Sehr seltsame Inkassogeschichte

19. Juni 2019 Thema abonnieren
 Von 
Wanderin10
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Sehr seltsame Inkassogeschichte

Hallo liebe Forenteilnehmer,

Ich reihe mich ein in die zahlreichen Inkassobeiträge.
Allerdings scheint mein Fall etwas interessant zu sein, da er Berechtigtes mit Betrug vermischt. Zumindest wird dies langsam ersichtlich.

Hintergrund in Kurzfassung:
- Einkauf bei Netto Markendiscount und Zahlung per Lastschrift (mittels Unterschrift) in Höhe von 8,75 € (am 25.1.19)
- Lastschrift-Einzug platzte am 29.1. mangels Deckung (mein Fehler)
- erhielt von meiner Bank die Rücklastschrift-Benachrichtigung und die Kontodaten von Netto
- überwies die 8,75 € an die Netto-Bankdaten am 31.1.19
- Thema war für mich erledigt, es kam auch kein Brief oder Sonstiges

- 22.5.19: Brief vom Bayerischen Inkassodienst mit Forderungsaufstellung
(Forderung von Ingenico Payment Services GmbH: 20,37€ ->8,75 €+ 5 € Schadenersatz + 6,62€ Schadenersatz
Zinsen in Höhe von 0,07 €
Mahnspesen des Gläubigers 18,25 €
Adressermittlungskosten 13,50 €
0,9 Geschäftsgebühr 40,50 €
Post-u. Telekommunikationspauschale 8,10 €
= 100,79 € )

-meine Antwort am 24.5.19:
Aufstellung aller Posten, die ich anerkenne (Hauptforderung und Zinsen) und zum 30.05. begleiche
Aufstellung aller Posten, die ich bestreite bis ein Nachweis erbracht ist (alle weiteren aufgezählten Posten)
Keine Anerkennung der Mahnspesen, da ich keine Mahnungen erhielt. Ein Telefonat mit Mitarbeiterin von Ingenico brachte ans Licht, dass die Mahnungen nicht von Ingenico, sondern vom konzerneigenen Inkasso CCS geschickt wurden und das auch noch an eine alte Adresse (von vor fast 3 Jahren).
Ich unterstellte Nichteinhaltung der Schadensminderungspflicht und Verletzung der eigenen AGB, da keine weiteren Einzugs-Versuche unternommen wurden (wie auf Lastschriftbeleg unterschrieben).

- Antwort von BID vom 17.06.19:
Geforderter Nachweis über Rücklastschriftkosten in H. v. 5 € erbracht (werde ich begleichen)
Angeblich hat Ingenico von weiteren Lastschriftversuchen abgesehen, wegen der Schadensminderungspflicht (1.Verarscheversuch-> eine weitere Lastschrift hätte mich viel weniger gekostet als Inkasso)
Angeblich hat Ingenico aus Kostenminimierungsgründen versucht über Rhenus Archiv Services GmbH Adressdaten zu ermitteln. Das ergibt die 6,62 € Schadenersatz (2. Verarscheversuch -> Der Nachweis belegt lediglich, dass Ingenico einen Original-Lastschriftbeleg von Rhenus erhalten hat und dass das 6,62 € kostet...wo sind da Adressermittlungskosten ersichtlich?)
Dann wurde angeblich CCS mit Forderungseinzug eingeschaltet.
Meine bereits gezahlten 8,75 € haben bereits vor Forderungsübergabe bei CCS Berücksichtigung gefunden.
(Interessant...).Sie fallen aus der Forderungsaufstellung heraus.
Wegen den anderen Kosten verweist BID weiterhin auf die Mahnungen (die nie bei mir ankamen und wovon alle wissen....nochmal interessant).

Weil CCS erfolglos war, haben sie BID eingeschaltet.
Die Mahnschreiben von BID gerieten in Postrücklauf (CCS log mich an und meinte, ihre Schreiben wären nie zurückgekommen...Blödsinn)...Externer Adressermittlungsdienst wurde eingeschaltet (wer?)
Ermittlungsbericht im Anhang von der Deutschen Post (Kunde: BID, Kosten: 13,50 € netto) -> stellt keinen Originalbeleg dar, weil Originalrechnung nicht angehängt wurde

Mir kommt das alles nicht koscher vor...was geht hier ab?

- die neue Forderungsaufstellung ist total seltsam:
immernoch steht die Hauptforderung drin, obwohl laut Schreiben gar nicht mehr aktuell (weil bereits vor dem Inkasso beglichen wurde)
2x Schadenersatz (5€ und 6,62€ )
Inkassokosten 48,60 €
Adressermittlung 13,50 €
meine Zahlung per Überweisung vom 30.05. -8,82 €
immernoch Zinsen auf eine doppelt beglichene Hauptforderung jetzt 0,09 € (vom 22.03. - 17.06.)
Forderungsstand = 91,99 €

Was haltet ihr davon?
Mir ist bewusst, dass ich mir das selbst eingebrockt habe und natürlich verantwortlich bin. Allerdings lasse ich mich nicht für dumm verkaufen und ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.
Das ist mein erster Inkassofall..und es wird auch mein Letzter sein. Das ist mir eine Lehre.

Grüße, die Wanderin

-- Editiert von Wanderin10 am 19.06.2019 21:41

-- Editiert von Wanderin10 am 19.06.2019 21:44

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6 Antworten
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#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Vorweg: Ob man nun solche "Hoffnungsläufe" (2. Versuch) machen sollte oder nicht, das ist in der Tat eher umstritten. Auf diese Argumentation würde ich nicht setzen.

CCS und Ingenico gehören zu demselben Konzern. Die Ingenico-Gebühren (Inkasso-Gebühren) muss man also grundsätzlich NICHT bezahlen. Dass CCS dann BID einschaltet, hat eher was von Schwachsinn.

Zitat:
Angeblich hat Ingenico aus Kostenminimierungsgründen versucht über Rhenus Archiv Services GmbH Adressdaten zu ermitteln.

Diese Belege-Ermittlung ist natürlich Unfug. Dass die das da falsch dargestellt haben, das war wohl "nur ein Versehen". Würde ich nicht weiter drauf rumreiten.

Mal eine Frage vorab: Bei deiner Bank sind aber die korrekten Bankdaten hinterlegt oder?

Ganz grundsätzlich (sofern nicht geschehen) die Bankrücklastschrift-Kosten überweisen. Eigentlich auch eine Adressermittlung, wobei ich maximal 10€ nehmen würde. Das ist Schufa Ad-Finder. Und sofern deine Bank bzw. die Schufa die korrekte Adresse hatte. Zinsen kann man noch dazu nehmen, aber das sind ja nur Cent-Beträge.

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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#2
 Von 
Wanderin10
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für deine Antwort, mepeisen.

korrekte Bankdaten: Meinst du die Bankdaten von Ingenico? Ich erhielt nur die Bankdaten von Netto. Ob die Bankverbindung von Ingenico hinterlegt ist, das weiß ich nicht. Netto war auch derjenige, der abgebucht hat. Nicht Ingenico...Diese Info fehlte noch.

Seltsam finde ich, dass ich nun bereits 2 Mal die Hauptforderung beglichen habe. Denn meine erste Zahlung vor dem Inkasso-Einschalten wird nun doch anerkannt :???:

Im Prinzip stehen nur noch Adressermittlungskosten aus (wenn ich die 2. Zahlung der Hauptforderung als Rücklastschriftgebühr verrechne)...doch die wurden nicht, wie von mir verlangt, ordentlich nachgewiesen.

Meine Bank hat meine korrekte Adresse. Schufa angeblich nicht. Die Zinsen habe ich bereits mit der 2. Hauptforderungsbegleichung überwiesen....Ein weiteres Erheben von Zinsen ist doch nun nicht mehr rechtens... :???:

Grüße

-- Editiert von Wanderin10 am 19.06.2019 23:19

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Zitat:
Seltsam finde ich, dass ich nun bereits 2 Mal die Hauptforderung beglichen habe

Wie viel hast du denn insgesamt nun erfolgreich überwiesen?

Zitat:
Schufa angeblich nicht.

OK. Das ist dann aber nicht dein Problem. Sie hätten ja bei deiner Bank nachfragen können statt bei der Schufa.

-- Editiert von mepeisen am 20.06.2019 00:50

Signatur:

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#4
 Von 
Wanderin10
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

1 Mal direkt am nächsten Tag nach Lastschriftplatzen (8,75 € )
und 1 Mal nach dem 1. BID-Brief (8,75 € für Hauptforderung und 0,07€ Zinsen)
So wie ich geschrieben hab.

Das macht insgesamt 17,57 €.

Ja, das Thema Adresse ist ja das Seltsame. Wieso holen Sie sich die Adresse nicht bei der Bank, so wie es doch angeblich in den AGB steht? Wieso buchen sie nicht ein 2. Mal ab?
Weil sie meinen Rückläufer von Netto gekauft haben...da bin ich mir sicher.
und deshalb können sie nämlich nichts richtig nachweisen.

Ich prüfe jetzt noch den Nachweis wegen den Rücklastschriftgebühren. Das ist ein schlecht kopierter Zettel mit Bankdaten...Mal schauen.

Solange keine richtigen Nachweise erfolgen, zahle ich nichts mehr.

-- Editiert von Wanderin10 am 20.06.2019 06:03

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Ausgehend von Schufa AdFinder würde ich dann noch rund 6€ bis 7€ überweisen. Die Adressermittlung via Schufa kostet 10€. Aber das ist deine Entscheidung.

Dem Inkasso würde ich schreiben: "Wertes Inkasso. Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich habe ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht die Hauptforderung samt nachvollziehbarer Kosten für Rücklastschrift und Briefporto überwiesen. Da Ingenico und CCS zu demselben Konzern gehören, weise ich die Inkassogebühren zurück. Dass CCS die Hilfe eines weiteren Inkassobüros benötigt, betrachte ich als üblen Scherz und weise ich als Verstoß gegen §254 BGB zurück. Eine Belegermittlung bei der Firma Rhenus Archiv Services GmbH weise ich als unsinnig und Verstoß gegen §254 BGB zurück. Eine Adressermittlung über die deutsche Post ist unsinnig. Auch ist es unsinnig, mich unter einer alten Adresse anzuschreiben. Meiner Bank jedenfalls liegen meine korrekten Adressdaten vor. Warum ich unter einer alten Adresse angeschrieben wurde, erschließt sich mir nicht. Ich diskutiere auch nicht. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem gerichtlichen Mahnbescheid werde ich widersprechen."

Signatur:

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#6
 Von 
Wanderin10
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo mepeisen,

Danke für deine Antwort. Ich werde es genauso machen, wie du es geschrieben hast. Und ich bin mir sicher, dass das ausreicht. BID weiß, dass er keine guten Chancen bei mir hat :)

Vielen Dank für deine Mühe! Das hat mir sehr geholfen.

Grüße

P.S. Der Rückbuchungsbeleg verweist auf das Netto-Discount-Konto.

-- Editiert von Wanderin10 am 21.06.2019 06:02

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