Schulden, schufa

2. November 2019 Thema abonnieren
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)
Schulden, schufa

Hallo,
es geht um Schulden meines Schwagers.
Ich würde ihm gerne helfen. Er hat sich eine Schufa Auskunft gezogen, dort stehen 4 Gläubiger drin. 2 davon tituliert, 2 nicht.

Frage 1) Sind diese Forderungen verjährt?
1. Abwicklungskonto: Datum des Ereignisses: 31.07.2014
2. Abwicklungskonto: Datum des Ereignisses 23.05.2014
Bei diesen beiden Konten handelt es sich um nicht titulierte Schulden. Sie sind aber bei der Schufa alle 3-5 Monate aufgeführt mit Zinsen. Briefe hat er 2017 das letzte mal von Gläubigern erhalten.

Frage 2)
Er hat ein Schuldnerverzeichnis beim Amtsgericht beantragt. Wo kann man noch erfahren , wo er Schulden hat?
Ich bedanke mich für jeden noch so kleinen Tipp :)

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40 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2376 Beiträge, 710x hilfreich)

1) was sind das für Schulden? Sind es Darlehensschulden könnte die 10 jährige Hemmung greifen.

2) neben der Schufa gibt's noch zig weitere Auskunftsteilen. Er muss sich überall eine Selbstauskunft holen.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Sofern die Forderungen aus 2014 nicht tituliert sind und diese nicht aus einem Kredit (auch Dispo) stammen, sind diese am 1.1.2018 verjährt. Ich würde in diesem Falle sofort die Schufa und die Gläubiger anschreiben und Einrede der Verjährung einlegen (bzw. andersherum erst Gläubiger dann Schufa).

Beim Amtsgericht kann ggf. nachgefragt werden ob Vollstreckungsbescheide und/oder Titel/Urteile vorhanden sind. Dazu muss er dann persönlich dort vorstellig werden. Ggf. kostet das ein paar Euronen, aber das sollte ggf. kein Problem sein.

Anhand der Titel kann dann nachvollzogen werden wie hoch die Ursprungsforderung ist. Dazu kommen ggf. Kosten für die Beauftragung einen GVs plus Zinsen der letzten drei Jahre (also 01/2016-11/2019).
Weitere Kosten sind meist nicht statthaft (mit Ausnahmen von gewissen Telekommunikationspauschalen). Man kann ggf. darüber reden, dass eine einmalige 0,3 Gebühr für einen Anwalt NACH dem Titel (sofern diese nach 2016 erhoben wurde) noch i.O. geht - einfach gelagerter Fall, Masseninkasso.

Andere Schulden könnten ggf. bei anderen Auskunfteien (Bürgel, infoscore, usw.) eingetragen sein

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für ihre Antwort.

Bei dem einen steht das Inkassounternehmen für Telefonica

Und bei dem anderen steht nur das Inkassounternehmen.

Was das für Schulden genau sind, weiß keiner.

Das einzigste was er weiß ist, dass er seit 2014 keine Schulden mehr gemacht hat.

Wie sollte denn jetzt der nächste Schritt sein? Ich kenn mich weder mit Schufa noch Inkasso aus. Möchte ihn aber gerne helfen.

Lieben Dank

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Herzlichen Dank Albarion,
Wie sieht so ein Schreiben aus? Muss ich dabei irgendetwas beachten?

Ich höre das erstemal von Infoscore und Bürgel. Einfach ein Schreiben aufsetzen, mit der Bitte um eine Selbstauskunft?

Ich bin dankbar für jeden Tipp :)

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Sehr geehrtes Inkassobüro,

Ihre Forderung aus 2014 ist seit dem 1.1.2018 verjährt. Ich fordere Sie hiermit nachdrücklich auf, mir schriftlich die Erledigung zu bestätigen und die Forderung sofort bei der Schufa löschen zu lassen.
Ich behalte mir ausdrücklich weitere juristische Schritte vor, sollte diese Änderung nicht bis zum xx ihrerseits durchgeführt worden sein (Schadensersatzforderung, Meldung beim Aufsichtsgericht, sowie Beschwerde beim Datenschutzbeauftragten)

Mit freundlichen Grüßen xxx

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke sehr für Ihre Mühe.
Wie sieht es denn bei den titulierten Schulden aus?
Läßt sich ein Gerichtsvollzieher auf einen Vergleich ein?

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Ein Gerichtsvollzieher darf maximal 6 Raten ausmachen, alles weitere muss mit dem Gläubiger verhandelt werden.
Bevor man sowas aber mit den Gläubigern abspricht, lässt man sich eine korrigierte Kostenaufstellung zuschicken, die Du irgendwo anonymisiert hochladen könntest. Der eine oder andere hier schaut da mal gerne rüber und sagt Dir, wo der Rotstift angesetzt werden kann.

Auch muss aufgepasst werden: Gerne schlagen die Heinis dann eine Vergleichsgebühr auf, selbst, wenn man die Forderung binnen sechs Monate bedienen könnte. Möglichst immer die Festsumme mitteilen bzw. darauf aufmerksam machen, dass gerne die Vergleichsgebühr schon in dem Angebot eingerechnet ist.
Ratenzahlungen, die dazu führen, dass man länger als 6 Jahre abstottert sollten gleich verworfen werden, da könnte eine Privatinsolvenz ein Ausweg sein, ebenfalls wäre ein außergerichtlicher Schuldenvergleich möglich, bei denen ALLEN Gläubigern der gleiche Teil (z.B. 20 %) angeboten wird. Notfalls kann man nämlich dann immer noch darüber nachdenken, dass durchaus auch ein Richter die Gläubiger im Rahmen der Schuldenbereinigung überstimmt und sie schlimmsten Fall vielleicht mit weniger (oder gar nichts) ausgehen.

Es hilft halt auch, ggf. offen zu sein und mitzuteilen, wo man sonst noch welche Schulden in welcher Höhe hat. Sehen die anderen Gläubiger nämlich, dass sie vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind, kann das dazu führen, dass sie einer festen Quote doch zustimmen.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für den ausführlichen Tipp :)

Von wem bekommt man die Kostenaufstellung? Inkasso oder Gerichtsvollzieher?

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Den Inkassoheinis, zeitgleich sollten von denen Kopien von evtl. vorhandenen Vollstreckungsbescheiden angefordert werden

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Der Spielraum eines Gerichtsvollziehers beträgt mittlerweile 12 Monate. Gerichtsvollzieher dürften derzeit eh nicht zuständig sein. Für die ist der Fall im Normalfall abgeschlossen, wenn es nichts zu pfänden gibt. Ansprechpartner ist der letzte bekannte Gläubigervertreter, also Inkasso oder Anwalt.

Ansonsten stimme ich zu: Die alten nicht titulierten sind wohl verjährt und zu den titulierten eine aktuelle Forderungsaufstellung und Titelkopie, dann sieht man weiter.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Der Spielraum eines Gerichtsvollziehers beträgt mittlerweile 12 Monate. Gerichtsvollzieher dürften derzeit eh nicht zuständig sein.


Würde ich nicht ausschließen. Es geht ja anscheinend auch um Titel.

Was mir aber neu ist, ist das mit den zwölf Monaten. Seit wann ist das denn so verankert?

In dem Fall ändert sich natürlich meine Aussage, was Vergleiche mit den Gläubigern betrifft, wie folgt:

Wenn es Aussichten gibt, die offene Summe binnen zwölf Monaten abzuzahlen, dem IB dies so mitzuteilen und darauf hinweisen, dass man einer Einigung Gebühr nicht zustimmt.
Bei einem Vergleich, darauf beharren, daß zum einen, die Einigungsgebühr mit in der Gesamtsumme vorhanden ist und das mit Zahlung der Gesamtsumme sämtliche Verbindlichkeiten erledigt sind. Das ganze dann schriftlich anfordern und gut wegheften.
Ansonsten bleibt es beim Gesagten:
Alles was über sechs Jahre hinaus geht, sollte mittels PI geklärt werden. Meist stimmen die Gläubiger dann einem schlechten Angebot zu, als gar nichts zu bekommen.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
charlyt4
Status:
Master
(4158 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von Albarion):
Was mir aber neu ist, ist das mit den zwölf Monaten. Seit wann ist das denn so verankert?



Ich glaube so seit ca. 5 Jahren.


§ 802b
Gütliche Erledigung; Vollstreckungsaufschub bei Zahlungsvereinbarung


(2) 1Hat der Gläubiger eine Zahlungsvereinbarung nicht ausgeschlossen, so kann der Gerichtsvollzieher dem Schuldner eine Zahlungsfrist einräumen oder eine Tilgung durch Teilleistungen (Ratenzahlung) gestatten, sofern der Schuldner glaubhaft darlegt, die nach Höhe und Zeitpunkt festzusetzenden Zahlungen erbringen zu können. 2Soweit ein Zahlungsplan nach Satz 1 festgesetzt wird, ist die Vollstreckung aufgeschoben. 3Die Tilgung soll binnen zwölf Monaten abgeschlossen sein.


Der Gläubiger kann dem aber widersprechen.


https://dejure.org/gesetze/ZPO/802b.html



gruß charly

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Danke sehr, hatte noch irgendwie die sechs Monate im Kopf. :cheers:

1x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
charlyt4
Status:
Master
(4158 Beiträge, 898x hilfreich)

.
Aber gerne doch! ;)



gruß charly

Signatur:

Gruß Charly

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Tag,
heute waren wir beim Gerichtsvollzieher. Die Forderung wurde bereits im April bezahlt. Wir müssen jetzt den Titel anfordern und beim Amtsgericht einreichen, mit der Bitte den Eintrag zu löschen. Auf den Titel müssen wir 2-4 Wochen warten so der Gläubiger.

Da ich Leihe bin und Ihr hier alle Studierte Leute seit, mal eure ehrliche Meinung. Ist es machbar sich selbst um die Schulden zu kümmern? 4 Gläubiger aus der Schufa abzubezahlen ist ja machbar, aber es gibt so viele andere Unternehmen wo man sich Auskunft holen muss. Und da mein Schwager gar nicht weiß, wo er damals Schulden gemacht hat, wissen wir nicht wo wir Anfangen sollen. Außer Schufa und Amtsgericht.

Ein Erstberatungsgespräch beim Anwalt kostet bei uns 160Euro. Aber wie hoch die Rechnung nach Erledigung ist, dass kann man ihm nicht sagen.

Gibt es da so ungefähr eine Summe?

Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Ich finde das total schön, dass man hier zügig weiterhelfende Antworten bekommt.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Ich hatte weiter oben empfohlen bei den anderen Auskunfteien nachzufragen. Diese müssen ebenfalls einmal pro Jahr kostenlos Informationen über die vorhandenen Einträge gewähren (DSGVO). Sollte da nichts mehr zu finden sein, ist es höchst unwahrscheinlich, daß noch irgendwo etwas anderes offen ist.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Durch diesen wertvollen Tipp habe ich mich ein bisschen durch das Internet gelesen und dann habe ich den Überblick verloren. So wie es dort steht, müsste ich mich an mehr als über 100 Stellen melden.

Ich kannte, bis ich auf dieses Forum gestoßen bin, keine andere Auskunfteien ausser die Schufa.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Bitte scroll mal nach oben, da habe ich die wichtigsten genannt.

Bürgel, Infoscore und creditreform

Diese kontaktieren, ein Anwalt wird für 140 Euro sicher auch nicht alle xxxx Inkassobüros anschreiben.

1x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von Rausausdenschulden):
und Ihr hier alle Studierte Leute seit,

Ähhhm, nö ... ganz und gar nicht
Zitat:
Das 123recht.de Forum ist ein reines Laien-Forum



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

ein Anwalt wird für 140 Euro sicher auch nicht alle xxxx Inkassobüros anschreiben.

Ich dachte ein Anwalt hat da ganz andere Möglichkeiten.

Ähhhm, nö ... ganz und gar nicht

Zitat:
Das 123recht.de Forum ist ein [b]reines Laien-Forum

Ok, dass stimmt. Aber die netten Menschen hier, haben eine Menge Ahnung und ich bin mir sicher, hier sind viele stille Mitleser die von eurem Wissen profitieren.

Vielen Dank an alle die mir Klarheit verschafft haben.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von Rausausdenschulden):
Aber die netten Menschen hier, haben eine Menge Ahnung und ich bin mir sicher, hier sind viele stille Mitleser die von eurem Wissen profitieren.

Ja, korrekt. Es sollten nur keine falschen Erwartungen geweckt werden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2376 Beiträge, 710x hilfreich)

Als Laie/Ahnungsloser kann man soooo viel falsch machen.

@TE dein Schwager sollte anfangen seine Papiere zu sortieren, neue Post abheften und einen Termin bei einer caritativen Schuldnerberatung machen, auch wenn es eine Wartezeit von mehreren Monaten gibt. Die Schulden scheinen Jahre alt zu sein, also sind ein paar Monate auch wurscht.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Die Sachaufklärung kann man ohne Anwalt machen. Das ist bis auf ganz wenige Fälle grundsätzlich auch ratsam. In Hinblick auf das Üben, wie man Unterlagen sortiert, sichtet und zusammenhält. Denn einher geht damit ja auch, dass man alles mal im Ordner sortiert und sich damit auseinandersetzt, wie die Sachfälle sind.

Anwälte helfen einem bei diesen "pädagogischen Übungen" ganz grundsätzlich eigentlich eher nicht.

Daher auch wichtig: Mache das immer mit dem Schwager gemeinsam. Maximal ihn nur anleiten und immer wieder checken, ob er es macht. Aber der Wille, auch Briefe zu öffnen und zu reagieren u.ä., den muss dein Schwager haben. Vor allem auch für die Zukunft. Denn vieles kann man abwenden, wenn man es nicht so weit kommen lässt. Mache ihm keinen Vorwurf, denn dieses Vogel-Strauss-Verhalten, sich nicht zu kümmern, ist ein eher normaler Reflex von Menschen, die mit Situationen überfordert sind.

Das, was man abwehren kann, sollte man abwehren.

Ansonsten kommt es auch auf das an, was so am Ende herauskommt. Hat man große Batzen? Bekommt man das mit Vergleichen irgendwie hin oder nicht? Wenn man es eh nicht hinbekommt und eh in Richtung Privatinsolvenz müsste, ist jede Verhandlung rausgeworfenes Geld und verschwendete Lebenszeit. Dann sammelt man alles, bereitet es auf, lässt die Schuldnerberatung machen.

-- Editiert von mepeisen am 05.11.2019 13:09

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

1x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(631 Beiträge, 138x hilfreich)

Das was mepeisen hier schreibt kenne ich gut aus meiner Vergangenheit. +1 dafür ;)
Seit über 16 Jahren habe ich mit Schulden & Inkasso's auf irgendeine Art und Weise zu tun. Oft nicht mal wegen mir selber, aber als helfende oder unterstützende Hand mit der Interaktion diverser Schuldner.

Bis vor ca. 4 - 4,5 Jahren habe ich auch Inkasso-, Mahn- & Vollstreckungsbriefe ignoriert und sie einfach beiseite gepackt. Zwar nie ungeöffnet aber wo nix zu holen ist, kann mir keiner was habe ich immer gedacht. Der Gerichtsvollzieher war bei mir Dauergast & eine EV jagte die nächste.

Aber das löste natürlich das Grundproblem nie bis ich mir selber sagte, es reicht. Du bist fast 30 Jahre (damals) & dein Leben steht noch vor der Tür, willst dir mal was leisten können usw usw. - Mal eigene Verträge machen & nicht immer über Dritte. Deswegen fing ich an meine Schulden zu sammeln, zu sortieren & habe mir dann meinen damaligen Anwalt genommen der zufällig auch für Insolvenzrecht tätigt ist. Der Vorteil dadurch: Ich habe eine juristisch studierte Person an der Hand & ... keine Wartezeit von mehreren Monaten wegen einem Termin / allgemeinen Gesprächen.

Seit 3 Jahren bin ich in der WVP (Wohlverhaltensphase).

Seit Mitte 2019 fing ich an auch hier im Forum aktiver zu werden und mein Wissen, Tipps & Hilfestellung zu teilen & Recherche zu betreiben. Gerade beim Thema Konzerninkasso, Infoscore aber auch bei kleineren Fällen bin ich einer der ersten die am Start sind.
Ich mache aber genauso Fehler oder gebe ab und an fast falsche Hilfe weil mir zb. das Wissen fehlt(e) oder meine Recherchen zu einem Fall noch nicht ganz optimiert sind. Solche Dinge gehören aber denke ich auch dazu um ein immer besser werdender Laie zu sein. Niederschläge, Fehltritte, andere falsche Dinge.
Aber ich lerne draus & optimiere meine Antworten & Hilfestellungen Stück für Stück.

Wir sind halt alles Laien mit einer gewissen Vergangenheit.
Der eine so wie ich, der andere Ex-Inkassomitarbeiter, ein anderer ist mehr studierter.
Selbst die großen Namen wie "mepeisen" oder unser lieber "Harry" wissen nicht alles ;) ...und manchmal kommt da so ein Typ daher wie ich & verbessert auch mal etwas :-P

-- Editiert von DStein am 05.11.2019 16:23

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
guest-12313.07.2022 06:52:04
Status:
Beginner
(106 Beiträge, 15x hilfreich)

Zitat (von Albarion):
Ich hatte weiter oben empfohlen bei den anderen Auskunfteien nachzufragen. Diese müssen ebenfalls einmal pro Jahr kostenlos Informationen über die vorhandenen Einträge gewähren (DSGVO). Sollte da nichts mehr zu finden sein, ist es höchst unwahrscheinlich, daß noch irgendwo etwas anderes offen ist.


Aus eigener Erfahrung weiß ich dass da immer noch mehr lauern kann. Bei mir standen über die Hälfte der Forderungen in keiner Auskunftei.

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Zitat:
Das was mepeisen hier schreibt kenne ich gut aus meiner Vergangenheit.

Das ist oft so bei eher allgemeinen Reaktionen ;-)
Also sprich: Ja, viele machen das dann durch im Bereich der Überschuldung. Und viele reiben sich, wenn sie "aufgewacht" sind, oft die Augen und kapieren nicht, wie sie "so dumm" sein konnten. Psychologen können das auch sicher erklären, wieso das so ist. Ich kann es nur schwer begründen. Irgendwas von "Der Mensch versucht sich selbst zu schützen, indem er sich weigert, sich in die unliebsame Situation zu bringen. Unliebsam = Briefkasten öffnen beispielsweise." man flüchtet in eine Art Schein-Realität, in der man sich nicht mit dem Problem konfrontieren muss. Es wird einem "egal". Aber der Druck bleibt trotzdem meistens da, was oft krank macht.
Wie gesagt, das ist ein Thema für Psychologen. Mir reicht es, zu wissen, dass es so eine Situation gibt, es eher viele trifft als nur wenige und ich bin ehrlich: Ich kenne das aus eigener Anschauung. Daher auch der Grund vor vielen Jahren, mich mit Inkassos zu beschäftigen. Denn ich habe gesehen, wie üble Inkassos (hier eines aus dem Ausland, was auch bekannt ist), mit vergleichsweise ursprünglich lächerlich niedrigen Forderungen einen Menschen wirklich in eine schwierige Lebenslage über Jahrzehnte hinweg bringen können.

Ansonsten: Ich habe nichts gegen Anwälte. Da gibt es genauso gute und auch weniger gute. So wie bei den Schuldnerberatern auch.
Der Knackpunkt ist eher: Wenn die eigenen Verhältnisse eher überschaubar sind und die Fälle in der Sache nicht so wirklich kompliziert, dann ist die Expertise eines Anwalts nicht wirklich erforderlich. Ein Anwalt macht dann Sinn, wenn beispielsweise noch juristische Fragen zu beantworten sind. Wenn man zeitgleich eigene Forderungen gegenüber Schuldnern hat und einem aber an anderer Seite die Tür eingerannt wird. Wenn noch ein Erbe bzw. Immobilien irgendwo sind usw. Also wenn auch die Sachfragen komplizierter werden und juristischen Rat benötigen. Dann macht das Sinn.

Ansonsten kommt es denke ich stark drauf an, ob der "Betreuer" (also egal ob Anwalt oder Schuldnerberater) Wert auch auf den pädagogischen Effekt eines Neuanfangs legt oder ob er nur Geld abgreifen will, Schema F durchzieht und sich sonst eher einen Dreck um einen schert, ob man den Neuanfang auch wirklich packt. Denn ganz ehrlich: Ein Teil derer, denen man hilft, die kommen nach einigen Wochen/Monaten direkt wieder und die kommen auch nach dem 5. Mal wieder. Die werden es dann wohl nie richtig lernen, mit Geld umzugehen. Oder sie haben wirklich das Pech der Menschheit gepachtet und immer wieder irgendwelche Schicksalsschläge, die sie aus der Bahn werfen.

Zitat:
Der eine so wie ich, der andere Ex-Inkassomitarbeiter, ein anderer ist mehr studierter.
Selbst die großen Namen wie "mepeisen" oder unser lieber "Harry" wissen nicht alles ...und manchmal kommt da so ein Typ daher wie ich & verbessert auch mal etwas :-P

Richtig. Und wir sind uns auch nicht immer einig. Wäre auch merkwürdig, denn manches ist entweder etwas Spekulation, wie der Fall nun ausschaut, der geschildert wurde. Manchmal aber auch Interpretationen der zugrundeliegenden Gesetze. Gerade im Inkassowesen ist der Gang bis vors BGH extrem selten. So weit lassen es Inkassos im Normalfall nie kommen. Selbst bei normalen Klagen ziehen die extrem oft einfach zurück, nur damit es keine Urteile gibt. Und da wird es dann für Laien schwierig, denn auch Gerichte sind sich da nicht immer einig. CCS ist im Moment so eine merkwürdige Situation. Denn zum Konzerninkasso sind die Düsseldorfer Gerichte da nicht gerade vorteilhaft in ihrer Wertung... Deswegen versucht der AK Inkassowatch auch an Fälle zu EOS/Otto zu kommen. Über Hamburg hat man bessere Chancen, das mit dem Konzerninkasso mal endlich beispielsweise bis vors BGH zu bekommen.

Umgekehrt habe ich ein "starkes Selbstbewusstsein". Viele halten das mitunter für Arroganz. womit ich leben kann. Ich weiß meistens sehr genau, was ich weiß, aber auch nicht weiß. Wo ich mich auskenne und wo nicht. Manchmal entgeht mir etwas, dann versuche ich mich bei neueren Urteilen oder so einzulesen. Aber ich halte auch bei vielen Dingen einfach gepflegt meine Klappe. Keine Ahnung, beispielsweise bei Unterhaltsfragen oder so. Selbst bei der Vollstreckungspraxis weiß ich nicht alles. Und auch bei Verträgen u.ä. gibt es viele Sonderdinge, wo ich dann auch mitunter lieber mal defensiv bin und meine Verunsicherung auch so mitteile. Aber so die gängigen Dinge, wie diverse Abofallen, da arbeitet man sich einmal rein und im Normalfall wird da ja nicht seitens betrügern das Rad täglich neu erfunden ;-)

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#27
 Von 
DStein
Status:
Praktikant
(631 Beiträge, 138x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
man flüchtet in eine Art Schein-Realität, in der man sich nicht mit dem Problem konfrontieren muss. Es wird einem "egal". Aber der Druck bleibt trotzdem meistens da, was oft krank macht.
Wie gesagt, das ist ein Thema für Psychologen.
Das ist durchaus ein sehr ... komplexes Thema aber ich kenne das. Ich habe mich zwar selber nie in so eine Scheinwelt begeben, nach meiner Auffassung, aber eben diese "was soll mir schon passieren"-Haltung und die Briefe dann einfach nur abgeheftet & gut ist. Ich bin dann oft eher in die Welt des Essens geflüchtet... aber auch aufgrund meiner Vergangenheit.

Schulden, schwere Depressionen, Mobbing... waren oder sind (noch) teilweise noch ein Begleiter meines Lebens. Ich bin froh dass immerhin die Insolvenz geklappt hat.

Zitat (von mepeisen):
Richtig. Und wir sind uns auch nicht immer einig. Wäre auch merkwürdig, denn manches ist entweder etwas Spekulation, wie der Fall nun ausschaut, der geschildert wurde. Manchmal aber auch Interpretationen der zugrundeliegenden Gesetze.
[...]
ch weiß meistens sehr genau, was ich weiß, aber auch nicht weiß. Wo ich mich auskenne und wo nicht. Manchmal entgeht mir etwas, dann versuche ich mich bei neueren Urteilen oder so einzulesen. Aber ich halte auch bei vielen Dingen einfach gepflegt meine Klappe.
Ich denke es ist auch gut so dass man nicht immer der gleichen Sichtweise oder Meinung ist. Es ist wie in einer Beziehung, man kann sich halt nicht immer einig sein. Mein Problem ist einfach mein oft selbstloses & helferisches Herz was versucht alles & jedem zu helfen. Ich weiß bei vielen Dingen die Antwort oder wüsste theoretisch was wie wo weil ich mit Sache X schon was zu tun hatte, gelesen etc. Mein Problem ist nur oft dass ich entweder die Quelle vergessen habe oder es so lange zurück liegt dass ich es nicht genau erklären kann, was man vll. auch manchmal an meinen Antworten erkennen kann.

Das ist auch einer meiner "Problem" dass meine Antworten oft länger sind als sie eigentlich sein müssten. Das war aber schon immer mein Problem "halbe Romane" zu schreiben. Ich versuche halt immer alles bis ins Detail oder sehr leserlich für Laien rüber zubringen. Gesetzestexte wiederum zu lesen ist das eine, sie zu verstehen dann oft auch das andere... aber auch ich musste Lernen oder lerne noch heute mich auch aus manchen Themen rauszuhalten weil mir einfach das Wissen dahinter fehlt. Das was ich weiß versuche ich zu teilen & einfach zu vermitteln.

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo ich melde mich wieder zurück.

So langsam bekommt mein Schwager Bescheid über seine Auskunfteien.
Auch vom Amtsgericht wurde ihm die PIN zugesandt.
Frage 1)
In der Schufa sind 2 titulierte Forderungen. Aber dabei wurde keine im Auszug vom Amtsgericht aufgeführt. Lediglich die eine, die er bereits ausgeglichen hat, wo der Titel unterwegs ist.
Ich dachte sobald ein Titel besteht, wird das beim Amtsgericht eingetragen.

Frage 2)
Sobald er den Titel hat, schickt er den zum Amtsgericht. Aber wie sieht es mit den Inkassos aus? Wird der Eintrag dort auch nach 3 Jahren gelöscht? Oder muss man dort auch eine Bescheinigung über den Ausgleich einreichen?

Danke für eure hilfreichen Tipps. Das sieht bis jetzt alles ganz gut aus.

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

zu 1) Nein. Das erfolgt nicht automatisch. Nur, wenn der Gläubiger Schufa-Mitglied ist und es selbst dort einträgt.

zu 2) Nein, braucht er nicht. Nur ewig aufheben und durchstreichen und "bezahlt" mit Kuli draufkritzeln schreiben. Der Titel "gehört" dann ihm.

Mit dem Gericht muss man sich nur auseinandersetzen, sollte es beispielsweise einen Negativ-Eintrag im gerichtlichen Schuldverzeichnis geben (Nicht-Abgabe Vermögensauskunft o.ä.). Ansonsten nicht.

Zitat:
Aber wie sieht es mit den Inkassos aus?

Das juckt niemanden. Die müssen auch sofort löschen, wenn es erledigt ist. Die sind schließlich keine Auskunftei.

Und nein, da muss man nichts einreichen. Wenn die sich nochmal melden, schreibt man denen "Ist bezahlt, schlecht euch und lasst mich in Ruhe". Ggf. etwas freundlicher oder auch nicht.

Signatur:

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2x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort

Wir haben inzwischen Bescheid vom Inkasso bekommen, wo wir die Forderungsaufstellung angefordert hatten.
In dem Schreiben steht:
Sehr geehrter Herr×××,
Wir haben folgendes persönliches Angebot für Sie

Sie zahlen bis zum 27.11.19
647euro auf die Gesamtforderung von 1114.90Euro und sparen dabei 467.90Euro dies entspricht 41.97%

Wir finden das Angebot gut, allerdings würde ja keine Kostenaufstellung mitgeschickt.

Was meinen die Experten? Nochmal hin schreiben und auf die Forderungsaufstellung bestehen oder einfach überweisen?

Vielen Dank und ein schönes Wochenende

0x Hilfreiche Antwort

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