Vollstreckungsbescheid aus 2007 von dem ich nichts wusste

5. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
Tabeba
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Vollstreckungsbescheid aus 2007 von dem ich nichts wusste

Hallo,
ich hab gestern einen Brief bekommen eines Inkassounternehmens. Laut denen besteht wohl seit dem 29.11.2007 ein Vollstreckungsbescheid eines Stromanbieters in Leipzig gegen mich. Ehrlich gesagt, weiss ich gar nichts davon und bin demnach gestern aus allen Wolken gefallen. Ich zog im Juni 2007 aus Leipzig weg und hatte auch einen Nachsendeauftrag für ein Jahr. Bekam auch die reguläre Post zugestellt. War also Alles kein Problem. Wo dieser Vollstreckungsbescheid herkommt, hab ich echt keine Ahnung. Ich kann mich an keine Mahnung des Stromanbieters erinnern, hab meine Rechnungen pünktlich gezahlt. Zumal die Hauptforderung etwas über 400€ beträgt, was ich ganz schön hoch finde, ganz zu schweigen von der kompletten Summe über fast 1000€.
Nun die Frage: Was kann ich jetzt machen? Wie gehe ich am Besten vor?

Post vom Inkassobüro?

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16927 Beiträge, 9425x hilfreich)

Zitat (von Tabeba):
Nun die Frage: Was kann ich jetzt machen? Wie gehe ich am Besten vor?

1. Einen Beweis herbei schaffen, dass man zum Zeitpunkt nicht mehr dort gemeldet war, wo der Vollstreckungsbescheid zugestellt wurde. (Wenn man sich nicht ordnungsgemäß beim Einwohnermeldeamt umgemeldet hat, kann einem das jetzt vor die Füße fallen.)
2. Mit dem Beweis eine "Einsetzung in den vorherigen Stand" bei dem Gericht beantragen, das den Vollstreckungsbescheid erlassen hat -> dadurch beginnen die Einspruchsfristen wieder neu zu laufen. Gleichzeitig Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid beim Gericht einlegen, was natürlich nur sinnvoll ist, wenn man sicher ist, dass die Forderung (zumindest teilweise) unberechtigt ist.
3. Möglichst schnell herausfinden, ob die zugrundeliegende Forderung des Stromanbieters nicht doch berechtigt ist. Wenn sie das nämlich ist, dann ist es sinnlose Arbeit, gegen den Vollstreckungsbescheid vorzugehen. (Wenn nur an der falschen Adresse zugestellt wurde, aber Sie inhaltlich nichts vorzubringen haben, wird einfach an der richtigen Adresse neu zugestellt.) Dann sollten Sie sich auf die Zinsverjährung berufen und deswegen an das Inkassobüro wenden. Alle Zinsen und Kosten zwischen Erlass des Vollstreckungsbescheids und 31.12.2020 (einschließlich) sind verjährt. Das dürfte die Forderung deutlich reduzieren.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122525 Beiträge, 40148x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Wenn sie das nämlich ist, dann ist es sinnlose Arbeit, gegen den Vollstreckungsbescheid vorzugehen.

Kommt darauf an, damals war ja noch "Goldgräberzeit" was Abzocke mit überhöhten Inkassokosten angeht - könnte sich mitunter alleine deswegen lohnen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33276 Beiträge, 5789x hilfreich)

Zitat (von Tabeba):
Ich zog im Juni 2007 aus Leipzig weg
Auch damals hatte man in Leipzig als Mieter vermutlich einen eigenen Stromversorgungsvertrag.
Wenn man im Juni 2007 dort wegzog und vergaß, diesen Vertrag zu kündigen oder mitzuteilen, dass man an neuer Adresse wohnt und den Vertrag *mitziehen will*...passt das zumindest zeitlich zusammen.
Ein Nachsendeauftrag für reguläre Post ist nichts wert, denn Stromversorger bzw Inkasso benutzen durchaus andere Kommunikationswege.
Zitat (von Tabeba):
hab meine Rechnungen pünktlich gezahlt.
Welche denn und bis wann?

Hast du nach dem Wegzug aus Leipzig mit einem anderen Anbieter einen Stromversorgervertrag geschlossen?

-Ein Brief vom Inkasso?
-Die Hauptforderung für die Zeit von---bis?
-Ein Vollstreckungsbescheid?
-Bis wann sollst du zahlen?
-Was passiert sonst?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
Tabeba
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Als ich aus Leipzig wegzog, hatte ich den Stromanbieter informiert, dass ich wegziehe und den Vertrag gekündigt. Seitdem kamen auch keine Briefe mehr von denen an.
Sämtliche andere Dinge wurden genauso gekündigt und da kam wenigstens eine Bestätigung. Auch an die damals neue Adresse.
Da die Rechnungen alle per Lastschrift abgebucht wurden, war das nie ein Problem. Die Bank gewechselt wurde auch erst Jahre später. Da gabs keine Aufträge mehr.

Den Brief vom Inkasso bekam ich am 1.7.2024. Vorher gar nichts. Für die Hauptforderung steht kein Zeitraum im Brief. Nur Versorgungsleistung - Strom, Wasser, Gas und Titel vom 29.11.2007 mit 444€
und etliches an Zinsen. Bezahlen soll ich bis 22.7.

Ehrlich gesagt, hab ich derzeit dermassen viel um die Ohren, dass ich kaum den Kopf habe, da Alles anzufechten. Werde jetzt das Inkassounternehmen anschreiben, dass sie mir den Titel zusenden und dann auf Verjährung der Zinsen berufen und eine neue Kostenaufstellung erbitten. Selbst das fällt mir grad unglaublich schwer.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33276 Beiträge, 5789x hilfreich)

Zitat (von Tabeba):
Nur Versorgungsleistung - Strom, Wasser, Gas und Titel vom 29.11.2007 mit 444€
Du bist im Juni 07 umgezogen, hast gekündigt und bis Ende November 07 lief dein Vertrag. Sonst gäbe es keine (titulierte) Forderung.

Warum man dich nicht gefunden hat und du keine Rücklastschrift gefunden hast...und alles außer diesem Posten ordentlich zu Ende ging, kann ich nicht wissen.

Zitat (von Tabeba):
Werde jetzt das Inkassounternehmen anschreiben, dass sie mir den Titel zusenden und dann auf Verjährung der Zinsen berufen und eine neue Kostenaufstellung erbitten.
Ja, mach das.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122525 Beiträge, 40148x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Sonst gäbe es keine (titulierte) Forderung.

Wer sagt denn, dass es eine Forderung ist, welche den TS betrifft?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10927 Beiträge, 4249x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Wenn nur an der falschen Adresse zugestellt wurde, aber Sie inhaltlich nichts vorzubringen haben, wird einfach an der richtigen Adresse neu zugestellt.


Sicher dass das so funktioniert?
Ich möchte behaupten, dass wenn er an die falsche Meldeadresse ging, gilt er nicht zugestellt und nach Einsetzung in der vorherigen Stand, befinden wir uns beim Stand von 2007, wo nach Einrede der Verjährung sowohl die Forderung, als auch der Vollstreckungbescheid in Luft auf geht.

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