Umzug, E-Mail Adresse gelöscht und nun ein Brief vom Inkassounternehmen

8. April 2015 Thema abonnieren
 Von 
shooby
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Umzug, E-Mail Adresse gelöscht und nun ein Brief vom Inkassounternehmen

Guten Tag,

ich hätte gerne eine Meinung zu folgendem fiktiven Fall:

Ein Kunde geht einen Vertrag mit einem Internetanbieter ein, der in regelmäßigen Abständen dafür die Rechnungen per Lastschriftverfahren vom Konto des Kunden abbucht.

Es handelt sich um so geringe Beträge, dass der Kunde ganz vergisst, dass er bei dem Anbieter noch einen Vertrag am Laufen hat, da er auch die Leistungen schon seit Jahren nicht mehr in Anspruch nimmt. Zu kündigen hat er auch versäumt.

Nun zieht der Kunde um und wechselt auch endlich mal seine alte E-Mail Adresse, die er 1998 mal angelegt hatte. Auf diese gibt es nun keinen Zugriff mehr.

Eines Tages bekommt er von einem Inkassounternehmen einen Anruf mit der Frage, warum er nicht auf die Briefe antworte, die man ihm schickt. Gleich wurde die neue Adresse mitgeteilt und das Übel wurde bald an die korrekte Anschrift zugeteilt. Es wären Rechnungen offen, die nicht bezahlt worden sind. Zudem kommen noch Inkassokosten von 40 €.

Da der Kunde schon gar nicht mehr wusste, um was es eigentlich geht, tritt er mit dem Anbieter in Kontakt und erfährt, dass er versucht habe, den Kunden nach einer Rücklastschrift per E-Mail zu kontaktieren. Da darauf keine Antwort kam, hat man kurzerhand das Inkassounternehmen eingeschaltet. Auf die Idee anzurufen, kamen sie nicht. Es sei Schuld des Kunden, wenn er nicht die neuen Daten mitteilt. So steht es schließlich in den AGB. Aber die Telefonnummer hatte sich nicht geändert. Und die war und ist bekannt.

Der Kunde prüft sein Konto und findet in den letzten zwei Jahre nur einen Eintrag von diesem Unternehmen. Und zwar ein ganz normaler Lastschrifteinzug. Es ist nichts von einer Rücklastschrift zu sehen.

Aber scheinbar muss irgend etwas im Lastschriftverfahren schief gelaufen sein. Der Kunde kann aber nicht erkennen was.

Jetzt die Frage: Muss der Kunde die Forderungen des Inkassounternehmens bezahlen? Denn die konnten ja den Kontakt mit einem Anruf herstellen. Darf der Gläubiger ein Inkassounternehmen anheuern, wenn keine Antwort auf E-Mails kommt? Dem Kunden war ja überhaupt nicht ersichtlich, dass irgendetwas mit dem Einzug schief lief.


Vielen Dank für eure Meinung zu diesem Fall.

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16088x hilfreich)

Wenn es keine Rücklastschrift gab, würde ich da auch als erstes ansetzen. Denn insofern handelte es sich offensichtlich wohl eher um Gläubigerverzug (mit allen Konsequenzen). Sicherheitshalber würde ich dem Kunden empfehlen, das nochmal bei seiner Bank nachzufragen, dass es wirklich keine Rücklastschrift gab.

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107797 Beiträge, 38070x hilfreich)

Den offenen Rechungsbetrag würde ich ersmal direkt an den Vertragspartner überweisen, mit dem Verwendungszweck "nur Hauptforderung".


Die ganze Inkassogebühren etc erstmal ignorieren.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1707 Beiträge, 685x hilfreich)

Nebenbei ist zu beachten, dass Forderungen (sofern Untituliert) am Ende des 3. Jahres nach Eintritt der Forderung verjähren.

oder um es einfacher auszudrücken: Alle untitulierten Forderungen, bis einschließlich Ende 2011, sind bereits verjährt.

1x Hilfreiche Antwort

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