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Wann ist diese Forderung verjährt

1.12.2019 Thema abonnieren
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)
Wann ist diese Forderung verjährt

Hallo zusammen,
es gibt unterschiedliche Meinungen.
Kreditkartenvertrag (Finanzierungskauf). Ich weiß Dank diesem Forum, dass die Verjährung 13 Jahre ist.
Der Vertrag wurde am 24.12.2005 abgeschlossen. Kein Titel.

https://www.file-upload.net/download-13804528/20191130_080852.jpg.html

https://www.file-upload.net/download-13804529/20191130_080826.jpg.html

Frage) 1.1.2019 oder 1.1.2020?

Danke sehr

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1709 Beiträge, 676x hilfreich)

Ab dem Zeitpunkt, wo die erste Rate angemahnt wurde bzw Verzug auftrat. Ab da gelten die 13 Jahre.
Sollte der Kredit gekündigt worden sein sind es drei Jahre nach der Kündigung (307 O 142/16). Ist er ungekündigt gelten die 13 Jahre wenn die erste Rate am 24.12.2006 fällig gewesen wäre, dann tritt die Verjährung am 1.1.2020 ein. Wäre sie aber erst am 1.1.2007 fällig so wäre die Forderung am 1.1.2021 erst verjährt.

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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23708 Beiträge, 15489x hilfreich)

Ergänzend:

- Die "Recherchekosten" dürften frei erfunden sein, es sei denn, es sind Adressauskünfte und der Schuldner ist entsprechend oft umgezogen.
- Die "Zahlungsaufforderung an den Schuldner" ist entsprechend vermutlich viel zu hoch.
- "Bonitätsabfrage" muss niemand bezahlen.

Das ganze wird als Forderung aus 2005 angegeben. Daher würde ich darauf beharren, dass es verjährt ist. Das würde ich dem Inkasso so schreiben und warten, wie sie reagieren.

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#3
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1709 Beiträge, 676x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Das ganze wird als Forderung aus 2005 angegeben. Daher würde ich darauf beharren, dass es verjährt ist. Das würde ich dem Inkasso so schreiben und warten, wie sie reagieren.

Hängt von dem o.g. Umständen ab (..und sofern es keinen Titel gibt ;) ). Problem ist halt, dass der § 491 Abs. 1 BGB dem entgegensteht (https://www.anwalt.de/rechtstipps/verjaehrung-bei-verbraucherdarlehen_150905.html)
Ich sehe das halt als Verbraucherkredit (was einer ist und damit wäre die Forderung erst nach 13 Jahren nach der letzten angemahnten Rate verjährt). Zudem: Einmal würde ich eine Bonitätsabfrage durchgehen lassen, denn dann hätte sich die Bude selbst ins Knie geschossen: wenn sie von der Zahlungsunfähigkeit wussten (geringe Bonität), ist das in die Höhe treiben der Kosten (Schadensminderungpflicht!) nicht zulässig und vieles damit hinfällig

-- Editiert von Albarion am 01.12.2019 16:46

-- Editiert von Albarion am 01.12.2019 16:48

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23708 Beiträge, 15489x hilfreich)

Das steht dem nicht entgegen. 2005 plus 13 Jahre = Ende 2018. Damit verjährt.
Wie gesagt: Ich würde einfach erst mal sagen, dass es verjährt ist. Wenn sie anderer Meinung sind, dürfen sie das gerne begründen.

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#5
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1709 Beiträge, 676x hilfreich)

Wenn die (erste) Kreditrate nicht 2005 sondern 2006 fällig war, dann ist es erst Ende diesen Jahres verjährt.
Bei den meisten Krediten zahlt man die Raten ab dem kommenden Monat am 1. Oder 15.
Daher wäre die erste Rate im Januar 2006 fällig gewesen und damit gelten die 13 Jahre erst ab dann.
Denke das ist logisch begründet und auch so vom Gesetzgeber gemeint

-- Editiert von Albarion am 02.12.2019 12:21

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23708 Beiträge, 15489x hilfreich)

Ich sage nicht, dass du falsch liegst. Aber die Fälligkeit ist laut Forderungsaufstellung nun mal 2005 und nicht 2006 ;-)

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#7
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,
nach Einrede der Verjährung haben wir vom Inkasso nichts mehr gehört, außer ein neuer Saldo in der Schufa. 3Tage nach Zustellung des Briefes.

Frage 1) Am 31.12.19 ist die Verjährung definitiv eingetreten. Sollte ich Anfang Januar nochmal die Einrede der Verjährung geltend machen? Hier wart ihr euch ja auch nicht ganz einig, nicht das ein erneuter Saldo übermittelt wird, der ein weiteres Jahr in der Schufa steht.
Sollte ich mich auf das Urteil vom OLG Frankfurt beziehen?  (AZ. 23 U 68/12)
Wenn ich das richtig verstanden habe, darf das Inkasso nach Einrede der Verjährung keinen erneuten Saldo übermitteln. Und das Abwicklungskonto in der Schufa wird nach 3 Jahren gelöscht. Richtig?

Ich weiß das mir das Inkasso nicht für den Hinweis der Verjährung danken muss, aber ohne ein Erledigungsschreiben haben wir nichts in der Hand.

Was würdet ihr machen?

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#8
 Von 
guest-12317.06.2020 23:27:45
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Heute kam das Erledigungsschreiben. Die Forderung ist verjährt.

Wir danken allen, die uns hilfreich Unterstützt haben. Ich wünsche euch einen Guten Rutsch ins Neue Jahr und Alles Gute.

Das Kapitel Schulden ist für meinen Schwager Dank eurer Hilfe jetzt durch.

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#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23708 Beiträge, 15489x hilfreich)

Ich würde Anfang Januar die Schufa anschreiben und auffordern, das unverzüglich zu löschen und weitere Eintragungen zu verhindern, da es verjährt ist.

Die 2 Tage kann man zur Sicherheit nochmal abwarten.

Wie gesagt: Wenn das Inkasso noch einen Schritt weiter gehen will oder etwas gegen die Verjährung einzuwenden hat, werden sie sich melden.

Ein Erledigt-Schreiben braucht ihr da eigentlich nicht. Die Beweislast, dass es nicht verjährt ist, liegt bei denen. Wie ich oben schrieb: Forderung aus 2005 = verjährt. Selbst wenn du zur Sicherheit noch davon ausgehst, dass da erst 2006 fällig gestellt wurde. Dann ist es halt übermorgen verjährt.

Ansonsten: Briefkasten beobachten. Es könnte sein, dass die jetzt noch vor Jahresende einen Mahnbescheid beantragt haben. Der könnte bis Mitte/Ende Januar dann eintreffen.

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