Vollstreckungsandrohung nach über 8 Jahren

10. Mai 2020 Thema abonnieren
 Von 
Sicarius
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Vollstreckungsandrohung nach über 8 Jahren

Hallo zusammen,
ich bräuchte mal einen kleinen Rat, wie ich bei folgendem Sachverhalt am besten vorgehen sollte.

Am Freitag den 08.05.2020 erhielt ich einen Brief von einer Rechtsanwaltskanzlei mit folgendem Inhalt:

"Sehr geehrter Herr....
Sie sind bisher Ihren Verpflichtungen aus dem Versäumnisurteil vom 13.12.2011 sowie KfB vom 18.04.2012 (...) nicht nachgekommen. Mangels Zahlung erhalten Sie eine Vollstreckungsandrohung!"

Außderdem noch die Aufforderung bis zum 20.05.2020 die Gesamtforderung in Höhe von 263,30€ zu zahlen, da sonst Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen mich durchgeführt werden.

Nun zum eigentlichen Problem. Die Summe zu zahlen wäre für mich jetzt kein Problem. Jedoch bin ich mir nicht wirklich sicher, ob diese berechtigt ist. Die Anwaltskanzlei und auch der Kläger den sie vertritt, sind mir nicht ganz unbekannt, es handelt sich hierbei um den Zahlungsdienstleister Moneybookers. In dem Zeitraum um 2010 hatte meine damalige Freundin, durch Onlinespiele, Schulden bei diesem angehäuft. Ich kann mich noch daran erinnern, das es einigen Briefverkehr zwischen der Anwaltskanzlei und mir (bzw meiner Freundin gab), da wir zu diesem Zeitpunkt nicht Zahlungsfähig waren. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass auch Schreiben an mich gingen. Wir wohnten damals auch nicht nicht zusammen. Nach der Trennung war die Sache für mich eigentlich erledigt, bis zum letzten Freitag.

Nun sind ja mittlerweile fast 10 Jahre vergangen und man vergisst auch manches. Vielleicht sind wirklich Forderungen gegen mich offen und wenn es so ist, bin ich bereit diese zu zahlen. Ich kann mich aber nicht erinnern, ein Konto bei Moneybookers gehabt zu haben. Auch wegen des Versäumnisurteils von 2011, müsste ich da nicht vorher eine Vorladung vom Gericht bekommen haben, um diese dann zu Versäumen? Aber auch an ein Schreiben vom Gericht kann ich micht nicht erinnern. Wieso kommt die Vollstreckungsandrohung erst jetzt nach so vielen Jahren? Ich wohne seit 2010 in meiner jetzigen Anschrift.
Nun zu meinen eigentlichen Fragen. Ich würde gern die Anwaltskanzlei anschreiben, um mehr über die Forderung zu erfahren und um die androhenden Zwangsvollsteckungsmaßnahmen abzuwenden.
Welche Nachweise kann ich von der Kanzlei Anfordern? Kann ich auch eine Kopie des Versäumnisurteils anfordern, oder kann ich das nur vom zuständigen Amtsgericht?

Ich bedanke mich jetzt schon mal bei euch

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Ich würde dem Anwalt erst mal schreiben, dass man keine Ahnung hat von irgendwelchen Urteilen gegen dich und er möge doch bitte mal das Urteil und den Kostenfestsetzungsbeschluss in Kopie vorlegen.

Nennt der Anwalt das Gericht und Aktenzeichen? Dann kannst du parallel auch das Gericht um eine Kopie bitten.

Die Vermutung liegt nahe, dass es auf alter Adresse zugestellt wurde. Hoffentlich gab es keinen Briefverkehr mehr Ende 2011 oder Anfang 2012, der belegt, dass du vom Urteil gegen dich Kenntnis hattest.

Wichtig ist: Sobald du das Urteil und den KfB das erste Mal siehst, direkt die Adresse prüfen (noch am selben Tag). Parallel kannst du dir schon mal eine Meldeauskunft besorgen, wo nachgewiesen ist, dass du schon 2010 umgezogen warst. Dann kannst du direkt beim Gericht Einspruch einlegen und Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. Damit wäre der Titel gegen dich vom Tisch und soweit du kein Konto hattest, bleibt es an deiner Ex hängen.

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Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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#2
 Von 
Sicarius
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, danke schön. Die Briefe schicke ich heute noch raus. Macht es Sinn, in dem Brief an den Anwalt auch einen Einspruch gegen die Vollstreckungsandrohung mit einzubringen, um noch etwas Zeit zu gewinnen?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16160x hilfreich)

Das bringt nicht viel, der Anwalt bekommt den Einspruch sowieso mit. Sollte er dennoch irgendwie sofort versuchen, zu vollstrecken, kann man sich dagegen wehren.

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