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Schlafende Hunde mit DSGVO Anfrage geweckt

 Von 
Stampo
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Schlafende Hunde mit DSGVO Anfrage geweckt

Guten Abend,

Ich habe einer Inkasso Forderung wegen einem erhöhtem Parkentgeld auf einem Supermarktparkplatz widersprochen. Angeführt habe ich, dass 1. Das Fahrzeug an dem Tag nicht von mir selbst gefahren wurde und 2. Nie eine Forderung des Mandanten erhalten habe.
Dann kamen zwar noch ein paar Drohungen und "Angebote", die ich aber ignorierte da auf meine Punkte nicht eingegangen wurde. Außerdem waren das nur 70cent Briefe ohne Nachweis und ich hatte mich in meinem Widerspruch klar ausgedrückt dass ich die Sache als erledigt betrachte.

Jetzt nach über einem Jahr ohne Forderung hab ich denen eine DSGVO Löschmuster gefaxt und scheinbar schlafende Hunde geweckt. Jedenfalls haben sie mir als Antwort wieder so ne 80cent-Brief-Drohung mit dem Hinweis auf das Urteil "xii zr 13/19" und der "sekundäre Darlegungslast" geschickt.

Ich sehe da drei Optionen:
1. Angeben dass ich versucht, es mir aber nicht gelungen ist, zu ermitteln wer das Fahrzeug an diesem Tag gefahren ist (der und der kann sich nicht erinnern, die und der sind nicht gefahren usw...)

2. Nochmals auf den Erhalt der ursprüngliche Forderung ohne Inkassokosten bestehen (in Verbindung mit 1?)

3. Einfach weiter abwarten bis mal ein Gelben Brief ankommt.

Was würden Sie machen?
Wie schätzen sie die Rechtsgrundlage der Inkassofirma ein? Immerhin ist die Forderung weit über ein Jahr her und nie Per Boten oder zumindest mit Zustellnachweis.
Falls nötig kann ich die Forderungen und den Widerspruch auch anonymisiert hochladen.

Gruß Stampo

PS: Es geht um ~20€ Erhöhtes Parkentgeld + ~70€ Inkassokkosten.
Also nicht wirklich ums Geld, aber ums Prinzip!



-- Editiert von Stampo am 13.02.2020 22:55

-- Editiert von Stampo am 13.02.2020 23:00

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Forderung Inkassokosten Inkassofirma


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75457 Beiträge, 33063x hilfreich)

Zitat (von Stampo):
oder zumindest mit Zustellnachweis.

Die haben doch den besten Zustellnachweis der Welt ...



Zitat (von Stampo):
mit dem Hinweis auf das Urteil "xii zr 13/19" und der "sekundäre Darlegungslast" geschickt.

Ja, die Rechtslage hat sich geändert. Ein einfaches "ich wars nicht" reicht nicht mehr.



Zitat (von Stampo):
Angeben dass ich versucht, es mir aber nicht gelungen ist, zu ermitteln wer das Fahrzeug an diesem Tag gefahren ist

Schutzbehauptungen helfen auch nicht, da wird man schon substantiiert darlegen müssen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
fm89
Status:
Lehrling
(1771 Beiträge, 677x hilfreich)

Zitat (von Stampo):
1. Angeben dass ich versucht, es mir aber nicht gelungen ist, zu ermitteln wer das Fahrzeug an diesem Tag gefahren ist (der und der kann sich nicht erinnern, die und der sind nicht gefahren usw...)

Damit kommt man mittlerweile nicht mehr sehr weit. Man läuft Gefahr, eine Unterlassungserklärung aufgebrummt zu bekommen

Zitat (von Stampo):
2. Nochmals auf den Erhalt der ursprüngliche Forderung ohne Inkassokosten bestehen (in Verbindung mit 1?)

Spätestes mit dem ersten Brief hast du die Forderung ja bekommen. Spätestens mit dem zweiten Brief bist du dann in Verzug.

Zitat (von Stampo):
3. Einfach weiter abwarten bis mal ein Gelben Brief ankommt.

Riskant, siehe oben

Zitat (von Stampo):
Was würden Sie machen?

Ich persönlich würde schleunigst 20 Euro + 5 Euro pauschal als Verzugsschaden zweckgebunden ans Inkasso überweisen. Die Inkassogebühren würd ich zurück weisen, da die Einschaltung nicht notwendig war und du zu dem Zeitpunkt nicht in Verzug warst.

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#3
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1282 Beiträge, 461x hilfreich)

Ich persönlich würde nichts machen und auf den MB warten und dann WI einlegen. Die Wahrscheinlichkeit einer Klage dürfte ziemlich gering sein.

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23330 Beiträge, 15313x hilfreich)

Zitat:
Die Wahrscheinlichkeit einer Klage dürfte ziemlich gering sein.

Aufgrund des BGH-Urteils dürfte die deutlich gestiegen sein.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#5
 Von 
Stampo
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo und danke für die Antworten.

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Stampo):
oder zumindest mit Zustellnachweis.

Die haben doch den besten Zustellnachweis der Welt ...

Wie meinst du das? Mir wurde gesagt dass selbst Zustellung per Einschreiben nicht sicher sind, da der Empfänger ja behaupten kann ein leeres Blatt erhalten zu haben.
Wie wollen die nachweisen dass der 80cet Brief überhaupt an mich zugestellt wurde (ich erinnere zB an die Fälle wo Postboten aus Überforderung hunterte Briefe weggeschmissen haben).

Zitat (von fm89):

Damit kommt man mittlerweile nicht mehr sehr weit. Man läuft Gefahr, eine Unterlassungserklärung aufgebrummt zu bekommen

Ich habe mehrfach gelesen dass eine "Benennung möglicher Fahrer zumutbar" ist. "Möglicher"!
Kann dazu gerne Links teilen, weiß nicht ob das hier erwünscht ist.

LG Stampo

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#6
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1627 Beiträge, 566x hilfreich)

Zitat (von Stampo):
Wie wollen die nachweisen dass der 80cet Brief überhaupt an mich zugestellt wurde

Ähm, hiermit:

Zitat (von Stampo):
Ich habe einer Inkasso Forderung wegen einem erhöhtem Parkentgeld auf einem Supermarktparkplatz widersprochen.

Und da die Uhr tickt kann als nächstes ein Mahnbescheid eintrudeln. Widerspricht man dem wird das ein Fall für den Anwalt des Parkwächters. Und ja die klagen mittlerweile erfolgreich, siehe das bereits genannte BGH-Urteil.


-- Editiert von Osmos am 26.02.2020 13:56

Signatur:Meine persönliche Meinung
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#7
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10893 Beiträge, 7613x hilfreich)

"Ich habe mehrfach gelesen dass eine "Benennung möglicher Fahrer zumutbar" ist. "Möglicher"!"
-> Das nützt nichts. Denn statt der Vertragsstrafe droht ja noch die Unterlassungserklärung (mit entsprechenden Kosten).

BGH, 18.12.2015 - V ZR 160/14 gibt es ja auch noch.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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