Vergleich bezahlt.14 Tage später kommt Nachforderung

24. April 2024 Thema abonnieren
 Von 
JoeFox1301
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Vergleich bezahlt.14 Tage später kommt Nachforderung

Guten Abend,

Ich habe ältere Energiekosten aus einem Gewerbe.Dem Energieunternehmen war meine Privatadresse bekannt.Trotzdem kam nie eine Forderung an diese.Auch als das Gewerbe längst geschlossen war.Dadurch hat sich eine Forderung von 2082,02 Euro angesammelt,die nie mit einem gerichtlichen Mahnbescheid angemahnt wurde.Nach einigem hin und her über meinen Anwalt, kam dann doch noch ein gerichtlicher Mahnbscheid über die Summe am 28.03.2024.Enthalten sind 407,78 Euro an Zinsen seit 31.12.2020.

Am 08.04.2024 schickte mir das Inkassobüro ein Schreiben mit dem Angebot eines außergerichtlichen Vergleiches.Die Summe dort Betrug 1715,00 Euro.Diese habe ich mit Wertstellung 15.04.24 bezahlt.Frist war bis Wertstellung 18.04.24 Heute kam jedoch ein Brief mit der Aussage:

"Wir bestätigen den Eingang ihrer Zahlung.

Nachdem sie den Zahlungstermin nicht beachtet haben wurde Mahnbescheid veranlasst.Unter Berücksichtigung der bestätigten Zahlung,die gemäß Paragraph 366/367 BGB bzw. Paragraph 491-506 BGB verrechnet wurde,beziffert sich die Restschuld auf

376,76 Euro

Wertstellung bis 29.04.24.

Hab gerade per Mail dorthin geschrieben,das ich der Auffassung war mit Zahlung der 1715,00 Euro wäre die Sache erledigt.


Mit der Nachforderung ist die Summe jetzt auch höher als die Ursprungssumme.Hab die ganze Zeit gegoogelt,aber nicht wirklich was gefunden aus dem ich schlau werde.Ist es rechtens mir die Zinsen in Rechnung zu stellen,obwohl im Vergleich nichts derartiges erwähnt war? Dort stand mit Zahlung von 1715 Euro wäre die Sache erledigt.

Vielen Dank im vorraus

J.

Post vom Inkassobüro?

Post vom Inkassobüro?

Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Inkassorecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121805 Beiträge, 40066x hilfreich)

Zitat (von JoeFox1301):
Dort stand mit Zahlung von 1715 Euro wäre die Sache erledigt.

Nö.



Zitat (von JoeFox1301):
Nachdem sie den Zahlungstermin nicht beachtet haben

Da kann man dann ja das Gegenteil beweisen.



Zitat (von JoeFox1301):
wurde Mahnbescheid veranlasst.

Den gab es doch schon zuvor?



Zitat (von JoeFox1301):
Ist es rechtens mir die Zinsen in Rechnung zu stellen,obwohl im Vergleich nichts derartiges erwähnt war?

Ja, es reicht wenn so was im Gesetz steht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
JoeFox1301
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Harry,


Ich habe der Mail einen Screenshot der Überweisung angehangen auf dem die Wertstellung 15.04.24 ersichtlich ist und auch nachgefragt weshalb die Nachforderung kommt.Das war aber erst heute Abend.

Zitat (von Harry van Sell):
Den gab es doch schon zuvor?


Ja.Den vom 28.03.2024.Ich denke auf den beziehen sie sich.Seitdem kam kein anderer.

Mit dem Gesetz war ich mir eben nicht sicher.

Die Kanzlei Hörnlein&Feyler ist der Absender .Die hatten mir im Dezember 2023 eine Forderung über 912 Euro geschickt.Die war auch gerichtlich angemahnt.Für diese Forderung habe ich eine Ratenzahlungsvereinbarung abgeschlossen.Dann kam ein Brief in der Art:"Schön dass sie bezahlen.Wir haben da noch eine Forderung über 2000 Euro."

Dann bin ich zu meiner Privatrechtschutz,weil dort auch verjährte Beträge enthalten waren. Die Rechtschutz hat mir auch erst zugesagt die Kosten zu übernehmen.Es ginge Briefe hin jnd her.Als ich dem Anwalt den Vergleich geschickt habe,hat er geantwortet,dass die Rechtschutz doch nicht greift weil Gewerbe.Ich war von Anfang an nicht sicher, aber weil die Forderung ja gegen mich Privat ist, hab ich extra gefragt.

Hab den Vergleich dann bezahlt in der Hoffnung ich spare mir die Anwaltsgebühren und wollt es endlich aus der Welt haben.Jetzt ist es wohl genauso teuer als hätte ich einen Anwalt genommen.

-- Editiert von User am 25. April 2024 00:24

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121805 Beiträge, 40066x hilfreich)

Zitat (von JoeFox1301):
Ich habe der Mail einen Screenshot der Überweisung angehangen auf dem die Wertstellung 15.04.24 ersichtlich ist

Darauf sieht man aber doch nur die Wertstellung von Deinem Konto und nicht die vom Konto des Inkassos? Zumindest bei den Auszügen diverser mit bekannter Banken ist es so.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(969 Beiträge, 289x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Darauf sieht man aber doch nur die Wertstellung von Deinem Konto und nicht die vom Konto des Inkassos? Zumindest bei den Auszügen diverser mit bekannter Banken ist es so.


Wenn die Wertstellung auf dem eigenen Konto am 15.4. war und das ganzen eine Onlineüberweisung (nicht-Beleghaft) war, dann muss die Überweisung innerhalb des EWR spätestens am 16.4. auf dem Zielkonto wertgestellt sein. Die darf nämlich nur einen Geschäftstag dauern. Und der 15.4. war ein Montag.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121805 Beiträge, 40066x hilfreich)

Zitat (von Tehlak):
dann muss die Überweisung innerhalb des EWR spätestens am 16.4. auf dem Zielkonto wertgestellt sein. Die darf nämlich nur einen Geschäftstag dauern.

Ja, diese Märchen hält sich ebenso hartnäckig wie dieses "Eltern haften für ihre Kinder".
Ein lesen und verstehen des § 675s BGB zeigt. dass es im Gesetz aber ganz anders steht.

Und selbst wenn es stimmen würde, ist das ziemlich egal, wenn die Wertstellung in der Realität dann weit aus später erfolgt. Dann ist die Frist abgelaufen, egal was irgendwo im BGB auf dem Papier steht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
JoeFox1301
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe per Echtzeit Überweisung gezahlt.Sollte also in 20 Sekunden da gewesen sein.Und selbst wenn würde ich meinen unter der Woche in 3 Tagen,selbst zu einer anderen Bank ist jetzt kein Hexenwerk.
Glaube eher es ist ein Versuch der Kanzlei Geld nachzufordern.Oder sie haben noch eine andere Erklärung.Bis jetzt keine Antwort von Hörnlein&Feyler.Aber dafür sind sie bekannt.Morgen versuche ich telefonisch durchzukommen.Habe heute nochmal bei der HUK angerufen.Bezüglich Vertretung durch die Rechtschutz.Da die Forderung gegen mich persönlich läuft.Das Gewerbe gibt's ja nicht mehr.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121805 Beiträge, 40066x hilfreich)

Zitat (von JoeFox1301):
Ich habe per Echtzeit Überweisung gezahlt.

Ok, dann sollte es tatsächlich schnell gegangen sein.

In der Regel bekommt man da doch einen Extra Beleg über die Echtzeitüberweisung (als PDF)? Den würde ich mal senden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
JoeFox1301
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
In der Regel bekommt man da doch einen Extra Beleg über die Echtzeitüberweisung (als PDF)? Den würde ich mal senden.


Ich habe jetzt keine PDF bekommen.Könnte sicher noch einen Nachforschungsauftrag stellen.Damit kann man ja wohl auch beweisen wann das Geld auf dem Empfängerkonto war.Kostet aber.Aber dafür will ich erst Geld ausgeben wenn sie sich wirklich auf die Überweisung des Vergleiches beziehen und sich nicht irgendwas neues aus den Fingern gesogen haben.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
JoeFox1301
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hab hier übrigens die letzten beiden Schreiben mal hochgeladen.Wie wäre eure Einschätzung? Meint ihr die versuchen den Geldeingang des Vergleiches als verspätet darzustellen?


#1 https://www.directupload.eu/file/d/8535/lnyqloq6_jpg.htm
#2 https://www.directupload.eu/file/d/8535/o5iga3wv_jpg.htm

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(969 Beiträge, 289x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ja, diese Märchen hält sich ebenso hartnäckig wie dieses "Eltern haften für ihre Kinder".
Ein lesen und verstehen des § 675s BGB zeigt. dass es im Gesetz aber ganz anders steht.


Nö - ist kein Märchen: [link=Siehe Bafin]https://www.bafin.de/SharedDocs/FAQs/DE/Verbraucher/Bank/Zahlungsverkehr/01_ueberweisungsdauer.html[/link]

Darum habe ich auch bewusst das Wort Geschäftstag und nicht Werktag gewählt.

Zitat (von Harry van Sell):
Und selbst wenn es stimmen würde, ist das ziemlich egal, wenn die Wertstellung in der Realität dann weit aus später erfolgt


Wenn die Wertstellung zu spät erfolgt hat der Auftraggeber aber Schadensersatzansprüche gegen den ausführenden Zahlungsdienstleister. Und die Angabe der Wertstellung ist auch verbindlich... sprich wenn da 15.4. steht, dann hat die Bank das auch am Geschäftstag 15.4. registiert und muss sicherstellen, dass am nächsten Geschäftstag 16.4 der Bertrag auf dem Zielkonto wertgestellt ist.

Aber die Fragestellung hat sich eh erledigt, wenn der TE hier eine Echtzeitüberweisung beauftragt hat... Aber das Inkasso wird sicher nicht freiwillig zugeben, dass die Wertstellung doch früher als behauptet erfolgt ist. Die nutzen sowas gerne mal aus um doch noch ein paar Euro mehr zu verdienen.

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121805 Beiträge, 40066x hilfreich)

Zitat (von Tehlak):
Darum habe ich auch bewusst das Wort Geschäftstag und nicht Werktag gewählt.

Die Banken haben da einen hübschen kleinen Trick, der Zugangszeitpunkt aus § 675s BGB wird vertraglich definiert.
Bei meinen Banken wechselt der Zugangszeitpunkt in der Zeit von 14 Uhr bis 20 Uhr abends. Alles was nach dem Wechsel kommt, wird dem nächsten Tag zu geschlagen.

Ob das so in der Form legal ist, ist meines Wissens nach noch nicht geklärt (ich tendiere zu "nein").



Zitat (von Tehlak):
Aber die Fragestellung hat sich eh erledigt, wenn der TE hier eine Echtzeitüberweisung beauftragt hat... Aber das Inkasso wird sicher nicht freiwillig zugeben, dass die Wertstellung doch früher als behauptet erfolgt ist. Die nutzen sowas gerne mal aus um doch noch ein paar Euro mehr zu verdienen.

So ist es.

Insofern sollte man sich da entsprechend zu wehr setzen - geht ja nicht nur um 5 EUR ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
JoeFox1301
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,

Kurze Rückmeldung,

Es kam am letzten Samstag dann noch ein Brief mit Erledigungsvermerk,wohl als Antwort auf meine 2 Kontaktaufnahmen mit der Kanzlei.

Damit sollte die Sache jetzt erledigt sein.Danke für eure Antworten.

Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121805 Beiträge, 40066x hilfreich)

Danke fürs Update.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 271.531 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
109.712 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen