlich egal, man hat doch anerkannt ...



Zitat (von robby61):
ordnete einen Termin zur Güteverhandlung an.

Was genau wurde angeordnet?



Zitat (von robby61):
Frage nun: Ist das nun Rechtmässig ? eine Ratenzahlung erst in Aussicht zu stellen , wenn Widerpruch zurückgezogen ist und Mahnbescheid rechtsgültig?

Ja, ist es.

Im übrigen muss man keine Ratenzahlung genehmigen lassen, man fängt einfach an die Raten zu zahlen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8845 Beiträge, 2838x hilfreich)

Zitat (von robby61):
hab hier bisschen verzwickte Situation.

Was ist daran verzwickt.

Es gibt eine berechtigte Forderung, diese Forderung wurde nicht bezahlt.
Der Mahnbescheid ist die logische Folge. Aber: Inkassobüros pflegen in der Regel vor dem Mahnbescheid mindestens ein Mahnschreiben auf den Weg zu bringen.

Zitat (von robby61):
Dort stellte er fest, das er den Betrag anerkenne, aber das es unklare Forderungen und unklare Gläubiger in der Sache gab, möchte er eine Klärung an wen er nun zu zahlen hätte und wie viel.
Dass ist juristischer Unfug, denn der Antragsteller (also der der etwas fordert) steht im Mahnbescheid und auch die Summe die gefordert wird.

Mit der Anerkennstnis ist - wie schon Harry schrieb - der Drops gelutscht.
Weshalb das Gericht hier noch eine Verhandlung ansetzt ist nicht ersichtlich. Aber den gegner. Anwalt wird es freuen, erhöht dies doch seinen Gebührenanspruch.

Sinnvoller wäre es, falls es vorher kein erinnerungsschreiben gab, die Forderung unter Protest gegen die Verfahrenskosten anzuerkennen.

Zitat (von robby61):
Kann ich nun eine Ratenzahlung mit 100 € ,so das der Betrag in 7 Monaten getilgt ist bekommen?
Die Frage muss man dem Gläubiger stellen, denn nur er entscheidet darüber.
Allerdings hat sich der Gläubiger ja insoweit schon positioniert.

Zitat (von robby61):
Warum wurde auf Schreiben der Schuldenberatung nicht mehr reagiert.

Weil das Profis sind, die mit Schuldnern keine Brieffreundschaften anfangen möchten. Denen geht es nur um das ihnen zustehende Geld. Alles weitere ist unnütze und nicht bezahlte Arbeit.

ich würde es hier zu keinen Weiterungen kommen lassen, denn auch Pfändungen kosten Geld.

Berry

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23954 Beiträge, 15584x hilfreich)

Das entscheidende steht hier zwischendrin. Es gab also eine Unklarheit. Ein Gläubiger B hat die Forderung des Gläubigers A geltend gemacht und beide haben sich geweigert zu kommunizieren? Gleichzeitig gab es am bestehen der Forderung des Gläubigers A nie eine Diskussion?

Soweit richtig?

Nun. Dann war die Mitteilung ans Gericht dass man nie die Forderung des Gläubigers A angezweifelt hat und anerkennt Gold wert.

Ganz einfach: Die Gegenseite hat dann ein gewaltiges Problem. Natürlich muss sie nicht auf die Schuldnerberatung reagieren. Aber der Mahnbescheid und die Klage könnten formal unzulässig sein, wenn der Gläubiger der falsche ist. Selbst wenn man nachweist dass Gläubiger B die Forderung gekauft hat gibt es ein zweites Problem. Die Klage war unnötig und das sofortige anerkenntnis kann bewirken, dass das Gericht dem Gläubiger die Verfahreskosten auferlegt.

Denn all das und insbesondere den Titel hätte einer der Gläubiger deutlich billiger haben können (zum Beispiel notarielles schuldeingeständnis) wenn sie kommuniziert hätten.

Es gibt Gerichte die reagieren allergisch. Es gibt welche die salomonisch reagieren. Also kosten mahnbescheid ohne vorgerichtliche Kosten an Schuldner und Rest an Klage Partei.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81440 Beiträge, 33997x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Weshalb das Gericht hier noch eine Verhandlung ansetzt ist nicht ersichtlich.

Gerichte haben bei den Antworten von Laien durchaus etwas "Spielraum" bei der Interpretation.

Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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