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web.de & BFS risk & collection GmbH Inkasso

 Von 
fb413668-15
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 11x hilfreich)
web.de & BFS risk & collection GmbH Inkasso

Hallo zusammen,

ich bräuchte rechtlichen Rat. Auch wenn das Thema ziemlich oft besprochen wurde, ist mir trotzdem nicht ganz klar wie ich vorgehen soll.

Ich bin seit Jahren bei Web.de angemeldet, nie Probleme gehabt, bis ich wohl angeblich August 2014 ein Test-Abo für den Web.de Club abgeschlossen haben soll. Das muss wohl eines dieser getarnten Geschenke zu irgend einem Anlass gewesen sein, meist Geburtstage, Namenstage oder sonstige Angelegenheiten. Anscheinend habe ich dort wohl das Test-Abonnement bestätigt.

Ich zeig euch erst mal die Schreiben die mittlerweile an meine Adresse gehen und nicht mehr per Mail.

Erst durch das Schreiben der BFS Risk habe ich überhaupt gemerkt dass ich im Web.de Club bin. Erstens überprüfe ich zu 99% der Fälle meine Mails mit dem Handy dort hat sich nichts im Layout geändert und zweitens bin ich selten eingeloggt, auch wenn das nicht als Entschuldigung gilt.

Vorderseite:

Rückseite:

Es fängt im oberen Schreiben schon auf der Rückseite an, mir ist absolut nicht ersichtlich wie die auf 63 Euro von der Vorderseite kommen, wenn auf der Rückseite nur eine Gesamtsumme von 36Euro gefordert wid.

Nach diesem Schreiben traf dieser Brief ein.

Jetzt ist die Forderung schon auf mehr als 100 Euro gewachsen. Wobei noch im ersten Brief stand, sollte ich nicht fristgemäß zahlen, sich der Inkassovergütungsbetrag auf 70Euro erhöht(bis zum 18.04 die Inkassovergütung war auf 22Euro, wären also 48 zusätzlich), demnach müsste die Rechung min. 111 Euro betragen.


Nach einer Recherche im Netz habe ich dann mit folgendem Schreiben geantwortet.

http://www.directupload.net/file/d/3977/3vzdg5h9_pdf.htm

Auf dieses Schreiben, hat mir dann Web.de geantwortet.



"Kaufbutton", den hätte ich im Leben nie betätigt. Worst Case, es wäre wirklich so. Nach meiner Recherche gibt es nur zwei Test-Abonnements, das 3 Monatige und das 5 Monatige. Aber die 12 monatige Club-Mitgliedschaft trat schon am 28.12.2014 in Kraft, das wären 4 Monate Test Abo, das es einfach nicht gibt.
Ebenso kündigen die meinen Vertrag, warum? Mein Schreiben hat nie von einer Kündigen gesprochen, denn in meinen Augen ist das nicht einmal ein rechtsgültiger Vertrag.


Naja, einige Tage später kam dann der nächste Brief.


Hier wird mir auf einmal entgegen gekommen, in dem man mir Ratenzahlung anbietet. Im letzten Brief wurde noch mit gerichtlichen Verfahren gedroht, und bot mir die letzte Chance zu zahlen. Und jetzt eine Ratenzahlung?

Aber selbst das ist merkwürdig, wenn ich auf eine Ratenzahlung eingehe, muss ich eine Einigungsvergütung zahlen, der Gesamtbetrag erhöht sich auf ca. 180 Euro!


1. Wie soll ich fortfahren? Generell bin ich jetzt schon so erbost, dass ich gerne abwarten würde was passiert, ob wirklich gerichtlich gehandelt wird.

2. Sollte im Worst Case wirklich ein Vertrag zustande gekommen sein, inwiefern sind die Forderungen des Inkassos Büro überhaupt rechtens?

Ich danke jetzt schon im Voraus.


-- Editier von fb413668-15 am 04.05.2015 11:10

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Kosten Brief Ratenzahlung Vertrag


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

Ich würde weiterhin pauschal bestreiten, jemals auf diesen Button geklickt zu haben. Ich würde ankündigen, dass man web.de wegen gewerblichen Betrugs und Nötigung anzeigt, wenn sie das Postfach nicht entsperren und in den Ursprungszustand eines kostenfreien Accounts zurücksetzen. Ich würde noch schreiben, dass man nicht diskutiert und dass man auch keine Fristverlängerung einräumt, dass man zudem auch gerne die Verbraucherzentralen informiert, die ja einschlägige Erfahrung mit dieser Form des Abo-Betruges haben.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10524 Beiträge, 7479x hilfreich)


Zitat:
Generell bin ich jetzt schon so erbost, dass ich gerne abwarten würde was passiert, ob wirklich gerichtlich gehandelt wird.

Das Problem ist, dass man böse auf die Nase fällt, wenn web.de plötzlich doch beweisen kann, dass zum Bestell-Zeitpunkt der §312j BGB eingehalten wurde.

In der länger zurückliegenden Vergangenheit, ist web.de dadurch aufgefallen, dass Kunden durch unklar formulierte Angebote zum Club-Beitritt verleitet wurden und die dadurch entstehenden Kosten versteckt wurden. Da hat web.de auch einige Niederlagen vor Gericht einstecken müssen.
Allerdings hat web.de zwischenzeitlich auch nachgebessert. Als ich das letzte mal so ein "Geschenk" persönlich gesehen habe (muss etwa im letzten Herbst gewesen sein), war es auf den ersten Blick rechtlich einwandfrei. Korrekter Button mit Hinweis auf verbindliche Bestellung, deutliche Nennung der Kosten und der Laufzeit, usw. Da gab es nichts zu beanstanden.
Und wie das "Geschenk" im August 2014 aussah, das weiß keiner. Aber darauf wird es ankommen.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#3
 Von 
fb413668-15
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 11x hilfreich)

Ich habe auch schon gelesen dass Web.de das nachgebessert hat.

Aber wenn ich mir jetzt wirklich eingestehen muss dass ich das abgeschlossen habe, inwiefern ist das korrekt was das Inkasso-Büro von mir möchte?

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

Web.de bessert seit Jahren immer wieder etwas nach. Bzw.: Es verändert immer wieder Dinge. Ich habe diverse Accounts. Neben meinem Club-Account (Ja, ich bin trotzdem ich hier von Abofallen-Betrug rede dort Mitglied) noch diverse kostenfreie. Mal zum Spam-erhalten, mal einfach zum Dokumentieren, wie das bei denen funktioniert.

Gern genommen sind die Angebote in Verbindung mit dem Club. Wo nicht wirklich klar ist, dass man gleichzeitig Club-Verträge abschließt, nur weil man sich beispielsweise von web.de zu Maxdome werben lässt. Man schließt einen Vertrag bei einem zweiten Unternehmen ab, hat aber plötzlich auch noch einen Club-Vertrag.

Auch sind die Geburtstagsgeschenke u.ä. für mich immer noch nicht vernünftig. Es sieht fast so aus, als ob man wirklich mit purer Absicht die Leute in die Irre führen will. Klar, der Button ist eindeutig beschriftet. Die Preise stehen aber auch im Frühjahr dieses Jahr immer noch in merkwürdigen Fließtexten, wo mehrere Schriftgrößen munter mitten im Satz durchwechseln. Dass diesen Text niemand liest, weil er fürs Auge wirklich grausam zu lesen ist, darauf legen es die Leute an. Kein vernünftiger moderner Designer will doch so einen unruhigen Text mit mehrfachen Schriftgrößenwechseln im gleichen Satz/ Absatz. Das alles erinnert extrem an die lustigen "Hot-Buttons" in den Geldumschichterei-Gewinnspiel-Shows.

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#5
 Von 
fb413668-15
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 11x hilfreich)

Erst mal vielen Dank für eure Antworten.

Kann mir denn einer noch beantworten, wie ein Unternehmen nachweisen kann dass ich einen rechtsgültigen Vertrag abgeschlossen habe im Internet? Gesetz dem Fall, ich hätte wirklich diesen Kaufbutton bestätigt, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass ich keinen Kaufbutton, höchstens "testen" oder ähnliches betätigt habe, wie können die "Beweisen" dass ein Kaufbutton vorlag und ein klarer Hinweis auf die Kosten in den AGB's? Als Unternehmen können die doch theoretisch alles erfinden oder nicht?

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

Du musst das nicht nachweisen. Web.de muss das nachweisen. Und zwar nicht nur, dass irgendwer auf irgendeinen Button geklickt hat, sondern, es muss nachweisen, wie das ganze aussah und dass wirklich du da drauf geklickt hast.
Irgendein Hinweis auf Kosten in den AGB reicht sowieso nicht aus. Die Kosten müssen direkt beim Button stehen bzw. im Angebot. Aber sie müssen klar ersichtlich sein.

Zitat:
Als Unternehmen können die doch theoretisch alles erfinden oder nicht?

Tja. Zumindest ist es bezeichnet, dass auch die Verbraucherzentralen berichten, dass trotz der Verbesserungen, die es ja durchaus bei Web.de/GMX gab, immer noch extrem viele Fälle dort aufschlagen, wo die Leute beteuern, nie so etwas bestellt zu haben.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#7
 Von 
Guybrush Threepwood
Status:
Schüler
(179 Beiträge, 418x hilfreich)

Zitat:
Kann mir denn einer noch beantworten, wie ein Unternehmen nachweisen kann dass ich einen rechtsgültigen Vertrag abgeschlossen habe im Internet?

Wenn es hart auf hart kommt, dürfte das gar nicht so einfach sein. Denkbare Beweismittel wären Screen-Shots der damals benutzten Formulare, zusätzlich können die vielleicht noch irgendwelche Datenprotokolle ausdrucken (?). Außerdem könnte ein Mitarbeiter als Zeuge benannt werden, der anhand dieser Unterlagen schildert, wie der Bestellvorgang abgelaufen ist bzw. sein soll.

Zu deinen Ungunsten könnte sprechen, dass du der Bestätigungs-Mail nicht widersprochen hast. Wenn man allerdings wie so viele ein Dutzend Spam-Mail pro Tag kriegt, ist auch das nicht mehr das durchschlagende Argument. Bei solchen Fällen hängt viel von den Einzelheiten und vielleicht auch von der Grundeinstellung des Richters ab.

Alles aber ziemlich viel Aufwand für eine Hauptforderung in Höhe von 15 EUR und Inkasso-Kosten, die in dieser Höhe sowieso nicht erstattungspflichtig sind. Wer etwas bessere Nerven hat, dürfte hier rauskommen, ohne etwas zu zahlen. Das ist allerdings nur meine Meinung ohne Garantie.

-- Editiert von Guybrush Threepwood am 05.05.2015 18:43

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22851 Beiträge, 15044x hilfreich)

All das kann aber nicht beweisen, dass es wirklich ICH war, der geklickt hat. Man kann die tausenden Reklamationen ins Feld führen, die die Verbraucherzentralen immer noch kriegen und die darauf hindeuten, dass da immer noch etwas ganz Grundlegendes nicht richtig ist.

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#9
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13813 Beiträge, 6227x hilfreich)

In den Urteilsdatenbanken gibt es nach wie vor keinen einzigen Hinweis auf eine tatsächlich durchgezogene Klage

ERGO :Forderung gegenüber dem Inkassobüro vollumfänglich unter Anheimstellung des rechtsweges schriftlich zurückweisen

-- Editiert von thehellion am 05.05.2015 22:49

Signatur:EX Inkasso MA - keine juristischen Fachkenntnisse
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#10
 Von 
fb413668-15
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 11x hilfreich)

Hallo zusammen,

ich möchte noch einen Zwischenstand durchgeben. Vielleicht ist es hilfreich für andere User, denen ähnliches gerade widerfährt.

Wenn ich mich nicht täusche habe ich 3 Briefe von der Inkasso Firma erhalten. In den ersten 2 wurde mir jeweils mit einem Gerichtsverfahren gedroht. Der dritte Brief diente dann als eine Art der Versöhnung, man bot mir an nur die 12 Monate für den WebClub zu zahlen und alle anderen Rechnungen die durch die Inkasso Firma enstanden sind, würden wegfallen. Aber auch hier "drohte" man mir mit einem Gerichtsverfahren wenn ich nicht zum Datum x.y zahlen würde.

Trotzdem sah ich nicht ein, einen Cent für diese Masche zu zahlen. Ich habe auf keinen der Briefe geantwortet.
Bisheriger Stand, 2 Monate sind vergangen und kein Brief , im Gegenteil, vor ein paar Tagen hat man mir den Acc. wieder freigeschaltet und die Mitgliedschaft im Web-Club war auch aufgelöst worden. Das erste Login bot mir wieder ein Test-Abo an, diesmal eindeutig mit Kaufbutton. Nach dem Login, habe ich jetzt meinen Account sofort löschen lassen. GMX und Web.de sind für mich gestorben.

Vielen Dank für euren rechtlichen Rat.

Sollte sich doch noch etwas tun, poste ich hier wieder.

-- Editiert von fb413668-15 am 05.10.2015 23:43

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#11
 Von 
fb413668-15
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 11x hilfreich)

Ich möchte meinen Post noch etwas präzisieren weil ich ihn leider nicht mehr editieren kann.

Also ich habe nach meinem Eingangspost(ich bin der Threadersteller) 3 weitere Briefe erhalten. Zuvor wurde mir auch schon mehrmals mit einem Gerichtsverfahren gedroht, allein das sollte jedem als Indiz dienen dass Web.de nichts in der Hand hat. Ich hatte mich schon "gefreut" sollte es wirklich zu einem gerichtlichen Verfahren kommen.

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#12
 Von 
vundaal76
Status:
Student
(2551 Beiträge, 1441x hilfreich)

Bei der Anmeldung zu einem web.de Konto kann man sich durchaus überlegen, nicht die eigene Postadresse anzugeben.
So entgeht man leicht diesen dubiösen Machenschaften.

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#13
 Von 
fb413668-15
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 11x hilfreich)

Zitat (von vundaal76):
Bei der Anmeldung zu einem web.de Konto kann man sich durchaus überlegen, nicht die eigene Postadresse anzugeben.
So entgeht man leicht diesen dubiösen Machenschaften.

Da gebe ich dir vollkommen recht. Als ich diese Adresse schuf, war ich noch ziemlich jung und wusste es nicht besser. :-)

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