Tilgungsangebot & Ratenzahlungsvereinbarung

26. März 2010 Thema abonnieren
 Von 
Adunaic
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Tilgungsangebot & Ratenzahlungsvereinbarung

Mein Vater steht nach der Trennung von meiner Mutter vor einem Schuldberg. Wöchentlich kommen Sachen, von denen er über die Jahre nicht mal was wusste. Meine Mutter ist zahlungsunfähig, und da überall SEIN Name auf den Forderungen steht, kann er die Probleme alleine lösen. Nun helfe ich ihm dabei, den riesigen Berg nach und nach abzutragen und sich da erst mal durchzufinden. Aktuell liegen wir im Clinch mit Seiler & Kollegen.

Zum Sachverhalt:

Mein Vater hat bei der Telekom eine Jahre zurückreichende offene Forderung über 748,49 Euro. Am 18.12. erhielt er ein Tilgungsangebot von Seiler & Kollegen - dies besagt wortwörtlich: "Zahlen sie bis spätestens 02.01.2010 die erste Rate in Höhe von EUR 25,00 und danach monatlich jeweils die weiteren Raten. [...] So vermeiden Sie weitere Kosten und unangenehme Zwangsvollstreckungsmaßnahmen."
Er hat dann umgehend die ersten 25 Euro überwiesen und das Tilgungsangebot somit angenommen.

Am 11.01. erhielt er einen neuen Brief: "Wir gehen aufgrund dieser Teilzahlung davon aus, dass Sie den Gesamtbetrag in Raten zahlen wollen. Damit sind wir grundsätzlich einverstanden und bieten Ihnen einen Ratenzahlungsvergleich an. Sie können den Vergleich annehmen, indem Sie Ihre nächste Rate in Höhe von 25,00 bis spätestens 05.02.2010 bezahlen. Die durch den Ratenzahlungsvergleich entstehende weitere Anwaltsgebühr werden wir nach Eingang Ihrer nächsten Rate einziehen."

Welcher Betrag nun offen ist, ist in dem zweiten Schreiben gar nicht erwähnt, aber rein rechnerisch, dürften es nun noch 723,49 Euro sein. Außerdem steht da nun was von zusätzlichen Anwaltskosten, aufgeschlüsselt sind diese jedoch nicht. Auf der nächste Seite gab es dann einen wunderschönen Überweisungsschein mit der Aufschrift EUR 828,75 zuzüglich Zinsen .
Nun wurde ich stutzig. Wenn ich den ersten Brief richtig verstanden habe, haben wir das Tilgungsangebot angenommen, indem mein Vater die erste Rate von 25,00 bezahlt hat. "So vermeiden Sie weitere Kosten und unangenehme Zwangsvollstreckungsmaßnahmen."
Und nachdem wir das angenommen haben, erhält er einen Ratenzahlungsvergleich, mit dem er sich NOCHMAL durch Zahlung der nächsten Rate einverstanden erklären muss + 105,26 Euro Anwaltsgebühren?
Das ist mir irgendwie ein wenig suspekt.
Also legte ich schriftlich Widerspruch ein. Darauf kam jedoch nie eine Antwort. Die nächsten Raten haben wir natürlich ausgesetzt, weil er sich ja sonst mit den 823 Euro einverstanden erklärt hätte.
Am 08.03. kam ein neues Schreiben, dass mein Vater mit 50,00 Euro im Rückstand sei. Und die üblichen Drohungen natürlich, aber kein Statement zum Widerspruch.
Also rief mein Vater da an und fragte nach. Ja, den Brief hätten Sie erhalten, aber Sie seien nicht verpflichtet, auf sowas zu reagieren. Und die 105,26 Euro entstehen immer bei Ratenzahlungsvereinbahrungen.

Ist das wirklich so? Jetzt signalisiert mein Vater Zahlungsbereitschaft, und dann das... man kann bei dem Betrag sagen, dass es auf 100 Euro mehr wohl auch nicht mehr ankommt, aber bei seiner kleinen Rente macht das sehr wohl was... Aber dürfen Seiler und Kollegen diesen zusätzlichen Betrag erheben, wenn doch im ersten Brief eindeutig steht, dass er durch die Ratenzahlung zusätzliche Kosten vermeidet?

Für Antworten, schonmal vielen Dank im Voraus!

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12326.03.2010 15:00:33
Status:
Frischling
(49 Beiträge, 17x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#2
 Von 
Spreeperle
Status:
Praktikant
(573 Beiträge, 167x hilfreich)

Sorry, sehe ich anders: Der RA hat dem Schuldner die Gesamtsumme der Forderungen mitgeteilt, ihm ein Ratenzahlungsangebot unterbreit. Damit waren die Fronten und Beträge klar.
Durch die Ratenzahlungen des Schuldners hat dieser eindeutig sein Einverständnis signalisiert und das Angebot akzeptiert.
Mit den nachträglich genannten Kosten ("Gebühren") wurden für den Schuldner die Außenstände noch höher. Damit sehe ich die benannten Gesamtforderungen als unrichtig an. Der RA hätte diese von vornherein beziffern müssen.
Dem Schuldner würde ich daher empfehlen, daß er, wenn von seiner Rente nichts oder nur wenig zu pfänden ist, gar nicht mehr auf die Ansinnen des RA eingeht. Wer weiß, welche Summen er sich noch ausdenkt...

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0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13873 Beiträge, 6415x hilfreich)

Ja - die RAs bewegen sich auf sicherem Boden (100 % Txxxxx Tochter)
Eine Ratenzahlung verusacht erhebliche Zusatzkosten
Fragen :
Ist die Forderung tituliert ?
Wie sieht die schufa des Vaters aus ?
Laufen oder liefen bereits andere beitreibungsmasnahmen ?
EV ?
Wieviel Schulden bestehen insgesamt ca ?



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#4
 Von 
Adunaic
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

@Spreeperle: Danke für die Antwort und für die "Bestätigung" - ob wir einfach nicht zahlen, darüber habe ich schon mehrfach nachgedacht, habe aber zu viel Angst von etwaigen Konsequenzen. Falls meinem Vater dann doch irgendwas gepfändet werden sollte (kleine Rente hin oder her, mir wurde mal vor vielen Jahren mein komplettes Bafög gepfändet...), dann muss ich für meinen Vater finanziell einstehen und mit meiner Teilzeitarbeit sieht es ähnlich mager aus...

@thehellion: Sorry, ich verstehe nur die Hälfte deiner Fragen. Was sind titulierte Forderungen und Beitreibungsmaßnahmen? Ich nehme mal an, dass das eine Zwangsvollstreckung oder sowas ist? Grundsätzlich kann ich das leider nicht wirklich beantworten, da meine Mutter über die Jahre die Briefe immer hat verschwinden lassen - soweit ich weiß hat sie aber mehrere Male eine eidesstattliche Versicherung gemacht. Aktuell läuft nichts in diese Richtung.
Eine Schufa-Auskunft meines Vater haben wir im September eingeholt, er hat dort keine Einträge.
Und wie groß der Schuldenberg wirklich ist, kann ich auch nicht 100%ig sagen, da wir nur die Forderungen kennen, die seit einem halben Jahr bei meinem Vater ins Haus flattern - das alles zusammen sind um die 5000 Euro. (Die schon abbezahlten Sachen nicht eingerechnet, dann kämen wir nämlich auf ca. 8000 Euro...)

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#5
 Von 
actrostom
Status:
Praktikant
(718 Beiträge, 246x hilfreich)

Man könnte evtl bei den Gläubigern darauf hinweisen das dein Vater kurz vor der Zahlungsunfähigkeit steht!

Evtl einen Vergleich mit 20-30% der Gesamtsumme anbieten!

Und jetzt das wichtigste:

Wenn dein Vater noch keinen Schufaeintrag hat wurde vermutlich noch nichts tituliert!
Deshalb bei den Forderungen ganz genau darauf achten was evtl schon verjährt sein künnte!
Alle Forderungen die älter als 2007 sind könnten wenn noch kein Mahnbescheid bei dir eingetrudelt ist darunter fallen!
Leider aber nicht die Forderung der Telekom , die wäre vermutlich auch verjährt wenn du die 25€ nicht gezahlt hättest!

lg actrostom

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"Alle hier geschriebenen Worte sind frei gefunden und zufällig zusammengesetzt."

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