Arbeitgeber/Chef gefährdet Insolvenz - was tun

20. Januar 2023 Thema abonnieren
 Von 
sdiddy
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)
Arbeitgeber/Chef gefährdet Insolvenz - was tun

Kurze Frage, wenn der Arbeitgeber bzw. Chef den Insolventen quasi "nötigt", die Bedingungen der Insolvenz nicht einhalten zu können, kann man da rechtlich irgendwas machen?

Er gefährdet die Insolvenz dadurch dass zb. mehrfach durch schlampige Buchhaltung viel zu viel Geld auf dem Konto landet (2 Arbeitnehmer wurden vertauscht und kriegen jeweils das Gehalt des anderen) und der Arbeitgeber zu faul ist, das Problem zu ändern und auf Klärungsversuche gleichgültig und abweisend reagiert. Ebenfalls werden Lohnabrechnungen schon seit Monaten nicht mehr ausgestellt und die Buchhaltung verweist wiederrum an den Chef, welcher angeblich die Briefe definitiv rausgesendet hat. Wenn man auf Nachforschung und Klärung dringt stößt man wieder nur auf Gleichgültigkeit. Der Chef weiß ganz genau um die Insolvenz des Arbeitnehmers und ist sich der Tatsache bewusst, dass er diese gefährdet. Teilweise wurden auch nicht nur falsche Gehälter gesendet, sondern sogar falsche Stunden gebucht.

Kann man den irgendwie wegen Nötigung anzeigen oder hat sonst irgendeine Rechtsgrundlage?

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Flo Ryan
Status:
Schlichter
(7567 Beiträge, 5075x hilfreich)

Sehe ich nicht. Falsche Lohnzahlungen können passieren, da müsste man Vorsatz nachweisen, genau wie bei den falsch gebuchten Stunden.

Und Lohnabrechnungen müssen nur erstellt werden, wenn sich der Lohn ändert, z.B. durch Weihnachtsgeld, etc., siehe § 108 Abs. 2 GewO.

-- Editiert von User am 20. Januar 2023 21:41

Signatur:

Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?

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#2
 Von 
sdiddy
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Flo Ryan):
Sehe ich nicht. Falsche Lohnzahlungen können passieren, da müsste man Vorsatz nachweisen, genau wie bei den falsch gebuchten Stunden.

Und Lohnabrechnungen müssen nur erstellt werden, wenn sich der Lohn ändert, z.B. durch Weihnachtsgeld, etc., siehe § 108 Abs. 2 GewO.

-- Editiert von User am 20. Januar 2023 21:41

Signatur:
Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?

es scheint ja Vorsatz zu sein. Arbeitgeber weiß nach Kommunikation über die Insolvenz genau Bescheid, welchen Ärger er verursacht. Trotzdem wiederholt sich das Ganze und es ist keine Besserung in Sicht, weil es dem Chef einfach *******gal ist. Buchhaltung fühlt sich nicht zuständig und verweist auf den Chef.

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#3
 Von 
3,141592653
Status:
Lehrling
(1645 Beiträge, 967x hilfreich)

Ist aber keine Nötigung. Und auch sonst sehe ich hier keine strafrechtliche Relevanz.

Wenn dem Chef das egal ist, dann zahlt er halt den höheren Lohn zwei Mal, sein Problem...

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#4
 Von 
sdiddy
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von 3,141592653):
Ist aber keine Nötigung. Und auch sonst sehe ich hier keine strafrechtliche Relevanz.

Wenn dem Chef das egal ist, dann zahlt er halt den höheren Lohn zwei Mal, sein Problem...

ja aber das kann ja wohl nicht wahrsein dass er die Insolvenz gefährdet und man da einfach nichts gegen machen kann?

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#5
 Von 
Flo Ryan
Status:
Schlichter
(7567 Beiträge, 5075x hilfreich)

Mir fehlt noch irgendwie der Teil, wieso die Insolvenz überhaupt gefährdet sein sollte.

Signatur:

Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?

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#6
 Von 
sdiddy
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Flo Ryan):
Mir fehlt noch irgendwie der Teil, wieso die Insolvenz überhaupt gefährdet sein sollte.

weil der Insolvente nur X € verdienen darf, aber das Gehalt eines anderen bekommt und somit weit über die Grenze kommt. Somit wird sozusagen Geld "unterschlagen", denn der Insolvente müsste ja dann eigentlich einen Zahlungskonzept mit dem Verwalter auskonzipieren um Schulden abzutragen wenn der Selbstbehalt überschritten wird. Zudem braucht der Insolvente die Abrechnungen um natürlich die eigentlichen Einnahmen nachzuweisen und der Verwalter möchte diese auch für seine Unterlagen haben und die sind ja außerdem auch für die Steuererklärung extrem wichtig

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#7
 Von 
fb522466-71
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 20x hilfreich)

Zitat:
weil der Insolvente nur X € verdienen darf

Das ist Quatsch. Der Insolvente kann so viel verdienen, wie er möchte.

Zitat:
Somit wird sozusagen Geld "unterschlagen"

Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass korrekt an den Insolvenzverwalter /Treuhänder abgeführt wird, nicht der Insolvenzler. Und der Arbeitgeber haftet auch dafür.

Zitat:
Insolvente müsste ja dann eigentlich einen Zahlungskonzept mit dem Verwalter auskonzipieren

Der Insolvenzler "konzipiert" eigentlich gar nichts. Was abgeführt wird, ergibt sich aus der Pfändungstabelle.


Zitat:
Verwalter möchte diese auch für seine Unterlagen haben

Dann möge sich der Insolvenzverwalter/Treuhänder doch an den Arbeitgeber wenden. Das ist hier sowieso anscheinend die einzige Möglichkeit. Teil deinem Verwalter mit, was da schief läuft. Dann wird der, schon im Sinne der Insolvenzmasse, dem Arbeitgeber auf die Füße treten.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107601 Beiträge, 38045x hilfreich)

Zitat (von sdiddy):
Ebenfalls werden Lohnabrechnungen schon seit Monaten nicht mehr ausgestellt

Sofern man ein Anrecht auf die Lohnabrechnungen hat, klagt man diese halt beim Arbeitsgericht ein.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12753 Beiträge, 4186x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
2 Arbeitnehmer wurden vertauscht und kriegen jeweils das Gehalt des anderen
Und wie wurde das wieder aufgelöst? (einfach zurückzahlen könnte illegal sein)

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

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#10
 Von 
sdiddy
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Und wie wurde das wieder aufgelöst? (einfach zurückzahlen könnte illegal sein)

Stefan

garnicht, weil es dem Chef einfach egal ist. Insolvente hat es dann privat geklärt mit dem anderen Mitarbeiter (Differenz überwiesen)

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12753 Beiträge, 4186x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Insolvente hat es dann privat geklärt mit dem anderen Mitarbeiter (Differenz überwiesen)
Oh - auch das durfte er imho nicht.
Es sollte doch eigentlich klar sein, dass alle Gläubiger gleich zu behandeln sind.

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1953 Beiträge, 619x hilfreich)

Zitat (von sdiddy):
dann privat geklärt mit dem anderen Mitarbeiter (Differenz überwiesen)

Mit solchen Aktionen gefährdest DU die RSB und nicht dein Arbeitgeber!

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107601 Beiträge, 38045x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
sollte doch eigentlich klar sein, dass alle Gläubiger gleich zu behandeln sind.

Mal wieder Unfug hoch 3 ...

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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