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Titel unter falschen Angaben erwirkt,Vollstreckung

21. Januar 2013 Thema abonnieren
 Von 
Grulak
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 4x hilfreich)
Titel unter falschen Angaben erwirkt,Vollstreckung

Hallo,

ich weiß nicht ob mir jemand weiterhelfen kann.

Ich habe bis vor 3 Jahren einen Onlineshop betrieben. Seinerzeit hat ein Kunde im Dezember 2009 eine Bestellung über 24,90 € aufgegeben. Er zahlte mit PayPal (inkl. Porto 26,40 €).
Nach Erhalt der Ware hat er seinen Kauf widerrufen. Er stornierte seine PayPal-Zahlung, woraufhin der Betrag an ihn zurück gebucht wurde. Die Ware hat er niemals zurück gesendet.
Einige Zeit später forderte er mich unter anwaltlicher Hilfe auf ihm den bereits bezahlten Betrag zurück zu erstatten. Ein Hinweis meinerseits, dass er die Zahlung bereits selbst zurück geholt habe wurde ignoriert.
Die Sache ging im Jahre 2010 vor Gericht. Allerdings fand nur ein schriftliches Verfahren statt.
Als das Gericht mich kontaktierte, habe ich entsprechend wie oben vorgetragen. Ich konnte als Nachweis den Versandbeleg von DHL inkl. Sendungsnummer und Zustellnachweis vorlegen und den Benachrichtigung von PayPal über die Stornierung der Zahlung. Daraufhin wurde der Kläger aufgefordert sich hierzu einzulassen. Es wurde nur lapidar angegeben, dass er die Ware zurück gesendet habe (einen Nachweis konnte er nicht vorlegen). Zur Zahlung gab er nur an, dass er keine Rückzahlung erhalten habe (auch hier legte er keinen Nachweis, etwa einen PayPal-Kontoauszug des betroffenen Datums) vor.

Überraschenderweise gab das Gericht der Klage recht und sollte danach über 300 Euro zahlen (Warenwert, Anwaltskosten, Gebühren usw.). Selbst wenn ich gewollt hätte, so konnte ich den Betrag nicht mehr zahlen, da ich inzwischen erwerbslos geworden bin und Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten habe, was bis heute andauert.

Nun wurde ich seit damals bereits schon 4x zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung in dieser Sache gezwungen. Immer mit der Angabe, dass angeblich "neue Erkenntnisse" gäbe, welche erneuten Abgabe der EV erforderlich machen würden (tatsächlich änderte sich niemals etwas).
Die Kosten steigen jedesmal. Inzwischen verlangt der Kunde 624 Euro.

Ich habe meinen Anwalt angerufen. Der meinte jedoch nur, dass das eben Pech wäre. Ich könnte nichts mehr dagegen unternehmen außer zahlen.

Aber es kann doch nicht sein, dass der mich so dermaßen abzockt, obwohl ich nachweisen kann, dass er das Geld bereits vor Klageerhebung zurück erhalten hat. Die ware habe ich übrigens niemals zurück erhalten.

Da muss man doch irgend etwas machen können. Man zweifelt ja an dem Rechtsstaat...

Ich bitte um Hilfe.



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20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Wie hat denn das Gericht das Urteil damals begründet?
Wie wurden denn die "neuen Erkenntnisse" begründet?

Du kannst gegen die permanent erzwungenen eidesstattlichen Versicherungen das Mittel der Erinnerung einlegen (das ist sowas wie ein Widerspruch). Direkt beim Gerichtsvollzieher, der die eidesstattliche erneut verlangt oder direkt beim Vollstreckungsgericht. Du kannst auch versuchen, das rückwirkend zu machen. Wenns nicht zulässig ist, wird das Gericht dir das schon sagen. Die Erinnerung richtet sich nicht gegen den Titel selbst sondern gegen die Maßnahmen. Hier sollen ja weiter Kosten explodieren, vermutlich damit der Anwalt einen Reibach macht, denn der Kunde hat ja nichts davon. Die EV muss nur einmal alle drei Jahre zwingend abgegeben werden. Verweisen Sie bei der Einrede darauf.

Was die Klage angeht, da ist der Zug womöglich wirklich abgefahren. Da hätte man frühzeitig reagieren müssen. Jetzt würden nur neue Beweise helfen. Beispielsweise könnte man Paypal um schriftliche Bestätigung ersuchen, dass das Geld tatsächlich an den Kunden ausgezahlt wurde (Verweis auf eine Strafanzeige wäre dann hilfreich bzw. darauf, Strafanzeige erstatten zu wollen gegen den Inhaber des Paypal-Kontos, sobald Paypal die Auszahlung bestätigt). Wenn dem so ist, würde eine Strafanzeige wegen Betrugs und uneidlicher Falschaussage, sowie beim Anwalt wegen Beihilfe zum Betrug vielleicht eine Lösung aus dem Dilemma bedeuten. Denn beim Schuldspruch wäre der Weg offen, das Urteil anzugreifen. Soweit sehe ich das zumindest.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 21.01.2013 20:04

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#2
 Von 
Grulak
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 4x hilfreich)

Von PayPal liegt mir ein Schreiben (eMail) vor, aus welcher hervorgeht, dass die Zahlung storniert wurde. In den Stornierungsdetails steht der Name und die Adresse des ehemaligen Kunden (des heutigen Gläubigers). Auch der Betrag ist natürlich genannt.

Es steht dort wörtlich:

"Banachrichtigung über die Stornierung einer offenen PayPal-Zahlung per Banküberweisung

Guten Tag xxx,

Die offene PayPal-Zahlung von yyy konnte leider nicht erfolgreich abgeschlossen werden.
Der Betrag wurde Ihrem PayPal-Konto nicht gutgeschrieben.
Bitte versenden Sie die Ware daher nicht.

Stornierungsdetails:

Absender: Name Nachname (Gläubiger)
Zahlung eingeleitet am 18. Dez. 2009
Betrag: 26,40 €"

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#3
 Von 
Grulak
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 4x hilfreich)

Nochmal der Hinweis:

Die Stornierung der Zahlung erfolgte erst, nachdem der Kunde die Ware erhalten hat. Die Ware hat der Kunde niemals zurück gesendet un niemals bezahlt.

Normal hätte ich gegen den Kunden zivilrechtlich vorgehen müssen, da er die Ware niemals bezahlt hat. Seinerzeit habe ich das aber wegen des ausgesprochenen Widerrufes nicht getan.



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0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Du hast die Frage noch nicht beantwortet, wie das Gericht seine Entscheidung begründet hat.

Aber nochmal: Gegen die rechtskraft eines urteils und einer Vollstreckung kann man nur noch schwer vorgehen.

Ich habe auch nur den Verdacht, dass eine Strafanzeige hier helfen kann, wissen tue ich das aber nicht. Gegen die Vollstreckung selbst kannst du dich momentan wenig wehren. gegen die wiederholten versuche, durch eine EV die Kosten hochzutreiben, durchaus. Steht oben, wie das vom Grundprinzip gehen kann. Einen anderen Weg als die Einrede gibt es nicht mehr. Es gäbe nur noch die Vollstreckungsabwehrklage, die muss sich dann gegen die Forderung selbst richten. Das würde ich mir persönlich aufheben, sollte es tatsächlich zu einem Strafverfahren und Schuldspruch kommen.

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#5
 Von 
einzige!-koenigin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 10x hilfreich)

Hallo,

auch mich würde interessieren, wie die neuen EV-Anträge begründet wurden.

Der Hinweis, dass ein neuer Arbeitgeber vorliegt, reicht z.b. aus. Wenn ein neues Konto eröffnet wurde, geht dies in der Regel nicht durch.

Die Begründung des Urteils interessiert mich ebenfalls. Wurde seinerzeit Widerklage eingereicht? Wurde innerhalb der vom Gericht gesetzten Frist reagiert? Um was für ein Urteil handelt es sich genau? Steht da Urteil oder Versäumnisurteil?

Gruß

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#6
 Von 
Grulak
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 4x hilfreich)

Es war ein Urteil (kein Versäumnisurteil).

Die Begründung war ganz lapidar dahingehend, dass gemäß §312 b BGB dem Kläger die Erstattung des bezahlten Betrages zustehen würde. Weiterhin schenkte man dem Kläger bezüglich der Aussage er habe die Ware zurück gesendet Glauben.

Hinweis: Belegen konnte und musste der Kläger den Rückversand niemals (tatsächlich gab es ja niemals einen Rückversand - die Ware besitzt er noch heute). Auf die bereits erfolgte Rückzahlung bzw. Stornierung der Zahlung ist das Gericht überhaupt nicht eingegangen. Das wurde einfach ignoriert.

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#7
 Von 
einzige!-koenigin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 10x hilfreich)

Hast du die Rücksendung denn seinerzeit auch bestritten? Oder einfach nur vorgetragen, sie wäre bei dir nicht eingegangen? Kann ja sein, dass ich mich irre....aber leider auch bei so "kleinen" Verfahren kann man, wenn man sich nicht anwaltlich vertreten lässt bzw. gute Kenntnisse besitzt, große Fehler machen.

Darauf dürfte es vor allem auch nicht wirklich angekommen sein. Denn Fakt ist, dass hier eine Klage beantragt wurde wegen einem Betrag, der über Paypal bereits zurückgezahlt wurde.

Ich persönlich hätte hier überlegt, ob die Einreichung einer Widerklage auf Aushändigung der Ware Sinn macht. Jedenfalls dann hätte der Versandbeleg einiges mehr an Gewicht gebracht.

Ist aber nur meine persönliche bescheidene Meinung.

Vielleicht schreibst du die Begründung einmal hier rein.

Bezüglich der Abgabe der eidesstattlichen Versicherungen:

Liegen dir die Anträge vor? Ansonsten könntest du den Gerichtsvollzieher kontaktieren und fragen, mit welcher Begründung die erneute eidesstattliche Versicherung jeweils beantragt wurde. Dies geht nicht so ohne weiteres.

Ein Grund könnte gewesen sein, dass der Onlinehandel nicht mehr existiert. Das würde auch durchgehen. Wenn aber nun Hilfe zum Lebensunterhalt nach wie vor andauert, dann sehe ich keinen Grund für eine erneute Abgabe.

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#8
 Von 
Grulak
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 4x hilfreich)

Die erste EV musste ich abgeben, da gab's den Onlinehandel schon nicht mehr. Die letzten beiden weiteren EV's in dieser Sache wurden damit begründet, dass ich wieder Arbeit nachgehen würde (dem war aber nicht so).

Donnerstag muss ich zum vierten Mal hin. Werde die Gerichtsvollzieherin fragen was diesmal die Begründung ist und auch den Beleg mitnehmen, dass der Gläubiger die Hauptforderung lange vor Klageerhebung erhalten hat.
Das mit der Einrede werde ich versuchen - mal sehen was mir die Gerichtsvollzieherin dazu sagt.
Werde hier berichten.

Bin ja schonmal dankbar das so viele hilfreiche Tipps kommen. Sicher ist es nicht einfach da rauszukommen, aber versuchen muss ich es ja.

Theoretisch kann ich doch eigentlich auch eine Strafanzeige wegen Betruges/Unterschlagung stellen, weil er die Ware einfach behalten hat ihne diese zu bezahlen oder ?


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0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Einfach formlos den GV anschreiben und die Begründung für die erneuten EV befragen. Liegt keine Begründung vor, beim GV nachträglich über die drei zuviel abgenommenen EV einrede einlegen und darauf verweisen, dass keine Begründung vorliegt, dass du nur einmal alle drei Jahre zur EV verpflichtet bist und dass das Gericht sämtliche Kosten zu streichen oder den Klägern aufzuerlegen hat. Es gibt eine reale Chance, dass dies so durchgeht. Wenn dann die Kosten von dem ein oder anderem Hunderter der gegenpartei plötzlich auferlegt werden und sie damit unterm Strich plötzlich ein Minus stehen hat, wird sie sich fünfmal überlegen, noch weiter gegen dich vorzugehen über weitere Anfragen zur EV.

Das einfache Behaupten, dass du einer Arbeit nachgehst, ist keine ausreichende Begründung. Es muss schon ein konkreter Verdacht vorliegen. Soweit meine Meinung, aber wie gesagt, das sollte man ein Gericht würdigen lassen.



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-- Editiert mepeisen am 22.01.2013 09:01

-- Editiert mepeisen am 22.01.2013 09:03

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
einzige!-koenigin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 10x hilfreich)

Mit der Anzeige könnte dies ein Versuch wert sein. Ob du damit weiter kommst, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Was die Gerichtsvollzieherin angeht, so wird dir der Beleg, dass der Käufer den Betrag vor Klageerhebung zurück erhalten hat, nichts bringen. Denn ein Gerichtsvollzieher prüft die materiell rechtliche Grundlage nicht mehr wenn der Titel da ist. Nur wenn die Zahlung nach Verkündung des Urteils geleistet worden wäre, würde sie dies überprüfen lassen bzw. den Gläubiger zur Stellungnahme auffordern.

Es gibt viele Gläubiger, die 1x jährlich einen Vollstreckungsversuch unternehmen. Hier genügt es aber in der Regel dem GV den Bescheid der Behörde über die Leistungen vorzulegen.

Gerade seit dem 01.01. gibt es ein neues Vollstreckungsrecht. Hier müssen die Erklärungen nicht mehr zwangsläufig an eides Statt versichert werden. Der Gläubiger hat einen Auskunftsanspruch schon vorher.

Also...aktuellen Leistungsbescheid mit nehmen zu dem Termin. ;-)

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0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
einzige!-koenigin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 10x hilfreich)

Wegen der Kosten für die mehrfach EV´s schließe ich mich Mepeisen an.

Selbst wenn eine Begründung vorliegt (neue Arbeitsstelle) ist dies evtl. nur eine Vermutung von der Gläubigerseite. M.E. hätte dies aber belegt werden müssen.

Ich weiß, dass Leistungen nach SGB II unpfändbar sind. Meine Frage dennoch:

Ist dir bekannt, dass die Gläubigerin versucht hat, diese zu pfänden?

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0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Es ist auch gut so, dass der Gerichtsvollzieher nicht materiell würdigen darf. Das Rechtssystem muss funktionieren und mal von diesem Fall abgesehen müssen Urteile auch einen endgültigen Charakter haben, sonst könnten Anwälte das ja über Jahrzehnte in die Länge ziehen.
Das geht immer davon aus, dass das Urteil selbst korrekt ist. Aber es gibt Möglichkeiten, das Urteil anzugreifen und den Titel wegzubekommen. Da muss man aber zwei Fallstricke umgehen: Erstens einen sehr guten Grund finden, der mit dem "Gerechtigkeitsgedanken schlechthin vereinbar wäre" (so formuliert es das BGH) und einen grund finden, der die Präklusion umgeht, also der wirklich neu ist.

Ich vermute, dass eine Verurteilung wegen Betrugs (ja, auch vor Gericht zu lügen, dass man Geld noch gar nicht erhalten habe ist Betrug), eine Verurteilung wegen uneidlicher Falschaussage, so etwas wäre. Auf jeden fall kostet es dich nichts und es gibt hinreichend Verdacht, dass man hoffen kann, dass ein Staatsanwalt dem Ganzen auch nachgeht. Zumindest sollte man aufgrund der eigenen Zwangslage darauf drängen. Vielleicht ist der Kunde auch bereits polizeibekannt und hat sowas schon mehrfach abgezogen...

P.S.: Kann es sein, dass du vor Gericht dich zu sehr darauf versteift hast, dass du gar nicht zahlen musst, weil du die Ware nicht zurückerhalten hast? Dass du die bereits erhaltene Rückbuchung via Paypal nur am Rande untergeordnet erwähnt hast? Solche Fehler können leider passieren. Auf das Paket selbst hättest gar nicht eingehen müssen. Gebetsmühlenartig wiederholen, dass das Geld längst zurückgezahlt ist, egal wo das Paket hin verschwunden ist. Das Paket zurückzusenden war Teil eines separaten Anspruches von dir (wie mein Vorrender erwähnt hat: Widerklage). Es ging um die Betragsrückzahlung und den nun daraus entstandenen Titel.



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-- Editiert mepeisen am 22.01.2013 09:12

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#13
 Von 
Grulak
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 4x hilfreich)


Zum Thema Pfändung:

Ja - die Gegenseite hat versucht das Konto zu pfänden. Es gab einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluß. Allerdings läuft das Konto auf den Namen meiner Frau, so dass die Pfändung ohnehin ins Leere lief. Dann versuchte es mit einem weiteren Pfändungs- und Überweisungsbeschluß. Dieser erreichte meine 73jährige Mutter. Diese wurde dazu angehalten, Gelder welche sie ggf. von mir erhält oder auf welche sie Zugriff hat auszuhändigen. Natürlich hat meine Mutter kein Geld von mir und auch keinen Zugriff auf Gelder von mir. Ich bin erwachsen und Familienvater.

Zum Thema Gericht:

Ich habe lediglich auf die Aufforderung des Gerichtes reagiert mich auf den Fall einzulassen. Hierbei habe ich geschrieben, dass die Zahlung via PayPal storniert wurde und auch den Beleg dazu in Kopie beigefügt. Das Gericht ging jedoch nicht mit einer Silbe darauf ein. Ich habe seinerzeit auch einen Anwalt kontaktiert. Der meinte jedoch das ein anwaltliches Einschreiten nicht nötig sei, da die Sache eindeutig wäre. Der Kläger hat sein Geld also kann die Klage keinen Erfolg haben ...meinte er.

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#14
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Die beiden Pfändungen liefen ins leere aber man relativ wenig dagegen tun. Natürlich können die Gläubiger auf die Suche nach Drittschuldnern gehen. Aber: Einfach so aus dem luftleeren Raum ist das merkwürdig. Bei der Ehefrau bzw. einem gemeinsamen Konto kann man es noch verstehen (oder auch einem ehemaligen Geschäftskontos des Shops). Bei der Mutter ist das für mich nicht nachvollziehbar, wie sie da an einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss gekommen sind. Auch hier würde ich Einrede geltend machen und das Gericht darauf verweisen, dass es keinerlei finanzielle Abhängigkeiten zwischen dir und deiner Mutter gibt, ja nicht mal eine gemeinsame Wohnungen gibt. Wie gesagt: Probiere es mal. Wenn die Einrede nicht zulässig ist, sagt dir das Gericht das schon.

Wieso hast du seinerzeit nicht dem Urteil widersprochen und auf dein Schreiben hingewiesen? Das war ein grober Fehler. Ich hätte direkt nach dem Urteil widersprochen und das Gericht auf seinen irrtum hingewiesen, nchmals wiederholt, dass die Zahlugn storniert wurde und der Kläger das Geld schon vor Klageerhebung zurück hatte.

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#15
 Von 
Grulak
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 4x hilfreich)

Hallo,

wollte mich nochmal herzlich bei allen Leuten bedanken die mir hier wertvolle Tipps gegeben haben. Ich habe bei der Gerichtsvollzieherin seinerzeit vorgesprochen und das Thema "Einwendung" angesprochen. Sie meinte nur, dass das bei ihr nicht gehen würde sondern nur direkt über Gericht. Daraufhin hat sie aber gesagt, dass auch Ihr die Sache sehr, sehr merkwürdig vorkam und es so aussieht als ob hier eine beauftragte Rechtsanwaltskanzlei des Gläubigers sich hier an Gebühren bereichern wollte. Die aktuelle EV sollte ich übrigens abgeben, weil ich beim letzten Mal angab, dass wir ggf. wegen des Bezuges von Hilfe zum Lebensunterhalt ggf. umziehen müssen in eine kleinere Wohnung. Nun wollte man wissen was daraus geworden ist - deshalb nochmal EV mit Haftbefehl !!! Selbst die Gerichtsvollzieherin meinte, dass das äußerst merkwürdig ist und eine Adressabfrage ja über eine EMA-Anfrage hätte geklärt werden können. Sie verzichtete dann auf die Abgabe der EV und gab mir 2 Wochen Zeit anwaltliche Hilfe zu suchen. Inzwischen konnte ich einen Anwalt finden, der bereit war sich der Sache anzunehmen. Er ging nun gegen die Vollstreckung vor indem u.a. darauf hinwies das in dieser Sache bereits letztes Jahr im Februar EV abgegeben wurde und legte Rechtsmittel gegen den Haftbefehl ein. Vor zwei Tagen kam dann ein Brief vom AG, dass die Sache dem LG zur Entscheidung überlassen wird. Die Vollstreckung wurde solange ausgesetzt.

Alles alles in Allem ein recht zufriedenstellendes Ergebnis dank Eurer Hilfe.

Grulak

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Was hat der Anwalt gesagt hinsichtlich einer etwaigen Strafanzeige? Oder sieht er genug Möglichkeiten, zivilrechtlich gegen die Sache selbst vorzugehen? Natürlich sollte man mal die Reaktion des Landgerichts abwarten.

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#17
 Von 
TraumBaum
Status:
Schüler
(286 Beiträge, 111x hilfreich)

also ehrlich gesagt würde ich das so machen:

Paypal um eine schriftliche Stellungnahme und genauen Beweis bitten (Bankkontodaten). Dann würde ich mir von einem anderen Anwalt helfen lassen bei der Bank des Anderen einen Auszug über die fragliche Zeit zu bekommen.

Stellt sich heraus das das geld angekommen ist:

1. Klage wegen Computerbetrug einreichen
2. Klage wegen prozessbetrug einreichen
3. Zivilklage auf Schadensersatz- und da würde ich schon eine hohe summe angeben: die 700 Euro die jetzt fällig sind plus Schadensersatz in Höhe von knapp 1000 Euro weil dir ja durch die ganze ******* ein Schaden entstanden ist-> Abgabe der EV, Zahlungsunfähigkeit etc.

Und dann würde ich mal den maldredieren das er kein licht mehr am Ende des Tunnels sieht!!!

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#18
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

quote:
Paypal um eine schriftliche Stellungnahme und genauen Beweis bitten (Bankkontodaten). Dann würde ich mir von einem anderen Anwalt helfen lassen bei der Bank des Anderen einen Auszug über die fragliche Zeit zu bekommen.

Wieso ein anderer Anwalt? Wie teuer solls denn noch werden?

Ergänzend zum Zivilrecht: Schadensersatz wegen Gefährdung der Kreditwürdigkeit nicht außer Acht lassen. Ggf. auch den gegnerischen Anwalt der Anwaltskammer melden, wenn er evtl. Beihilfe zum betrug geleistet hat. Ihm waren ja auch die Bedenken und Nachweise, dass der Mandant den Betrag erhalten hat, sicher bekannt.

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0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
TraumBaum
Status:
Schüler
(286 Beiträge, 111x hilfreich)

mepeisen: weil es dem jetzigen Anwalt anscheinend sch*** egal ist was passiert, was sich an der oben geschribenen Aussage "sie haben eben pech gehabt" erkennen lässt- persönliche Meinung!!!!

da hätte man sehr wohl schon früher mehr machen können als den Dingen seinen lauf zu lassen

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#20
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16078x hilfreich)

Vielleicht mal richtig lesen. Der TE hat einen neuen Anwalt gefunden.

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0x Hilfreiche Antwort

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